Gewalt und Social Media. Cybermobbing bei Jugendlichen in sozialen Netzwerken


Bachelorarbeit, 2018
39 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABSTRACT

ABSTRACT (ENGLISCH)

EINLEITUNG
ERKENNTNISINTERESSE
FORSCHUNGSSTAND
ZIEL UND AUFBAU
METHODE

DIE MODERNE FORM DES MOBBINGS – CYBERMOBBING
BEGRIFFSERKLÄRUNG MOBBING
BEGRIFFSERKLÄRUNG SOCIAL MEDIA UND CYBERSPACE
UNTERSCHIEDUNG -KLASSISCHES MOBBING UND CYBERMOBBING
GEMEINSAMKEITEN – KLASSISCHES MOBBING UND CYBERMOBBING

INVOLVIERTE AKTEURE
TÄTERPROFIL
OPFERPROFIL
ZUSCHAUER UND MITTÄTER

HINTERGRÜNDE DES CYBERMOBBINGS
FORMEN DES CYBERMOBBINGS
GRÜNDE FÜR DAS BETREIBEN VON CYBERMOBBING
RISIKOFAKTOREN
BETEILIGUNG AN CYBERMOBBING - GRUPPENPHÄNOMEN

FORSCHUNGSLÜCKEN UND STUDIE ZU CYBERMOBBING

FORSCHUNGSFRAGE UND HYPOTHESE

OPERATIONALISIERUNG DER VARIABLEN

METHODENVORSCHLAG

RESÜMEE

LITERATURVERZEICHNIS

Abstract

Die Entstehung und Etablierung des Internets haben dazu geführt, dass sich die Art der Kommunikation der Menschen stark verändert hat. Das hat zum einem viele positive Faktoren miteingebracht, wie etwa die Möglichkeit mit jedem Menschen auf einfachem Wege zu kommunizieren. (klicksafe.de, 2019.) Unabhängig von er Entfernung oder den finanziellen Möglichkeiten der Person. Allerdings gibt es auch negative Aspekte, wenn wir von Kommunikation im digitalen Raum sprechen. Zum Beispiel das Phänomen Cybermobbing. Cybermobbing ist verglichen mit der Mobbingsituation, die uns im realen Leben begegnet, ein wenig erforschtes Territorium. Dennoch kann es jeden von uns treffen. Deswegen sollte es kein Thema sein, dass von der Wissenschaft totgeschwiegen oder ignoriert wird, sondern es ist wichtiger, mit dem Thema Cybermobbing offen umzugehen und auch die wissenschaftlichen Aspekte kontinuierlich zu erneuern, umso der Öffentlichkeit das nötige Wissen weiterzugeben und so die Auswirkungen, die Cybermobbing mit sich bringen kann aufzudecken.

Abstract (englisch)

The emergence and establishment of the Internet have resulted in a strong change in the way people communicate. This has contributed to many positive factors, such as the ability to communicate with each other in a simple way. (klicksafe.de, 2019.) Regardless of their distance or the financial possibilities of the person. However, there are also negative aspects when we talk about communication in the digital space. For example, the phenomenon of cyberbullying. Cyberbullying is still a slightly explored territory compared to the bullying situation we encounter in real life. Nevertheless, it can meet any one of us. Therefore, it should not be an issue that is hushed up or ignored by science, but it is more important to be open about cyberbullying and to continually renew the scientific aspects so as to share the necessary knowledge with the public, and thus the effects of cyberbullying can reveal.

Einleitung

Die Schülerin Amanda Todd lernt im Internet einen Mann kennen. Sie chatten. Er macht ihr Komplimente. Irgendwann bietet sie ihren Oberkörper zu entblößen, vor laufender Kamera. Mittels Webcam nimmt er ein Foto ihrer Brüste auf. Amanda wird von diesem Mann später erpresst. Er will weitere Fotos und Stripeinlagen. Sie verweigert es. Der Täter veröffentlichte und verbreitete ihr Bilder, über das soziale Netzwerk Facebook, weshalb sie in der Schule gemobbt wurde. Schulwechsel, autoaggressives Verhalten und ein gescheiterter Suizidversuch folgten. Im Alter von 15 Jahren gelingt ihr der Selbstmord. Alles wegen eines Fotos, das öffentlich geteilt wurde. (Dean, 2012.)

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an sozialen Netzwerken, welche jeweils von Millionen von Nutzern genutzt werden. 76 Prozent der globalen Internetnutzer sind in mindestens einem dieser Netzwerke eingeschrieben und 73 Prozent nutzen dieses soziale Netzwerk regelmäßig. Besondere Beliebtheit genießen Facebook, Twitter und Co bei jüngeren Nutzern des Internets.

96 Prozent der unter 30-jährigen User sind in mindestens einem sozialen Netzwerk registriert und davon fast alle aktiv (94 Prozent). Bei der Gruppe der über 50-jährigen sind in etwa die Hälfte der Nutzer in sozialen Netzwerken zu finden. (Bitkom, 2011). Bei Kommunikation, die durch Medien vermittelt wird, sinkt einerseits die Hemmschwelle für aggressives Handeln wie Cybermobbing, als auch der prozentuelle Satz eine empathische Reaktion beim Angreifer anzutreffen. (Pfetsch,Müller& Ittel, 2014). Die intolerante Vorgehensweise der Ausgrenzung von Außenseitern, sowie das Blamieren der schwächeren Gesellschaftsmitglieder sind leider unter Kindern häufig anzutreffen. (Fawzi, 2015). Aufgrund der mangelnden Fähigkeit der Selbstregulation, sowie der erhöhten Empfänglichkeit zu Drucksituationen haben Kinder und Jugendliche ein erhöhtes Risiko negative Erfahrungen in sozialen Netzwerken zu durchleben. (O'Keeffe & Clarke-Pearson, 2011) Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie soziale Netzwerke eine Möglichkeit einer erhöhten Gefahr für Jugendliche darstellen können. Zum Beispiel, dass in dieser Arbeit analysierte Cybermobbing. Von diesem Phänomen wird grundsätzlich gesprochen, wenn eine Person absichtlich sowie regelmäßig von anderen Personen durch Internettechnologien schikaniert, drangsaliert oder verspottet wird.

Beispielsweise geschieht das durch Email, Textnachricht, aber auch in sozialen Netzwerken. (Luxton, June & Fairall, 2012). Der Zusammenhang zwischen sozialen Netzwerken und Konflikten ist aufgrund der steigenden Popularität des Internets in den letzten Jahren nicht überraschend. Grubmüller, Götsch und Krieger schreiben in ihrem Buch „Social media analytics for future orented policy making“, dass soziale Netzwerk wie Twitter oder Facebook, eine bedeutsame Rolle im Alltag der Menschen übernommen haben. Einfache und ausgeprägte Kommunikation mit einer Vielzahl von Menschen, sowie der einfache und flexible Zugang zum sozialen Netzwerk tragen wesentlich zu diesem Erfolg bei und verändern unsere Ansichtsweise in Bezug auf öffentliche Verfügbarkeit, sowie die Privatsphäre unseres Lebens. (Wetzstein, Grubmüller- Regent, Rainer & Götsch, 2014).

Erkenntnisinteresse:

Cybermobbing ist ein Thema, welches sowohl das Interesse der Wissenschaftler, als auch das der Öffentlichkeit geweckt hat. (Kowalski, Giumetti, Schroeder & Lattaner, 2014).

Auch wenn die Vorgeschichte relativ jung und nicht umfangreich ist, so ist das Phänomen des virtuellen Mobbings zu einem ernstzunehmenden öffentlichen Gesundheitsproblem geworden. Die Einrichtung „Centers for Disease Controland Prevention“(CDC) warnte die Öffentlichkeit bereits vor diesem. Im Jahr 1998 kam es zum ersten öffentlichen Fall, bei dem das Phänomen Cybermobbing im Mittelpunkt der Gesellschaft erschien. Ein 14- jähriger Schüler, wurde im Bundesstaat Pennsylvania/ USA von seiner Schule verwiesen, nachdem er bedrohliche Inhalte von seinen Mitschülern ins Internet gestellt hat. Die Medienaufmerksamkeit der Gesellschaft ist in den vergangenen Jahren angestiegen, ebenso wie die Anzahl der Suizide von Jugendlichen, welche auf Cybermobbing zurückzuführen sind. (Aboujaoud, Savage, Starcevic & Salame, 2015). Je mehr die Menschheit die Nutzung des Internets in ihr Leben integrieren, umso mehr Aggression und Frustration fließt mit ein. Bei Cybermobbing handelt es sich um ein initiiertes Phänomen, welches sich in sozialen Netzwerken vorwiegend in Emails, Online-Nachrichtensysteme und Blogs gegenüber Menschen äußert, die nicht in der Lage sind sich gegenüber dem Angreifer zu wehren. Bereits durchgeführte wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Wert von fast 75% erfasst wurde, bei der Befragung von Schulkindern zur Thematik des Erlebens von Mobbing im Web 2.0.

Diese negativen Erlebnisse, die die Betroffenen erleben haben nicht nur Folgen für diese, sondern auch für die Institution, in der das Mobbing stattfindet. (Kowalski, Giumetti,Schroeder & Lattaner, 2014) und jeder kann zum Opfer und Täter werden.

Forschungsstand

In den 90er Jahren wird der Begriff „Mobbing“ erstmals in der Fachliteratur verwendet, dass eine große Publikationswelle zur Folge hat. (Rothe, 2003). In dem Buch „Vernichtung durch Kommunikation — aufgezeigt am Phänomen „Mobbing““ von Fredrike Rothe (2003) wird Mobbing als eine bestimmte Art zwischenmenschlicher Kommunikation beschrieben, deren Wert über bestimmte Zeit hinweg als negativ durchlebt wird und hohen gesellschaftlichen Stress verursacht. Mit der Bezeichnung „zwischenmenschlicher Kommunikaton“ Wird die kommunikative Beziehung zwischen zwei Menschen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums beschrieben. Diese unterliegt einer bestimmten Qualtitätsgruppe.

(Rothe, 2003). Das heißt, Mobbing kann immer dort entstehen, wo mindestens zwei Menschen sozial miteinander interagieren. „Jeden Tag werden auf der ganzen Welt schätzungsweise 200 Millionen Kinder und Jugendliche von ihren Gleichaltrigen gemobbt. (Kandersteg Decleration, 2007). Beschäftigt man sich mit der Problematik des Mobbings, so sind besonders zwei Namen nennenswert, die sich mit der Mobbingproblematik auseinandergesetzt haben. Zum einen der schwedische Psychologe Dan Olweus, welcher als Vorreiter der Mobbingforschung gilt und die Psychologieprofessorin Franç oise Alsaker. Dan Olweus (2006) unterscheidet insgesamt drei Formen von Mobbing: physisches, verbales und psychisches Mobbing. Beim physischen Mobbing spricht man von allen Handlungen, die durch handgreifliches Verhalten ausgelöst werden. Der Täter greift das Opfer körperlich an. Dies kann sich in vielen Facetten abspielen. Damit sind beispielsweise sowohl „Schubserein“ als auch Faustschläge gemeint. Desweiteren kann sich physisches Mobbing auch durch das Zerstören von persönlichen Gegenständen des Opfers sowie Diebstahl dieser zeigen. Das verbale Mobbing äußert sich durch beleidigendes Verhalten. Zum Bespiel indem man beleidigende Aussagen in der Öffentlichkeit trifft. Üble Nachrede sowie Bedrohung und Erpressung des ausgewählten Opfers fallen ebenfalls unter verbales Mobbing. Dan Olweus (2006) letzte Kategorie ist das psychische Mobbing. Darunter versteht man grundsätzlich eine enge Koppelung zwischen physischem und verbalem Mobbing. Das Opfer wird gehänselt, und zudem werden Lügengeschichten über dieses gestreut und verbreitet. Das soll bewusst eine Isolierung aus der Gemeinschaft bewirken. (Katzer, 2014). Franç oise Alsakers Forschung in dem Gebiet der Mobbingproblematik baut auf der von Olweus auf. Seine drei unterschiedlichen Arten von Mobbing sind in der Studie von Alsakers wiederzufinden. Sie unterteilt die Mobbingarten allerdings in direktes und indirektes Mobbing. Laut Alsaker (2012) ist das Phänomen Mobbing an sich immer mit aggressivem Verhalten verknüpft. Sie spricht bei direktem Mobbing von einer aggressiven Konfrontation zwischen Individuen der Tätergruppe und der der Opfergruppe. Hierbei handelt es sich um eine offene Aggression, denn sowohl Täter, als auch Opfer sind sich der Situation und Tathergang bewusst sind. Im Gegensatz zur Kategorie direktes Mobbing, ist, indirektes Mobbing schwerer zu erkennen. Dabei ist eine direkte Konfrontation mit dem Opfer entweder nicht existent oder kaum zu bemerkbar. Das hat für den Täter den Vorteil, dass dieser sich den sonst androhenden Konsequenzen entziehen könnte. Beispielsweise ist das Zerstörung eines persönlichen Eigentums des Opfers vor den Augen als direktes Mobbing anzusehen. Passiert die Zerstörung allerdings hinter dem Rücken des Opfers und der Täter kann aufgrund dessen nicht ermittelt werden, so kann die Aktion als unwirklicher angesehen werden. ( Alsaker, 2012). Diese Form der unscheinbaren Attacke von Mobbing wird von Jugendlichen und Kindern, häufiger als verletzend wahrgenommen, als eine direkte Vorgehensweise der Täter. (Alsaker, 2012) Das theoretische Fundament dieser beiden Psychologen spielt auch in der Thematik des Cybermobbings wieder und integriert seine Ansätze ebenfalls in der modernen Form des Mobbings.

Ziel und Aufbau der Arbeit:

Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, das Phänomen des Cybermobbings, bezogen auf Personengruppe der Jugendlichen im Alter zwischen 12- 19 Jahren in sozialen Netzwerken zu betrachtet. Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit möchte herausfinden, welche Faktoren dazu betragen, warum das Potenzial der Mittäterschaft bei Cybermobbingattacken erhöhter ist, verglichen mit der klassischen Form des Mobbings. Dazu ist es zunächst notwendig, sich intensiv mit dem Begriff Mobbing auseinanderzusetzen. Hierbei wird zwischen Cybermobbing und Mobbing unterschieden, indem die Unterschiede und Gemeinsamkeiten ganz besonders untersucht werden. Außerdem wird auf den Begriff des sozialen Netzwerkes genauer eingegangen. Zudem werden die Hintergründe des Cybermobbings genauer analysiert, indem die unterschiedlichen Formen des Cybermobbings, sowie die Erscheinungsarten betrachtet und auf Auslöser und Risikofaktoren hingewiesen wird.

Außerdem werden Opfer- und Täterprofil näher betrachtet. Die Frage, unter welchen Folgen die Opfer leiden, wird in Kapitel vier betrachtet. Hierzu werden sowohl langzeitliche auch kurzzeitliche Schäden analysiert. Im Anschluss dazu wird eine Studie von mir entwickelt und mit den Erkenntnissen der Literaturarbeit verglichen. Hierbei soll auf die Forschungslücken hingewiesen werden, ebenso soll verdeutlicht werden, warum weitere Forschung bezüglich des Cybermobbingthematik in der Wissenschaft betrieben werden soll.

Methode

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Literaturarbeit. Dadurch sollen die theoretischen Grundlagen dargestellt werden. Um allerdings auch einen empirischen Anteil zu erhalten werden zu den theoretischen Erkenntnissen ebenfalls Studien genannt, die von Forschern zu dieser Thematik durchgeführt wurden, um eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu bauen. Zusätzlich die abschließende Arbeit zum Teil aus einer möglichen Studie zum Thema „Mittäterschaft im Cybermobbing“ bestehen, die, die auf momentane Lücken in der Wissenschaft hinweisen soll. Dies wird dann im Resümee noch einmal betrachtet.

Untersuchungen zum Thema Cybermobbing wurden vor allem in den USA betrieben. Im Laufe dieser Forschungsarbeit werden eine Vielzahl an internationalen Studien und deren Erkenntnisse herangezogen, um ein gewissen Ausgleich zwischen Literaturrecherche und empirischen Untersuchungen zu erzielen und Forschungslücken in der Thematik des Cybermobbings sichtbar zu machen.

Bei diesen Studien handelt es sich um folgende:

Patricia Agatston, Robin Kowalski und Susan Limber haben im Jahr 2007 in den USA mittels Interviews eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die hinterfragt, warum es zum Einfluss von Cybermobbing bei Schüler kommt. (vgl. Agatston, Kowalski & Limber, 2007). Robin Kowalski und Susan Limber gehen im Jahr 2007 ebenfalls der Frage nach, welche Formen das Cybermobbing annehmen kann und inwiefern die Kenntnis über die Identität der Täter besteht. Zielgruppe ist hier ebenfalls Jugendliche. (Kowalski & Limber, 2007).

Esther Calvete hat zusammen mit Ana Estévez, Izaskun Orue, Patricia Padilla und Lourdes Villardón eine Untersuchung in Spanien durchgeführt, bei der 1431 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und siebzehn Jahren befragt wurden. Ziel dieser war es eine Definition für das Cybermobbing zu erhalten sowie einen Überblick darüber zu erhalten, welche Formen das Cybermobbing annehmen kann. In dieser Forschungsarbeit wird diese Studie herangezogen, um mögliche Ausmaße des Cybermobbings zu verdeutlichen. (Calvete, Estévez, Orue, Padilla&Villadrón,2010).

Nayla Fawzi hat sich 2009 mit ihrer Untersuchung in Deutschland beschäftigt. Sie untersucht mittels qualitativen Interviews (Experteninterview, Interviews mit Opfern) das Verhalten der Täter, die Ursachen des Cybermobbings und die Auswirkungen auf die Opfer. (Fawzi, 2009.) Juliana Raskauskas und Ann Stoltz haben 2007 eine Studie durchgeführt, die sich mit der Beziehung zwischen der Beteiligung an der klassischen Form des Mobbings und der digitalen Form. Die in den USA durchgeführte Untersuchung befragte mittels Fragebogen 84 Jugendliche im Alter zwischen dreizehn bis achtzehn Jahren. Dadurch versuchen sie herauszufinden, ob Täter und Opfer des klassischen Mobbings, diese Rollen auch im Cybermobbing erfüllen. (Raskauskas & Stoltz, 2007).

JIM- Studie aus dem Jahren 2009 und 2010: bei den JIM Studien (Jugend, Information und Multimedia handelt es sich um eine in Deutschland jährlich durchgeführte Studie, welche vom Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest (Abkürzung: MPFS) ausgeführt wurde. Grundsätzlich beschäftigt sich diese Studie damit wie Jugendliche im Alter zwischen zwölf bis neunzehn Jahren mit Medien umgehen. Seit 2008 ist ebenfalls die Thematik des Cybermobbings Bestandteil der Untersuchung. (MPFS, 2010.)

Jan Pfetsch hat im Jahr 2011eine Untersuchung durchgeführt, in der er sich mit den Mittätern/ Zuschauern des Cybermobbings auseinandersetzt. Insgesamt wurden 30 Jugendliche aus Berlin im Alter zwischen vierzehn bis siebzehn Jahren befragt. Es wurden Fokusgruppe gebildet denen er Fallbeispiele zum Cybermobbing gezeigt hat und die Jugendlichen haben hierbei ihre Erfahrungen zu dem Thema dargelegt. Dadurch sollte herausgefunden werden, wie sich die Zuschauer bei Cybermobbing – Attacken verhalten und wie sie dieses Verhalten rechtfertigen und welche Formen von Cybermobbing den Jugendlichen begegnet ist. (Pfetsch, 2012.).

Michele Ybarra und Kimberly Michelle haben sich in ihrer 2004 durchgeführten Studie mit einer Form des Cybermobbings befasst- dem Harassment. Hier versuchen sie eine mögliche Verbindung zwischen dem Auftreten dieser Cybermobbing- Form bei den Tätern und ihre Beziehung zu der Bezugsperson festzustellen. Der Fokus hier liegt beim psychologischen Aspekt in Bezug auf die Teilnahme von Jugendlichen am Harassment. (Ybarra & Michelle, 2014.)

Die moderne Form des Mobbings – Cybermobbing

Begriffserklärung Mobbing: In der Fachliteratur sind zahlreiche Definitionen zum Phänomen Mobbing vorzufinden. Ursprünglich wurde der Begriff in einem ganz anderen Kontext verwendet. Konrad Lorenz ein renommierter österreichischer Verhaltensforscher benutzte den Begriff Mobbing bereits im Jahr 1963. Mit seiner Begriffserklärung beschrieb er das Verhalten von Gänsen, die, in einer Gruppe agierend, aggressiv gegen ein Ihnen als alleiniges Individuum überlegenes Tier vorgingen. (Dambach, 2011). Die allgemeine und erste Definition des heutigen Mobbingbegriff geht auf den deutschen Psychologen Heinz Leymann aus dem Jahr 1993 zurück. Leymann hat zum Thema Mobbing geforscht und definierte dieses folgendermaßen: „Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen“ (Leymann, H.,2013, S.21). Dieser Aspekt stellt sich insofern als problematisch dar, da aufgrund dessen wissenschaftliche Studien nicht vom selben Ausgangspunkt ausgehen können, was tatsächlich als Mobbing klassifiziert werden kann und was nicht. Das in dieser Forschungsarbeit thematisierte Phänomen Cybermobbing spielt sich in der digitalisierten Welt mit Smartphones, Internet und Co. ab und besitzt eine eigene Definition, da es sich in einigen Merkmalen vom „traditionellen Mobbing“ unterscheidet. Die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit erläutert.

Eine wirklich einheitliche Definition zum Cybermobbing existiert in der Literatur noch nicht. (Vandebosch & Van Cleemput, 2009). Seinen Ursprung hat der Begriff „Cybermobbing“ im Mobbing, welches sich von „to mob“ (eine englische Bezeichnung für anpöbeln, bedrä ngen, ü ber jemanden herfallen) ableitet. Unter Wissenschaftlern hat sich die Beschreibung von einem Doktoranten der Universität für Kommunikation im US-Bundesstaat Arizona namens Robert Tokunaga, als allgemeingü ltig etabliert. Bei Tokunagas Definition handelt es sich, um eine Art Zusammenfassung vieler englischsprachiger Ergebnisse, die versuchen das Phä nomen Cybermobbing zu erläutern. Laut Tokunaga ist Cybermobbing „ any behavior performed through electronic or digital media by individuals or groups that repeatedly communicates hostile or aggressive messages intended to inflict harm or discomfort on others.” (Tokunaga, 2010, S.). Somit gilt die allgemein anerkannte Definition des Cybermobbings „absichtliche, wiederholte, aggressive Handlungen unter Zuhilfenahme von neuen Technologien wie z. B. PC oder Smartphone.“ (Marx, 2017, S.24). Diese Merkmale für das traditionelle Mobbing wurden erstmals von Dan Olweus einem skandinavischen Psychologen formuliert.

Begriffserklärungen Social Media und Cyberspace:

Der Begriff Social Media kann ins Deutsche mit dem Ausdruck soziale Medien übersetzt werden. In der Fachliteratur finden sich zahlreiche unterschiedliche Definitionen zum Begriff soziale Netzwerke. Der Autor Hajo Hippner (2006) bezieht sich bei seiner Definition auf den Softwareaspekt, welcher die Basis für das Social Media bildet. In seinem Buch „Bedeutung, Anwendung und Einsatzpotenzial von Social Software“beschreibt er den Begriff wie folgt: „Social Media ist also die Basis für den kommunikativen Austausch zwischen Usern auf unterschiedliche Kanalangebote wie Facebook, Twitter oder Google +.“ (Hippner, 2006, S.12). Im Vergleich dazu zitiert der Bundesverband Digitale Wirtschaft im Jahr 2009 Social Media, als „eine Vielfalt digitaler Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu Gestalten. Die Interaktion umfasst den gegenseitigen Austausch von Informationen, Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen sowie das Mitwirken an der Erstellung von Inhalten…“ (Bundesverband-Digitale-Wirtschaft,2009, In den vergangen Jahren wurde das Wort „cyber“ für fast alles verwendet, was in irgendeiner Art und Weise mit Computer und Netzwerken zu tun hat. Die estländischen Professoren Rain Ottis und Peeter Lorenis (2010) haben den Begriff Cyberspace folgendermaßen definiert: „cyberspace is a time-dependent set of interconnected information systems and the human users that interact with these systems.” (Ottis & Lorenis, 2010.S.5). Beide gehen von der Annahme aus, dass es keine eindeutige Definition vom Cyberspace gibt sowie die Auswirkungen, die es auslösen kann. Allerdings bietet sich laut den Professoren als Erklärung an, dass es sich beim Cyberspace um miteinander verbundene Informationssysteme handelt die zeitlich abhängig sind sowie von menschlichen Benutzer, die mit diesen Systemen interagieren. (Ottis & Lorenis, 2010).

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Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Gewalt und Social Media. Cybermobbing bei Jugendlichen in sozialen Netzwerken
Hochschule
Universität Wien
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
39
Katalognummer
V499598
ISBN (eBook)
9783346016867
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gewalt, social, media, cybermobbing, jugendlichen, netzwerken
Arbeit zitieren
Andrea Cu (Autor), 2018, Gewalt und Social Media. Cybermobbing bei Jugendlichen in sozialen Netzwerken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499598

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