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Ist Nudging ein effektives Instrument zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung durch Konsumenten?

Title: Ist Nudging ein effektives Instrument zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung durch Konsumenten?

Bachelor Thesis , 2018 , 44 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Brigitte Molter (Author)

Economics - Statistics and Methods
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Diese Arbeit geht der Frage nach, ob Konsumenten durch den Einsatz von Nudges zu einem bewussteren und ressourcenschonenderen Umgang mit Nahrungsmitteln motiviert werden können, um so die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Darüber hinaus wird untersucht, welche Nudges gegebenenfalls zu diesem Zweck eingesetzt werden können.Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehen weltweit rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel verloren, das heißt sie werden nicht von Menschen verzehrt. Dabei verteilen sich die Einbußen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg auf Landwirtschaft, Industrie, Handel, Großverbraucher und Konsumenten. Dadurch werden in hohem Maß unnötig Ressourcen verbraucht. Die Auswirkungen sind ökologischer, ökonomischer sowie sozialer Natur.

Der Lebensmittelsektor ist sehr komplex: Einerseits sind Teile der Welt charakterisiert durch Unterernährung, unsichere Nahrungsversorgung und durch Bevölkerungswachstum und Klimawandel belastete Ressourcen. Andererseits stehen die industrialisierten Regionen, in denen nur ein kleiner Teil des Haushaltseinkommens für Ernährung ausgegeben wird, vor Herausforderungen durch Überernährung und Fettleibigkeit. Insgesamt gibt aber die Größenordnung der verschwendeten Lebensmittel Anlass für eine genauere Betrachtung der Problematik. In der Literatur werden verschiedene Ansätze zur Erreichung dieses Ziels diskutiert. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der aus der Verhaltensökonomie stammende Ansatz des Nudging ein zielführendes Instrument darstellt, die Lebensmittelverschwendung auf der Ebene der Konsumenten zu verringern. Dafür werden das globale Ausmaß der Lebensmittelverluste und die Verteilung entlang der Wertschöpfungskette dargestellt.

Im Anschluss daran erfolgt eine theoretische Einführung in das Konzept des Nudgings und eine Abgrenzung zu anderen Instrumenten zur Steuerung des Konsumentenverhaltens. Durch Auswertung vorliegender Studien zum Einsatz von Nudges zur Prävention von Lebensmittelverschwendung soll die Wirksamkeit des Konzepts untersucht werden. Dabei wird das Konsumentenverhalten sowohl in privaten Haushalten als auch in der Außer-Haus-Verpflegung betrachtet. Die Betrachtung beschränkt sich hierbei auf Selbstbedienungs-Einrichtungen wie Buffet-Restaurants, Schul-Cafeterias, oder Universitäts-Mensen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Problem der Lebensmittelverschwendung

2.1. Begriffsbestimmungen

2.2. Dimension der Lebensmittelverschwendung entlang der Wertschöpfungskette

2.3. Auswirkungen von Lebensmittelverschwendung

2.4. Ursachen und Treiber von Lebensmittelverschwendung

3. Ansätze zur Verminderung der Lebensmittelverschwendung durch Endverbraucher

3.1. Klassische Instrumente

3.2. Der verhaltensökonomische Ansatz

3.3. Beeinflussung des Verbraucherverhaltens mit Hilfe verhaltensökonomischer Interventionen

3.3.1. Das Konzept des Nudging

3.3.2. Nudging als Instrument zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung durch Konsumenten

4. Empirische Befunde

4.1. Akzeptanz von Nudges durch die Konsumenten

4.2. Erinnerungs-Nudges

4.3. Defaults

4.4. Soziale Normen

5. Diskussion

6. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Potenzial des verhaltensökonomischen Ansatzes des „Nudging“ als Instrument zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung auf Ebene der Endverbraucher. Dabei wird analysiert, ob durch die gezielte Gestaltung von Entscheidungsumfeldern (Entscheidungsarchitektur) ein bewussterer Umgang mit Nahrungsmitteln in privaten Haushalten sowie in der Außer-Haus-Verpflegung motiviert werden kann, um ökologische und ökonomische Ineffizienzen zu mindern.

  • Analyse der Ursachen und Treiber von Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette.
  • Gegenüberstellung klassischer Regulierungsansätze mit verhaltensökonomischen Interventionen.
  • Untersuchung der Wirkungsweise von Nudges, wie Defaults, Erinnerungen und sozialen Normen.
  • Evaluation empirischer Studien zur Akzeptanz und Wirksamkeit von Nudges in Kantinen und privaten Haushalten.
  • Diskussion von Zielkonflikten und Forschungspotenzialen für zukünftige Anwendungsfelder.

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Das Konzept des Nudging

Als ein mögliches Werkzeug, die Verbraucherentscheidungen dahingehend zu beeinflussen, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden, gilt das so genannte Nudging (HLPE 2014, S. 72). Thaler und Sunstein (2003, S. 175-179) haben mit ihrem Konzept des libertären Paternalismus ein Programm entwickelt, individuelle Entscheidungskontexte durch Nudges, also sanfte „Anstupser“ zu beeinflussen. Es ist auf das intuitive Entscheidungssystem gerichtet mit dem Ziel, die Konsumenten ohne Zwang dahingehend zu beeinflussen, dass sie quasi automatisch die bessere, also z.B. gesündere, finanziell attraktivere, umweltfreundlichere Alternative wählen. Als die bessere Alternative wird dabei diejenige betrachtet, die die Menschen selbst wählen würden, sofern sie über vollkommene Information, unbegrenzte Rationalität und ausreichende Selbstkontrolle verfügten. Nach Ansicht der Autoren ist die Annahme, dass Menschen automatisch Entscheidungen treffen, die ihren Interessen entsprechen, jedoch falsch. Daher treten sie für eine Beeinflussung der Entscheidungssubjekte durch Nudges ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der weltweiten Lebensmittelverschwendung ein, verdeutlicht die ökologischen sowie sozialen Auswirkungen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Effektivität von Nudging.

2. Das Problem der Lebensmittelverschwendung: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffsbestimmungen, analysiert das globale Ausmaß der Lebensmittelverluste entlang der Wertschöpfungskette und untersucht die ökonomischen und ökologischen Folgen sowie die Ursachen für das Verschwendungsverhalten.

3. Ansätze zur Verminderung der Lebensmittelverschwendung durch Endverbraucher: Es werden klassische Instrumente diskutiert und der verhaltensökonomische Ansatz eingeführt, wobei das Konzept des Nudging sowie die Gestaltung der Entscheidungsarchitektur als alternative Lösungswege detailliert beschrieben werden.

4. Empirische Befunde: Dieses Kapitel präsentiert und bewertet aktuelle Studien zu den verschiedenen Arten von Nudges, wie Defaults und sozialen Normen, sowie deren praktische Anwendbarkeit in Restaurants, Kantinen und Privathaushalten.

5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei die Vor- und Nachteile von Nudging, ethische Bedenken hinsichtlich Manipulation sowie die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf unterschiedliche Lebensbereiche erörtert werden.

6. Ausblick: Der Ausblick identifiziert bestehende Forschungslücken, thematisiert mögliche Zielkonflikte und diskutiert das Potenzial digitaler Lösungen für ein nachhaltigeres Konsumverhalten.

Schlüsselwörter

Lebensmittelverschwendung, Nudging, Verhaltensökonomik, Entscheidungsarchitektur, Nachhaltiger Konsum, Endverbraucher, Lebensmittelabfälle, Konsumentenverhalten, Internalitäten, Defaults, soziale Normen, Attitud-Behavior-Gap, Gemeinschaftsverpflegung, Ressourcenschonung, Ernährungsverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Problem der Lebensmittelverschwendung durch private Konsumenten und prüft, ob verhaltensökonomische Instrumente – sogenannte Nudges – dabei helfen können, das Verschwendungsverhalten effektiv zu reduzieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche Lebensmittelökonomie, Nachhaltigkeit, Verhaltenspsychologie und Konsumentenwissenschaften, um Ursachen von Lebensmittelabfällen zu identifizieren und Lösungsstrategien abzuleiten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet, ob Konsumenten durch den Einsatz von Nudges zu einem bewussteren und ressourcenschonenderen Umgang mit Nahrungsmitteln motiviert werden können, um dadurch die Lebensmittelverschwendung zu verringern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle der Verhaltensökonomik sowie der Auswertung empirischer Studien und Feldexperimente, die Nudges in verschiedenen Kontexten (z.B. Kantinen) untersucht haben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen für Lebensmittelverschwendung, stellt klassische vs. verhaltensökonomische Interventionsansätze gegenüber, erklärt die Konzepte der Entscheidungsarchitektur und evaluiert empirische Befunde zu spezifischen Nudges wie Defaults oder Erinnerungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Nudging, Lebensmittelverschwendung, Entscheidungsarchitektur, nachhaltiger Konsum, Verhaltensökonomik und Konsumentenverhalten.

Warum sind klassische Verbote bei Lebensmittelabfällen oft ineffektiv?

Klassische Verbote werden von Konsumenten oft als zu rigide empfunden, sind in der privaten Sphäre kaum kontrollierbar und adressieren nicht die zugrundeliegenden psychologischen Heuristiken oder Planungsprobleme, die zu Verschwendung führen.

Welche Rolle spielen "Internalitäten" bei diesem Problem?

Internalitäten beschreiben das Marktversagen innerhalb einer Person, wenn sie aufgrund von kognitiven Verzerrungen, wie der Gegenwartstendenz, kurzfristige Entscheidungen trifft, die ihren eigenen langfristigen Interessen und Zielen (z.B. sparsamer Umgang mit Lebensmitteln) widersprechen.

Was ist das "EAST-Framework"?

Das EAST-Framework ist ein Leitfaden für die Gestaltung von Nudges, der besagt, dass Interventionen einfach (easy), attraktiv (attractive), sozial relevant (social) und zeitlich klug (timely) gewählt sein sollten, um wirksam zu sein.

Welche Herausforderungen bestehen für die Zukunft?

Zukünftige Herausforderungen liegen in der Auflösung von Zielkonflikten (z.B. gesunde Ernährung vs. Abfallvermeidung), der Notwendigkeit einer systemweiten Kooperation aller Akteure und der Klärung, ob und wie digitale Technologien Nudges in privaten Haushalten unterstützen können.

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Details

Title
Ist Nudging ein effektives Instrument zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung durch Konsumenten?
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Brigitte Molter (Author)
Publication Year
2018
Pages
44
Catalog Number
V499663
ISBN (eBook)
9783346020437
ISBN (Book)
9783346020444
Language
German
Tags
Lebensmittelverschwendung Klimawandel Ernährung Welternährung Nudging Verhaltensökonomie Konsumentenverhalten Lebensmittel Ressourcen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Brigitte Molter (Author), 2018, Ist Nudging ein effektives Instrument zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung durch Konsumenten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499663
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