Atypische Beschäftigungsverhältnisse nehmen einen immer größeren Anteil an der Gesamtzahl der Beschäftigungsverhältnisse ein. Dies mag sehr viele unterschiedliche Gründe haben. Aus Sicht der Unternehmen haben sie v.a. den Vorteil, Arbeitsnachfrage flexibel gestalten zu können, da Arbeitnehmer (AN) leichter eingestellt und entlassen werden können und so auf Nachfrageschwankungen seitens der Unternehmen besser reagiert werden kann. Unter Leih- bzw. Zeitarbeit ist eine Dreiecksbeziehung zwischen AN, Verleih- und Entleihbetrieb zu verstehen, wobei der AN beim Leiharbeitsunternehmen eingestellt ist, welche ihn für einen begrenzten Zeitraum an ein anderes Unternehmen – den Entleihbetrieb – „ausleiht“. Dieses Unternehmen besitzt Weisungsbefugnisse gegenüber dem ausgeliehenen AN. Bezahlung sowie Sozialversicherungspflicht liegen demgegenüber beim Leiharbeitsunternehmen.1
Diese Arbeit soll zunächst die Verbreitung der Leiharbeit (LA) in den betrachteten Ländern darstellen. Hierbei beschränkt sich die Verfasserin auf die Länder Deutschland (D), Frankreich (F), Niederlande (NL) und Schweden (S). Im Anschluss daran wird nach Ursachen gesucht, die die unterschiedliche Verbreitung der LA begründen können, wobei sich auf die Gründe aus Sicht der Arbeitgeberseite beschränkt wird. Mögliche Ursachen können in der gesetzlichen Zulassung anderer flexibler Beschäftigungsformen, an Rechten der Leiharbeitnehmer (LAN), Höhe der Löhne und Gehälter für LAN oder deren Mitbestimmungsrechte liegen. Diese Aspekte sollen ländervergleichend untersucht werden. Eine weitere Ursache für die Verbreitung von LA könnte in der jeweiligen Arbeitsmarktsituation des Landes liegen, was in dieser Arbeit jedoch außer Acht gelassen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Verbreitung der Leiharbeit in verschiedenen Ländern
3. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
4. Der Einfluss der Regulation von Leiharbeit
4.1 Die Gesetzeslagen heute
4.2 Die gesetzliche Entwicklung der Leiharbeit
5. Der Einfluss der Mitbestimmung von Leiharbeitnehmern
6. Der Einfluss des Kündigungsschutzes
7. Der Einfluss der Lohn- und Gehaltshöhe für Leiharbeitnehmer
8. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die die unterschiedliche Verbreitung von Leiharbeit in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Schweden erklären könnten, wobei der Fokus primär auf der Perspektive der Arbeitgeberseite liegt.
- Regulierung und gesetzliche Rahmenbedingungen von Leiharbeit
- Flexibilisierungsinstrumente des Arbeitsmarktes
- Einfluss der Mitbestimmungsrechte von Leiharbeitnehmern
- Bedeutung des Kündigungsschutzes für regulär Beschäftigte
- Auswirkungen der Lohn- und Gehaltsstrukturen auf die Leiharbeitsquote
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Atypische Beschäftigungsverhältnisse nehmen einen immer größeren Anteil an der Gesamtzahl der Beschäftigungsverhältnisse ein. Dies mag sehr viele unterschiedliche Gründe haben. Aus Sicht der Unternehmen haben sie v.a. den Vorteil, Arbeitsnachfrage flexibel gestalten zu können, da Arbeitnehmer (AN) leichter eingestellt und entlassen werden können und so auf Nachfrageschwankungen seitens der Unternehmen besser reagiert werden kann.
Unter Leih- bzw. Zeitarbeit ist eine Dreiecksbeziehung zwischen AN, Verleih- und Entleihbetrieb zu verstehen, wobei der AN beim Leiharbeitsunternehmen eingestellt ist, welche ihn für einen begrenzten Zeitraum an ein anderes Unternehmen – den Entleihbetrieb – „ausleiht“. Dieses Unternehmen besitzt Weisungsbefugnisse gegenüber dem ausgeliehenen AN. Bezahlung sowie Sozialversicherungspflicht liegen demgegenüber beim Leiharbeitsunternehmen.
Diese Arbeit soll zunächst die Verbreitung der Leiharbeit (LA) in den betrachteten Ländern darstellen. Hierbei beschränkt sich die Verfasserin auf die Länder Deutschland (D), Frankreich (F), Niederlande (NL) und Schweden (S). Im Anschluss daran wird nach Ursachen gesucht, die die unterschiedliche Verbreitung der LA begründen können, wobei sich auf die Gründe aus Sicht der Arbeitgeberseite beschränkt wird. Mögliche Ursachen können in der gesetzlichen Zulassung anderer flexibler Beschäftigungsformen, an Rechten der Leiharbeitnehmer (LAN), Höhe der Löhne und Gehälter für LAN oder deren Mitbestimmungsrechte liegen. Diese Aspekte sollen ländervergleichend untersucht werden. Eine weitere Ursache für die Verbreitung von LA könnte in der jeweiligen Arbeitsmarktsituation des Landes liegen, was in dieser Arbeit jedoch außer Acht gelassen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition des Themas Leiharbeit und Darstellung der Forschungsabsicht, die Verbreitung von Leiharbeit in vier europäischen Ländern anhand spezifischer Einflussfaktoren zu analysieren.
2. Die Verbreitung der Leiharbeit in verschiedenen Ländern: Ein statistischer Überblick über die Anteile von Leiharbeitnehmern an der Gesamtbeschäftigung in den untersuchten Ländern sowie eine kurze Charakterisierung der Alters- und Beschäftigtenstrukturen.
3. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes: Untersuchung der befristeten Beschäftigung und Teilzeitarbeit als komplementäre oder alternative Flexibilisierungsinstrumente zur Leiharbeit.
4. Der Einfluss der Regulation von Leiharbeit: Analyse der aktuellen Gesetzeslagen und der historischen Entwicklung der Regulierung in den betrachteten Ländern hinsichtlich ihres Einflusses auf die Verbreitung von Leiharbeit.
5. Der Einfluss der Mitbestimmung von Leiharbeitnehmern: Prüfung der Mitbestimmungsrechte von Leiharbeitnehmern im Vergleich zu festangestelltem Personal und deren Wirkung als Steuerungsvariable.
6. Der Einfluss des Kündigungsschutzes: Erörterung der Vermutung, dass ein starker Kündigungsschutz für regulär Beschäftigte den Einsatz von Leiharbeitnehmern als flexiblere Alternative fördert.
7. Der Einfluss der Lohn- und Gehaltshöhe für Leiharbeitnehmer: Untersuchung der Gleichbehandlungsgrundsätze und der Lohnkostenaspekte als potenzielle Triebfedern für den Einsatz von Leiharbeit.
8. Fazit und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Feststellung der begrenzten Erklärungsfähigkeit der untersuchten Faktoren und Vorschlag für weiterführende Studien, die auch die Arbeitnehmerseite einbeziehen.
Schlüsselwörter
Leiharbeit, Zeitarbeit, Arbeitsbeziehungen, Personalpolitik, internationaler Vergleich, Flexibilisierung, Regulierung, Mitbestimmung, Kündigungsschutz, Entlohnung, Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitsmarkt, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die für die unterschiedliche Verbreitung von Leiharbeit in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Schweden verantwortlich sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die gesetzliche Regulierung der Leiharbeit, das Ausmaß der Mitbestimmungsrechte, der Kündigungsschutz für Stammbelegschaften sowie die Lohnpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Faktoren wie eine stärkere Regulierung oder geringere Entlohnung signifikant die Verbreitung von Leiharbeit in den untersuchten Ländern beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine ländervergleichende Analyse, die auf der Auswertung von Statistiken und rechtlichen Rahmenbedingungen aus den betrachteten Ländern basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Verbreitungsquoten, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, der regulatorische Einfluss, Mitbestimmungsrechte, Kündigungsschutz und Lohnstrukturen jeweils länderspezifisch analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Leiharbeit, internationale Arbeitsbeziehungen, Flexibilisierung, Mitbestimmung und Kündigungsschutz.
Warum zeigt das Beispiel Schweden eine Besonderheit?
Schweden zeigt, dass eine weitgehende Deregulierung der Leiharbeit nicht automatisch zu einer hohen Verbreitungsquote führt, was der gängigen ökonomischen Annahme widerspricht.
Welchen Einfluss hat die europäische Richtlinie auf Teilzeitarbeit?
Die Richtlinie hat dazu geführt, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Teilzeitarbeit in den untersuchten Ländern weitgehend harmonisiert wurden, weshalb dies kein Erklärungsfaktor für Unterschiede in der Leiharbeitsquote mehr ist.
- Quote paper
- Kerstin Geib (Author), 2005, Regulierung atypischer Beschäftigung: Beispiel Leiharbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49940