Ich habe mich mit dem Thema Pflegeverhältnis und Besuchskontakte befasst, da dies für mich immer aktueller wird.
Es wird versucht, immer mehr Heimunterbringungen zu vermeiden, obwohl der Bedarf an Jugendhilfe im Allgemeinen immer größer ist. Allein schon aus Kostengründen verstärken die Städte das Personal der Pflegekinderdienste, um mehr Pflegefamilien installieren zu können, daher finden auch mehr Besuchskontakte im Pflegekinderwesen statt.
Dieses prekäre Thema hat mich in meinem Praxissemester im Pflegekinderdienst sehr beschäftigt, außerdem betreue ich schon seit etwa drei Jahren im Sinne der Einzelbetreuung ein Pflegekind (siehe Fallbeispiel II), bei dessen Pflegeverhältnis die Umgangssituation auch sehr problematisch ist.
Wichtig für mich ist, dass die Leser meiner Arbeit verstehen können, welche Problematik ein Umgangskontakt mit sich bringen kann und was zu tun ist, um Umgangskontakte möglichst erhalten zu können und dies zum Wohl des Kindes zu tun.
Anzumerken ist allerdings: Es gibt sehr viele Umgangskontakte, die beispielhaft ablaufen, in meiner Arbeit beschäftige ich mich aber eher mit dem problematischen Teil der Besuchskontakte.
Meine oberste Priorität bzw. der Leitfaden meiner Arbeit ist also:
Besuchskontakte so positiv wie möglich für das Kindeswohl gestalten!!!
Um eventuell auftretender Missverständnisse vorzubeugen, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich bei Funktionsbegriffen der Einfachheit halber immer die männliche Form gewählt habe.
Trotzdem ist jedes Mal auch die weibliche Form mit gemeint.
Inhaltsverzeichnis
- Mind Map
- I Theorie
- 1. Einführung
- 1.1 Konstruktivismus
- 1.2 Anliegen meiner Arbeit
- 2. Grundlagen
- 2.1 Bindungstheorie
- 2.1.1 Grundannahmen der Bindungstheorie
- 2.1.2 Bindungsstile
- 2.1.3 Bezug zum Pflegekinderwesen
- 2.2 Rechtliche Grundlagen
- 2.2.1 Elterliche Sorge
- 2.2.2 Verbleibensanordnung
- 2.3 Kindeswohlgefährdung
- 2.3.1 Der Paragraph 1666 BGB
- 2.3.2 Konsequenzen aus §1666 BGB
- 2.1 Bindungstheorie
- 3. Was bedeutet Vollzeitpflege?
- 3.1 Vom Bewerbergespräch bis hin zur Vermittlung eines Kindes
- 3.1.1 Bewerbergespräche
- 3.1.2 Kontaktaufnahme
- 3.1.3 Vermittlung
- 3.2 Zur Dimension des Pflegeverhältnisses
- 3.2.1 Situation des Kindes
- 3.2.2 Situation der Herkunftsfamilie
- 3.2.3 Situation der Pflegefamilie
- 3.1 Vom Bewerbergespräch bis hin zur Vermittlung eines Kindes
- 4. Besuchskontakte
- 4.1 Rechtliche Gegebenheiten zum Umgang
- 4.1.1 Wesentliche Paragraphen
- 4.1.2 Kurzer Kommentar zu den Paragraphen
- 4.2 Umgangsformen
- 4.2.1 Häufigkeit
- 4.2.2 Ort des Besuchskontaktes
- 4.3 Umgangsausschluss
- 4.3.1 Traumatisierte Pflegekinder
- 4.3.2 Indikatoren für einen Umgangsausschluss
- 4.4 Der Begleitete Umgang
- 4.1 Rechtliche Gegebenheiten zum Umgang
- II Praxis
- 1. Die Arbeit im Pflegekinderwesen
- 1.1 Arbeit mit dem Kind
- 1.2 Arbeit mit der Herkunftsfamilie
- 1.3 Arbeit mit der Pflegefamilie
- 2. Fallbeispiel I Familie Maier
- 2.1 Vorgeschichte
- 2.2 Fallverlauf
- 3. Fallbeispiel II Familie Wenz
- 3.1 Vorgeschichte
- 3.2 Situation in der Pflegefamilie
- 3.3 Interview
- 1. Die Arbeit im Pflegekinderwesen
- III Reflexion
- IV Zusammenfassung für den eiligen Leser
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der komplexen Thematik von Besuchskontakten im Kontext von Pflegekindersituationen. Sie untersucht, unter welchen Bedingungen Besuchskontakte zwischen Pflegekindern und ihren Herkunftsfamilien zur Kindeswohlgefährdung werden können.
- Die Relevanz der Bindungstheorie für das Verständnis von Pflegekindersituationen
- Die rechtlichen Grundlagen und Besonderheiten im Umgang mit Pflegekindern und Besuchskontakten
- Die Herausforderungen und Chancen von Besuchskontakten für die Entwicklung des Kindes
- Die Rolle der Pflegefamilie und der Fachkräfte im Umgang mit Besuchskontakten
- Die Bedeutung der Kindeswohlgefährdungsbeurteilung im Kontext von Besuchskontakten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die theoretischen Grundlagen, wobei der Fokus auf den Konstruktivismus gelegt wird. Der zweite Abschnitt befasst sich mit der Bindungstheorie und ihren Implikationen für die Situation von Pflegekindern. Im Anschluss werden rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere das Thema der elterlichen Sorge und die rechtliche Definition von Kindeswohlgefährdung, beleuchtet.
Der dritte Teil der Arbeit widmet sich dem Konzept der Vollzeitpflege und beschreibt den Weg vom Bewerbergespräch bis zur Vermittlung eines Kindes. Besonderes Augenmerk wird auf die Situation des Kindes, der Herkunftsfamilie und der Pflegefamilie gelegt.
Im vierten Kapitel werden Besuchskontakte im Kontext von Pflegekindersituationen umfassend behandelt. Dazu gehören rechtliche Aspekte, verschiedene Umgangsformen, der Umgangsausschluss und der begleitete Umgang.
Der praktische Teil der Arbeit präsentiert zwei Fallbeispiele, die die Herausforderungen und Chancen von Besuchskontakten in der Praxis verdeutlichen. Schließlich wird in der Reflexion die eigene Arbeit kritisch betrachtet.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit sind: Pflegekinderwesen, Besuchskontakte, Kindeswohlgefährdung, Bindungstheorie, Konstruktivismus, Rechtliche Grundlagen, Vollzeitpflege, Fallbeispiele, Herkunftsfamilie, Pflegefamilie.
Häufig gestellte Fragen
Wann können Besuchskontakte das Kindeswohl gefährden?
Besuchskontakte können gefährdend sein, wenn sie das Kind traumatisieren, Loyalitätskonflikte schüren oder die Stabilität in der Pflegefamilie massiv stören.
Welche Rolle spielt die Bindungstheorie im Pflegekinderwesen?
Sie hilft zu verstehen, wie Kinder Bindungen zu Pflegeeltern aufbauen und wie die Beziehung zur Herkunftsfamilie diese Bindung beeinflussen oder belasten kann.
Was ist ein „begleiteter Umgang“?
Dies ist eine Form des Besuchs, bei der eine neutrale Fachkraft anwesend ist, um die Sicherheit des Kindes zu gewährleisten und die Interaktion positiv zu unterstützen.
Wann ist ein Umgangsausschluss rechtlich möglich?
Ein Ausschluss ist nach § 1666 BGB möglich, wenn der Umgang das Wohl des Kindes nachhaltig gefährdet und mildere Mittel (wie Begleitung) nicht ausreichen.
Welche Herausforderungen haben Pflegeeltern bei Besuchskontakten?
Pflegeeltern müssen oft die emotionalen Reaktionen des Kindes vor und nach den Besuchen auffangen und gleichzeitig eine professionelle Distanz zur Herkunftsfamilie wahren.
- 1. Einführung
- Quote paper
- Melanie Bongers (Author), 2005, Wenn Besuchskontakte zur Pflege-Kindeswohlgefährdung werden..., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49960