In der vorliegenden Arbeit soll die Polarisationstheorie der Wirtschaftsgeographie dargestellt werden und anhand von praktischen Beispielen überprüft werden, ob in der Theorie geschilderte Phänomene und Tendenzen in Gewinner- und Verliererregionen in Deutschland zu erkennen sind.
Die Polarisationstheorie wird dabei zunächst in den wissenschaftlichen Kontext raumwirtschaftlicher Theorien eingeordnet um ihren Ansatz zu verdeutlichen. Im anschließenden Kapitel soll die Theorie ausführlich erläutert und mit Musterbeispielen dargestellt werden. Im Anschluss daran folgt eine Kritik der Theorie.
In den dann folgenden Kapiteln werden je eine Gewinner- und eine Verliererregion aus Deutschland im Hinblick darauf untersucht, was diese Regionen zu Gewinnern bzw. Verlieren macht und ob sich eine Entwicklung im Sinne der Polarisationstheorie abgespielt hat. Im abschließenden Kapitel sollen die Ergebnisse der Arbeit noch einmal kurz zusammengefasst und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ansatz der Polarisationstheorie
2. Polarisationstheorie
2.1 Sektorale Polarisation
2.2 Regionale Polarisation
2.3 Kritik
2.4 Weiterentwickelte polarisationstheoretische Ansätze
2.4.1 Wachstumspolkonzepte
2.4.2 Zentrum-Peripherie-Modelle
3. Gewinnerregion Regensburg
3.1 Neuere Geschichte
3.2 Technologiestandort Regensburg
3.3 Infrastruktur und Wirtschaftskraft
4. Verliererregion Flensburg
4.1 Einleitung
4.2 Ursachen der negativen Entwicklung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der wirtschaftsgeografischen Polarisationstheorie auf reale regionale Entwicklungen in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, mittels einer Analyse von zwei konträren Fallbeispielen zu prüfen, ob sich in der Theorie beschriebene Wachstums- und Schrumpfungsprozesse empirisch in Gewinner- und Verliererregionen nachweisen lassen.
- Grundlagen der Polarisationstheorie (sektoral und regional)
- Kritische Würdigung der wissenschaftlichen Modelle
- Fallstudie zur Erfolgsentwicklung der Region Regensburg
- Fallstudie zur wirtschaftlichen Problematik der Region Flensburg
- Bewertung des Erklärungsgehalts von Polarisationsmodellen für die Praxis
Auszug aus dem Buch
2.2 Regionale Polarisation
Die Polarisationshypothese von Myrdal hat im Gegensatz zur sektoralen Polarisation Perrouxs einen räumlichen Bezug. Er vertritt eine Hypothese der zirkulären Verursachung eines kumulativen sozioökonomischen Prozesses um wirtschaftliche Entwicklung und Unterentwicklung zu erklären. Die Variablen eines Systems sind dabei unter marktwirtschaftlichen Bedingungen so miteinander verbunden, dass bei der Veränderung einer Variablen eine andere Variable in gleicher Richtung verändert wird und diese wiederum durch eine Rückkopplung die Intensität der ersten Veränderung erhöht und dadurch mit der Zeit einen kumulativen Prozess auslöst.
Es werden interdependente ökonomische Faktoren wie Nachfrage, Einkommen, Investition und Produktion verändert, sofern die Veränderung eine ausreichende Intensität und zeitliche Dauer hat. Die positive Veränderung bewirkt einen Wachstumsprozess, die negative Veränderung einen entsprechenden Schrumpfungsprozess. Der zirkulär verursachte Prozess bewirkt innerhalb eines Landes aber auch im internationalen Maßstab eine räumliche Differenzierung in Wachstumszentren und Regionen, die in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsabsicht, die Polarisationstheorie durch praktische Beispiele aus Deutschland zu verifizieren.
2. Polarisationstheorie: Darstellung theoretischer Grundlagen wie sektoraler und regionaler Polarisation sowie kritische Reflexion und Vorstellung weiterentwickelter Konzepte.
3. Gewinnerregion Regensburg: Analyse der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Regensburgs als Beispiel für erfolgreiche Ansiedlungspolitik und technologische Clusterbildung.
4. Verliererregion Flensburg: Untersuchung der negativen wirtschaftlichen Dynamik in Flensburg infolge von Strukturwandel und dem Verlust zentraler Arbeitgeber.
5. Fazit: Abschließende Bewertung, dass Polarisationsmodelle zur Erklärung komplexer regionaler Entwicklungsprozesse in der Praxis gut geeignet sind.
Schlüsselwörter
Polarisationstheorie, Wirtschaftsgeografie, Wachstumspole, Regionalentwicklung, Regensburg, Flensburg, Strukturwandel, kumulative Prozesse, Agglomeration, Innovationsprozesse, Zentrum-Peripherie-Modell, wirtschaftliche Disparitäten, Standortfaktoren, Beschäftigungswachstum, ökonomische Krise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftsgeografischen Polarisationstheorie und prüft deren Gültigkeit anhand von konkreten Beispielen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Theorie der sektoralen und regionalen Polarisation, das Wachstumspolkonzept sowie die empirische Analyse von Gewinner- und Verliererregionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob sich theoretische Annahmen über regionale Ungleichgewichte in den realen Entwicklungen der Städte Regensburg und Flensburg widerspiegeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine theoretische Herleitung der Polarisationstheorie vorgenommen, gefolgt von einer fallstudienbasierten empirischen Analyse der beiden untersuchten Regionen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriebetrachtung, gefolgt von der Analyse der „Gewinnerregion“ Regensburg und der „Verliererregion“ Flensburg.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Polarisationseffekte, kumulative Entwicklungsprozesse, Innovations-Cluster und regionale Disparitäten.
Warum wird Regensburg als Gewinnerregion betrachtet?
Regensburg gilt als Gewinner, da die Stadt durch die Ansiedlung von Hochschulen und großen Technologieunternehmen ein nachhaltiges wirtschaftliches und demografisches Wachstum erzielen konnte.
Welche Hauptursachen führten zur negativen Entwicklung in Flensburg?
Die negative Entwicklung in Flensburg wird primär durch den Abzug von Bundeswehrstandorten und den Wegfall wichtiger industrieller Arbeitgeber erklärt, was zirkuläre Schrumpfungsprozesse auslöste.
- Quote paper
- Christian Driever (Author), 2005, Gewinner- und Verliererregionen in Deutschland: empirische Bestätigung polarisationstheoretischer Ansätze?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49971