Leandro Fernández de Moratíns "El sí de Niñas". Die Frau im spanischen Drama des 18. Jahrhunderts


Seminararbeit, 2019

26 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Spanien im 18. Jahrhundert
2.1. Historischer Hintergrund
2.2. Soziokultureller Hintergrund
2.3. Die spanische Frau in der Gesellschaft des 18.Jhdt

3. Das Drama im 18. Jahrhundert
3.1. Grundlagen – Vom Barock zum Neoklassizismus
3.2. Situation des spanischen Theaters im 18. Jahrhundert
3.3. Leandro Fernández de Moratín
3.3.1. El sí de las niñas

4. Motive der Aufklärung in El si de las niñas
4.1. Frauenfiguren
4.2. Familie und Freundschaft
4.3. Hombre de bien
4.4. Geld
4.5. Liebe
4.6. Entscheidungsfreiheit der Frau
4.7. Erziehung
4.8. Ungleiche Ehe

5. Zusammenfassung

6.Bibliographie

Frauenbilder in El sí de las niñas

- Die Frau im spanischen Drama des 18. Jahrhunderts.

1 . Einleitung

Obwohl Spanien lange Zeit als das Land ohne Aufklärung gehandhabt wurde, rückte das 18.Jahrhundert in den letzten Jahrzehnten immer mehr in den Fokus der Literaturwissenschaften. Geprägt von einem drastischen Umschwung, weg von dem goldenen Zeitalter hin zur von Frankreich beeinflussten Aufklärung, unterlag auch das Theater einem großen Wandel. Das einst pompöse Barocktheater trat zunehmend in den Hintergrund und wurde ab Mitte des 18.Jhdt. vom neoklassizistischen Theater abgelöst. In den einzelnen Komödien und Tragödien spiegelten sich die soziokulturellen Gegebenheiten der Zeit wider und gesellschaftliche Problematiken wurden aufgegriffen. Hervorgehend aus dem englischen Empirismus, dem Sensualismus und dem französischen Rationalismus entwickelten sich die zentralen Ideen der Aufklärung, die unter anderem Werte wie Humanität, Weltbürgertum, Vernunft und den wissenschaftlichen Fortschritt vertraten. Auch der gesellschaftliche und moralische Status der Frau spielte zunehmend eine Rolle, worauf auch der Fokus dieser Arbeit gerichtet ist. Zusätzlich legen wir einen Schwerpunkt auf die Erziehung, Bildung und Entscheidungsfreiheit der Frau im 18.Jhdt. in Spanien, sowie auf ihre geschlechterspezifische Rolle im gesellschaftlichen Kontext.

Ziel der Arbeit ist es, besagte Themen in der neoklassizistischen Komödie El sí de las niñas von Leandro Fernández de Moratín wiederzufinden und zu interpretieren. Dabei stellt sich die zentrale Frage, wie das damals vorherrschende Frauenbild von Moratín aufgegriffen und in seinem Werk thematisiert wurde und welche Motive der Aufklärung allgemein im Stück behandelt werden.

Nach einem kurzen historischen Abriss und einem kulturellen Überblick der Gesellschaft im 18. Jahrhundert in Kapitel 2.1. und 2.2., blicken wir in Kapitel 2.3. bereits genauer auf die spanische Frau zur Zeit der Aufklärung. Anschließend wenden wir uns dem spanischen Theater zu. Unter anderem werden dabei allgemeine Grundlagen, das Theaterleben in Madrid und die Gattungen des Theaters im 18.Jahrhundert besprochen. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf Leandro Fernández de Moratín und dessen Werk El sí de las niñas . An Hand dieses Werkes werden in Kapitel 4 die wichtigsten Merkmale im Hinblick auf das Frauenbild und die Aufklärung im 18. Jahrhundert herausgearbeitet und diskutiert.

2 . Spanien im 18. Jahrhundert

2.1. Historischer Hintergrund

Nach dem Tod des spanischen Königs Karl I. zur Jahrhundertwende, stand Spanien vor der großen Frage der Nachfolge. Da Karl I. keine Kinder hatte, bestimmte er den Bourbonen Philipp von Anjou, den Enkel des französischen Königs Ludwig XIV zum Thronfolger. Der deutsche Kaiser Leopold I. wollte allerdings seinen zweiten Sohn Karl auf den spanischen Thron bringen und wurde dabei auch von England und Holland unterstützt. Es folgte ein Erbfolgekrieg, der von 1701 bis 1714 andauerte und das Land in zwei Lager spaltete. Katalonien, Aragón und Valencia wollten Karl auf dem Thron sehen, während Philipp vom Rest des Landes Unterstützung fand. Im Frieden von Utrecht im Jahr 1713 verlor Spanien schließlich all seine zentraleuropäischen Besitzungen, Philipp konnte den Krieg für sich entscheiden und bestieg als Felipe V den Thron. Dieser versuchte, bis zum Ende seiner Regierungszeit im Jahr 1746, Spanien durch eine verbesserte Innenpolitik, Verwaltungs- und Steuerreformen, sowie durch eine gezielte Förderung des Handels und der Industrie, nach französischem Vorbild, zentralistisch umzugestalten und zu modernisieren. Als sein zweiter Sohn, Ferdinand VI., den Thron übernahm, versuchte dieser das Schaffen seines Vaters fortzuführen und erreichte einen ökonomischen Aufschwung. 1759 bestieg dessen Bruder, der zuvor König von Neapel und Sizilien war, Karl III. den Thron. Unter ihm fanden zahlreiche Reformen statt und der aufgeklärte Absolutismus erreichte seinen Höhepunkt. Seine Reformen richteten sich auch gegen die Interessen des Adels und des Klerus weshalb es 1766 in Madrid zum Aufstand kam, bekannt als „Motín de Esquilache“.1

Vordergründiger Anlass dieses Aufstandes war das Verbot des typischen Sombreros und des langen Mantels ( capa larga ). Stattdessen sollten von nun an Dreispitz und der französische Kurzmantel getragen werden, um sich so ganz im Sinne des Fortschrittes zu kleiden und Verbrechen, die im Versteck des großen Hutes und Mantels leichter zu begehen waren, sollten somit verhindert werden. Initiator dieses Gesetzes, welches einen enormen Eingriff in die altspanischen Gewohnheiten darstellte, war der italienische Berater des Königs Marqués de Esquilache. 2 In diesem Aufstand kam nun die Unzufriedenheit des Adels und des Klerus mit der Politik Karl III. zum Ausdruck, der ihre privilegierten Rechte kürzte und sie gegen bürgerliche und ausländische Berater austauschte.3

Infolgedessen wurden die italienischen Berater des Königs entlassen und durch spanische Aufklärer wie Floridablanca und Campomanes ersetzt. Karl III. nutze den Aufstand aber auch zu seinen Gunsten, indem er seinen Reformgegnern, den Jesuiten, die Schuld zuwies und deren Vertreibung veranlasste. 1788 bestieg Karl IV. den Thron, der allerdings nicht an die Erfolge seines Vaters anschließen konnte. Ein Jahr später, mit Beginn der französischen Revolution, brach auch in Spanien Panik aus und der Staat orientierte sich wieder mehr an der Kirche.4

Hinzu kam, dass die Inquisition wieder mehr Bedeutung und Macht zugeschrieben bekam, die Grenze zu Frankreich abgeriegelt wurde und durch das Verbot der Presse aufklärerische Ideen blockiert wurden.5 Mit dem Einmarsch Napoleons 1806 kam schließlich dessen Bruder Joseph auf den Thron, wodurch ein sechs Jahre andauernder Unabhängigkeitskrieg ausgelöst wurde. Zusammenfassend finden wir im Spanien des 18. Jahrhunderts zu Beginn eine Öffnung nach Frankreich, durch den Dynastiewechsel von den Habsburgern zu den Bourbonen, und damit die Übernahme aufklärerischen Gedankengutes, dem durch den Einmarsch Napoleons allerdings ein abruptes Ende gesetzt wurde.6

2.2. Soziokultureller Hintergrund

Im Hinblick auf das Sozialgefüge des 18. Jahrhunderts können wir die größten Veränderungen durch die Formierung des Bürgertums ausmachen, welches sich stark an den Gepflogenheiten des Adels orientierte. Obwohl Adel und Klerus ihre Vormachtstellung halten konnten, war bereits eine gewisse Durchlässigkeit der Standesgrenzen ausmachbar. Hier gilt es anzumerken, dass sich die neuen Ideen und Entwicklungen auf die Stadt beschränkten, die am Land lebende Bevölkerung, welche den Großteil der Einwohner stellte, wurde von den Veränderungen nicht berührt. Hauptschauplatz der politischen, sozialen und kulturellen Änderungen war die Stadt Madrid, die sich unter der Herrschaft von Karl III. zu einer Großstadt entwickelte. Hier fanden nun in Privathäusern und öffentlichen Lokalen tertulias statt, bei denen literarische Texte und aufklärerische Ideen thematisiert wurden und rege Austäusche über wirtschaftliche und politische Themen stattfanden. Auch die Mode gewann zunehmend an Bedeutung, was durch die sogenannten petimetres und petimetras , immer perfekt gestylte, modeaffine Personen, auf den Gipfel getrieben wurde. Ihre Freizeit verbrachten die Madrilenen mit paseos , beim Stierkampf oder auf großen Festen, den saraos . Zusätzlich trafen sich die Herren in Cafés, in denen ebenfalls ein reger Austausch stattfand.7

Ganz im Sinne der Aufklärung kam es auch im Erziehungs- und Bildungsbereich zu einigen Erneuerungen im 18. Jahrhundert. Obwohl in wohlhabenden Familien nach wie vor Privatlehrer herangezogen wurden, wurde der verpflichtende Besuch der Grundschule eingeführt. Zusätzlich wurden Berufsschulen und technische Fachschulen gegründet und der Besuch von Sprachschulen wurde, durch die Öffnung Spaniens nach Europa, immer beliebter. Mit der Gründung der Real Academia Española im Jahr 1712, sowie der Einrichtung zahlreicher Bildungs- und Forschungsinstituten, konnte ebenfalls eine wichtige Verbesserung im Bildungswesen erzielt werden. Durch die Öffnung der Grenzen wurden auch vermehrt Auslandreisen unternommen, um neue Ideen, technisches Wissen und Bildung aus dem Ausland nach Spanien zu bringen. Aus dieser Zeit stammen auch zahlreiche Reiseberichte, die einen wichtigen Sektor des Buchmarktes darstellten. 8

Im Literaturbetrieb dieser Zeit galt es einige Hürden zu überwinden. Sämtliche Werke wurden einer doppelten Zensur unterzogen, um Kirche und Krone zu schützen und den Import gefährlicher Literatur aus Frankreich zu verhindern. Theaterstücke unterlagen einer besonders strengen Zensur, da sie einer viel breiteren Masse zugänglich waren. Hinzu kam noch, dass der Erwerb von Werken, die die doppelte Zensur überstanden hatten, sehr kostspielig und somit nur wohlhabenden Personen möglich war. All diesen Hindernissen zum Trotz, erfuhr der spanische Buchmarkt, vor allem durch die Eröffnung öffentlicher Bibliotheken wie der Biblioteca Real , einen regen Aufschwung. Zu dieser Zeit formierte sich auch das Pressewesen in Spanien. Durch die Veröffentlichung zahlreicher Tages- und Wochenzeitungen wurden verschiedenste Themen wie Medizin, Handwerk, Bräuche und Sitten, Mode und viele mehr diskutiert und ins Volk getragen. Dabei kam vor allem der Anspruch, das Publikum im Sinne der Aufklärung zu informieren und zu bilden, zu tragen. 9 B erühmte Beispiele für moralische Wochenschriften in Spanien sind El Pensador (1762/63 – 1767) von José Clavijo y Fajardo und El Censor (1781 – 1787). Des Weiteren entstand mit der Pensadora Gatidiana , einer moralischen Wochenschrift, die zwischen 1763 und dem 1764 veröffentlicht wurde, erstmals eine neue Zeitung, die sich speziell an Frauen richtete. 10

2.3. Die spanische Frau in der Gesellschaft des 18.Jhdt.

Sucht man im Diccionario de autoridades der Real Academia Española nach dem Wort Frau (mujer), findet man drei verschiedene Definitionen aus dem Jahr 1734. In der ersten Definition wird die Frau nüchtern als „MUGER. s. f. Criatura racional del sexo femeníno.” 11 beschrieben, während sie in der zweiten Beschreibung einzig und allein durch ihren Ehemann definiert wird:

„MUGER. Se entiende regularmente por la que está casada, con relación al marído.”12 Der dritte Eintrag richtet sich speziell an die Frau des Hauses und lautet wie folgt:

MUGER DE SU CASA. La que tiene gobierno y disposición para mandar y executar las cosas que la pertenecen, y cuida de su hacienda y familia con mucha exacción y diligencia.13

Durch diese Definitionen lässt es sich mutmaßen, dass auch im 18. Jahrhundert das traditionell katholische Rollenbild, in dem die Frau dem Mann untersteht und für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig ist, vorherrschte. Der Mann wird im Gegensatz, in elf verschiedenen Einträgen, als stark, mutig und gottgleich beschrieben. Hier ist allerdings anzumerken, dass das Lemma hombre die Bedeutungsvarianten Mann und Mensch trägt, obwohl im Nachsatz angefügt wird, dass das Wort hombre sich in der spanischen Sprache eher auf den Mann als auf den Menschen bezieht.

HOMBRE. s. m. Animal racional, cuya estructúra es recta, con dos pies y dos brazos, mirando siempre al Cielo. Es sociable, próvido, sagaz, memorioso, lleno de razón y de consejo. Es obra que Dios hizo por sus manos a su imagen. y semejanza. Viene del Latino Homo, que significa esto mismo: y aunque el verdadero significado desta voz comprehende hombre y muger, en Castellano se toma regularmente por el varón.14

Auch juristisch war die Frau dem Mann im 18. Jahrhundert untergeordnet. Nach dem damals gültigen Familienrecht stand die Ehre an oberster Stelle und es galt dem Vater oder dem Ehemann stets treu zu sein und diesem zu dienen. Auch unter Karl III. galt die Vormundschaft der Väter, weshalb der Vater als Familienoberhaupt das Entscheidungsrecht über die Ehe seiner Tochter, bis ins Alter von 25, hatte. Nur bei Tod oder langer Abwesenheit des Vaters durfte die Mutter diese Funktion übernehmen. Vom Vater ging das Zepter direkt an den Ehemann über. Dieser hatte die alleinige Autorität und die Verantwortung über das eheliche Eigentum. So konnte die Frau auch geschäftliche Verträge nur mit einer Vollmacht des Ehemanns, oder mit dessen Erlaubnis abschließen. Erst unter Philipp V. war die Frau Eigentümerin ihrer Mitgift und des Brautgeldes, welches auch im Falle ihres Todes nicht an den Mann, sondern an die Kinder oder ihre Eltern ging. Des Weiteren wurde Ehebruch durch die Frau als Verletzung der Ehre des Mannes angesehen und konnte sogar mit dem Tod bestraft werden, während der Mann bei gleichem Vergehen keine rechtlichen Folgen zu befürchten hatte. Das Konzept der Ehe basierte demzufolge auf dem unbedingten Gehorsam und der Unterwerfung der Frau.15

Zusätzlich bestand für Mädchen noch die Möglichkeit ins Kloster zu gehen. Ebenfalls ins Kloster geschickt wurden Aristokratentöchter, deren Väter keine, ihrem Besitz angemessene, Mitgift zahlen konnten und somit kein passender Freier gefunden werden konnte.16

Dennoch können wir im 18. Jahrhundert, im Kontext der Aufklärung, eine entscheidende Veränderung im Hinblick auf die Stellung der Frau feststellen. In der höheren Gesellschaftsschicht wurde das alte Konzept der Ehe, durch ausländische Einflüsse und Lebenspraxis, nun als antiquiert beachtet und es entstanden neue Sitten, durch die es für Frauen möglich war, unter Duldung des Ehemannes, Beziehungen zu einem anderen Mann zu haben, was als Chichisbeo oder Cortejo bezeichnet wurde. Die Real Academia Española definiert Cortejo 1729 als „assistencia y acompañamiento obsequioso que se hace a otro. 17

Der Begriff Chichisbeo wurde, in Anlehnung an das Italienische, vor allem in der Frühaufklärung für die Begleitung der Frau durch einen anderen Mann verwendet, im Laufe des Jahrhunderts allerdings durch den Begriff Cortejo abgelöst.18

Durch die Veränderungen in der Sozialstruktur und die aufklärerischen Ideen, veränderte sich auch die Freizeitgestaltung der Frau. Hier ist wiederum anzumerken, dass es sich dabei ausschließlich um besser situierte Frauen aus der Stadt handelte, Frauen aus dem ländlichen Bereich und aus niedrigeren Schichten waren von diesen Neuerungen ausgeschlossen. Sie traten zunehmend in die Öffentlichkeit und nahmen darin auch neue Rollen an. So veranstalteten sie zahlreiche Tertulias , private Runden der Kommunikation und des Gedankenaustausches, sie fungierten als Initiatorinnen karitativer Maßnahmen und strebten den Zugang zur Bildung und Wissenschaft an.19

Die Forderung nach Bildung kommt auch in verschiedenen literarischen Werken dieser Zeit zum Ausdruck. Beispielsweise sind die Rechte und Bildungsansprüche der Frau das Hauptthema in Pedro Montengóns Roman Eudoxia, hija de Belisario in dem ausdrücklich die Gleichheit von männlichem und weiblichem Geist und Verstand hervorgehoben wird.20

Hinsichtlich dieses kulturellen Kontextes, wurden die Mädchen dieser Zeit entweder sehr traditionell erzogen und bekamen alles über Haushaltsführung und Kindeserziehung von ihren Müttern beigebracht, mit dem Ziel selbst eine gute Hausfrau und Mutter zu werden, oder sie wuchsen in einem liberalen Haus auf, in dem ihnen die modernen Sitten der Aufklärung von ihren Müttern vorgelebt wurden.21

Durch Reformen unter Karl III. konnte auch die Ausbildung der Mädchen verbessert werden. 1783 veranlasste der Monarch die Eröffnung von 32 Schulen in Madrid, die für Mädchen, die bis dato hauptsächlich zu Hause unterrichtet wurden, kostenlos zugänglich waren. In diesen Einrichtungen sollten die Mädchen Unterricht in Lesen, Schreiben, Handarbeiten und religiösen Glaubensunterricht erhalten. Die Frauen sollten sich dadurch für die Gesellschaft nützliche Fertigkeiten aneignen, eine elementare geistige Bildung blieb allerdings nach wie vor den Männern vorbehalten.22

3 . Das Drama im 18. Jahrhundert

3.1. Grundlagen – Vom Barock zum Neoklassizismus

Das Theater im 18. Jahrhundert in Spanien lässt sich nicht wie das vorangehende Siglo de Oro als einheitliches Ganzes darstellen, vielmehr finden wir in dieser Zeit zwei gegensätzliche Theaterströmungen, die sich gegenüberstehen. Einerseits ist das Theater des 18. Jahrhunderts geprägt durch eine konsequente Weiterführung des postbarocken Theaters, während anderseits ein nüchternes Konzept in Anknüpfung an die klassische Poetologie zunehmend aufblüht und sich als bürgerliches Modell dem einst pompösen Barocktheater entgegenstellt. 23 Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts wird allgemein auch als dritte Epoche der „Calderón-Schule“ bezeichnet, da in dieser Zeit hauptsächlich Werke des berühmten spanischen Dramatikers aus dem Siglo de Oro auf die Bühne gebracht wurden. Allerdings hatten die Stücke durch Textänderungen, drastische Kürzungen und Neubearbeitungen nicht mehr viel mit ihrer ursprünglichen, authentischen Form zu tun, sondern waren schon längst zu einer kraftlosen und laschen Form erstarrt. Neben den Dramen Calderóns sind in der ersten Hälfte des Jahrhunderts auch die Werke der Dramatiker Antonio Vázquez de Zamora (1660/1664?-1728) und José de Cañizares (1676-1750) hervorzuheben, die durch viel Spektakel großen Anklang beim Publikum fanden.24

[...]


1 Vgl. Schütz 1997, 186f.

2 Vgl. Bernecker 1999, 51.

3 Vgl. Schütz 1997, 204.

4 Vgl. Schütz 1997, 187.

5 Vgl. Kilian 2002, 25.

6 Vgl. Schütz 1997, 187.

7 Vgl. Schütz 1997, 188f.

8 Vgl. ebd. 1997, 189 – 191.

9 Vgl. ebd. 1997 192f.

10 Vgl. Ertler 2003b, 24f.

11 Real Academia Española: nuevo diccionario histórico del español, Diccionario de autoridades – Tomo IV(1734), lema muger, URL < http://web.frl.es/DA.html>, Aufruf am 09.03.2019

12 Ebd. (1734), lema muger, URL < http://web.frl.es/DA.html >, Aufruf am 09.03.2019

13 Ebd. (1734), lema muger, URL < http://web.frl.es/DA.html >, Aufruf am 09.03.2019

14 Ebd. (1734), lema hombre, URL < http://web.frl.es/DA.html >, Aufruf am 09.03.2019

15 Vgl. Cepeda Gómez 1986, 186; Friedman 1986; Franco 1992, 718-720; zitiert nach Hertel-Mesenhöller, S.39- 41.

16 Vgl. Rien 1982, 83.

17 Real Academia Espaañola: nuevo diccionario histórico del español, Diccionario de autoridades – Tomo II (1729), lema cortejo, URL < http://web.frl.es/DA.html >, Aufruf am 13.03.2019

18 Vgl. Ertler 2003a, 92.

19 Vgl. Schütz 1997, 189.

20 Vgl. Schütz 1997, 218.

21 Vgl. Martín Gaite 1987, 120 – 128.

22 Vgl. Álvarez de Miranda 1922, 301-317, zitiert nach Hertel-Mesenhöller 2001, 44.

23 Vgl. Ertler 2003a, 147.

24 Vgl. Moir 1985, 349 – 353.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Leandro Fernández de Moratíns "El sí de Niñas". Die Frau im spanischen Drama des 18. Jahrhunderts
Note
1
Autor
Jahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V499758
ISBN (eBook)
9783346028020
ISBN (Buch)
9783346028037
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanisches Drama im 18. Jhdt
Arbeit zitieren
Klara Kohlmaier (Autor), 2019, Leandro Fernández de Moratíns "El sí de Niñas". Die Frau im spanischen Drama des 18. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499758

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