Die Eliteschulen des Nationalsozialismus. Adolf-Hitler-Schulen (AHS), Nationalpolitische Erziehungsanstalten (Napola) und Ordensburgen


Facharbeit (Schule), 2019
12 Seiten, Note: 1 minus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung/Vorgehensweise

2. Thematische Einführung
2.1 Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund
2.2 Adolf Hitlers Erziehungsvorstellung

3. Beschreibung der drei Eliteschulen
3.1 Adolf-Hitler-Schulen
3.2Ordensburgen
3.3.Nationalpolitische Erziehungsanstalten („Napola“)

4. Vergleichsdarstellung der drei Kaderschmieden unter Berücksichtigung der folgenden Kerninhalte:
4.1 Erziehungskonzept/ Erziehungsbild
4.2 Auswahl der Schüler
4.3 Zielsetzungen

5.Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Facharbeit werde ich die drei Kaderschmieden

1. Adolf-Hitler-Schulen (im folgenden Verlauf werde ich die gängige Kurzform „AHS“ verwenden)
2. Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (im folgenden Verlauf werde ich die gängige Kurzform „Napola‘“ verwenden)
3. Ordensburgen zur Zeit des Nationalsozialismus ausführlich beschreiben und miteinander vergleichen.

In einer erweiterten Einleitung mit dem Titel ‚Thematische Einführung‘ habe ich relevante historische und gesellschaftliche Hintergründe zusammengefasst, um einen verständlichen ersten Gesamteindruck über die Zeit des Umbruchs und Aufbruchs zu vermitteln.

Damit der ganzheitliche Zusammenhang dieser drei Erziehungssysteme für den Betrachter verständlich wird, beginne ich mit einer kurzen Zusammenfassung der historischen Hintergründe der nationalsozialistischen Zeit und der allgemeinen und grundsätzlichen Überzeugung seitens Adolf Hitler zur Erziehungsarbeit und Ausbildung für Jugendliche und junge Erwachsene.

Im Hauptteil meiner Facharbeit werde ich jede einzelne der drei Kaderschmieden ausführlich beschreiben und vergleichen. Dabei beziehe ich mich besonders auf folgende Schwerpunkte:

- die Entstehung der Kaderschmieden
- die Auswahl der Schüler
- die Lerninhalte und -ziele
- die Erziehungstechnik und
- die jeweiligen Lehrpläne.

Unter Berücksichtigung dieser Schwerpunkte werde ich die drei nationalsozialistischen Erziehungsanstalten im nächsten Punkt miteinander vergleichen. In dieser Vergleichsdarstellung zwischen der AHS, Napolas und Ordensburgen beziehe ich mich auf die verschiedenen Erziehungskonzepte, Erziehungsbilder, die Ziele jeder Schule und die Vorgehensweise zur jeweiligen Zielerreichung.

Abschließend werde ich in dem Kapitel ‚Fazit‘ eine kurze Zusammenfassung und Resümee der drei Kaderschmieden ziehen und meine persönliche Stellungnahme zu diesem Thema darstellen.

Diese strukturierte Vorgehensweise soll dazu dienen, das Interesse bei den Lesern meiner Facharbeit zu wecken, als auch die Möglichkeit sich differenziert mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.

2. ThematischeEinführung

2.1 Historische und gesellschaftliche Ursache der Eliteschulen

Eine wichtige Frage dieser Zeit ist:

Wie gewann Adolf Hitler die Macht und Herrschaft über Deutschland?

Deutschland war in den Bereichen Bildung und Lebensstandard ein hochentwickeltes Land und dennoch fiel es in die Hände eines unberechenbaren und größenwahnsinnigen Diktators. Eine wichtige Ursache dafür liegt in der damaligen schlechten wirtschaftlichen Lage des Landes. Mangelnde politische Führung hatte der deutschen Wirtschaft und ihrem Volk sehr geschadet. Die Arbeitslosigkeit- auch besonders bei der Jugend- führte zu Entmutigung, Ziellosigkeit und die Offenheit für einen neuen großen Führer, der sie zurück zum Wohlstand führen würde und dem sie bedingungslos folgen konnten. Für die Jugend und ihre Eltern waren die nationalsozialistischen Eliteschulen ein Lichtblick und Ausweg aus der drohenden, aussichtslosen Arbeitslosigkeit.

2.2 Adolf Hitlers Erziehungsvorstellung

„Wer die Jugend hat, hat die Zukunft!“. Diesen Satz wiederholte Adolf Hitler bei jeder bestmöglichen Gelegenheit und galt als regelmäßiger und wichtiger Slogan der NSDAP-Anhänger.

Warum war besonders die Jugend für die Nationalsozialisten von derart großem Interesse?

Während des dritten Reiches hatte die Erziehung der Kinder und Jugendlichen einen unglaublich hohen Stellenwert, denn die Jugend war die Zukunft des deutschen Volkes und diese galt es zu fördern.

Man sprach von einer Revolution der Erziehung. Doch zu der Zeit der Machtergreifung lag noch kein konkretes Konzept zur nationalsozialistischen Pädagogik vor, allein Adolf Hitlers Vorstellungen aus seinem Werk „Mein Kampf“ (1925) dienten als Grundlage der Pädagogik im Nationalsozialismus.

Nach diesen Vorstellungen sollte eine nationalistische Elite entstehen, diese war für Adolf Hitler ein zentrales Ziel, dass er mit seiner sozial-darwinistischen Theorie begründete.

Somit sollten die Kinder und Jugendlichen zu überzeugten Nationalisten heranwachsen.

Die Frage der weiblichen Erziehung schloss Adolf Hitler aus seinen Überlegungen weitgehend aus, da di e Erziehung der Jungen von größerer Bedeutung für ihn war . Bei der Erziehung der Mädchen galt es, auf die spätere Rolle als Mutter und Hausfrau vorbereitet zu werden, dies geschah zum Beispiel im „Bund Deutscher Mädel“.

Zusätzlich legte Hitler eine feste Rangfolge seiner Erziehungsziele fest.

An erster Stelle stand nicht die Bildung, sondern ein kerngesunder Körper der Jungen. Der männliche Körper sollte schon in frühster Kindheit gefördert werden, um die notwendige Stählung für das spätere Leben zu erhalten. Besonders begeistert war der Führer vom Boxsport, denn er fördert den Angriffsgeist und die Entschlossenheit der Jungen.

Außerdem sah er in diesem Sport ein Mittel für die Jungen, auch starken körperlichen Schmerz ertragen zu erlernen.

Erst an zweiter Stelle sollten die geistig-seelischen Fähigkeiten ausgebildet werden. Hierbei legte Adolf Hitler die Betonung auf Charaktererziehung, welche er als Willens-und Entschlusskraft auffasste. Tugenden, die seiner Meinung nach in Schulen vermittelt werden sollten, waren Treue, Opferbereitschaft und Verschwiegenheit. Adolf Hitler war davon überzeugt, dass dies wichtiger sei, als intellektueller Schulstoff. der Geistes- und Naturwissenschaften, welche in den Lehrplänen der allgemeinen Volksschulen vorgesehen war.

Erst an dritter und letzter Stelle sah der Führer die intellektuelle Ausbildung der Schüler in Natur- und Geisteswissenschaften. Adolf Hitler war der Meinung, dass die Schulen zu sehr auf tiefgründiges Wissen zugeschnitten waren, dieses Wissen sei größtenteils überflüssig und die Schüler würden vieles Wissen wieder vergessen. Daher sollte man aus seiner Sicht in Schulen besser ein allgemeines Wissen unterrichten, welches als Grundlage für das spätere Leben dienen sollte.

Diese Erziehungstheorie von Hitler sollte nun überarbeitet werden und in Schulen, wie der AHS, Napolas und den Ordensburgen unterrichtet werden.

3.Beschreibung derdreiEliteschulen

3.1 Adolf-Hitler-Schulen

Der Aufbau der Adolf-Hitler-Schulen, welche den Namen des Führers trugen, begann im Jahr 1936, es sollten Internate zur ideologischen und fachlichen Ausbildung auserwählter Schüler werden. Am 15. Januar 1937 wurden die ersten Adolf-Hitler-Schulen von Baldur von Schirach und Robert Ley als Parteischulen der NSDAP gegründet, doch durch finanzielle Probleme konnte der Schulbetrieb erst am 19. April 1937 aufgenommen werden. In Abgrenzung zu den staatlichen Napolas erhielten die AHS im Jahre 1941 die Bezeichnung „Reichsschulen“.

Zu Beginn gab es 10 Schulen, diese wurden später auf insgesamt 12 Schulen erweitert. Die Schulen zählten zu den nationalsozialistischen Ausleseschulen. Ziel dieser Internate war es, den Nachwuchs für die Nationalsozialistische Partei (NSDAP) heranzubilden und den Schülern den Weg zur Partei-und Staatslaufbahn zu ermöglichen.

Es waren sechsklassige Oberstufen-Internatsschulen für das 7. bis 12. Schuljahr. Besucher dieser Schule waren Jungen im Alter von mindestens 12 Jahren, die sich im Deutschen Volk, z.B. bei der Hitlerjugend (Jugendorganisation der nationalsozialistischen Partei NSDAP) bewährt hatten. Es gab zwei Vorrausetzungen für die Aufnahme in der AHS. Zum einen mussten die zukünftigen Schüler erbgesund sein und es durfte keine Behinderung jeglicher Art innerhalb der Familie bestehen. Zum anderen mussten die Eltern in der NSDAP tätig sein oder einer parteinahen Organisation beitreten.

Schüler absolvierten diese Schule mit dem „Diplom Adolf-Hitler-Schulen“, welches erst ab dem Jahre 1942 dem staatlichem Abitur gleich gesetzt wurde.

Dieses Schulsystem diente nicht der Förderung individueller Begabungen dienen, sondern das oberste Ziel dieser Schulen war es „durch permanente Auslese einen Funktionärskorps schaffen, dass das gesamte gesellschaftliche Leben, insbesondere die Arbeitsprozesse, zu kontrollieren im Stande war.“ (Schlotz 1973, S. 162) Dieses Zitat macht deutlich, dass die AHS eher nach einer politischen als nach einer geistigen Elite strebten, die letztendlich für Parteizwecke genutzt werden sollte. Der Lehrplan und die Lerninhalte der AHS wurden genau zu diesem Zweck erstellt. Dieser Lernstoff wurde ausschließlich von der NSDAP und der

Hitlerjugend mit allen ideologischen Hintergründen verfasst.

Die körperliche Erziehung hatte auch in diesem Schulungssystem absoluten Vorrang gegenüber der geistigen und wissenschaftlichen Erziehung, obwohl eine gewisse Qualität erhalten bleiben sollte, da die Schulabgänger der AHS für hohe Funktionen in der Partei vorgesehen waren. Hierfür war ein gewisses Intellekt erforderlich.

Ein besonderer Schwerpunkt des Lehrplans war das Schulfach ‚Volkskunde‘, welches insgesamt 13 Wochenstunden einnahm. Regelmäßige Arbeitseinsätze der Schüler dienten einer permanenten Kontrolle und Überwachung im Sinne der ideologischen Ziele. Das folgende Zitat fasst das Gesamtkonzept und Lernbild der AHS mit den eigenen Worten von Adolf Hitler zusammen:

„Die Jugend, die lernt ja nichts anderes, als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und dort zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer Klassen- und Standeserzeuger sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK usw. Und wenn sie dort zwei Jahre oder eineinhalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit einem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre, und wenn sie nach zwei, drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden sofort wieder in die SA, SS, usw., und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben.“ (Hitler 1938 zit. n. Giesecke 1993, S. 17)

3.2 Ordensburgen

Mit dem Bau der Ordensburgen wurde im März 1934 in der Nordeifel begonnen. Insgesamt lässt die NSDAP, unter dem Reichsleiter Robert Ley drei Ordensburgen in der Eifel einrichten. Diese drei Ordensburgen nennen sich Sonthofen, Krönisee und Vogelsang. Außerdem handelt es sich bei dessen Burgen und Neubauten nicht um umfunktionierte mittelalterliche Burgen. Die Ordensburg Vogelsang war die bekannteste und mit rund 100 Hektar die größte Anlage und flächenmäßig ausgedehnteste Bauprojekt des Nationalsozialismus. Die Burg Vogelsang umfasste einen Gemeinschaftsraum mit Speisesaal und einem 42 Meter hohem Turm, dazu Sportanlagen, Turnhallen und Unterkünfte für Tausende Menschen. In den Ordensburgen sollte eine Elite des Adolf Hitler Regimes zu Zeit des Nationalsozialismus geformt werden. Ausschließlich Männer im Alter zwischen 25 und 30 Jahren waren für diese ideologische Schulung gemacht, da Frauen keine Führungsfunktionen in der NSDAP zugedacht war. Man nannte die jungen Männer „Ordensjunker“. Diese lebten in den Ordensburgen wie Mönche in einem Kloster nach einem strikten Zeitplan, in harter Disziplin und einem geistigen Ziel verpflichtet. Allerdings nicht dem Gebet, sondern dem Hass. Jeder deutsche Nazi, selbst der „einfachste Mann aus dem Volke“ sollte in dieser Schule unterrichtet werden, um zu Kreisleitern, Gau-oder Reichsleitern ausgebildet zu werden. Der Lehrplan sollte in den drei „Ordensburgen“ reihum absolviert werden. In der Ordensburg Vogelsang wurde ausschließlich das Rassenbewusstsein und die Ideologie des Nationalsozialismus unterrichtet. Hingegen wurde in Sonthofen Verwaltung, Militär und Diplomatie Nahe gebracht. In der dritten Ordensburg Kröniseee, welche eine Kasernenanlage war wurde die charakterliche Bildung den Ordensjunkern vermittelt. Diese Punkte des Lehrplans jeder Ordensburg sind in der Erziehungstheorie von Adolf Hitler wieder zu finden. (s. Seite 4-5) Die Ordensjunker sollten eine jeweils einjährige Ausbildung auf den drei Ordensburgen durchlaufen. Diese Ausbildung wurde auf der Burg Vogelsang angefangen und in der Burg Sonthofen abgeschlossen. Durchgeführt wurde der Unterricht von den dauerhaft stationierten Stammführern. Ein zusammenhängender Lehrplan mit den Lehrinhalten aller drei Ordensburgen kam nie zustande.

[...]

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Details

Titel
Die Eliteschulen des Nationalsozialismus. Adolf-Hitler-Schulen (AHS), Nationalpolitische Erziehungsanstalten (Napola) und Ordensburgen
Note
1 minus
Autor
Jahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V499051
ISBN (eBook)
9783346027047
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eliteschulen, nationalsozialismus, adolf-hitler-schulen, nationalpolitische, erziehungsanstalten, napola, ordensburgen
Arbeit zitieren
Claudia Tuellmann (Autor), 2019, Die Eliteschulen des Nationalsozialismus. Adolf-Hitler-Schulen (AHS), Nationalpolitische Erziehungsanstalten (Napola) und Ordensburgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499051

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