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Spricht das Libet-Experiment gegen die menschliche Willensfreiheit?

Title: Spricht das Libet-Experiment gegen die menschliche Willensfreiheit?

Term Paper , 2018 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dilara Diegelmann (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Im sogenannten Libet-Experiment konnten unbewusste elektrische Voraktivierungen im Gehirn für Handlungen zeitlich vor dem Bewusst-werden der Handlungsabsicht nachgewiesen werden. Gegenstand dieser Arbeit ist die Frage, ob die Existenz dieser unbewussten neuronalen Veränderungen beweist, dass der Mensch keinen freien Willen hat.

Der Eindeutigkeit halber soll zunächst der Begriff der Willensfreiheit geklärt werden. Danach wird das Libet-Experiment wiedergegeben. Im Anschluss wird auf unterschiedliche Interpretationen des Experiments eingegangen. Dazu werden zuerst Argumente gegen die Willensfreiheit und darauf folgend die Schlussfolgerungen Libets diskutiert. Anschließend werden diverse Kritikpunkte am Versuchsaufbau, Libets Äußerungen sowie naturwissenschaftlichen Methoden klassisch philosophische Fragen anzugehen, aufgeführt. Zuletzt soll ein Fazit darüber, was Libets Experiment aussagt, gezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Willensfreiheit?

2.1Kriterien eines starken Begriffs von Willensfreiheit

2.2Willensfreiheit vs. Handlungsfreiheit

- relative vs. absolute Freiheit

2.3Libets Definition von Willensfreiheit

2.4Inkompatibilismus

3 Das Libet-Experiment

4 Schlussfolgerungen

4.1Argumente gegen die Willensfreiheit

4.2Die Veto-Fähigkeit nach Libet

5 Kritik

5.1Am Experiment

5.2An der Veto-Theorie Libets

5.3An naturwissenschaftlichen Methoden klassisch philosophische Fragen anzugehen

6 Fazit

7 Anhang

7.1Tertiärliteratur

7.2Sekundärliteratur

7.3Primärliteratur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die philosophische und neurowissenschaftliche Debatte um die menschliche Willensfreiheit vor dem Hintergrund des klassischen Libet-Experiments. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob der Nachweis unbewusster neuronaler Voraktivierungen im Gehirn, die einer bewussten Handlungsentscheidung vorausgehen, zwingend den Schluss zulässt, dass der Mensch über keinen freien Willen verfügt, oder ob hierbei methodische sowie begriffliche Grenzen der Neurowissenschaften überschritten werden.

  • Analyse der Kriterien eines "starken" Begriffs von Willensfreiheit
  • Kritische Würdigung des Versuchsaufbaus und der Interpretation des Libet-Experiments
  • Untersuchung der Veto-Theorie als hypothetisches Schlupfloch für Willensfreiheit
  • Gegenüberstellung von neurophysiologischen "Ursachen" und menschlichen "Gründen"
  • Diskussion des interdisziplinären Dialogs zwischen Natur- und Geisteswissenschaften

Auszug aus dem Buch

3 Das Libet-Experiment

Das besagte Experiment wurde von dem amerikanischer Neurophysiologen Benjamin Libet 1979 durchgeführt.32 Jahre darauf folgten Kontrolluntersuchungen von Haggard und Eimer.33 Neun Versuchspersonen wurden von Libet gebeten, mit einem Finger innerhalb einer vorgegebenen Zeit von maximal drei Sekunden auf einen bestimmten Knopf zu drücken.34 Danach sollten sie den Zeitpunkt berichten, „zu [dem] sie zuallererst das Bewußtsein des Wunsches oder Drangs zu handeln hatte[n]“.35 Um diesen möglichst genau bestimmen zu können, hielten sie ihren Blick auf das Zentrum eines Bildschirms, auf welchem sich der Lichtfleck eines Kathodenstrahlzilloskops um die Scheibe eines Oszilloskops bewegte, gerichtet.36 Den Punkt kann man sich ähnlich wie den Sekundenzeiger einer gewöhnlichen Uhr vorstellen, aber mit einer etwa 25mal höheren Geschwindigkeit. „Jede der markierten ‚Sekunden‘ entlang der Peripherie der Scheibe entsprach damit etwa 40ms.“37 Anhand der Stellung des Lichtflecks, die die Versuchspersonen sich in dem Moment merken sollten, zu dem sie sich ihres Handlungswunsches bewusst wurden, wurde nach dem Experiment der Zeitpunkt der Handlungsabsicht (W) errechnet.38 Während der Versuche wurden von einem Gleichstromsystem mit einer aktiven Elektrode auf der Kopfhaut der Versuchspersonen, entweder auf der Kopfspitze in der Mitte oder auf der linken Seite (kontralateral zur ausführenden rechten Hand) ungefähr über dem motorischen/prämototrischen Rindengebiet, das die Hand steuert, elektrische Impulse gemessen. Außerdem diente ein Elektromyogramm des aktivierten Muskels an der Hand dazu, den Zeitpunkt der Muskelaktivität durch das Drücken des Knopfes zu bestimmen.39 Das Vorgehen wurde jeweils 40 mal wiederholt.40 Aus den ermittelten Daten wurde daraufhin der Durchschnitt errechnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Problem der Willensfreiheit und die historische Verschiebung der Debatte von der Metaphysik hin zum neurophysiologischen Experiment.

2 Was ist Willensfreiheit?: Definition der zentralen Begriffe, insbesondere des starken Begriffs der Willensfreiheit, sowie Abgrenzung zwischen Willens- und Handlungsfreiheit.

3 Das Libet-Experiment: Detaillierte Darstellung des Versuchsaufbaus und der methodischen Durchführung von Benjamin Libet zur Messung von Bereitschaftspotentialen.

4 Schlussfolgerungen: Diskussion der Argumente gegen die Willensfreiheit auf Basis der experimentellen Ergebnisse sowie Vorstellung der Veto-Theorie.

5 Kritik: Umfassende Auseinandersetzung mit methodischen Schwachstellen des Experiments und erkenntnistheoretischen Einwänden gegen die Reduktion von Gründen auf rein neuronale Ursachen.

6 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass Libets Experiment die Willensfreiheit zwar einschränkt, sie aber nicht vollständig widerlegt.

7 Anhang: Auflistung der verwendeten Primär-, Sekundär- und Tertiärliteratur.

Schlüsselwörter

Willensfreiheit, Libet-Experiment, Neurowissenschaften, Determinismus, Bereitschaftspotential, Handlungsfreiheit, Akteurskausalität, Veto-Fähigkeit, Philosophie des Geistes, Hirnforschung, Inkompatibilismus, Mentale Verursachung, Neuronale Korrelate, Subjektivität, Handlungstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob die Ergebnisse des berühmten Libet-Experiments und die daraus abgeleiteten neurowissenschaftlichen Erkenntnisse beweisen, dass der Mensch über keinen freien Willen verfügt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Willensfreiheit, die Auswertung elektrophysiologischer Messungen von Hirnaktivität und die philosophische Debatte über Determinismus versus Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die neurowissenschaftliche Interpretation von Bereitschaftspotentialen ausreicht, um den menschlichen Willensakt als bloße Illusion zu deklassieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, um die empirischen Ergebnisse von Libet im Kontext bestehender Theorien zur Willensfreiheit zu reflektieren und methodische Schwächen aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Libet-Experiment und seine Folgestudien detailliert beschrieben, gefolgt von einer kritischen Diskussion der Argumente für und gegen die Willensfreiheit sowie der Rolle der Veto-Fähigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Willensfreiheit", "Libet-Experiment", "Determinismus", "Bereitschaftspotential" und "Handlungstheorie" charakterisiert.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Ursachen und Gründen eine Rolle?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie hinterfragt, ob menschliches Handeln auf rein naturwissenschaftliche Kausalprozesse (Ursachen) reduziert werden kann oder ob es einer anderen Kategorie (Gründe) bedarf, um Freiheit zu begründen.

Was besagt die Veto-Theorie nach Libet?

Libet schlägt vor, dass der bewusste Wille zwar keine Handlung initiieren, aber eine bereits vom Gehirn eingeleitete Bewegung kurz vor Ausführung durch ein Veto unterdrücken könne, was dem freien Willen einen begrenzten Spielraum lässt.

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Details

Title
Spricht das Libet-Experiment gegen die menschliche Willensfreiheit?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Philosophie)
Course
Seminar "Willensfreiheit"
Grade
1,3
Author
Dilara Diegelmann (Author)
Publication Year
2018
Pages
19
Catalog Number
V499746
ISBN (eBook)
9783346037848
ISBN (Book)
9783346037855
Language
German
Tags
Philosophie praktische Philosophie Willensfreiheit Libet Neurowissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dilara Diegelmann (Author), 2018, Spricht das Libet-Experiment gegen die menschliche Willensfreiheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499746
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