Trumps Präsidentschaft als politische Anomalie in der US-Geschichte?

Ein Vergleich der populistischen Bewegungen von Donald J. Trump und George C. Wallace


Hausarbeit, 2018
29 Seiten, Note: 1,3
Tobias Zweig (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Populismus
2.1 Problem der Definition
2.2 Definition des Populismus
2.2.1. Antielitismus und Antipluralismus
2.2.2. Ideologiebindung des Populismus
2.3 Vergleichsmodell für verschiedene Formen des Populismus

3. George C. Wallace
3.1 Populistische Minimaldefinition
3.2 Ideologie
3.3 Entstehung und Ursache
3.4 Auftreten und Organisation
3.5 Wirkung

4. Vergleich mit Donald J. Trump
4.1 Populistische Minimaldefinition
4.2 Ideologie
4.3 Entstehung und Ursache
4.4 Auftreten und Organisation
4.5 Wirkung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA kam für viele Beobachter überraschend. So waren sich die Mehrzahl der Politikwissenschaftler, Journalisten und Kommentatoren auch noch am Wahlabend sicher, dass Trump die Wahl verlieren würde. Sie bezweifelten, dass ein politisch unerfahrener Geschäftsmann und Entertainer, der in seinem Wahlkampf vor allem durch teilweise obszöne Äußerungen auffiel und dessen Programm aus wenigen populistischen Forderungen bestand, sich gegen die erfahrene Politikexpertin Hillary Clinton durchsetzen würde. Sagten doch auch fast alle Umfragen vor der Wahl einen eindeutigen Sieg Clintons voraus. (vgl. Katz 2016) Nicht nur die Mitarbeiter in seinem Wahlkampfteam, Trump selbst soll berechtigte Zweifel an seinem eigenen Sieg gehabt haben. (vgl. Wolff 2018: 11) Dennoch wurde Trump am 8. November 2016 ins Amt gewählt. Er erreichte zwar nicht die Mehrheit der Gesamtstimmen, wohl aber die Mehrheit der im US-Wahlsystem entscheidenden Wahlmänner.

Handelt es sich bei der Präsidentschaft Donald Trumps also nur um einen Zufall, eine politische Anomalie, die durch verschiedene Faktoren, beispielweise der großen Unbeliebtheit seiner Gegenkandidatin gefördert wurden, oder gibt es innerhalb der amerikanischen Bevölkerung ein Potential, das groß genug ist um schrille Populisten wie Donald Trump ins Amt zu wählen. Um dies zu untersuchen, soll die populistische Bewegung Donald Trumps mit der von George Wallace verglichen werden. Wallace wurde als Vergleichsobjekt gewählt, da er bereits in den 1960er Jahren eine relativ erfolgreiche populistische Bewegung anführte und sich bei einer ersten Betrachtung einige Ähnlichkeiten zwischen ihm und Trump ausmachen lassen. Es soll untersucht werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Bewegungen bestehen und welche Faktoren ihnen zur Macht verhalfen. Ziel der Untersuchung ist es herauszufinden, ob es sich hierbei um vergleichbare Phänomene oder um grundsätzlich unterschiedliche Bewegungen handelt.

Zum Vergleich der Bewegungen von Trump und Wallace soll zunächst eine, für einen wissenschaftlichen Vergleich geeignete Populismusdefinition und anschließend eine passende Vergleichsmethode gefunden werden. Die Wahl fällt dabei auf Deckers Analysekonzept für den neuen Rechtspopulismus, da sich die von ihm gewählten Kategorien Ideologie, Entstehung und Ursache, Auftreten und Organisation sowie Wirkung sehr gut für einen Vergleich der beiden Bewegungen eignen. Die Ergebnisse des Vergleiches werden anschließend in einem Fazit zusammengefasst.

Zum Thema Populismus gibt es eine große Auswahl an Literatur mit verschiedenen konkurrierenden Definitionen, Thesen und Analysen. Für diese Arbeit wurde vor allem auf die Werke von Decker und seine Analysemethode des neuen Rechtspopulismus sowie auf mehrere Gemeinschaftswerke von Mudde und Kaltwasser zurückgegriffen. Literatur zu Wallace findet sich vor allem in Einzelbeiträgen in Sammelbänden zur Geschichte der USA oder zu den verschiedenen Ausprägungen des Populismus. In diese Arbeit haben vor allem eine Analyse von Priester sowie ein Werk von Carlson Eingang gefunden. Die Werke über Donald Trump sind bisher größtenteils biografischer oder populärwissenschaftlicher Natur, wobei bereits einige wissenschaftliche Studien zu seinem Politikstil und zu den Ursachen seines Wahlsieges veröffentlicht wurden.

2. Populismus

Angesichts der großen medialen Aufmerksamkeit, mit der die zahlreichen populistischen Bewegungen weltweit begleitetet werden, kann der Eindruck entstehen, dass es sich hierbei um ein neues politisches Phänomen handelt. Der Populismus ist jedoch keine neue Erscheinung. So fand beispielsweise schon in den 1960er und 70er Jahren eine intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema statt. (vgl. Werz 2003: 7f.) Die Anfänge dessen, was heutzutage als Populismus bezeichnet wird, reichen indessen noch weiter zurück. Als eines der ersten Phänomene dieser Art sehen viele Autoren die Populist Party in den USA zwischen 1870 und 1900, die für sie auch als der Namensgeber des Phänomens gilt. (vgl. Puhle 1986: 15-18)

2.1 Problem der Definition

Heutzutage gibt es innerhalb der politischen Landschaft und auch innerhalb der wissenschaftlichen Literatur keinen einheitlichen Populismusbegriff. Stattdessen existiert eine Vielzahl von konkurrierenden Definitionen und Analysen über den Populismus sowie darüber, welche politischen Akteure und Bewegungen als populistisch bewertet werden können. Innerhalb der Forschung existieren aber nicht nur verschiedenen Ansätze, einige Autoren bezweifeln sogar die grundsätzliche Existenz des Populismus. (vgl. Rensmann 2006: 62)1

Diese Vielzahl an Definitionen lässt sich damit begründen, dass im Laufe der Geschichte viele verschiedene politische Akteure und Strömungen als populistisch bewertet worden sind. Dies erfolgt in der Regel mit einer negativen Konnotation und mittels Zuschreibung durch andere. So behaupten nur die wenigsten politischen Akteure von sich selber Populisten zu sein oder populistisch zu agieren. In Folge dessen droht der Populismus zu einem vagen politischen Kampfbegriff zu verkommen, der hauptsächlich dazu dient, den politischen Gegner zu diskreditieren. Viele Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass der Begriff Populismus einer der am häufigsten falsch verwendeten Termini innerhalb und außerhalb der akademischen Debatte ist. (vgl. Mudde/Kaltwasser 2017: 1f.) Puhle fasst dies folgendermaßen zusammen: „[…] man [hat] mit dem Begriff auch bestimmte konkrete Bewegungen in konkreten Konstellationen und Perioden bezeichnet, mit sehr unterschiedlichen Konnotationen und Frontlinien, die wenn man sie alle addiert, viel zu viele sind um noch hinreichend trennscharfe inhaltliche Aussagen zu erlauben.“ (Puhle 2003: 15)

Diese Tatsache gestaltet eine Einordnung und einen Vergleich der zu untersuchenden Akteure als zunehmend schwierig, da es für eine wissenschaftliche Analyse wichtig ist eine empirische Überprüfbarkeit zu ermöglichen. Gerade diese sei laut Mudde und Kaltwasser bei vielen Autoren nicht mehr gegeben, da sie theoretische oder normative Parameter verwendeten, um das Problem zu untersuchen. Stattdessen sei es entscheidend, den Populismus von den Faktoren zu trennen die ihn regelmäßig begleiten, aber nicht Teil des Populismus selbst sind. (vgl. Mudde/Kaltwasser 2012: 1f.)

2.2 Definition des Populismus

Für eine übergreifende Definition des Populismus bieten sich zwei verschiedene Kategorisierungsmethoden an. Bei dem radialen Ansatz wird versucht, das Phänomen durch eine bestimmte Auswahl an Attributen zu konzeptualisieren. Die dabei ausgewählten Attribute werden nicht zwangsläufig von allen populistischen Strömungen geteilt, ein Kern an Attributen trifft dennoch auf alle zu. Diese Art der Kategorisierung ist im Fall des Populismus allerdings ungeeignet, da aufgrund der Vielzahl bereits entwickelter Subkategorien, definierende Eigenschaften kaum noch auszumachen sind. Mudde und Kaltwasser folgern daraus, dass deshalb eine minimale Definition gefunden werden muss, die auf alle Formen des Populismus angewendet werden kann. (vgl. ebd.: 7f.)

2.2.1. Antielitismus und Antipluralismus

Eine erste mögliche Kategorie für diese Minimaldefinition des Populismus ist ein dichotomes, antielitäres Weltbild, welches so gut wie allen populistischen Bewegungen zugeschrieben wird.

In populistischen Weltbildern steht auf der einen Seite ein oft nicht sehr genau definiertes sogenanntes einfaches Volk, für welches die populistischen Akteure einen umfassenden, schichten-, klassen-, berufsgruppen- und interessen-übergreifenden, Vertretungsanspruch erheben. Diesen legitimieren und begründen sie mit der Behauptung, dass die Unabhängigkeit und das Selbstbestimmungsrecht des Volkes von der sogenannten Elite korrumpiert wurde. (vgl. ebd.: 5) Diese Elite kann beispielsweise in wirtschaftlicher Form (Konzerne oder Großbanken), aber auch in politischer Form (staatstragende Parteien oder politisches Führungspersonal) auftreten. Das selbsterklärte Ziel der Populisten ist es dabei immer, das einfache Volk gegen eine von der Elite ausgehende Bedrohung zu verteidigen. (vgl. Puhle 1986: 13) Während sich bei linkspopulistischen Strömungen die Abgrenzung meistens auf eine „Intellektuellenfeindlichkeit“ und „personalisierte Kritik gegenüber den wirtschaftlichen Eliten“ (Spier 2006: 38) beschränkt, grenzen rechtspopulistische Strömungen das einfache Volk auch gegen bestimmten Bevölkerungsgruppen, insbesondere Minderheiten, ab. (vgl. ebd.)

Müller argumentiert, dass Antielitismus ein notwendiger aber noch kein hinreichender Faktor ist um den Populismus zu definieren, da dieser sonst auf zu viele unterschiedliche politische Akteure und Strömungen zutreffen würde. So zeichnen sich Populisten zusätzlich dadurch aus, dass sie gleichzeitig antipluralistisch auftreten. Sie behaupten von sich, den alleinigen Vertretungsanspruch für das einfache Volk zu besitzen, welchen sie aber immer nur moralisch und nicht empirisch begründen. Aus diesem Anspruch leiten sie anschließend die Behauptung ab, dass alle, die sie nicht unterstützen, nicht Teil des Volkes seien. Damit erklären sie ihre politischen Gegner auch zu Gegnern des Volkes und stellen sich so einer pluralistischen Gesellschaft diametral entgegen. (vgl. Müller 2016: 3f.)

2.2.2. Ideologiebindung des Populismus

Die zweite mögliche Kategorie für eine minimale Definition ist die lose Ideologiebindung des Populismus. So sehen ihn einige Autoren nur als politisches Stilmittel, das von den unterschiedlichsten politischen Strömungen verwendet wird. Für sie ist der Populismus dabei immer nur an eine Ideologie angeschlossen. Er hat aber selbst keine eigene theoretische Grundlage und kann deshalb nicht anhand bestimmter wirtschaftlicher oder sozialer Politiken definiert werden. (vgl. Hartleb/Wielenga 2011: 12) Deshalb sehen sie in ihm nicht „eine neue politische Strömung im Spektrum der bereits vorhandenen […], sondern eine – als neu empfundene Art, wie sich Politiker, Parteien und andere politische Formationen zu dem umworbenen Volk in Beziehung setzen.“ (Dubiel 1986: 7; Hervorhebung im Original)

Dieser Ansatz wird allerdings von vielen Autoren kritisch bewertet. (vgl. Rensmann 2006: 62) Zwar erscheint es so, dass die Gemeinsamkeiten vor allem auf der formalen und nicht der inhaltlichen Eben liegen, das Verhältnis von Form und Inhalt schließt sich jedoch nicht gegenseitig aus. „Gerade der Populismus macht deutlich, dass die Form, indem sie auf bestimmte inhaltliche Auffassungen zurückverweist, selbst ideologische Qualität annimmt.“ (Decker 2006: 11) Nur weil der Populismus aufgrund seiner geringen Substanz sich an viele verschiedene Ideologien anschließen lässt, sollte dies nicht vom wahren Kern des Populismus ablenken. (vgl. Mudde/Kaltwasser 2012: 9) Diese Kategorie scheint daher im Gegensatz zum antipluralistischen dichotomen Weltbild für eine Definition ungeeignet.

2.3 Vergleichsmodell für verschiedene Formen des Populismus

Decker stimmt zu, dass eine Verwendung des Populismusbegriffes als Kommunikationsmodell unzutreffend ist. Er betont aber gleichzeitig, dass bei der Reduzierung des Populismus auf die dichotome Minimaldefinition, dieser einer zu großen Zahl unterschiedlicher Bewegungen zugeschrieben werden kann. Er folgert daraus: „Eine wissenschaftlich sinnvolle Verwendung des Konzepts setzt darum voraus, dass man diese Erscheinungen in zeitlicher, räumlicher und sachlicher Hinsicht eingrenzt. […] Legt man diese drei Kriterien zu Grunde, erweist sich der Populismus auf allen Ebenen als aussagekräftiges Konzept.“ (Decker 2006: 11f.)

Dazu entwickelt Decker ein Analysemodell bei der er den Entstehungshintergrund und die Ursachen sowie die damit verbundene Ideologie einer populistischen Strömung auf ökonomischer, kultureller und politischer Basis untersucht. Anschließend beschreibt er das Auftreten und die Organisation sowie die davon ausgehende Wirkung auf der politischen Ebene (vgl. ebd.: 12-22)

Ideologie

In der Kategorie Ideologie gilt es zunächst, die Ausprägung der extremistischen Tendenzen innerhalb einer Bewegung zu bewerten. (vgl. ebd.: 16) Extremistische Bewegungen zeichnen sich dabei dadurch aus, dass sie auf den Erhalt oder die Etablierung einer totalitären Diktatur abzielen und eine antipluralistische Gesellschaft aufbauen wollen, in der „eine Interessenidentität zwischen Regierenden und regierten besteht. “ (vgl. Kailitz 2004: 15-21) Populismus und Extremismus können dabei eng verknüpft sein, dies ist aber nicht zwingend notwendig. So gibt es Parteien die nur eines der beiden Charakteristika vorweisen oder nur gering Spuren des anderen. (vgl. Decker 2006: 16) So stehen populistische Parteien in einem komplizierten Verhältnis zur liberalen und repräsentativen Demokratie. Zwar üben sie Kritik an ihren Institutionen und Praktiken, allerdings sind sie, anders als extremistische Bewegungen, nicht außerhalb des demokratischen politischen Spektrums zu verordnen. (vgl. Rensmann 2006: 68f.)

Das zweite Merkmal in der Kategorie Ideologie sind die thematischen Schwerpunkte einer populistischen Bewegung. Bei der Analyse dieser kann man an die oben vorgenommene Einteilung anknüpfen und zwischen ökonomischen, kulturellen und politischen Themenschwerpunkten unterscheiden. (vgl. Decker 2006: 16)

Entstehungshintergrund und Ursachen

Bei der Analyse der Ursachen und Entstehungshintergründe steht die Frage im Vordergrund, wer die Wähler der populistischen Bewegungen sind, welche Motive diese bei ihrer Stimmabgabe bewegt haben sowie welche Bedingungen des gesellschaftlichen und politischen Umfelds ihre Wahlentscheidung begünstigt haben. (vgl. ebd.)

Spier argumentiert, dass populistische Bewegungen und Parteien eine Reaktion auf Krisen in der Folge von gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen darstellen. Modernisierungsprozesse definiert er dabei als „gesellschaftliche Veränderungen in großem Maßstab. Sie gestalten zwangsläufig die Lebens- und Arbeitssituation erheblicher Teile der Bevölkerung in einschneidender Weise um. […] Alte Gewohnheiten, Routinen und Traditionen gelten nicht mehr, Menschen verlieren in gewisser Hinsicht ihre soziale Identität und fühlen sich isoliert.“ (Spier 2006: 35f.) Diese „gravierenden ökonomischen, kulturellen wie auch politischen Veränderungen“ führen dazu, dass sich Teile der Bevölkerung verunsichert fühlen. Dies schlägt schnell in Unzufriedenheit um und weckt Protestpotentiale. (vgl. ebd.: 33f.)

Auftreten und Organisation

Eine durch Modernisierungsprozesse ausgelöste Krise, führt allerdings nicht zwangsläufig zu einem Erfolg für populistische Bewegungen. Sie bietet ihnen aber eine Möglichkeit sich zu profilieren, wenn sie diese richtig zu nutzen wissen. (vgl. ebd.: 38) Dafür benötigen populistische Bewegungen „eine charismatische Führerpersönlichkeit an der Spitze […], welche die Partei zusammenhält, die Fähigkeit zur populistischen Wähleransprache sowie eine in sich konsistente Ideologie, die möglichst alle relevanten Politikbereiche abdeckt.“ (Decker 2006: 16) Diese formalen Elemente einer populistischen Bewegung sind dabei nicht unabhängig von ihrer Ideologie, sondern mit diesen eng verwoben. So spiegelt sich die von ihr propagierte Homogenität des Volkes und der Alleinvertretungsanspruch der Bewegung vor allem in der Ausrichtung auf eine zentrale Führerfigur wieder. (vgl. ebd.: 17)

Als zentralen Erfolgsgaranten für populistische Bewegungen macht Decker deshalb die Figur des charismatischen Führers aus. So ist es keiner populistischen Bewegung auch in dem günstigsten sozioökonomischen Umfeld möglich sich zu etablieren oder zu wachsen, wenn es keine Führungsfigur gibt die mit ihrer Autorität den Zusammenhalt der Bewegung garantiert und eventuelle ideologische Widersprüche überbrückt. Der populistische Führer muss auch in der Lage sein seine Anhänger dauerhaft zu mobilisieren. Die agitatorischen Stilmittel die er dafür verwendet bedürfen dabei einer dauerhaften Steigerung und zunehmender Radikalisierung, damit sie eine dauerhafte Wirkung entfalten können. Dies gilt aber auch umgekehrt. Steht der Bewegung kein charismatischer Führer mehr zur Verfügung oder verliert dieser seinen politischen Nimbus gefährdet dies die gesamte Bewegung. (vgl. ebd.: 17f.)

Wirkung

Bei der Analyse der politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Populisten, können verschiedene Aspekte und Analyseebenen betrachtet werden. So kann neben den lang- und kurzfristigen Auswirkungen auch unterschieden werden, ob es sich dabei um direkte oder indirekte Einflüsse handelt. Bei den verschiedenen Analyseebenen ist eine Betrachtung des Parteiensystems, des Regierungshandelns oder des gesamten demokratischen Systems möglich. (vgl. ebd.: 19) Um Veränderungen innerhalb des politischen Systems zu erzeugen, müssen Populisten dabei nicht notwendigerweise selbst handeln. Oft gelingt es ihnen die Agenda der regierenden Parteien zu prägen, da diese partiell auf die Forderung der Populisten eingehen um ihr Wählerpotential abzuschöpfen. Das konkrete Ausmaß der Beeinflussung ist dabei nicht immer leicht zu ermitteln. (vgl. ebd.: 20)

[...]


1 Seyd weist darauf hin, dass die an Marx angelehnte und von einigen Autoren gewählte Metapher „des Gespensts des Populismus“ sehr passend sei, da dieser „1. schrecklich, 2. schwer zu fassen und 3. eine sehr subjektive Erscheinung, deren objektive Realität beständig angezweifelt wird,“ sei. (Seyd 2012: 86; Hervorhebung im Original)

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Trumps Präsidentschaft als politische Anomalie in der US-Geschichte?
Untertitel
Ein Vergleich der populistischen Bewegungen von Donald J. Trump und George C. Wallace
Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
29
Katalognummer
V499152
ISBN (eBook)
9783346028129
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trump, Wallace, Populismus, USA
Arbeit zitieren
Tobias Zweig (Autor), 2018, Trumps Präsidentschaft als politische Anomalie in der US-Geschichte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499152

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