„Hilf mir es selbst zu tun“ (Ein Kind zu Maria Montessori. Was können Schüler leisten, wenn man sie nur lässt ? Die Idee zu der in dieser Arbeit dargestellten handlungsorientierten Unterrichtsreihe in Form eines projektorientierten Unterrichtsvorhabens entstand aus einer ganzen Reihe von Vorüberlegungen. So ist es einmal der Lebensraum Teich, der exemplarisch für einen kleinen und sehr vielfältigen schülernahen Lebensraum steht. Hier müssen Schüler und Schülerinnen in einer Zeit, in der das Stichwort "ökologische Krise" die Lebenswelt der Schüler, vor allem aber auch viele Strukur- und Planungsüberlegungen innerhalb und außerhalb des Lernortes Schule bestimmt, besonders sensibilisiert werden. Es muss daher ein besonderes Anliegen von Schule und Unterricht sein, Schüler kompetent zu machen für einen selbsttätigen und sinnvollen Einsatz in der Natur, insbesondere auch um diesbezüglich auftretende Ängste abzubauen. In einer Zeit, in der das Bewegen in der Natur, das Naturerleben deutlich hinter einer noch nie da gewesenen Medienvielfalt zurücksteht, muss Schule auf die „jüngsten“ Mitglieder unserer Gesellschaft, die Schüler, einwirken um ein konstruktives Naturbewusstsein zu schaffen. Die Schüler erleben, dass ein Teich nicht nur Müllkippe, sondern auch Lebensraum ist. Die Bewohner des Schulteiches in Form eines projektorientierten Unterrichts kennenzulernen, gemeinsam mit Schülern Lernmedien für andere Schüler zu erstellen und diese gemeinsam zu erproben, bietet sich außerordentlich gut an um den Zielen Handlungsfähigkeit und Selbständigkeit gerecht zu werde.
Besonders die Tatsache, dass die Schüler Lebewesen unmittelbar kennenlernen und eine Vielzahl an Informationen selbst durch z.B. das Beobachten und Experimentieren erarbeiten und an andere weitergeben, ist für das Einprägen von Wissen effektiver, als Informationen aus 2. Hand zu erhalten . Somit ist die Form des Projektunterrichts bzw. des projektorientierten außerordentlich gut für das effektive Lernen, Erfahren und Anwenden von biologischen Unterrichtsinhalten geeignet. Die Arbeit setzt sich mit dem Unterrichtskonzept des „handlungsorientierten Unterrichts“ bzw. „projektorientierten Unterrichts“ theoretisch sowie praktisch auseinander und beschreibt eine Anwendung in Form des Erstellens von Lerntafeln bzw. eines Lernparcours als eine Antwort auf die Frage, inwieweit Schule in der heutigen Zeit einen Beitrag entsprechend der vielfach geforderten Schüleraktivierung und –beteiligung leisten kann.
Inhaltsverzeichnis
1 - Unterrichtsskizze
1.1 - Einordnung in den Lehrplan
1.2 - Durchführung/ Planung
1.3 - Ziele der Projektarbeit
1.4 - Bewertung der Schülerarbeit/ Lernzielkontrollen
1.5 - Kritische Bewertung der Projektarbeit
2 - Bearbeitung der 7 Leitfragen
2.1 - Wodurch erreichen Sie in Ihrem Wettbewerbsbeitrag eine verstärkte Motivation, Eigentätigkeit und Eigenverantwortung der beteiligten Schülerinnen und Schüler ?
2.2 - Woran erkennen Sie in Ihrem Wettbewerbsbeitrag die verbesserte Teamfähigkeit und eigenverantwortliche Leistung der beteiligten Schülerinnen und Schüler ?
2.3 - Welche Praxisrelevanz für den Alltag der Schülerinnen und Schüler oder für die Berufs- und Arbeitswelt weist Ihr Projekt auf ?
2.4 - Wie ermitteln Sie in Ihrem Wettbewerbsbeitrag die Qualität der Lernprozesse und des Lernfortschritts der beteiligten Schülerinnen und Schüler und welcher Bezug besteht zu den Anforderungen des Lehrplans ?
2.5 - Wie gestalten sich konkret die Zusammenarbeit mit Ihrer Kollegin/Ihrem Kollegen und die Verbindung der Fächer ?
2.6 - Welchen Rat geben Sie Kolleginnen und Kollegen, wenn sie Ihr Projekt in ihren Unterricht übertragen wollen auch im Hinblick auf Probleme bzw. Widerstände, mit denen sie rechnen müssen ?
2.7 Wo sehen Sie in einer Gesamtbilanz den Gewinn der durch Ihren Wettbewerbsbeitrag für Schülerinnen und Schüler entsteht ?
Zielsetzung & Themen
Das Projekt verfolgt das Ziel, Hauptschüler durch eine schulpflichtige, eigenverantwortliche Lehrtätigkeit an Grundschulen zur aktiven Unterrichtsgestaltung zu motivieren und ihre Sozial- sowie Fachkompetenz durch handlungsorientiertes Lernen zu stärken.
- Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung durch Projektarbeit
- Stärkung der Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft
- Vertiefung fachspezifischer Methoden (Analyse von Sachtexten, didaktische Reduktion)
- Vorbereitung auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt
- Verbesserung der Interaktion zwischen Schülern verschiedener Jahrgangsstufen
Auszug aus dem Buch
1.2 - Durchführung/ Planung
Das Projekt wurde in der Klasse 10A der Alfred-Teves-Schule, Grund- und Hauptschule durchgeführt. Alle 21 Schüler der Klasse waren begeistert von der Idee anderen Schülern etwas zu vermitteln. Grundlegend war die Idee, dass sich die Hauptschüler in Teams zusammenfinden und dann mit einer Grundschulklasse Kontakt aufnehmen, um anschließend eine oder mehrere Unterrichtsversuche selbst vorzubereiten. Es folgte nach einer intensiven Arbeits- und Vorbereitungsphase die Kontaktaufnahme mit der Grundschulklasse/Grundschullehrkraft. Eine Information der Grundschullehrkräfte über die Projektidee erfolgte meinerseits im Vorfeld, so dass diese, sofern sie der Idee aufgeschlossen waren, vorbereitet waren. Im weiteren Verlauf äußerten die Schüler den Wunsch in der Grundschulklasse Unterricht zu hospitieren, die Klassen „anzuschauen“ und sich bzgl. der Lerngruppe (Schülerzahl, Tischanordnung, Material im Klassenraum, auffällige Schüler, Unterrichtssprache und anderes) Notizen zu machen und sich vorzustellen. An diese Phase schloss sich eine Arbeitsphase an, in der die Hauptschüler Material sichteten, Ideen suchten, Unterricht planten, Aufgaben verteilten, die selbst erstellte Projektbibliothek nutzten und erweiterten, sowie im schuleigenen Computerraum Materialien erstellten und die Projektmappe vorbereiteten. Die Lehrkräfte, die Schulsozialarbeiterin und 2 Studentinnen der TU Braunschweig standen meinen Schülern dabei beratend zur Seite. Um einen besseren Eindruck über den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf der Projektarbeit zu gewinnen, wird unten Tabelle 1 aufgeführt, die alle wesentlichen Bestandteile beinhaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 - Unterrichtsskizze: Dieses Kapitel erläutert die curriculare Einordnung des Projekts in die Rahmenrichtlinien sowie den planmäßigen Ablauf und die pädagogischen Zielsetzungen.
2 - Bearbeitung der 7 Leitfragen: Hier werden zentrale Aspekte wie Motivation, Teamfähigkeit, Praxisrelevanz, Qualitätssicherung der Lernprozesse, interkollegiale Zusammenarbeit und ein abschließendes Resümee reflektiert.
Schlüsselwörter
Projektarbeit, Hauptschule, Grundschule, Schüler unterrichten Schüler, Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, handlungsorientierter Unterricht, Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Unterrichtsplanung, Lernfortschritt, Berufswelt, Lehrplan, Reflexion, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Dokumentation und Evaluation eines schulpflichtigen Projekts, bei dem Hauptschüler der Klasse 10A eigenständig Unterrichtsstunden für Grundschüler konzipieren und durchführen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Förderung von Eigenverantwortung, die Verbesserung der Sozial- und Teamkompetenz sowie die Anwendung von Methoden zur Unterrichtsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel des Projekts?
Ziel ist es, die sprachliche Handlungsfähigkeit und Motivation der Schüler zu steigern, indem sie die Rolle des Lehrers einnehmen und somit einen praxisnahen Einblick in Wissensvermittlung und Lernprozesse erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für das Projekt gewählt?
Es wurde die Projektmethode angewandt, ergänzt durch regelmäßige Reflexionen per Videoanalyse, Gruppengespräche und schriftliche Auswertungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Unterrichtsskizze sowie die detaillierte Beantwortung von sieben Leitfragen, die Lernprozesse, Kooperationen und Erfolgsfaktoren kritisch beleuchten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind handlungsorientiertes Lernen, Eigenverantwortung, Schüler-Schüler-Interaktion und berufliche Orientierung.
Wie wurde die Zusammenarbeit mit den Grundschullehrkräften organisiert?
Die Zusammenarbeit basierte auf gemeinsamer Vorbereitung und Absprachen, wobei die Grundschullehrkräfte die Hauptschüler bei der Durchführung in ihren Klassen unterstützten und nach den Stunden Feedback gaben.
Welche Rolle spielte die Technik bei der Dokumentation?
Die Arbeit nutzte intensiv digitale Medien wie Videokameras und Computer für die Vorbereitung, Dokumentation und Reflexion, was den Schülern zugleich Medienkompetenz vermittelte.
Welche Ergebnisse ergaben sich für die teilnehmenden Schüler?
Neben einer gesteigerten Lernmotivation konnten die Schüler ihre Berufswünsche festigen, soziale Kompetenzen ausbauen und ein tieferes Verständnis für die Anforderungen von Lehrtätigkeiten entwickeln.
- Quote paper
- Diplomsportlehrer Marcus Lüpke (Author), 2004, Projektorientierter Unterricht an der Hauptschule: Schüler unterrichten Schüler - Eine Hauptschulklasse als Lehrer in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49946