Spätestens seit ihren Boomzeiten zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wird die Tourismusbranche als elementarer Wirtschaftszweig verstanden, der jedoch auf unterschiedlichen Ebenen Besonderheiten aufweist. Im Vergleich der Tourismusdienstleistung mit Konsumgüterprodukten zeigt sich, dass eine Tourismusdienstleistung selten eine geschlossene Einzelleistung darstellt, sondern als ein individuell, vom einzelnen Konsumenten abhängiger, Zusammenschluss unterschiedlicher Teilleistungen zu verstehen ist. Während also der Konsum eines Brotes schlicht in dessen Kauf besteht, setzt sich der Konsum eines Tourismusprodukts u. a. aus solchen Komponenten wie dem Transport ins Zielgebiet und später vor Ort, der Beherbergungsleistung, dem Konsum in der Destination (z. B. Mahlzeiten in Gaststätten, Einkäufe im örtlichen Supermarkt) und dem Kontakt mit den Einheimischen zusammen. Diese (Dienst-)Leistungen werden von unterschiedlichen Leistungserbringern erbracht und neben den Touristen zusätzlich von dritten Instanzen – etwa dem Staat über Gesetze und Bestimmungen – beeinflusst. Diese Beeinflussungen unterstreichen unterstreicht den Charakter des Tourismus als offenes, dynamisches, mehrdimensionales System: Die ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen, politischen und technologischen Rahmenbedingungen sind gleichzeitig „externe Faktoren“ und Empfänger „externer Effekte“, d.h. der Tourismus beeinflusst seine Umwelt und wird gleichzeitig von selbiger beeinflusst – ein Zustand des Stillstandes, ohne Veränderung des Systems ist (nahezu) unmöglich. Darüber hinaus sind Wechselwirkungen auch innerhalb des Tourismus zu beobachten: Bietet z. B. ein Hotel sehr günstige Übernachtungen an, und hat dies eine erhöhte Nachfrage zur Folge, sind positive Effekte für die anderen in der Destination ansässigen Unternehmen (z. B. Restaurants, Taxibetriebe, Einzelhandel) wahrscheinlich.
Die vorliegende Arbeit fokussiert auf die externen Effekte und Einflüsse die der Tourismus auf Destinationen haben kann. Der erste Teil der Arbeit ist theoretisch gehalten und in Zusammenarbeit mit Mariana Noack – Beschreibung der ökologischen Einflüsse – und Julia Eva Peters – Beschreibung der ökonomischen Einflüsse – entstanden. Im zweiten Teil wird anhand des Kulturraums der Samen aufgezeigt, wie sich die Einflüsse des Tourismus auf lokale Verhältnisse auswirken und wie mit diesen Auswirkungen umgegangen wird bzw. umgegangen werden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Auswirkungen des Tourismus auf eine Destination
2.1 Ökologische Einflüsse
2.2 Soziokulturelle Einflüsse
2.3 Ökonomische Einflüsse
2.4 Intensitätsdeterminanten
3 Der Kulturraum der Samen
3.1 Historie der Samen
3.2 Geographische Abgrenzung des Kulturraums der Samen
3.3 Kultur der Samen
4 Tourismus und touristische Einflüsse im Kulturraum der Samen
4.1 Ökologische Einflüsse
4.2 Soziokulturelle Einflüsse
4.3 Ökonomische Einflüsse
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen ökologischen, soziokulturellen und ökonomischen Einflüsse des Tourismus auf den Kulturraum der Samen, um aufzuzeigen, wie negative touristische Auswirkungen minimiert und positive Aspekte für die indigene Bevölkerung gestärkt werden können.
- Theoretische Grundlagen zu touristischen Einflüssen auf Destinationen
- Historische und kulturelle Kontextualisierung des Volkes der Samen
- Analyse der touristischen Nachfrage und Angebotsstrukturen in Sámpi
- Untersuchung der spezifischen ökologischen und soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus auf die samische Kultur
- Evaluation der ökonomischen Bedeutung des Tourismus als zusätzliche Einnahmequelle
Auszug aus dem Buch
Ökologische Einflüsse
Die Natur spielt für den westlichen Touristen eine immer wichtigere Rolle. Die Mehrheit lebt in urbanen Regionen und sucht folglich intakte Ökosysteme, um eine Balance zu ihrem oftmals stressigen Alltag zu schaffen. Demzufolge wird die Natur, insbesondere durch die steigende Nachfrage der Touristen, menschlichen Einflüssen ausgesetzt, welche weit reichende Konsequenzen auf die Natur haben. Insgesamt lassen sich vier Hauptursachen für die Schädigung der Umwelt durch den Tourismus unterscheiden:
Ökologische Umstrukturierung durch Infrastruktur
Abfallproduktion
Direkte ökologische Belastung durch touristische Aktivitäten
Effekte auf die Populationsdynamik, die Zuwanderungen hervorrufen.
Die Auswirkungen der genannten Ursachen sind vielseitig. Insbesondere die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen, aber auch die generelle Verschmutzung der Umwelt sind die Hauptprobleme, die zu einer verringerten Umweltqualität führen. Letzteres umfasst vor allem die Verunreinigung von Wasser durch ungeklärte Abwässer, Müll oder Öl, und Luft durch z.B. Abgase. Auch die Lärmverschmutzung durch Aktivitäten der Touristen oder Transportmittel sollte in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden, da sie das Wohlbefinden sowohl der Tiere, die zu einem intakten Ökosystem gehören, wie auch der Einwohner und der Gäste beeinflussen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Tourismusbranche als dynamisches System ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die ökologischen, soziokulturellen und ökonomischen Einflüsse auf den Kulturraum der Samen zu analysieren.
2 Auswirkungen des Tourismus auf eine Destination: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen zu den ökologischen, soziokulturellen und ökonomischen Einflüssen des Tourismus dargelegt und Determinanten der touristischen Intensität erörtert.
3 Der Kulturraum der Samen: Hier werden die Historie, die geographische Verteilung sowie die kulturellen Besonderheiten und Traditionen der Samen als indigene Gruppe beschrieben.
4 Tourismus und touristische Einflüsse im Kulturraum der Samen: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf den konkreten Fall Sámpi und untersucht die Auswirkungen des Tourismus auf die spezifischen ökologischen, soziokulturellen und ökonomischen Bedingungen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer aktiven Einbindung der Samen in die Tourismusgestaltung, um authentische Traditionen zu bewahren.
Schlüsselwörter
Tourismus, Samen, Sámpi, Kulturraum, Ökologische Einflüsse, Soziokulturelle Einflüsse, Ökonomische Einflüsse, Indigener Tourismus, Nachhaltigkeit, Rentierwirtschaft, Traditionen, Akkulturation, Infrastruktur, Destination, Umweltqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Tourismus auf die Region der Samen (Sámpi) und analysiert, wie diese Einflüsse aus ökologischer, soziokultureller und ökonomischer Sicht zu bewerten sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Wechselwirkungen zwischen touristischen Aktivitäten und dem Erhalt der samischen Kultur, der Umwelt sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors für die lokale Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, wie Tourismus im Kulturraum der Samen gestaltet sein muss, um negative Einflüsse zu minimieren und die positiven Effekte für die indigene Bevölkerung zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und der anschließenden Übertragung dieser Erkenntnisse auf das Fallbeispiel des samischen Kulturraums.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Wirkungsmechanismen des Tourismus sowie eine detaillierte praxisbezogene Untersuchung der samischen Kultur und deren touristischer Einbettung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Tourismus, Sámpi, indigener Tourismus, ökologische und soziokulturelle Einflüsse sowie Nachhaltigkeit.
Welche Rolle spielen "Staged Attractions" im untersuchten Gebiet?
Inszenierte touristische Attraktionen dienen oft dazu, samische Traditionen für Besucher greifbar zu machen, bergen jedoch die Gefahr, dass kulturelle Elemente zweckentfremdet und als reine Kulisse missbraucht werden.
Warum ist die Einbindung der Samen in die Tourismusentwicklung entscheidend?
Die Mitbestimmung und Kontrolle durch die Samen stellt sicher, dass touristische Angebote authentisch bleiben, die kulturelle Identität geschützt wird und der Missbrauch durch unauthentische Imitationen vermieden wird.
- Quote paper
- Barbara Boron (Author), Julia Peters (Author), Mariana Noack (Author), 2005, Ökologische, soziokulturelle und ökonomische Einflüsse des Tourismus auf den Kulturraum der Samen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49928