In der vorliegenden Facharbeit werde ich die drei Kaderschmieden Adolf-Hitler-Schulen (AHS), Nationalpolitische Erziehungsanstalten (Napola) und Ordensburgen zur Zeit des Nationalsozialismus ausführlich beschreiben und miteinander vergleichen.
In einer erweiterten Einleitung mit dem Titel "Thematische Einführung" habe ich relevante historische und gesellschaftliche Hintergründe zusammengefasst, um einen verständlichen ersten Gesamteindruck über die Zeit des Umbruchs und Aufbruchs zu vermitteln. Damit der ganzheitliche Zusammenhang dieser drei Erziehungssysteme für den Betrachter verständlich wird, beginne ich mit einer kurzen Zusammenfassung der historischen Hintergründe der nationalsozialistischen Zeit und der allgemeinen und grundsätzlichen Überzeugung seitens Adolf Hitlers zur Erziehungsarbeit und Ausbildung für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Hauptteil meiner Facharbeit werde ich jede einzelne der drei Kaderschmieden ausführlich beschreiben und vergleichen.
Während des dritten Reiches hatte die Erziehung der Kinder und Jugendlichen einen unglaublich hohen Stellenwert, denn die Jugend war die Zukunft des deutschen Volkes und diese galt es zu fördern. Man sprach von einer Revolution der Erziehung. Doch zu der Zeit der Machtergreifung lag noch kein konkretes Konzept zur nationalsozialistischen Pädagogik vor, allein Adolf Hitlers Vorstellungen aus seinem Werk "Mein Kampf" dienten als Grundlage der Pädagogik im Nationalsozialismus. Nach diesen Vorstellungen sollte eine nationalistische Elite entstehen, diese war für Adolf Hitler ein zentrales Ziel, dass er mit seiner sozial-darwinistischen Theorie begründete.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung/Vorgehensweise
2. Thematische Einführung
2.1 Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund
2.2 Adolf Hitlers Erziehungsvorstellung
3. Beschreibung der drei Eliteschulen
3.1 Adolf-Hitler-Schulen
3.2Ordensburgen
3.3.Nationalpolitische Erziehungsanstalten („Napola“)
4. Vergleichsdarstellung der drei Kaderschmieden unter Berücksichtigung der folgenden Kerninhalte:
4.1 Erziehungskonzept/ Erziehungsbild
4.2 Auswahl der Schüler
4.3 Zielsetzungen
5.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das Erziehungssystem der nationalsozialistischen Eliteschulen, indem sie die drei Kaderschmieden Adolf-Hitler-Schulen, Ordensburgen und Napola in ihren Konzepten, Auswahlverfahren und Zielsetzungen vergleichend gegenüberstellt, um die ideologische Indoktrination der Jugend zu analysieren.
- Historischer Kontext der NS-Erziehungspolitik
- Strukturelle Analyse der verschiedenen Eliteschul-Typen
- Vergleich der pädagogischen Erziehungsbilder
- Rolle der ideologischen Auslese und Selektion
- Zielsetzung der Heranbildung eines NS-Führungsnachwuchses
Auszug aus dem Buch
3.1 Adolf-Hitler-Schulen
Der Aufbau der Adolf-Hitler-Schulen, welche den Namen des Führers trugen, begann im Jahr 1936, es sollten Internate zur ideologischen und fachlichen Ausbildung auserwählter Schüler werden. Am 15. Januar 1937 wurden die ersten Adolf-Hitler-Schulen von Baldur von Schirach und Robert Ley als Parteischulen der NSDAP gegründet, doch durch finanzielle Probleme konnte der Schulbetrieb erst am 19. April 1937 aufgenommen werden. In Abgrenzung zu den staatlichen Napolas erhielten die AHS im Jahre 1941 die Bezeichnung „Reichsschulen“.
Zu Beginn gab es 10 Schulen, diese wurden später auf insgesamt 12 Schulen erweitert. Die Schulen zählten zu den nationalsozialistischen Ausleseschulen. Ziel dieser Internate war es, den Nachwuchs für die Nationalsozialistische Partei (NSDAP) heranzubilden und den Schülern den Weg zur Partei-und Staatslaufbahn zu ermöglichen.
Es waren sechsklassige Oberstufen-Internatsschulen für das 7. bis 12. Schuljahr. Besucher dieser Schule waren Jungen im Alter von mindestens 12 Jahren, die sich im Deutschen Volk, z.B. bei der Hitlerjugend (Jugendorganisation der nationalsozialistischen Partei NSDAP) bewährt hatten. Es gab zwei Vorrausetzungen für die Aufnahme in der AHS. Zum einen mussten die zukünftigen Schüler erbbesund sein und es durfte keine Behinderung jeglicher Art innerhalb der Familie bestehen. Zum anderen mussten die Eltern in der NSDAP tätig sein oder einer parteinahen Organisation beitreten.
Schüler absolvierten diese Schule mit dem „Diplom Adolf-Hitler-Schulen“, welches erst ab dem Jahre 1942 dem staatlichem Abitur gleich gesetzt wurde.
Dieses Schulsystem diente nicht der Förderung individueller Begabungen sondern, das oberste Ziel dieser Schulen war es „durch permanente Auslese einen Funktionärskorps schaffen, dass das gesamte gesellschaftliche Leben, insbesondere die Arbeitsprozesse, zu kontrollieren im Stande war.“ (Schlotz 1973, S. 162) Dieses Zitat macht deutlich, dass die AHS eher nach einer politischen als nach einer geistigen Elite strebten, die letztendlich für Parteizwecke genutzt werden sollte. Der Lehrplan und die Lerninhalte der AHS wurden genau zu diesem Zweck erstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung/Vorgehensweise: Definition des Untersuchungsgegenstands, Zielsetzung der Arbeit und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Thematische Einführung: Darlegung des historischen Hintergrunds und der pädagogischen Erziehungsvorstellungen von Adolf Hitler als Basis der NS-Ideologie.
3. Beschreibung der drei Eliteschulen: Detaillierte Darstellung der Strukturen, Entstehung und Zielsetzungen der AHS, der Ordensburgen und der Napola.
4. Vergleichsdarstellung der drei Kaderschmieden unter Berücksichtigung der folgenden Kerninhalte: Synthetischer Vergleich der verschiedenen Schulsysteme hinsichtlich Erziehungskonzept, Schülerauswahl und politischer Zielsetzung.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Indoktrinationsleistung und der Bedeutung der pädagogischen Erziehung für das NS-System.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Eliteschulen, Adolf-Hitler-Schulen, Ordensburgen, Napola, Erziehung, Indoktrination, Kaderschmiede, NSDAP, Jugendorganisation, Hitlerjugend, Auslese, Ideologie, Führungsschulen, Erziehungsvorstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das nationalsozialistische Eliteschulwesen und vergleicht die drei Haupttypen der Kaderschmieden im Hinblick auf ihre ideologische Funktion.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Felder sind die historische Entstehung, das Erziehungskonzept, die Auswahl der Schüler und die angestrebte politische Zielsetzung der Ausbildung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch spezifische Erziehungssysteme ein politisch loyaler Führungsnachwuchs für die NSDAP und das NS-Regime geformt werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt einen historisch-deskriptiven Ansatz, bei dem die Institutionen einzeln beschrieben und anschließend strukturell vergleichend gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der AHS, Ordensburgen und Napola sowie einen anschließenden komparativen Abschnitt zu deren Erziehungszielen und Selektionskriterien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Eliteschulen, Erziehungsideologie, Selektion, Parteinachwuchs und die spezifischen Bezeichnungen AHS, Ordensburgen und Napola.
Was unterscheidet die Adolf-Hitler-Schulen von den Napolas?
Während die Napolas in der Tradition preußischer Kadettenanstalten standen und stärker militarisiert waren, dienten die AHS dezidiert als Parteischulen zur direkten Heranbildung von NSDAP-Funktionären.
Welche Rolle spielte der „Ariernachweis“ bei der Aufnahme in diese Schulen?
Der Ariernachweis und die Erbbesundheit waren Grundvoraussetzungen für die Aufnahme, um die rassenideologischen Ziele des NS-Staates bereits im Bildungssystem abzubilden.
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- Claudia Tuellmann (Author), 2019, Die Eliteschulen des Nationalsozialismus. Adolf-Hitler-Schulen (AHS), Nationalpolitische Erziehungsanstalten (Napola) und Ordensburgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499051