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Johannes der Täufer. Die Darstellung bei Josephus Flavius und in den Evangelien

Titel: Johannes der Täufer. Die Darstellung bei Josephus Flavius und in den Evangelien

Seminararbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Religion
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Taufe ist das erste Sakrament, das ein römisch-katholischer Christ erhält und mit dem er in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird. Sie ist der Aufnahmeritus den alle christliche Gemeinden und Kirchen auf der Welt teilen und deren Ursprung bis in die Zeiten des Neuen Testamentes zurückreicht. Doch auch wenn die Taufe eine zentrale Rolle im Leben eines jeden Christen einnimmt und sie damit in der gegenwärtigen Vorstellung ein sehr bekannte und alltägliche Rolle spielt, birgt sie doch viele Mysterien, da viele Einzelheiten zu ihrem Ursprung und Entstehung uns heute immer noch unbekannt sind.
Eines dieser ganz wichtigen Mysterien hierbei ist die Person des Johannes, die nicht ohne Grund den Beinamen „der Täufer“ erhielt. Er ist eine der großen Persönlichkeiten im Neuen Testament und der Erste, der Menschen taufte und sie damit zur Buße und Umkehr aufzurufen. Selbst Jesus Christus kam zu Johannes um sich taufen zu lassen und obwohl Johannes mit den Worten: „Ich habe nötig von dir getauft zu werden“ widersprechen wollte, schritt Jesus ein und lies sich taufen. Dieser Umstand ist es, der Johannes den Täufer zu etwas Besonderem macht, denn obwohl Jesus als Gottes eingeborener Sohn über ihm steht und die Rollen des Täufers und Täuflings umgedreht sein müssten, Jesus doch widersprach. Diese Geschichte ist eine zentrale Überlieferung im christlichen Kanon, sodass sie von allen 4 Evangelisten niedergeschrieben worden ist. Dabei ist dies nicht die einzige Quelle, die uns Auskunft über das Leben und die Person Johannes des Täufers gibt. Denn Johannes fand auch Erwähnung in den Chroniken des Josephus Flavius, einem jüdisch-römischen Chronisten und einer der wichtigsten historischen Quellen für das erste Jahrhundert nach Christus. Doch was erfahren wir aus dieser Quelle und was zeigt sie uns im Vergleich zu den Schilderungen des Neuen Testaments?
Genau an diesem Punkt setzt diese Seminararbeit an. Sie versucht die Frage zu beantworten in wie weit es Übereinstimmungen bzw. Unterschiede zwischen den historischen Quellen des Josephus Flavius und den christlichen Darstellungen, vom Leben des Johannes des Täufers, in den vier Evangelien gibt?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Josephus Flavius

2. Johannes der Täufer – Geburt und Kindheit

3. Josephus Flavius – Johannes der Täufer

4. Vergleich zwischen Josephus und den Evangelisten

4.1 „Guter Mann“ versus „Prophet und Wegweiser“

4.2 Gefangenschaft und Tod des Täufers

Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historischen Diskrepanzen und Übereinstimmungen bei der Darstellung des Johannes des Täufers, indem sie die Schilderungen des jüdisch-römischen Historikers Josephus Flavius den Berichten der vier Evangelien des Neuen Testaments gegenüberstellt.

  • Historische Einordnung der Person Johannes des Täufers
  • Analyse der biblischen Geburtserzählungen und der Formgeschichte
  • Gegenüberstellung der Täufer-Darstellung bei Josephus Flavius und den Evangelisten
  • Untersuchung der Motive für die Gefangenschaft und Hinrichtung
  • Kritische Würdigung der jeweiligen Intentionen und Perspektiven der Autoren

Auszug aus dem Buch

3. JOSEPHUS FLAVIUS – JOHANNES DER TÄUFER

In seinem Werk „Antiquitates Judaicae“ kommt der Historiker Josephus Flavius im Band 18 nebenbei auf Johannes den Täufer zu sprechen. In erster Linie wollte Josephus näher auf die politischen und familiären Verstrickungen von Herodes Antipas eingehen, wobei der zentrale Ausgangspunkt der Untergang der Streitmacht des Herodes, gegen die Armee des Nabatäerkönigs Aretas IV. Dabei gibt Josephus an, dass das Volk der Ansicht war, die Niederlage wäre eine gerechte Strafe für die Tötung von Johannes dem Täufer. Josephus schreibt:

„Einige Juden aber meinten, dass der Untergang von Herodes’ Heer eine gerechte Strafe Gottes zur Vergeltung für (sein Vergehen an) Johannes mit dem Beinamen Täufer war. Diesen hat Herodes nämlich umgebracht, obwohl er ein guter Mann war und die Juden zu einem tugendhaften Leben ermahnt hatte, nämlich Rechtschaffenheit untereinander zu praktizieren und Frömmigkeit gegenüber Gott, und sich so der Taufe zu unterziehen. Die Taufe werde sich als Gott wohlgefällig erweisen nicht als Vergebung begangener Sünden, sondern zur Heiligung des Leibes, da die Seele ja durch Gerechtigkeit schon zuvor gereinigt worden sei. Und als sich die Menschen (um ihn) versammelten, weil sie nämlich an seiner Rede allergrößten Gefallen fanden, fürchtete Herodes, er könnte durch seine derart große Überzeugungskraft auf die Menschen einen Aufstand entfachen, schienen sie doch bei allem, was sie taten, seinem Rat zu folgen, und hielt es für besser, ihm, bevor er einen Aufruhr verursachte, zuvorzukommen und ihn zu töten, als in Schwierigkeiten zu geraten und etwas bereuen zu müssen, was nicht mehr zu ändern war. Auf diesen Verdacht des Herodes hin wurde er in Fesseln in die schon erwähnte Festung Machairus gebracht und dort hingerichtet. Nach Meinung der Juden aber war der Untergang seines Heeres die Vergeltung für Johannes, weil Gott ihn dafür strafen wollte.“

Auf den ersten Blick scheinen die Darstellungen des Josephus Flavius denen des Neuen Testamentes sehr ähnlich, was an gewissen Überschneidungen liegt, gräbt man jedoch etwas tiefer fallen in einigen wichtigen Punkten Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten mit anderer Einfärbung auf, die auf unterschiedliche Intentionen der jeweiligen Autoren schließen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Johannes des Täufers als zentrale Gestalt des Neuen Testaments ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Vergleichs zwischen biblischen Quellen und den Schriften des Josephus Flavius.

1. Josephus Flavius: Das Kapitel bietet eine historische Skizze des Lebens und Wirkens des jüdisch-römischen Historikers und erläutert seinen Kontext als Berichterstatter des ersten Jahrhunderts.

2. Johannes der Täufer – Geburt und Kindheit: Hier werden die neutestamentlichen Geburtsberichte unter Anwendung formgeschichtlicher Methoden analysiert, um den historischen Kern der Legenden von der Herkunft des Täufers zu isolieren.

3. Josephus Flavius – Johannes der Täufer: Der Fokus liegt auf der Analyse der Passage aus den „Antiquitates Judaicae“, in der Josephus das Wirken und den Tod des Täufers primär aus politischer Perspektive einordnet.

4. Vergleich zwischen Josephus und den Evangelisten: Dieser Teil vergleicht systematisch die unterschiedlichen Deutungen von Johannes' Person, seiner Botschaft sowie den spezifischen Umständen seiner Gefangenschaft und Hinrichtung.

4.1 „Guter Mann“ versus „Prophet und Wegweiser“: Untersucht die Diskrepanz zwischen der Darstellung als hellenistischer Moralist bei Josephus und als messianischer Vorläufer in der christlichen Überlieferung.

4.2 Gefangenschaft und Tod des Täufers: Erörtert die historisch umstrittenen Gründe für die Tötung des Täufers sowie die Frage nach dem exakten Ort der Haft und Hinrichtung.

Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass beide Quellen subjektive Perspektiven bieten, die erst in der Gesamtschau ein realistisches Bild der historischen Gestalt Johannes ermöglichen.

Schlüsselwörter

Johannes der Täufer, Josephus Flavius, Neues Testament, Antiquitates Judaicae, Herodes Antipas, Taufe, historischer Jesus, Evangelien, Apokalyptik, Vorbote, Festung Machairus, Formgeschichte, Religionsgeschichte, Judentum, Märtyrergeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie zwei unterschiedliche historische Quellen – das Neue Testament und die Schriften des Josephus Flavius – die Figur des Johannes des Täufers darstellen und bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Vergleich der theologischen Ausrichtung der Evangelisten mit der historisch-politischen Intention des Josephus, die Analyse der Täufer-Botschaft sowie die Rekonstruktion der Ereignisse rund um seine Verhaftung und Exekution.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung des Johannes herauszuarbeiten und zu hinterfragen, inwieweit die jeweiligen Autoren die Figur für ihre eigenen Zwecke (christliche Mission vs. philosophische Geschichtsschreibung) geformt haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt primär zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die formgeschichtliche Analyse biblischer Texte sowie die vergleichende historische Quellenkritik, um die verschiedenen Überlieferungsschichten zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Historikers Josephus, eine Analyse der biblischen Kindheitsgeschichten und einen detaillierten Vergleich, der sowohl die Rolle des Täufers als auch die Umstände seines Todes beleuchtet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Quellenkritik, hermeneutische Analyse, neutestamentliche Exegese und die Konfrontation jüdisch-hellenistischer mit frühchristlicher Historiographie beschreiben.

Warum unterscheidet sich die Darstellung bei Josephus so stark von den Evangelien?

Josephus schreibt für eine römisch-hellenistische Leserschaft und versucht, das Judentum als philosophische Tradition zu präsentieren, weshalb er Johannes als moralischen Prediger ohne messianischen Bezug porträtiert.

Ist der Ort der Hinrichtung laut den Quellen eindeutig geklärt?

Nein, es gibt einen Widerspruch: Während die Evangelien implizit auf Tiberias deuten, nennt Josephus die Festung Machairus, was durch archäologische Befunde als der wahrscheinlichere Todesort gestützt wird.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Johannes der Täufer. Die Darstellung bei Josephus Flavius und in den Evangelien
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V499090
ISBN (eBook)
9783346020062
ISBN (Buch)
9783346020079
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inwieweit darstellung johannes täufers josephus flavius bild evangelien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2011, Johannes der Täufer. Die Darstellung bei Josephus Flavius und in den Evangelien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499090
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Leseprobe aus  17  Seiten
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