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Der Begriff der Vorsehung bei Nemesius von Emesa im Vergleich zu Augustinus

"De libero arbitrio", Buch 3

Title: Der Begriff der Vorsehung bei Nemesius von Emesa im Vergleich zu Augustinus

Examination Thesis , 2017 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcel Hochrein (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Obwohl die Vorsehung hauptsächlich in Augustins Werken "De civitate Dei" und den "Confessiones" eine größere Rolle spielt, will die vorliegende Arbeit zeigen, dass im Vergleich mit den Werken des Nemesius vor allem "De libero arbitrio" ertragreich ist. Die beiden Werke wurden ungefähr zeitgleich verfasst. Darüber hinaus ist auch bei Nemesius der Zusammenhang zwischen Willensfreiheit und Vorsehung gegeben und "De libero arbitrio" wurde noch vor Augustins Auseinandersetzung mit Pelagius um den freien Willen geschrieben, was insofern von Bedeutung ist, als Pelagius später selbst aus Augustinus einen interessanten Vergleich zu Nemesius zieht, dem später „eine Nähe zum Pelagianismus" vorgeworfen wurde.

Nemesius zielt mit seiner Anthropologie schon auf die Vorsehung hin und behandelt diese sehr ausführlich. Augustinus verfasst sein Werk hingegen in erster Linie in Abgrenzung zu den Manichäern und sieht die Frage nach dem Ursprung des Bösen durch den freien Willen beantwortet. Trotz dieser unterschiedlichen Zugänge erscheint ein Vergleich der beiden Werke hinsichtlich des Vorsehungsbegriffs gewinnbringend, da sich in ihnen in vielerlei Hinsicht dieselben Themenkomplexe zeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff Vorsehung

2.1 Vorsehung oder Schicksal?

2.2 Inhaltliche Begriffsgeschichte und Problemstellung

3. Der Begriff der πρόνοια bei Nemesius

3.1 Nemesius von Emesa und sein Werk

3.2 Die Evidenz der πρόνοια

3.3 Die individuelle πρόνοια

3.4 Die fürsorgende πρόνοια als Ordnungsprinzip

3.5 Die πρόνοια und der freie Wille

4. Der Begriff der providentia bei Augustinus in De libero arbitrio, Buch 3

4.1 Anlass und Aufbau von De libero arbitrio

4.2 Providentia als Vorherwissen im Bezug auf die Willensfreiheit

4.3 Providentia als vollkommene Ordnung

4.4 Providentia als Theodizee

5. Der Vergleich der Vorsehung zwischen Nemesius und Augustinus

5.1 Vorsehung und Willensfreiheit?

5.2 Ordnung und Vollkommenheit

5.3 Fürsorge und Theodizee

5.4 Unde malum?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verständnis des Vorsehungsbegriffs bei Nemesius von Emesa im Vergleich zu Augustinus von Hippo, insbesondere anhand dessen Werk De libero arbitrio. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Differenzen in der theologischen Ausarbeitung dieser Thematik sowie deren Zusammenhang mit der Willensfreiheit und der Theodizee-Frage zu analysieren.

  • Vergleich des Begriffs der göttlichen Vorsehung (πρόνοια / providentia)
  • Analyse der Vereinbarkeit von Vorsehung und menschlicher Willensfreiheit
  • Untersuchung der Rolle der Vorsehung als kosmisches Ordnungsprinzip
  • Reflexion über die Ursache des Bösen (Unde malum?) im theologischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Evidenz der πρόνοια

Da der Begriff der Vorsehung in Spannung mit den Begriffen des freien Willens und des Schicksals steht, verwundert es nicht, dass Nemesius das Kapitel über die πρόνοια an den Abschnitt über den freien Willen anschließt; diesem wiederum ging eine Abhandlung über das Schicksal voraus. Bevor Nemesius sich nun dem Abschnitt über die Vorsehung zuwendet, betont er, dass der Mensch seiner Auffassung nach über einen freien Willen verfüge.

Nemesius untergliedert den Abschnitt über die Vorsehung in drei Teile. Der erste bezieht sich darauf, ob es eine Vorsehung gibt. Diesem folgt die Frage, was Vorsehung überhaupt sei, um schließlich zu (er)klären, worauf sie sich erstrecke. Zwar ist es für Nemesius evident, dass die Vorsehung besteht, doch möchte er dies für seine vielseitige Leserschaft auch beweisen. Dabei scheinen ihm für diesen Beweis die selben Gründe angebracht, wie für den Beweis des Daseins Gottes. Denn aus dem Wesen Gottes folgt für Nemesius auch dessen πρόνοια, die Nemesius hier eindeutig mit dem fürsorglichen Aspekt verbindet:

„Ferner ist Gott gut, aber indem er gut ist, ist er wohltuend; wenn er aber wohltuend (ist), ist er auch fürsorglich.“

Den Juden spricht Nemesius einen Glauben an die Vorsehung ab, obwohl sie seiner Meinung nach durch die Geschichte, die Gott mit dem Volk Israel hatte, an die Vorsehung glauben müssten. Diese Geschichte zeige auch den Christen, dass die Vorsehung bestehe, doch ist in besonderem Maße die Menschwerdung Gottes um der Menschen Willen ein Zeichen dafür. Mit der Menschwerdung Gottes ist ein erheblicher Unterschied zu den paganen Vorsehungsvorstellungen gegeben:

„Aber auch den Christen ist durch all dies gelehrt, dass eine Vorsehung besteht, aber am allermeisten (ist) das göttlichste und - wegen überschwänglicher Menschenfreundlichkeit - unglaublichste Werk der Vorsehung die Inkarnation Gottes unsertwegen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsintention, wobei die Relevanz des Vergleichs zwischen Nemesius und Augustinus betont wird.

2. Der Begriff Vorsehung: Sprachliche und inhaltliche Differenzierung des Begriffs der Vorsehung, insbesondere im Kontrast zum Schicksalsbegriff.

3. Der Begriff der πρόνοια bei Nemesius: Detaillierte Analyse des Vorsehungsbegriffs bei Nemesius, eingebettet in seine Anthropologie und sein Verständnis als Schöpferhandeln Gottes.

4. Der Begriff der providentia bei Augustinus in De libero arbitrio, Buch 3: Untersuchung von Augustins Theodizee und der Einordnung von menschlichem Leid und Willen in die göttliche Ordnung.

5. Der Vergleich der Vorsehung zwischen Nemesius und Augustinus: Synoptische Gegenüberstellung beider Positionen hinsichtlich ihrer Theologie von Vorsehung, Freiheit und Ordnung.

6. Fazit: Zusammenführende Reflexion der Ergebnisse über die Gemeinsamkeiten und die wesentlichen Differenzen in der Naturauffassung der beiden Kirchenväter.

Schlüsselwörter

Vorsehung, πρόνοια, providentia, Willensfreiheit, Augustinus, Nemesius von Emesa, De libero arbitrio, Theodizee, Schicksal, göttliche Ordnung, Anthropologie, Sündenfall, Schöpferhandeln, Gott, Inkarnation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff der göttlichen Vorsehung im Vergleich zwischen dem Kirchenvater Nemesius von Emesa und Augustinus von Hippo, besonders mit Fokus auf dessen Werk De libero arbitrio.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Verhältnis von göttlicher Vorsehung und menschlicher Willensfreiheit, die Frage nach dem Ursprung des Bösen sowie die Rechtfertigung der Weltordnung (Theodizee).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, sowohl Differenzen als auch Gemeinsamkeiten zwischen Nemesius und Augustinus hinsichtlich ihres Vorsehungsbegriffs auszuarbeiten und in den theologischen Diskurs einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textnahe kirchengeschichtliche und systematisch-theologische Analyse, die primär auf den antiken Quellentexten sowie der einschlägigen Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Vorsehungskonzeption bei Nemesius und bei Augustinus, gefolgt von einem direkten Vergleich dieser Positionen unter verschiedenen thematischen Aspekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Vorsehung, Willensfreiheit, Theodizee, göttliche Ordnung und Schicksal bestimmt.

Wie unterscheidet sich das Verständnis des freien Willens bei den beiden Autoren?

Während Nemesius den freien Willen als fest mit der menschlichen Vernunft verbunden und als autark ansieht, sieht Augustinus den Willen des Menschen nach dem Sündenfall als durch Unwissenheit und Unvermögen eingeschränkt an, wodurch der Mensch auf Gottes Hilfe angewiesen ist.

Welche Rolle spielt der Sündenfall in der Argumentation der beiden Autoren?

Augustinus reflektiert den Sündenfall ausführlich als Ursache für eine veränderte Natur des Menschen. Nemesius hingegen geht von einem positiven Menschenbild aus und muss den Sündenfall daher nicht als transformativen Akt der menschlichen Natur in derselben Weise wie Augustinus thematisieren.

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Details

Title
Der Begriff der Vorsehung bei Nemesius von Emesa im Vergleich zu Augustinus
Subtitle
"De libero arbitrio", Buch 3
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,0
Author
Marcel Hochrein (Author)
Publication Year
2017
Pages
42
Catalog Number
V499454
ISBN (eBook)
9783346034489
ISBN (Book)
9783346034496
Language
German
Tags
begriff vorsehung nemesius emesa vergleich augustinus buch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Hochrein (Author), 2017, Der Begriff der Vorsehung bei Nemesius von Emesa im Vergleich zu Augustinus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499454
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