Grundzüge der individuellen und allgemeinen Eschatologie Wolfhart Pannenbergs


Masterarbeit, 2019
60 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das selbstständige Individuum in der Gemeinschaft

3. Die Vollendung der Gemeinschaft der Glaubenden am Ende der Zeit

4. Ekklesiologische Ethik und Gottes Recht

5. Die Zukunft des Gottesreiches und ihre Vorwegnahme in der Gegenwart am Beispiel des Abendmahls

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis
7.1 Primärliteratur
7.2 Weitere Literatur

1. Einleitung

Die Eschatologie ist bei Pannenberg für die ganze systematische Theologie das bestimmende Element, denn dessen Inhalte, Gott und seine Herrschaft, sind für die ganze christliche Lehre zentral.[1] Diese Wiederentdeckung der Eschatologie ist erst allmählich seit den 1960er-Jahren erfolgt.[2] Es lässt sich im 20. Jahrhundert eine „konsequente Eschatologisierung der Theologie beobachten.“[3] Beispielhaft können hier neben Pannenberg auch Moltmann und Teilhard de Chardin angeführt werden.[4] Pannenberg selbst sieht die Relevanz der Eschatologie für das Christentum wegen der Hoffnung auf die Wiederauferstehung und ein ewiges Leben als gegeben an und bezeichnet dies als ein spezifisches Charakteristikum christlichen Glaubens.[5] Sie wird von Pannenberg am Ende des dritten Bandes seiner Systematischen Theologie behandelt.

Ein Grundproblem jeder Eschatologie ist immer schon die Verhältnisbestimmung von individueller und allgemeiner Eschatologie gewesen. Die individuelle Eschatologie meint die Vollendung des einzelnen Menschen, während die allgemeine Eschatologie die Vollendung von Menschheit und Kosmos in den Blick nimmt. Diese beiden Annahmen lassen sich nicht einfach miteinander verknüpfen, sondern aus dieser Konstellation folgen Probleme. Was geschieht in der Zeit zwischen Tod und Ende der Geschichte, wenn das Individuum erst mit dem Ende von Menschheit und Kosmos vollendet wird? Was geschieht mit dem Individuum, wenn es gleich nach dem Tod mit Jesus vereint ist, beim Eintreten des Endes von Menschheit und Kosmos?[6]

Aus den Fragen, die von Pannenberg angeführt werden, ergibt sich die folgende grundsätzliche Problematik: Was passiert bei der (allgemeinen) Auferstehung der Toten, mit dem vor dem Ende von Menschheit und Kosmos verstorbenen Individuum? Auf dieses unvereinbare Miteinander beider Seiten der Eschatologie wurde in der Theologiegeschichte häufig verwiesen. Es werden von Pannenberg beispielhaft Friedrich Schleiermacher, Paul Althaus sowie Carl Stange aufgezählt.[7] Die Lösung dieser bestand in der Absage einer währenden Verbundenheit mit Christus nach dem Tod oder einer Eschatologie, die von einer Vollendung am Ende der Zeit ausgeht.[8] Beide Lösungsversuche werden von Pannenberg abgelehnt. Seine Systematische Theologie zielt darauf ab, zu zeigen, dass individuelle und allgemeine Eschatologie nicht unvereinbar nebeneinanderstehen, sondern beides zusammengehört. Wenn er schreibt „in beiden Fällen handelt es sich darum, bei der Vorstellung einer endgültigen Vollendung der Bestimmung der Menschheit und des Menschen den individuellen und gemeinschaftlichen Aspekt dieses Themas zusammenzuhalten“[9] und weiter ausführt, dass es hierbei „um das anthropologische Anliegen der Einheit von individueller und gesellschaftlicher Bestimmung des Menschen geht“[10], kann in gesteigerter Weise davon gesprochen werden, dass individuelle und allgemeine Eschatologie nach Pannenberg – trotz aller Antagonismen zwischen beiden Vorstellungen – verbunden werden müssen. Denn eine auf das Ende der Geschichte hin ausgerichtete Eschatologie hat sich auf die Ganzheit der Eschatologie, also auf individuelle und allgemeine Aspekte hin auszurichten, da sie nur zusammen diese in Gänze umfassen können.[11] Auf welche Weise beide Vorstellungen zusammengedacht werden, wird im Folgenden betrachtet. Pannenberg selbst kündigt an, die aufgeführten problembehafteten Gesichtspunkte „auf einer anderen Ebene“[12] lösen zu wollen. Welche Ebene Pannenberg hier ankündigt, wird in dieser Arbeit zu klären sein. Hierfür sind in einem ersten Schritt Individuum und Gemeinschaft bei Pannenberg zu erörtern. Nachdem die wesentlichen Aspekte erläutert wurden, ist auf die Vorwegnahme des zukünftigen Gottesreiches in der Gegenwart einzugehen. Dies wird am Beispiel des Abendmahls aufgezeigt. Das Abendmahl wurde als Exempel des in die Gegenwart gezogenen Gottesreiches gewählt, weil sich in diesem Sakrament das Versöhnungshandeln vollzieht.[13] Zum Abschluss der Darstellung der individuellen und allgemeinen Eschatologie Pannenbergs wird auf die ekklesiologische Ethik und das Gottesrecht eingegangen. In den Schlussbetrachtungen gilt es zu bewerten, ob der Versuch, die Vollendung des Individuums und der Gemeinschaft in eine beides umfassende Eschatologie zu setzen, gelungen ist. Das von Pannenberg als Schlüsselproblem deklarierte Verhältnis von Ewigkeit und Zeit wird nicht in einem eigenen Abschnitt behandelt, sondern dort ausgeführt, wo es für das Verständnis von individueller und allgemeiner Eschatologie desiderat ist.

Es kann verwundern, dass eine Eschatologie, die schließlich die Lehre von den letzten Dingen meint, in der Gegenwart endet und nicht in Erwartung der zukünftigen Vollendung im Eschaton. Diese bewusste Wahl hebt das Wirken der Zukunft in die Gegenwart hinein hervor und verdeutlicht die Vorwegnahme des Reiches Gottes sowie das gegenwärtige Wirken des Geistes. Es ist – ohne die weitere Betrachtung vorwegzunehmen – ein Charakteristikum der Eschatologie Pannenbergs, dass in der Gegenwart die Zukunft antizipiert wird.

Zur individuellen und allgemeinen Eschatologie bei Pannenberg sind bisher keine Forschungsarbeiten erschienen. Einzelne Aspekte, wie Identität, Verselbstständigung und Zeit und Ewigkeit, wurden hingegen schon bearbeitet, sodass mit den vorhandenen Ausführungen in der Sekundärliteratur verglichen werden kann. Als Primärliteratur konzentriert sich diese Arbeit auf den dritten Band der Systematischen Theologie Pannenbergs. Dies wird ergänzt um Aspekte aus Pannenbergs Werk „Grundfragen systematischer Theologie“. Viele Gedankengänge, die im dritten Band seiner Systematischen Theologie kurz genannt werden, sind dort schon auf die eine oder andere Weise ausformuliert worden.

2. Das selbstständige Individuum in der Gemeinschaft

Es ist ein Spezifikum des Menschseins, dass der Mensch von seinem Tod weiß, da ihm sein Zeitbewusstsein erlaubt, zwischen der Gegenwart und der Zukunft zu unterscheiden.[14] Ergänzend zum Zeitbewusstsein führt Pannenberg die Fähigkeit des Menschen an, durch die Betrachtung anderer Menschen zu dem Schluss zu kommen, selbst auch sterblich zu sein.[15] Als Beleg für die menschliche Fähigkeit sich des eigenen zukünftigen Todes bewusst zu sein, führt er die Hinweise auf Begräbnisse bei den frühesten menschlichen Daseinsformen an.[16] Dieses Wissen über den eigenen Tod hatte aber eine Krise bei dem Individuum zur Folge, was zur Verselbstständigung des Individuums von der Gemeinschaft führte.[17] Pannenberg benutzt den Begriff der Verselbstständigung nicht nur im Zusammenhang von Individuum und Gemeinschaft, um die Beziehung zwischen diesen beiden Sachen zu beschreiben. Vielmehr ist sie für seine Konzeption ebenso grundlegend hinsichtlich der Beschreibung der Beziehung von Geschöpf und Gott. Dies wird an anderer Stelle zu erläutern sein.

In seinem Kapitel „Tod und Auferstehung in der Sicht christlicher Dogmatik“ bezeichnet er die Verselbständigung des Individuums gegenüber der Gesellschaft als „eine Einstellung zum Leben, die den einzelnen nicht aufgehen läßt im gesellschaftlichen Lebenszusammenhang, sondern einen eigenen Lebenssinn für das individuelle Dasein fordert, einen Sinn der sich am einzelnen Selbst erfüllt.“[18] Das Individuum will einen Sinn für das eigene Leben, ohne dass es für diesen Sinn die Gesellschaft benötigt. Pannenberg bezeichnet diese Auffassung als „große Wende“[19], die dem Individuum einen riesigen „Wert“[20] vor Gott gibt und die „Würde“[21] des partikularen Individuums vor der Gesellschaft sichert. Der Idee eines individuellen Sinns steht der Tod konträr gegenüber, weil der Tod des Individuums jede Sinnhaftigkeit des Einzelnen angreift.[22] Schon hier zeigt sich, dass der Tod für Pannenberg den Einzelnen nicht vollendet. Er rekurriert auf das frühe Judentum als Beginn der Infragestellung eines im Diesseits erfüllbaren Sinnes für das Individuum, was die Teil-Aufgabe des Tun-Ergehen-Zusammenhangs illustriert.[23] Von einer Teil-Aufgabe kann hier gesprochen werden, weil Pannenberg hier noch nicht von einer kompletten Infragestellung des Tun-Ergehen-Zusammenhangs ausgeht. Von einem Ausgleich im jenseitigen Dasein für das irdische Leben werde hier jedoch nur ausgegangen, wenn das Tun dem Ergehen nicht entsprach. Als Zeugnis für eine unauflösliche Einheit mit Gott über den Tod hinaus, die verbunden wird mit der Vorstellung von einem „jenseitigen Ausgleich der im diesseitigen Leben nicht aufgehenden Entsprechung von Tun und Ergehen,“[24] führt Pannenberg Ps. 73 an. Somit stellt Ps. 73 für Pannenberg einen entscheidenden theologiegeschichtlichen Entwicklungsschritt dar, der aus der Verselbstständigung des Individuums erwuchs, welches nach einem individuellen Lebenssinn suchte und diesen durch den Tod angegriffen sah. Erst als das Individuum versucht, einen Lebenssinn in seinem individuellen Dasein zu suchen, erscheint der Tod als Bedrohung für es.[25] In seiner Systematischen Theologie nahm Pannenberg Ps. 73 erneut auf für seine biblische Grundierung.

Den Zeitpunkt der Lebenskrise des Individuums und die damit einhergehende Trennung von Individuum und Gemeinschaft sieht Pannenberg bei den ersten menschlichen Hochkulturen. Vorher war das Individuum ein derart integraler Bestandteil der Gemeinschaft, dass der Tod in anderer Weise wahrgenommen wurde. Die Folge dieser Trennung waren die ersten Unsterblichkeits- und Auferstehungsvorstellungen.[26] In den frühen Kulturen war die Vorstellung von Auferstehung, Unsterblichkeit und einem Fortleben nach dem Tod tief verankert.[27] Diese Vorstellungen finden sich ebenso im Christentum wieder. Aber sie wurden im 19. Jahrhundert abgelehnt, sodass es zu einer eschatologischen Krise kam. Pannenberg führt hier im Besonderen die Ganztodthese und Folgevorstellungen über den Tod des Individuums an. Die Ganztodthese wurde vornehmlich von katholischer Seite angeführt und sah in dem leiblichen Ende des Individuums auch den Tod allen Bewusstseins, also ein Tod des Individuums in Gänze.[28] Heidegger interpretierte demgegenüber den Tod in noch gesteigerter Weise. Durch die Verbindung der Ganztodthese mit dem Tod als ein natürliches Ereignis, über dessen Eintritt der Mensch weiß, entwickelte sich die Idee von dem Tod als Vollendung. So sei die These Heideggers, dass der Mensch durch das Wissen über den eigenen, zukünftigen Tod seine Ganzheit noch zu Lebzeiten findet.[29] Jean-Paul Satre, dessen Auffassungen von Tod nach Pannenberg denen der Bibel näher kommen, kritisierte diese These, denn der Tod ist zwar ein Teil des Menschseins, aber der Mensch überschreitet in dem Für-sich-Sein das Gegebene.[30] Mit Verweis auf Ps. 88,6 wird in einem ersten Schritt von Pannenberg hervorgehoben, dass der Tod im biblischen Sinne eine Trennung zur Folge hat. Tot sind jene, denen nicht mehr gedacht wird und von einem getrennt sind.[31] Schon in seinem zweiten Band ermittelte Pannenberg die Bedeutung des Todes als eine „Trennung von Gott als der Quelle des Lebens und allen Lebenssinns.“[32] Er schlussfolgert daraus, dass der Mensch die Gemeinschaft mit dem ewigen Gott braucht, um das menschliche Leben als Ganzes zu vollenden.[33] Mit dem Tod wird der Mensch nicht vollendet und gelangt nicht zu seiner Bestimmung.[34] Für eine Spezifizierung dieser Gemeinschaft der Menschen mit dem ewigen Gott wird hier von ihm ergänzend Ps. 33,18 f. zitiert.[35] Diese Gemeinschaft besteht aus Frommen, die auf die Gnade Gottes vertrauen, dass er sie von dem Tod errettet.

Während Pannenberg das Leben mit Gott verbindet, ist der Tod von seinem Wesen her eine Trennung von Gott und sogenannte todesähnliche Zustände – Pannenberg führt hier als Beispiele Krankheit und Schwäche an – trennen schon die Lebenden von Gott.[36] Im Besonderen ist aber die Sünde der Grund für die Trennung von Mensch und Gott. Schon in seinen „Grundfragen systematischer Theologie“ verweist Pannenberg auf Röm 6,23, wo Paulus den Tod als Sold der Sünde auffasst.[37] Ps. 73 erfährt vor diesem Hintergrund eine Neuinterpretation, indem der Beter nicht als Gott drängend sieht, sondern dessen Hoffnung auf ein jenseitiges Weiterleben als „ganz natürlich“ deklariert, wenn die Verbundenheit mit Gott unauflöslich ist.[38]

Den Ausführungen zum Tod des Individuums von philosophisch-theologischer Seite, die den frühesten Unsterblichkeits- und Auferstehungsvorstellungen widersprechen, hält er biblische Zitate entgegen, um einzuleiten, warum der Tod nicht die Vollendung des Individuums sein kann. Die Idee von Unsterblichkeit und Auferstehung war eine Folge der Verselbstständigung des Individuums von der Gemeinschaft[39] und eine Vollendung des Individuums kann der Tod daher nicht sein, weil er das Individuum komplett von der Gemeinschaft trennt.[40] Diese Gemeinschaft besteht aus der Gemeinschaft der Glaubenden, die auf Gott vertrauen, denn nur die Gemeinschaft mit dem ewigen Gott kann sie vollenden. Das Individuum benötigt nach Pannenberg die Gemeinschaft, um ein vollendetes Individuum zu sein. Ohne Gemeinschaft ist eine individuelle Vollendung nicht denkbar. Die Gemeinschaft ist eine Grundbedingung für die individuelle Eschatologie.

Der Tod ist damit nicht die Vollendung des menschlichen Individuums. Er ist nach Pannenberg der Absicht des Heils entgegengesetzt, während das Heil mit „seiner (Anmerkung: gemeint ist der Mensch) Integrität oder Ganzheit identisch“[41] ist. Denn zur Ganzheit respektive Integrität gehört immer die Gemeinschaft mit Gott, sodass die Beter, hier wird von Pannenberg alttestamentlich mit Ps. 73,26 argumentativ untermauert, auf ein Heil hoffen, das über den Tod hinausgeht.[42] Der Tod wird dabei als „letzter Feind“ definiert, wie Pannenberg aus dem 1. Kor. 15,26 zitiert, und dieser kann nur durch die Wirkkraft Gottes als Schöpfer überwunden werden.[43] Der Tod ist, hier folgt Pannenberg Satre, nicht mit der Endlichkeit gleichzusetzen, allerdings ist der Tod nicht – im Unterschied zu Satres Auffassung vom Tod – in einem äußerlichen Verhältnis zur Subjektivität des Menschen zu sehen.[44] Die menschliche Endlichkeit ist ein Produkt der Freiheit des Menschen wie auch Teil der Situation des Geworfenseins.[45] Er sieht aber auch einen Zusammenhang von Endlichkeit und Tod. Das Individuum ist sich seiner eigenen Endlichkeit vor Eintritt des Todes bewusst, weil die Endlichkeit vom Enden determiniert ist. Pannenbergs Begriff der Endlichkeit meint allgemein, dass etwas von etwas anderem abhängig ist und von diesem bestimmt wird.[46] Das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit zeigt sich im Lebensgefühl und das Erleiden von Krankheiten wird kulturübergreifend als ein Zustand empfunden, der das Individuum dem Zustand des Todes nahebringt. Auch hier führt Pannenberg das Alte Testament an, welches in erkrankten und geschwächten Personen als vom Leben und damit von Gott, der die Quelle des Lebens ist, getrennte Personen sieht.[47] Diese Perspektive eröffnet den Zusammenhang von Sünde und Tod, da genauso auch die Sünde eine Trennung des Menschen von Gott ist. Pannenberg spricht hier vom Tod als „Sold“[48] für die Sünde. Der Sünder ist somit schon immer in einem Todeszustand. Bezüglich des Todes selber wurde theologiegeschichtlich zudem zwischen Gerichtstod und natürlichem Tod unterschieden, wobei ersteres die Stärke der Trennung von Gott durch den natürlichen Tod bestimmt.[49] Die Vorstellung von dem Gerichtstod lehnt Pannenberg ab, da sich aus diesem nicht ergibt, dass der Tod im Gegensatz zur Natur des Menschen als Geschöpf steht. Ebenso wird der Vorstellung von dem Tod als Teil der menschlichen Natur widersprochen. Es wurde angenommen, dass der Tod zur Natur des Menschen gehört, weil der Mensch ein endliches Wesen ist.[50] Die Endlichkeit gehört zum Menschen als Geschöpf und ist nicht eine Folge der Sünde, was, so wurde argumentiert, doch auch analog für den Tod gelten müsste.[51] Diese Analogiebildung, dass Tod und Endlichkeit nicht Resultat der Sünde sind, sondern daraus folgen, dass der Mensch Geschöpf ist, stellt Pannenberg infrage. Denn Christus ist auch endlich aufgrund seines menschlichen Daseins und er blieb ein endliches Wesen, nachdem er wiederauferstand, denn sonst hätte mit dem Eintritt in das ewige Leben seine Endlichkeit ein Ende gefunden.[52] Pannenberg führt für seine Argumentation das Bekenntnis der Kirche zur menschlichen Natur Christi an. Denn auch dort wird Christus explizit als ein von Gott zu unterscheidendes Wesen geglaubt, das im Unterschied zu Gott endlich ist, aber dem Tod entkam.[53]

Mit Blick auf das Individuum heißt das, dass das Individuum endlich und sterblich ist, aber zwischen diesen beiden Begriffen unterschieden werden muss. So widerspricht er nicht nur der These, der Tod sei die Vollendung des Menschen, sondern lehnt auch die These ab, dass aus der Endlichkeit die Sterblichkeit abzuleiten sei. Dass der Mensch aber seine eigene Endlichkeit erst mit Blick auf den eigenen zukünftigen Tod realisiert, steht im Zusammenhang mit der Verselbstständigung des Menschen von Gott.[54]

Schon bei den Begriffen von Endlichkeit und Tod argumentiert Pannenberg mit der Verselbstständigung des Menschen in seinem Lebensvollzug.[55] Es ist daher desiderat zu klären, wie die Selbstständigkeit des Menschen zu einer Verselbstständigung wird und was das für das Individuum bedeutet. Der Mensch ist, wie alle Geschöpfe Gottes, selbstständig. Diese Selbstständigkeit der Geschöpfe von Gott gibt ihnen die Möglichkeit eigenständig von Gott ihr Leben zu führen.[56] Die Selbstständigkeit erhalten die Geschöpfe aufgrund der Liebe Gottes. Denn durch die Selbstständigkeit erhält das Geschöpf die Möglichkeit, eine eigene Identität herauszubilden.[57] Die Geschöpfe können eigenständig von Gott ihr Leben gestalten. Jedoch wird aus der Selbstständigkeit eine Verselbstständigung. Ihre konkreteste und extremste Form findet diese Verselbstständigung unter den Geschöpfen beim Menschen, weil der Mensch gegen seine Endlichkeit angeht, sich weigert seine Endlichkeit zu akzeptieren und gerade wegen seines Willens wie Gott sein zu wollen in seiner Endlichkeit bleibt.[58] Das Geschöpf will Herr über sein eigenes Leben sein und will es in „tätiger Gestaltung“[59] übernehmen, indem es seine eigenen Bedingungen des Lebens schafft, wobei es sich so immer stärker von Gott entfernt.[60] Diese „tätige Gestaltung“ ist durch Wollen und Handeln charakterisiert und wird oft als ein Zeichen von Freiheit interpretiert. Pannenberg übersteigt diesen Freiheitsbegriff, der lediglich ein Wollen und Handeln ist. Denn ein Individuum, welches ausschließlich „wollen“ und „handeln“ kann, ist nicht wirklich frei. Diese Art der Freiheit ist notwendig für die wahre Freiheit, aber diese Fähigkeiten führen nicht zwangsläufig zu ihr, sondern kann den Menschen zu Tod und Sünde führen, womit der Mensch seine Selbstständigkeit verliert.[61] Auch der Gedanke an ein Leben nach dem Tod kann nach Pannenberg als Zeichen der menschlichen Weigerung angesehen werden, die eigene Endlichkeit anzunehmen, wobei andererseits die Vorstellung von einer unsterblichen Seele auch Ausdruck der wahren Bestimmung des Menschen ist, der durch den Tod nicht vollendet wird.[62] Wahre Freiheit erhält das Individuum erst durch seine Vollendung. Aber alleine das Sinnen über Unsterblichkeit und Wiederauferstehung ist, wie Pannenberg es formuliert, „tief zweideutig“[63], denn diese Motive sind sowohl von menschlicher Anmaßung, des Wie-Gott-Sein-Wollens, als auch von dem Bewusstsein einer göttlichen Bestimmung des Menschen determiniert.

So ist demnach das Individuum im Leben selbstständig und frei, im Sinne von Wollen und Handeln. Aber diese Art der Freiheit führt nicht zur wirklichen Freiheit, sondern zur Verselbstständigung des Individuums und es wird zum Sklaven von Sünde und Tod. Das selbstständig gestaltete Leben führt zu einer Selbstbestimmung des Menschen, die nicht der Bestimmung des Geschöpfes entspricht, die Gott sich für den Menschen ersonnen hat.[64] Vielmehr verfehlt das Geschöpf durch seine Verselbstständigung gegenüber Gott seine eigentliche Bestimmung. Es kann seine Bestimmung nicht alleine erreichen.[65] Die Verselbstständigung zeigt sich in dem Verfolgen der eigenen Interessen, die gegen Gott, die Mitmenschen und alle weiteren Mitgeschöpfe gerichtet werden.[66] Aufgrund dieser Verselbstständigung der Schöpfung gegenüber dem Schöpfer ist die Herrschaft Gottes in der Welt nicht ohne weiteres sichtbar.[67] Die Verselbstständigung ist Quelle des Bösen und des Leids in der Welt und erscheint dem Geschöpf als Grund, den Schöpfer anzuklagen.[68] Diese Skepsis gegenüber Gott findet erst ein Ende, wenn Gott sich im Eschaton selbst erweist und das Leid in der Welt überwunden wird.[69]

Das Geschöpf benötigt diese Selbstständigkeit aber, um sich als ein von dem Schöpfer unterschiedenes Geschöpf mit eigener Identität zu entwickeln, daher erhalten diese aufgrund der Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen ihre Selbstständigkeit gegenüber Gott.[70] Vor diesem Hintergrund ist die gesamte Schöpfung Produkt der Liebe Gottes.[71] Die Verselbstständigung ist das Risiko, welches Gott mit der Schöpfung einging, und sie findet ihren konkreten Ausdruck in der Undankbarkeit des Geschöpfs, die bis zur Leugnung Gottes reichen kann, dessen Herrschaft aufgrund von Leid und Übel, die Folge der Verselbstständigung sind, nicht sichtbar ist.[72] Zudem muss es zur Ausbildung seiner Identität in unterschiedlichen Zeitmodi leben.

Pannenberg setzt Endlichkeit, Tod und Sünde in ein Verhältnis, indem er die Perspektive um die Zeitmodi erweitert. Die Zeiterfahrung ist geprägt von dem Auseinanderfallen der verschiedenen Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Individuum lebt in der Gegenwart, während das Vergangene vergangen und die Zukunft noch gegenwärtig ist. Der Mensch kann zwischen diesen unterschiedlichen Zeitmodi unterscheiden.[73] Diese zerrissene Zeiterfahrung ist mit der Sündhaftigkeit verwoben und löst sich erst mit der Vollendung, wenn das Individuum das Ganze der einzelnen Zeitmomente bildet und nicht mehr von den verschiedenen Momenten zerrissen wird.[74] Das irdische Dasein des Individuums ist aber von eben jener Zerrissenheit geprägt, da es nur im Vorgriff der noch im Kommen begriffenen Identität das Selbst zur Verfügung hat, wobei dieses Selbst immer ein verzerrtes ist wegen der Unverfügbarkeit der Zukunft.[75] Diese Verzerrung entsteht aus der Zeitperspektive, die immer aus der Gegenwart des Individuums und seines Ichzentrums vollzogen wird. Dieses Ichzentrum ist bei Pannenberg nicht mit der eigentlichen Identität gleichzusetzen. Das Ich ist an den Augenblick gebunden und vom amor sui bestimmt, während das eigentliche Selbst dieses Ichs, welches von der Identität und Integrität definiert wird, erst das wirkliche Ich darstellt.[76] Bei diesem Selbst ist der Augenblick nicht mehr bestimmend, da die verschiedenen Zeitmomente, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zusammenfallen und ein Ganzes ergeben.[77] Das andere Ich weist auch über sich hinaus, jedoch nur über sein anderes Selbst, weshalb es am Ende doch bei sich selbst bleibt.[78] Das Ich verweist also auf das Ganze seiner Realität und obwohl es indirekt dadurch auf Gott verweist, ist es doch von Selbstsucht (amor sui) befangen, was es trennt von den anderen Zeitmomenten und es nur in der Gegenwart leben lässt.[79] In der Folge wird es unvorhergesehen mit der Zukunft konfrontiert, wodurch das eben noch Gegenwärtige zur Vergangenheit wird.[80]

Pannenberg hält damit fest, wie das Ich das menschliche Erleben mit der Zeit bestimmt. Er sieht einen engen Zusammenhang von Ichstruktur und Zeiterfahrung, da die Zeit in diesem Ich erfahren wird. Das Ich lebt in der Gegenwart, die als Bindeglied zwischen Vergangenem und Zukünftigem fungiert, indem es beide bis zu einem gewissen Grad in der Gegenwart hält und so Anteil an der Ewigkeit bekommt.[81] Zudem ist es aber von der amor sui bestimmt. Für die Selbstsucht ist es grundlegend, dass diese die Zeitmomente trennt, weshalb das Individuum immer von der unerwarteten Zukunft getroffen wird. Das Ende des Ichs ist der Tod, was das Bleiben der Endlichkeit zeigt. Diese Endlichkeit widerspricht der angeblichen Gottgleichheit und Ewigkeit des Ichs. Hier zeigt sich bei Pannenberg erneut die Verselbstständigung des Geschöpfs. Hier wird diese Verselbstständigung mit den Zeitmodi, in denen das Individuum lebt, verbunden. Die Verweigerung des Ichs, seine Endlichkeit anzuerkennen, ist die Verselbstständigung des Geschöpfs vom Schöpfer in Form der Ablehnung der Endlichkeit.[82] Der Tod müsste nicht das Ende des Ichs sein, wenn das Ich als ein Ganzes leben könnte, d.h. es die eigene Endlichkeit annehmen würde und das eigene Dasein durch die Wirklichkeit Gottes begrenzt sein ließe. Der Mensch kann aber nur aus dem jeweiligen Augenblick heraus leben und nicht sein eigenes Ende in sein Dasein integrieren, weshalb es als ein endliches Ganzes existiert. Das Ende des Daseins ordnet Pannenberg außerhalb des Selbst an, weil es im Wahn lebt, gottgleich und zugleich unendlich zu sein. Eben weil dieses Ende nicht im eigenen Selbst angesiedelt wird, ist seine Bestimmung der Tod.[83] Damit bleibt die Auffassung von Paulus, dass der Tod die Folge der Sünde sei, erhalten.[84]

Für die Identitätsbildung des Geschöpfs braucht es einerseits ein selbstständiges Leben für eine gewisse Zeit, andererseits muss diese Zeit aus verschiedenen Zeitmodi bestehen.[85] Denn das Dasein des Geschöpfs benötigt sowohl bis zu einem bestimmten Maß ein Leben in der Zeit wie auch eine Antizipation[86] der Ewigkeit und des Ganzen, auf der wiederum das versöhnende Handeln Gottes in Jesus Christus beruht.[87] Pannenberg betont die Verbindung des gegenwärtigen Lebens mit dem künftigen Leben, wobei dieses künftige Leben nicht etwas völlig anderes, von dem gegenwärtigen Leben Getrenntes, ist.[88] Es ist eine Verwandlung des irdischen Lebens, das dadurch am Heil teilhat.[89] Pannenberg stellt hier die Frage in den Vordergrund, wie sich die verschiedenen Daseinsformen, das irdische und das verwandelte künftige Dasein, miteinander verbinden lassen. Zur Annäherung weist er zunächst auf drei Vorstellungen hin:

Die eine Vorstellung knüpft an die jüdische Apokalyptik an und geht von einer neuen Zusammensetzung der irdischen Leiber für die Totenauferstehung aus.[90] Die zweite Vorstellung ist die klassische Vorstellung des frühen Christentums. Die Basis dieser Vorstellung ist, dass jede Seele eine eigene individuelle Identität hat. Die unsterbliche Seele hat die Funktion die Verbindung des irdischen Daseins mit dem zukünftigen Dasein zu gewährleisten. Die Vorstellung der Unsterblichkeit der Seele wurde aus der griechischen Philosophie übernommen.[91] Athenagoras hätte im frühen Christentum die Unsterblichkeit der Seele mit der Auferstehung des Leibes verbunden, der auferstehen müsste, da die Seele ohne Leib sonst „unselbstständig“[92] sei.

Die dritte Vorstellung stammt von Origines. Diese ist gelöst von der Idee einer leiblichen Wiederherstellung. Die Seele ist das ganze Prinzip des Wesens, was daher auch den Leib selbst miteinschließt.[93] Auf diese Weise ist die Identität des irdischen Leibes die gleiche Identität des irdischen Daseins.[94] Die Identität verschwindet also nicht mit dem Ende der Leiblichkeit. Mit dieser Schlussfolgerung aus der Vorstellung des Origines zum Verhältnis von irdischem und künftigem Dasein greift Pannenberg eine weitere Problematik auf. Aus den bisherigen Ausführungen ergibt sich, dass jedes Individuum eine ganz eigene Lebensgeschichte entwickelt, denn jedes Individuum ist selbstständig und lebt in der Zeit in verschiedenen Zeitmodi. Aber es stellt sich die Frage, was in der Zwischenzeit passiert, wenn die Seele bis zur Auferstehung von den Toten fortdauert und ob die Lebensgeschichte des Individuums in dieser Zwischenzeit fortgeschrieben wird. Pannenberg führt gegen eine Fortschreibung der Lebensgeschichte aus, dass die Identität des Individuums dann eine ganz andere sei als im irdischen Dasein.[95] Diese individuelle Seele, die dann zum Zeitpunkt der Totenauferstehung eine andere wäre, würde dann im Gericht für ihre Verfehlung im irdischen Dasein büßen müssen.[96] Damit kann die Seele ihrer Funktion, die Verbindung von irdischem und künftigem Dasein in Bezug auf diese Zwischenzeit nicht gerecht werden, denn die Vorstellung von der Auferstehung von den Toten geht davon aus, dass die Identität, wie sie sich im irdischen Dasein bildet und am Ende der Lebensgeschichte einen Abschluss erhält, erst verändert wird, wenn sie auf die göttliche Ewigkeit trifft.[97] Diese Frage kann erst in Gänze beantwortet werden, wenn die Vollendung der Gemeinschaft thematisiert wird.

Um sich dieser Frage anzunähern, muss auf Pannenbergs Ewigkeitsverständnis eingegangen werden. In seiner Argumentation geht er von der Definition Barths aus, der hervorhob, Zeit und Ewigkeit dürften nicht als Gegensätze verstanden werden.[98] Die Ewigkeit sei vielmehr in Besitz der Ganzheit des Lebens, während das Individuum Anteil hat an der Ewigkeit, indem es von Gott Zeit geschenkt bekommt.[99] Das Individuum besitzt wegen der Begrenzung des Jetzt durch Vergangenheit und Zukunft nie Zeit, was die Differenz zwischen Zeit und Ewigkeit darstellt, denn das Jetzt kann sich in der Ewigkeit – anders als in der Zeit – ausdehnen und etwas Dauerhaftes sein.[100] Die von Gott geschenkte Zeit ist für das Individuum desiderat, denn nur indem das Individuum als selbstständiges Geschöpf eine begrenzte Daseinsdauer hat, kann es eine eigene Identität entwickeln. Während dieses Daseins ist das Lebensgefühl unbestimmt und das Lebensganze bleibt vage, sodass nur die Erinnerungen an das Zurückliegende und die Erwartungen an das Zukünftige diesem Lebensganzen gewisse Konturen geben.[101] Pannenberg sieht hier insbesondere die Erwartungen als entscheidend an, weil es sich nur wegen der Antizipation der erwarteten vollendeten Zukunft des Individuums als Ganzes zu verstehen weiß.[102] Das menschliche Gegenwartsbewusstsein wird einerseits durch die begrenzte Lebensdauer, andererseits durch die begrenzte Wahrnehmung des Lebensganzen beschränkt.[103] Der Mensch kann sich als Ganzes nur bruchstückhaft erfassen, wenn er auf Erlebtes rekurriert und die Zukunft antizipiert.[104] Damit unterscheidet sich das Erleben der Zeit in erheblichem Maße von dem ewigen Heute Gottes. Denn im Gegensatz zum menschlichen Gegenwartsbewusstsein ist das göttliche Heute nicht von Erinnerungen und Erwartungen abhängig, da das Heute Gottes nicht vergeht, sondern steht und bleibt.[105] Der Mensch versucht also trotz des Voranschreitens der Zeit und des nie stillstehenden Jetzt im Vollzug seine Identität durch Erinnern und Erwarten festzustellen. Dieser Versuch kann nach Pannenberg nicht gelingen, denn das sündige Individuum schreitet durch den „Fluss der Zeit“[106] voran, weshalb „jedes Jetzt von einem anderen überrollt wird“.[107] Hier zeigt sich, dass das Individuum das Ganze nicht präsent hat, sondern nur partikulare Momente, weshalb das Individuum sich selbst nie durchsichtig ist. Die Sehnsucht nach Ganzheit ist aber in allen Geschöpfen tief verankert und der Mensch versucht diese Sehnsucht durch Erinnerung an das Vergangene und durch die Antizipation seiner Zukunft zu befriedigen, ohne dass es ihm gelingen kann.[108] Trotz des Zerrissenheitsgefühls des Menschen als Folge der Zeitmomente, die an ihm vorbeifließen, und der „Leere der Zeit“[109] gehören die objektive Dauer der Zeit wie auch das Zeitgefühl unter Berücksichtigung von Erinnerung und Erwartung zum Dasein des Menschen als Geschöpf hinzu.[110] Pannenberg bestimmt gerade diese vielen verschiedenen Zeitmomente, in der das Geschöpf lebt, als Grundbedingung, dass es sich selbstständig nicht entfalten kann und die Geschöpfe nicht „zur Vollgestalt ihres Daseins“[111] kommen. Die Individuen können aber, indem sie die verschiedenen Zeitmodi und Zeitmomente integrieren, schon einen Vorgeschmack auf die göttliche Ewigkeit bekommen.[112] Aber dies ist nur ein Vorgeschmack. Die Ganzheit kann von dem Menschen nur durch die zukünftige Vollendung im Eschaton erreicht werden.[113] Eine Vollendung, die gegensätzlich zum Abbruch des Menschen durch den Tod steht, während die stete Teilhabe des Menschen als Geschöpf an der göttlichen Ewigkeit desiderat ist, damit die Zeitmomente und Zeitmodi integriert werden können und der Mensch zu seiner Bestimmung gelangen kann.[114] An dieser Stelle kann zur gegenwärtigen und zukünftigen Identität des Individuums schon festgehalten werden, dass in der gegenwärtigen Identität die zukünftige schon verborgen innewohnt, sodass die zukünftige Vollendung nicht eine gänzlich andere Realität sein wird.[115] Hier zeigt sich erneut das Konzept der Antizipation des Zukünftigen in der Gegenwart. Eine abschließende Klärung der Identität des zukünftigen Individuums kann erst mit der Verhältnisbestimmung von individueller und allgemeiner Eschatologie erfolgen.

[...]


[1] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 572 f.

[2] Vgl. Rosenau, Sp. 1566.

[3] Ratschow, Eschatologie, VIII. Systematisch-theologisch. 349.

[4] Vgl. Ratschow, Eschatologie VIII. Systematisch-theologie, 342.

[5] Greive, Die Glaubwürdigkeit des Christentums, 552.

[6] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 589.

[7] Vgl. Ebd., 589 f.

[8] Vgl. Ebd.

[9] Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 592.

[10] Ebd.

[11] Vgl. Ebd.

[12] Ebd..

[13] Ebd., 692.

[14] Vgl. Waap, Gottebenbildlichkeit und Identität, 441 f.

[15] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 599.

[16] Vgl. Ebd.

[17] Vgl. Ebd.

[18] Pannenberg, Grundfragen Systematischer Theologie Bd. 2, 147.

[19] Ebd.

[20] Pannenberg, Grundfragen, systematischer Theologie Bd. 2, 147.

[21] Ebd.

[22] Vgl. Ebd.

[23] Vgl. Ebd.

[24] Ebd.

[25] Vgl. Ebd.

[26] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 599.

[27] Vgl. Ebd., S. 607.

[28] Vgl. Ebd.

[29] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 600.

[30] Vgl. Ebd., 600 f.

[31] Vgl. Ebd., 601.

[32] Ebd.

[33] Vgl. Ebd.

[34] Hier mit Wong, Wolfhart Pannenberg on Human Destiny, 123.

[35] Vgl. Ebd.

[36] Vgl. Pannenberg, Grundfragen Systematischer Theologie Bd. 2, 150.

[37] Vgl. Ebd.

[38] Ebd.

[39] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 599.

[40] Vgl. Ebd., 601.

[41] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 601.

[42] Vgl. Ebd., 602.

[43] Vgl. Ebd.

[44] Vgl. Ebd.

[45] Vgl. Ebd.

[46] Vgl. Kunath, „Sein beim Anderen“, 64.

[47] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 602.

[48] Vgl. Ebd.

[49] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 601 f.

[50] Vgl. Ebd., 603.

[51] Vgl. Ebd.

[52] Vgl. Ebd.

[53] Vgl. Ebd.

[54] Vgl. Ebd., 604.

[55] Vgl. Ebd.

[56] Vgl. Ebd., 625.

[57] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 604.

[58] Umso stärker die Selbstständigkeit aus der aktiven Ausgestaltung des eigenen Daseins besteht, umso stärker ist die Verselbstständigung der Geschöpfe gegen ihren Schöpfer. Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 604, 690.

[59] Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 690.

[60] Vgl. Ebd.

[61] Vgl. Ebd.

[62] Vgl. Ebd., 604.

[63] Vgl. Ebd., 604 f.

[64] Vgl. Ebd., 625.

[65] Vgl. Wong, Wolfhart Pannenberg on Human Destiny, 123.

[66] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 625 f.

[67] Vgl. Ebd., 626.

[68] Vgl. Ebd., 685.

[69] Vgl. Axt-Piscalar, Die Eschatologie in ihrer Funktion und Bedeutung für das Ganze der Systematischen Theologie Wolfhart Pannenbergs, 134.

[70] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 689 f.

[71] Vgl. Ebd., 692.

[72] Vgl. Ebd., 626, 685, 690. Hier mit Axt-Piscalar, Die Eschatologie in ihrer Funktion und Bedeutung für das Ganze der Systematischen Theologie Wolfhart Pannenbergs, 134.

[73] Vgl. Waap, Gottebenbildlichkeit und Identität, 441 f.

[74] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 605.

[75] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 605.

[76] Vgl. Ebd.

[77] Vgl. Ebd.

[78] Vgl. Ebd.

[79] Vgl. Ebd., 606.

[80] Vgl. Ebd.

[81] Vgl. Ebd.

[82] Vgl. Ebd., 604 und 690 mit den Ausführungen zum Ich auf 606.

[83] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 606 f.

[84] Vgl. Ebd., 604.

[85] Vgl. Ebd., 691.

[86] Pannenbergs Begriff von der Antizipation ist zentral für seine Theologie. Einerseits drückt er auf ontologischer Seite die Vorwegnahme der zukünftigen Darstellung aus, andererseits hat der Begriff eine hermeneutische Seite insofern eine Aussage respektive Behauptung über etwas nur durch das Antizipieren seiner Zukunft ist, wenn der Gegenstand oder die Sache noch im Werden ist, es also kein abgeschlossenes Ganzes bildet. Vgl. Apsel, Geeinte Vielfalt – Versöhnte Menschheit, 111.

[87] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 691. Hier mit Waap, Gottebenbildlichkeit und Identität, 443.

[88] Vgl. Ebd., 618. Hier mit Waap, Gottebenbildlichkeit und Identität, 443.

[89] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 618.

[90] Vgl. Ebd.

[91] Vgl. Ebd., 618 f.

[92] Vgl. Ebd.

[93] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 620.

[94] Vgl. Ebd.

[95] Vgl. Ebd., 621.

[96] Vgl. Ebd.

[97] Vgl. Ebd., 622.

[98] Vgl. Ebd., 642.

[99] Vgl. Ebd.

[100] Vgl. Ebd., 643.

[101] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 643.

[102] Vgl. Ebd., 644 f. Hier mit Overbeck, Der gottbezogene Mensch, 417. Ebenso Waap, Gottebenbildlichkeit und Identität, 442 f.

[103] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 644.

[104] Vgl. Ebd.

[105] Vgl. Ebd.

[106] Ebd.

[107] Ebd.

[108] Vgl. Ebd., 647.

[109] Ebd., 646.

[110] Vgl. Ebd.

[111] Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 646.

[112] Pannenberg nennt an dieser Stelle kein direktes Beispiel, wann es dem Geschöpf möglich ist die Zeitmomente und Zeitmodi so zu integrieren, dass seine Selbstständigkeit gelingt und eine „Form der Dauer“ annimmt. Es ist hier aber mit Verweis auf S. 593 an die Sakramente zu denken. Denn hier feiert die Gemeinde in der Gegenwart das zukünftige Gottesreich. Dies wird mit Bezug auf die Thematisierung des Abendmahls näher zu betrachten sein, wenn die Vorwegnahme der Zukunft des Gottesreiches in der Gegenwart erörtert wird, Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 646 f.

[113] Vgl. Apsel, Geeinte Vielfalt – Versöhnte Menschheit, 111.

[114] Vgl. Pannenberg, Systematische Theologie Bd. 3, 647.

[115] Vgl. Ebd., 651 f.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten

Details

Titel
Grundzüge der individuellen und allgemeinen Eschatologie Wolfhart Pannenbergs
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
60
Katalognummer
V498938
ISBN (eBook)
9783346014450
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eschatologie Pannenberg individuelle Eschatologie allgemeine Eschatologie Auferstehung von den Toten
Arbeit zitieren
Hendrik Hundertmark (Autor), 2019, Grundzüge der individuellen und allgemeinen Eschatologie Wolfhart Pannenbergs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498938

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Grundzüge der individuellen und allgemeinen Eschatologie Wolfhart Pannenbergs


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden