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Dea Lohers "Das Leben auf der Praca Roosevelt" inszeniert von Andreas Kriegenburg

Titel: Dea Lohers "Das Leben auf der Praca Roosevelt" inszeniert von Andreas Kriegenburg

Hausarbeit , 2018 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Lillig (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Untersuchungsgegenstand dieser Seminararbeit ist Andreas Kriegenburgs Inszenierung des Dramas "Das Leben auf der Praca Roosevelt" von Dea Loher. Dabei wird unter anderem auf die Inszenierungselemente von Zeit und Raum, Farbe sowie Akustik eingegangen. Des Weiteren werden der Dramentext und die Inszenierung gegenübergestellt sowie die Momente der Leichtigkeit. Tragikomische Mittel, mit welchen Kriegenburg die Inszenierung auflockert, werden analysiert. Diese Arbeit berichtet daher über die Kunst, durch das Entsetzliche hindurch dennoch Hoffnung zu sehen.

Die Worte „Oh! Vos omnis qui transits per viau atendite; atendite et videte teun si est dolor sieut dolor meo“ prangen in schwarzen, riesenhaften Lettern auf dem bleichen Weiß der, quer über der Bühne ausgerollten, Plastikplanen. Eindrücklich springen sie dem Zuschauer sofort ins Auge. Unübersehbar und aufdringlich fordern sie uns dazu auf, das folgende Stück nicht aus Distanz anzusehen, sondern uns gar im Stück selbst wiederzufinden. Schnell ist klar, dass diese Inszenierung keine Sonntagsfahrt werden wird, vielmehr wird sie uns mitreißen, in irrsinniger Geschwindigkeit ordentlich durchschütteln und unseren Kopf wieder zurückdrehen, wenn wir versuchen wegzusehen. Sie wird ungemütlich und schauerlich werden, aber sie wird uns auch offenbaren, dass erst, wenn man das Grauen gesehen und erlebt hat und dennoch die Hoffnung nicht aufgibt, die Fähigkeit, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, zur Kunst wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Eine Glanzleistung

2.2. Wie Andreas Kriegenburg mit Zeit und Raum spielt

2.3. Auf welche Art und Weise setzt Kriegenburg Akzente mit Farbe, Köstümen und Sprache, um atmosphärisch die Wesenszüge der Rollen zu untermalen?

2.4 Ohne das eine, auch nicht das andere – über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Dramentext und Inszenierung

2.5 Welche spielerischen Mittel benutzt Andreas Kriegenburg, um die Leichtigkeit des Stückes zu betonen?

2.6 Über die Funktion tragikomischer Elemente im Stück

3. Schluss

Zielsetzung und Themen

Diese Seminararbeit untersucht das Regietalent von Andreas Kriegenburg und seine Fähigkeit, das tragisch geprägte Werk "Das Leben auf der Praça Roosevelt" von Dea Loher in eine vielschichtige Theaterinszenierung zu übertragen, die trotz ihrer düsteren Grundstimmung Momente der Hoffnung und Leichtigkeit zulässt.

  • Analyse der bühnendynamischen Gestaltung von Zeit und Raum
  • Einsatz von Farbe, Kostümen und Sprache als atmosphärische Ausdrucksmittel
  • Gegenüberstellung von Dramentext und theatraler Inszenierung
  • Bedeutung von Körperkomik und tragikomischen Elementen
  • Die Rolle der Hoffnung in einem von Ausweglosigkeit geprägten Narrativ

Auszug aus dem Buch

2.2. Wie Andreas Kriegenburg mit Zeit und Raum spielt

Der Bühnenraum ist ausgekleidet mit weißen, langen Planen, welche sich bis zum Zuschauer hin ausrollen und die Wände hochziehen. Der Regisseur lässt seine Schauspieler diese ausladende Fläche großzügig ausnutzen, indem sie in der Anfangsszene letztere in weiten Sprüngen überqueren und versuchen, aus der weißen Plastikwüste, auch mit einer Gummizelle vergleichbar, auszubrechen und an ihren Wänden hochzuspringen. Außerdem wird die weitläufige Bühne genutzt, um mit weit voneinander stattfindenden Dialogen ein Gefühl der Isolation hervorzurufen, denn durch die ausladende Fläche erscheint der einzelne Schauspieler fast verloren im Raum und untereinander wirken die Rollen isoliert voneinander. Ein Beispiel für die großzügige Ausnutzung der Bühne bietet die 13. Szene, in welcher Concha und Aurora zunächst wiederholt aufeinander zu rennen, woraufhin sie sich anschließend wieder weit voneinander entfernen. Der anschließende Dialog, der daran anknüpft, könnte zwar nebeneinandersitzend stattfinden, jedoch entschließt sich Herr Kriegenburg dafür, die beiden Damen jeweils in der gegenüberliegenden Bühnenecke Platz zu nehmen, was die gegenwärtige Hilflosigkeit der Szene schier mit den Händen greifbar macht.

Der Zuschauer blickt frontal auf eine viereckige Öffnung im Bühnenraum, welche sowohl als eine Art Showroom, wie auch als der Auf – und Abgang der Schauspieler fungiert. Dieser Guckkasten scheint der einzige Ausweg aus der Praça Roosevelt für die Rollen zu sein und zugleich eine Art Seelenloch darzustellen, in welchem sich die perfide Realität der Praça Roosevelt abspielt. So findet eben auch die Ermordung des jungen Miradors in der letzten Szene in diesem Bühnenfenster statt. Es sei primär dahingestellt, wie man die Figur des jungen Miradors, beziehungsweise Mundos interpretieren kann, wenn jedoch mit Mundo die Welt gemeint ist, so sehen wir am Ende auf nichts anderes als auf den Grund der Seele unserer Welt und auf die, sich vollziehende sukzessive Verstümmelung dieser Welt und somit auf die Verletzung jedes einzelnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes, der die Gratwanderung zwischen tragischem Dramentext und einer hoffnungsvollen Inszenierung thematisiert.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der inszenatorischen Mittel, inklusive Raumgestaltung, Farbdramaturgie, akustischer Elemente sowie der spezifischen Anwendung tragikomischer Stilmittel.

3. Schluss: Synthese der Ergebnisse, die betont, wie Kriegenburg durch gezielte Lockerung der düsteren Atmosphäre eine hoffnungsvolle Botschaft trotz der menschlichen Abgründe vermittelt.

Schlüsselwörter

Andreas Kriegenburg, Dea Loher, Das Leben auf der Praça Roosevelt, Inszenierungsanalyse, Theater, Tragikomödie, Hoffnung, Bühnenraum, Körperkomik, Lichtregie, Farbe, Zeitstränge, Interpretation, Symbolik, Identifikationspotential.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Inszenierung von Dea Lohers Stück "Das Leben auf der Praça Roosevelt" durch den Regisseur Andreas Kriegenburg und untersucht, wie dieser trotz der düsteren Vorlage Hoffnung vermittelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gestaltung des Bühnenraums, der Einsatz von Licht und Kostümen zur Charakterisierung sowie die Nutzung von Humor und Musik zur emotionalen Auflockerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kriegenburg durch sein regieliches Geschick dem Zuschauer einen Zugang zu einem eigentlich "schwer verdaulichen" Stoff ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine inszenierungsanalytische Arbeit, die spezifische Szenen sowohl methodisch als auch thematisch auf ihre Wirkung hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Raum- und Zeitgestaltung, zur atmosphärischen Wirkung von Farben und Kostümen, zur Funktion des chorischen Sprechens und der Musik sowie zur tragikomischen Wirkung von Alltagsgegenständen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Theaterinszenierung, Tragikomödie, Raumgestaltung, Hoffnungsschimmer und künstlerische Mittel definieren.

Welche symbolische Funktion haben die Orangen im Stück?

Orangen dienen als vielseitige tragikomische Requisiten – sie werden als Tränenersatz, Klangerzeuger oder sogar als Telefon genutzt, was die Absurdität und Menschlichkeit in einer ausweglosen Situation unterstreicht.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Publikums in der Inszenierung?

Der Zuschauer wird aktiv in das Geschehen einbezogen, etwa durch direkten Blickkontakt der Schauspieler oder die Einbindung des Publikums als Trauergesellschaft, was die emotionale Grenze zwischen Bühne und Zuschauer aufbricht.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dea Lohers "Das Leben auf der Praca Roosevelt" inszeniert von Andreas Kriegenburg
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Neuere deutsche Literatur)
Note
1,7
Autor
Sarah Lillig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V499118
ISBN (eBook)
9783346027566
ISBN (Buch)
9783346027573
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lohers leben praca roosevelt andreas kriegenburg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Lillig (Autor:in), 2018, Dea Lohers "Das Leben auf der Praca Roosevelt" inszeniert von Andreas Kriegenburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499118
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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