E-Entrepreneurship. Charakterisierung des Gründungsprozess, sowie Chancen, Risiken und Herausforderungen von Startups im digitalen Bildungsmarkt


Bachelorarbeit, 2019
69 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. E-Entrepreneurship und Digitalisierung
2.1 Digitalisierung – Definitionsansätze
2.2 E-Entrepreneurship – Grundlagen

3. Der digitale Bildungsmarkt – Eine Übersicht
3.1 Märkte der digitalen Wirtschaft
3.2 Der digitale Bildungsmarkt

4. Unternehmensgründung - E-Entrepreneurship im digitalen Bildungsmarkt
4.1 Charakterisierung der allgemeinen Gründungselemente in der digitalen Wirtschaft
4.1.1 Merkmale und Bereiche
4.1.2 Akteure und Faktoren
4.1.3 Phasen und Struktur
4.2 Das Digital Business Model
4.3 Entwicklung eines Vergleichsrahmens auf Basis des Business Model Canvas
4.4 Ableitung von Handlungsempfehlungen bezüglich der Gestaltung des Gründungsprozesses

5. E-Entrepreneurship im E-Learning-Markt: Herausforderungen, Chancen und Risiken
5.1 Herausforderungen
5.2 Chancen und Risiken

6. Ausblick
6.1 Künstliche Intelligenz im e-Learning Markt
6.2 Micro Learning als Top-Trend

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die verschiedenen Gründungstypen

Abb. 2: Digitale Bildungsformate

Abb. 3: Hauptsitz der Startups nach Gründungsregionen und Bundesländern

Abb. 4: Erfolgsfaktoren der Unternehmensgründung in der digitalen Wirtschaft

Abb. 5: Die Handlungsstruktur für Startups in der digitalen Wirtschaft

Abb. 6: Das Innovation Board der Dark Horse Innovation

Abb. 7: Das Business Model Canvas nach Osterwalder

Abb. 8: Mehrseitig interaktives Geschäftsmodellmuster nach Hoffmeister

Abb. 9: Komponenten KI-gestützter Lernsettings

1. Einleitung

In den letzten zwei Jahrzehnten nahm die globale Digitalisierung rasant zu, was man in der Unternehmenswelt anhand der zunehmend digital orientierten Unternehmen erkennen kann. Auch auf der Bildungsebene steigt der Bedarf nach digitalen Lerninhalten, der darin resultiert, dass eine Vielzahl von innovativen Köpfen versucht, dieses durch breitgefächerte Angebote zu decken. Doch wie entstehen diese E-Entrepreneurships, wie gestaltet sich der Gründungsprozess, welche Akteure sind daran beteiligt und ist es möglich einen Rahmen zu entwickeln, der Start-Ups untereinander vergleichbar macht?

Der digitale Bildungsmarkt ist noch ein sehr junges Forschungsgebiet, er besitzt aus diesem Grund ein sehr großes Potenzial und schlug daher in letzter Zeit auf politischer Ebene große Wellen. Auf wissenschaftlicher Ebene ist man jedoch erst in den Kinderschuhen, wenn es darum geht, wie ein digitales Unternehmen optimalerweise auszusehen hat. Um diese und weitere Kontroversen zu klären, lautet die Fragestellung, welche Chancen, Risiken und Herausforderungen eine Unternehmensgründung im digitalen Bildungsmarkt birgt. Das Ziel soll sein, anhand des oben genannten, entwickelten Vergleichsrahmens etwaige Handlungsempfehlungen abzuleiten, welche zukünftige E-Entrepreneurs berücksichtigen können.

Hinsichtlich der Methodik wird das Digital Business Model von Osterwalder herangezogen und aus den bestehenden neun Attributen ein Vergleichsumfeld geschaffen. Aus den hieraus ersichtlich werdenden Gemeinsamkeiten und Unterschieden werden Trends deduziert und Hinweise abgeleitet, wie Startups im E-Learning-Bereich ihren Gründungsprozess gestalten sollen.

Die Struktur der Bachelorarbeit ist folgendermaßen angeordnet: Die beiden ersten Kapitel bilden den theoretischen Teil. Die darauffolgenden zwei Kapitel bilden den Hauptteil, welcher die Charakterisierung des Gründungsprozesses, das selbst erarbeitete Modell, sowie die Chancen, Risiken und Herausforderungen beinhaltet. Im fünften Kapitel werden Zukunftsvisionen anhand von Sekundärliteratur analysiert und deren Potenzial im Hinblick auf die Wichtigkeit im digitalen Bildungsmarkt betrachtet. Abschließend werden die Ergebnisse ins aktuelle Forschungsfeld eingeordnet, kritisch im Hinblick auf ihre Grenzen beurteilt und etwaige weiterleitende Forschungsfragen formuliert

2. E-Entrepreneurship und Digitalisierung

2.1 Digitalisierung – Definitionsansätze

Um den Begriff der Digitalisierung zu verstehen, muss zuerst angemerkt werden, dass die Begrifflichkeit „digitales Zeitalter“ als Synonym verwendet wird. Auf den ersten Blick denken viele Laien an ein verwandtes Wort – und zwar Globalisierung. Beide Nomina haben etwas mit Vernetzung von Gesellschaften und Märkten zu tun, dies kann jedoch auf verschiedenen Ebenen geschehen. Der BMWi beispielsweise erläutert den Begriff folgendermaßen: „Die Digitalisierung steht für die umfassende Vernetzung aller Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, relevante Informationen zu sammeln, zu analysieren und in Handlungen umzusetzen, Die Veränderungen bringen Vorteile und Chancen, aber sie schaffen auch ganz neue Herausforderungen.“ 1

Eine generelle Ansicht hingegen sei diese, dass Digitalisierung eine Überführung analoger Werte in diskrete, respektive digitale Größen bezeichne, um diese zu sichern oder zu benutzen.2

Darüber hinaus wird Digitalisierung, welche das Internet als Basistechnologie anführt, als ein tiefgreifender Prozess verstanden, der sämtliche soziale und ökonomische Lebensbereiche unterwandert und keine Ausweichmöglichkeit für Privatpersonen und Unternehmer bietet, beschrieben. Vielmehr habe diese Transformation zu „einem neuen Aktionsfeld für Arbeitgeber und -nehmer geführt“.3

Für Unternehmen sei die Digitalisierung somit ein mehrheitlich willkommener Faktor, der Business Modelle, Geschäftsprozesse, Kundenbeziehungen- respektive -kontakt und das Produktangebot verändere und eine Leistungssteigerung und Reichweitenerhöhung nach sich ziehe.4

Abschließend ist feststellbar, dass keine eindeutige Definition des Begriffs „Digitalisierung“ existiert, vielmehr kann der Ausdruck mehrere Bedeutungen aufweisen und sich an den jeweiligen Kontext anpassen.5 Für diese Arbeit wird die ökonomische Variante präferiert, welche unternehmerische Aspekte digital transformiert und hieraus einen Wandel darbietet.

2.2 E-Entrepreneurship – Grundlagen

Für eine Annäherung an den Begriff des E-Entrepreneurships muss zuerst die analoge Version „Entrepreneurship“ erläutert werden. In der Literatur werden häufig auch andere Synonyme genutzt, hierzu zählen beispielsweise „Unternehmensgründung“, Existenzgründung“ oder „Selbstständigkeit“, welche sowohl im deutschsprachigen, als auch im englischsprachigen Raum verwendet werden. Eine Abgrenzung existiert nicht, obwohl unter der Betrachtung der Diversität der Themengebiete die Notwendigkeit bestünde. Nichtsdestotrotz kann als gemeinsames Attribut die Unternehmensgründung angeführt werden. 6

Fritsch führt an, dass bereits Joseph Alois Schumpeter (1883 – 1950) den Begriff Entrepreneurship folgendermaßen beschrieb: „[…] Entrepreneurship ist die wirtschaftliche Anwendung von Erfindungen beziehungsweise ganz allgemein von Wissen, die Innovation. Dabei wird die Innovation sinnvollerweise umfassend verstanden als die Einführung neuer Produkte (Produktinnovation), die Nutzung neuer Produktionsverfahren (Verfahrensinnovation), die Erschließung neuer Bezugsquellen (Beschaffungsinnovation) und/oder als die Erschließung neuer Absatzmärkte (Marketinginnovation).“7 Weiter lassen sich vier unterschiedliche Gründungstypen charakterisieren, welche sich zum einen in ihrem Grad der Selbständigkeit und zum anderen anhand dessen unterscheiden, ob ein bestehendes Unternehmen transformiert oder ein völlig Neues gegründet wird:

- Selbständige Gründungen: liegen vor, wenn der Unternehmensgründer einer eigenständigen Beschäftigung innerhalb seines gegründeten Unternehmens nachgeht und die Bildung des Unternehmens zur Wahrung der selbständigen gewerblichen Existenz dient (z. B. Gründung eines Handwerkerbetriebs).
- Unselbständige Gründungen: entstehen durch Gründer, die in einem abhängigen Arbeitsverhältnis stehen und liegen vor, wenn die Unternehmensgründung als ein Teilstück ihres Beschäftigungsbereiches anzusehen ist (z. B. Gründung eines Tochterunternehmens durch den Geschäftsführer einer AG). 8
- Derivative Gründungen: erfolgen durch eine Akquisition, Umgründung oder beispielsweise Umgliederung eines bestehenden Unternehmens, welche in ein neues Unternehmensobjekt verändert wird (z. B. Übernahme eines Architektenbüros mit neuen Gesellschaftern und/oder Rechtsform).
- Originäre Gründungen: liegen vor, wenn das Unternehmen von Grund auf neu entwickelt wird, ohne dass bereits eine vorhandene Unternehmensorganisation besteht (z. B. Gründung eines innovativen E-Learning-Unternehmens)9

Diese vier Unterscheidungstypen lassen sich in einem matrizenhaften Schaubild gegeniiberstellen, woraus wiederum vier Griindungsarten resultieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die verschiedenen Griindungstypen

Quelle: Szypersld und Natusius (1999), S. 27.

Eine sogenannte Transfonnationsgriindung liege in dem Fall vor, wenn das Untemehmen aus einer Fusion oder Umgriindung entstehe, welche jedoch k.eine neue Wirtschaftseinheit schaffe, sondem eine existente Untemehmensstruktur mit einer Neuen, respektive Anderen besetze. Kollmann fiihrt hierbei das Beispiel einer Obemahme eines Einzelhandelsgeschaftes durch eine Handelskette an. In dieser Situation wird von einer ,unechten Griindung" gesprochen.10

Eine Betriebsgriindung hingegen resultiert daraus, dass eine neue, begrenzbare Gewerbestruktur durch ein bestehendes Untemehmen entwickelt wird. Diese Form wird auch als ,Spin-Off" bezeichnet. Als Diskrepanz zur Transformationsgriindung wird die Bildung cines separaten Untemehmenszweiges, beziehungsweise eines originellen Produktes angefiihrt, unter der Bedingung, dass hierfiir eine zusatzliche Organisationsstruktur und/oder Untemehmensplanung geschaffen werden muss. Jedoch bleibt diese Art der Griindung nicht vollig autonom, sondem wird meist weiterhin vom ,,Mutterkonzem" geleitet. Somit kann weder in der Transformations- noch in der Betriebsgriindung von einer selbstiindigen Griindung, im Sinne der Schaffung einer unabhangigen Existenz gesprochen werden. Diese werden daher im weiteren Verlaufnicht weiter betrachtet. 11

Als dritter Typus wird die Existenzgriindung beschrieben, welche sich dadurch charakterisiert, dass eine autarke Person als selbstiindiger Untemehmer in Erscheinung tritt. Vergleichend mit der Transfonnationsgriindung Hisst sich sagen, dass der Unterscheid darin liegt, dass der GrUnder mit der Akquisition des bereits bestehenden Unternehmens ein eigenes Bestehen konstruieren will. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei mehr bei der Modifizierung der Professur der Gründungsperson, als bei der Neuerschaffung des Wirtschaftsobjekts. Als Beispiel führt Kollmann die Übernahme eines Bäckereibetriebs an, wobei die Übernahme per sé ohne bedeutende Modifikationen vonstattengeht. 12

Abschließend folgt die Unternehmensgründung, welche dadurch charakterisiert wird, dass ein selbständiger Gründer ein gänzlich neues Unternehmen schafft. Hierbei wird davon ausgegangen, dass keine bereits existierende Wirtschaftseinheit vorweggeht beziehungsweise der Gründer selbst in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu einem anderen größeren Unternehmen steht. Vergleichend mit der Transformationsgründung, spricht man hierbei auch von einer „echten Unternehmensgründung“.13

Fritsch geht bei der Typisierung von Gründungen einen Schritt weiter und unterteilt diese in acht Kategorien:

1. Unterteilung nach der Innovationsrelevanz
2. Unterteilung nach dem Motiv
3. Unterscheidung nach den Wirkungen
4. Unterteilung nach der Vorerfahrung des Gründers
5. Unterteilung nach der Anzahl der beteiligten Personen
6. Unterscheidung nach der Phase im Gründungsprozess
7. Unterteilung nach dem Neuheitsgrad des Unternehmens
8. Unterteilung nach dem Grad an rechtlich-organisatorischer Selbständigkeit14

Demnach wird in der ersten Kategorie zwischen drei verschieden Gründungen differenziert. Bei innovativen Gründungen wird induziert, dass eine bedeutende Neuschöpfung der Auslöser gewesen ist. Darunter fallen beispielsweise neuartige Produktionskonzepte oder eine innovative Marketingstrategie. Wissensintensive Gründungen hingegen stellen einen speziellen Typus von Innovation dar, da diese Unternehmen einen besonders hohes Wissensaufkommen besitzen beziehungsweise hochkomplexe Produkte produzieren müssen. Nicht-innovative Gründungen sind Nachbildungen beziehungsweise Unternehmensimitate, welche mit sogenannten „Me-Too-Produkten“ den Markt innovativer Unternehmen streitig machen.15

Im Sinne der Unterteilung nach dem Motiv wird zwischen vier Formen unterschieden. Das Opportunity Entrepreneurship kennzeichnet Gründungen aufgrund einer sich darbietenden Möglichkeit (Innovation), wohingegen bei einem Necessity Entrepreneurship eine Notsituation vorweg eine Rolle spielt, z.B. eine drohende Privatinsolvenz. Ambitious Entrepreneurships weisen ein hohes Wachstumspotenzial auf und

Social Entrepreneurships werden dadurch charakterisiert, dass sowohl wirtschaftliche, als auch gesellschaftliche Unternehmensziele von großer Bedeutung sind. 16

Im Hinblick auf die Differenzierung nach Wirkungen gibt es zum einen das produktive Entrepreneurship, welches sich durch eine mittel- oder unmittelbare Steigerung der nationalökonomischen Wohlfahrt kennzeichnet. In diesem Kontext ist auch von einem Schumpeter ’schen Unternehmen die Rede. Unproduktive Entrepreneurships leisten lediglich eine Neuverteilung von Einkünften. Fritsch nennt hierbei beispielsweise Rent-Seeking, Abschreibungsgesellschaften oder den Aufwand zur Steuervermeidung.

Wird jedoch das gesamtwirtschaftliche Einkommen gekürzt beziehungsweise verringert, ist von einem destruktiven Entrepreneurship auszugehen, wie beispielsweise Sklavenhandel, Korruption oder Kriminalität. 17

Als vierte Kategorie nennt Fritsch die Unterteilung nach der Vorerfahrung des Gründers. Wird ein Unternehmen erstmalig gegründet, spricht man von einem Novice Entrepreneur. Ein Habitueller Gründer (auch Seriengründer genannt) hat bereits mit mehreren Unternehmenseröffnungen Erfahrung gesammelt. Ein ähnlicher Typus hierbei bildet der Parallel Entrepreneur, der zwei (oder mehr) Unternehmen gleichzeitig leitet. Re-Starter charakterisieren sich dadurch, dass sie ein neues Unternehmen gründen, nachdem sie ihre vorher gegründete Unternehmung veräußert oder aufgegeben haben. Hat der Gründer bereits im Vorfeld Erfahrung in seiner Tätigkeit, welche er in seinem Start-Up leistet, (beispielsweise durch Mitarbeit in einem anderen Unternehmen oder in der Schule/Hochschule), spricht man hierbei von einer Spin-Off Gründung. 18

Unterscheidet man nach der Anzahl der beteiligten Personen, werden drei Subtypen beschrieben. Gründet nur eine Einzelperson das Unternehmen und stellt zusätzlich Mitarbeiter ein, ist von einem Einzelgründer die Rede. Befinden sich aber neben dem Einzelgründer keine anderen mitarbeitenden Personen im Unternehmen, ausgenommen sind mithelfende Familienangehörige, so spricht man von einem Solo-Entrepreneur. Sollte der Fall eintreten, dass mehrere Personen ein Unternehmen gründen, in welchem sie zusammen beschäftigt sind, wird dies als Team-Gründer gekennzeichnet. 19

Die Unterteilung, in welcher Phase des Gründungsprozesses man sich befindet, erfolgt folgendermaßen: Steht jemand im Begriff ein Unternehmen zu gründen, so spricht man von nascent Entrepreneurship. Ein latenter oder potentieller Entrepreneur hat hingegen noch keine tatsächlichen Aktionen, welche sich mit der Gründung eines Unternehmens befassen, durchgeführt. Gründer, welche ein Unternehmen leiten, das nicht älter als 3,5 Jahre als ist, bezeichnet man als Young Entrepreneur beziehungsweise als Jungunternehmer. Die letzten beiden Kategorien wurden bereits, siehe Schaubild oben, ausgearbeitet. Jedoch fügt Fritsch noch hinzu, dass der „Experiment-Charakter“ von originären Gründungen bedeutend größer ist, als bei derivativen Gründungen. 20

Im Zuge einer Vielzahl von disruptiven Innovationen gelang es Unternehmern eine digitale Wirtschaft zu erschaffen. Auf den Feldern der Telekommunikation, Informationstechnologie, sowie der Medientechnik entstanden technische Innovationen, welche unzählige Opportunitäten mit sich zogen. Dies hatte zur Folge, dass aus analogen Unternehmen digitale E-Ventures entstehen konnten. Kollmann definiert vier zentrale Charakteristika, welche auch in „klassischen“ Gründungssachverhalten zur Anwendung kommen können:

1. Gründungstyp: Innerhalb der digitalen Wirtschaft sind E-Ventures hauptsächlich als eigenständige, ideenreiche oder genuine Unternehmensgründung aufzufinden.
2. Gründungsumfeld: E-Ventures zeichnen sich oft als ambitious Entrepreneurship ab, befinden sich jedoch simultan in der Ungewissheit, inwieweit sich der faktische Erfolg von kapitalgeprägter Informationstechnik entwickeln wird.
3. Gründungsbezug: Die Geschäftsidee eines E-Ventures beruht überwiegend darauf, dass sie durch Informationstechnologie erst gewährleistet werden konnte, da der Ressource „Information“ ein bedeutend großer Wert beigelegt wird.
4. Gründungsbasis: Jedes E-Venture kennzeichnet eine Unternehmenskonzeption, welche eine digitale Wertschöpfung mithilfe einer elektronischen Basis (z. B. Website beziehungsweise Online-Shop) anbietet und eine ununterbrochene Evolution durchschreitet. 21

Mithilfe dieser vier Attribute kommt Kollmann zu folgender abschließenden Definition: „Unter E- Entrepreneurship wird die Schaffung einer selbständigen und originären rechtlichen Wirtschaftseinheit in der Digitalen Wirtschaft (E-Venture) verstanden, innerhalb der die selbständige(n) Gründerperson(en) mit einem spezifischen Online-Angebot (Produkt- beziehungsweise Dienstleistung) einen fremden Bedarf decken möchte(n).“22

3. Der digitale Bildungsmarkt – Eine Übersicht

3.1 Märkte der digitalen Wirtschaft

Die digitale Wirtschaft, auch Digitalwirtschaft genannt, ist nur bedingt als eine Innovation anzusehen. Zum einen geschieht lediglich eine Transformation von bereits existierenden analogen Märkten in den digitalen Bereich, andererseits werden neue Möglichkeiten geschaffen beziehungsweise analoge Märkte erweitert. Meist ist eine Verschmelzung beider Typen zu beobachten, beispielsweise wurde der Autokauf durch die Implementation einer Suchmaschine digitalisiert. Eine Studie des Leibniz- Informationszentrums für Wirtschaft definiert die digitale Wirtschaft als Begriff, der einerseits als „Wirtschaftszweig der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) und Internetbranche“ sowie als „Phänomen der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft“ beschrieben wird.23

Betrachtet man die digitale Wirtschaft als Branche, so kann jedes Unternehmen, welches Informations- oder Kommunikationstechnologien als Basis ihrer Geschäftsidee definiert, als ein Mitglied dieser angesehen werden. Für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt die digitale Wirtschaft einen Wirtschaftszweig dar, welcher aus der Informations- und Kommunikationsbranche, nachfolgend IKT-Branche genannt, sowie des Wirtschaftsraums des Internets besteht. 24

Die IKT-Branche wiederum wird unterteilt in IKT Hardwarehersteller und IKT-Dienstleister. Die Instandsetzung von EDV- und Telekommunikationsapparaten, sowie der IKT-Handel werden nicht beachtet. 25

Der Wirtschaftsraum des Internets beinhaltet sämtliche digitalen Wirtschaftsaktivitäten, ohne konkrete Abgrenzung der einzelnen Branchen. Der tatsächliche Umfang und dessen wirtschaftliche Bedeutung, wird anhand einer volkswirtschaftlichen Verwendungsrechnung mittels Berücksichtigung der digitalen Konsum-, Investitions- und Außenhandelsumsätzen eruiert.

Kritisch zu betrachten ist hierbei, dass eine Überschneidung der IKT Branchenabgrenzung mit der Abgrenzung von anderen Branchen nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. 26

Eine etwas engere Definition gibt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) an, welcher die digitale Wirtschaft als eine „Querschnittsbranche“ ansieht, die zur Durchführung ihrer wirtschaftlichen Vorgänge eine IP-Adresse nutzt. Dies beinhaltet Unternehmen, die „reine Internetdienstleistungen“ und „virtuelle Güter“ anbieten oder nur partiell in speziellen Geschäftsvorgängen respektive Transaktionen durch Internettechnologien Unterstützung erfahren. 27

Konkret handelt es sich also bei der Internetwirtschaft um vier Teilmärkte, welche folgendermaßen anhand einer Studie des eco-Verbandes für Internetwirtschaft definiert werden:

1. Netzwerk/Infrastruktur und Betrieb: Colocation and Housing, Internet Exchanges, Internet Backbone und Transit, Festnetz-Internet-Zugangsnetzwerke und Mobilfunk-Internet- Zugangsnetzwerke sind hierbei die Teilbereiche.
2. Services und Anwendungen: Domains, Content-Delivery-Netzwerke (CDN), Hosting und Cloud Computing sind hierbei dominierende Segmente.
3. Aggregation und Transaktion: Hierunter fallen die Bereiche E-Commerce, Billing and Payment, Soziale Netzwerke und Online-Werbungen
4. Paid Content: Dazu ziihlen Gliicksspiele, Videospiele, TV und Video, E-Publishing und Musik, sowie Radio 28

3.2 Der digitale Bildungsmarkt

Da die Intemetwirtschaft eine vollig differierende Marktabgrenzung verfolgt wie die analoge Kategorisierung in Branchen und Miirkte, ist der digitalisierte Bildungsmarkt als solches in der Literatur nicht aufzufmden. Vielmehr, wie bereits oben beschrieben, wird der Markt nach seiner verwendeten Technologie beziehungsweise Funktion unterteilt und weniger nach dem Produkt beziehungsweise der Dienstleistung, welche am Ende der Wertschijpfungskette steht. Demnach kann der digitalisierte Bildungsmarkt, nachfolgend auch e-Learning Markt genannt, unter Beriicksichtigung der Unterteilung des eco-Verbandes fiir Internetwirtschaft dem zweiten Punkt ,Services und Anwendungen" zugeordnet werden. Der e-Learning-Markt ist hauptsachlich ein Dienstleistungsmarkt, welcher zum einen sehr wissensintensiv gepragt ist und zum anderen mit einer hohen Informations- sowie Kommunikationsdichte einhergeht.

Die Gemeinsamkeit der digitalen Bildungsangebote steckt darin, dass sie ein orts- und zeitunabhangiges Lemen gewiihrleisten und individualisierte Lemvorgange ermoglichen. Eine Studie des BMVi in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsforschung (kurz: WifOR) fiihrt dabei an, dass es sich bei ihrer Recherche urn iiberwiegend vier oft aufgetretene Bildungsangebote handelt.29

Open Educational Resources (OER) seien freie, zur offentlichen Verfiigung stehende Lem- und Lehrmaterialien, die keinem Urheberrecht unterstehen und zeitgleich sogar teilweise bearbeitet werden konnen. Der Zugang geschieht iiber das Internet, da es sich meist urn Plattformen handelt, die durch Cloud-Computing unterstiitzt werden, urn zu garantieren, dass die Lerninhalte dauerhaft und ortsunabhängig zugänglich sind. Als Beispiel sind hierbei digitalisierte Lehrmaterialien, Podcasts und Lehrvideos zu nennen.30

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Digitale Bildungsformate

Quelle: WifOR GmbH (2019), S. 44.

Das zweite große digitale Bildungsformat stellen die Massive Open Online Courses (MOOCs) dar, welche sich als frei zugängliche Lehrveranstaltungen mit einem oder mehreren Dozenten, Betreuungsangeboten und zahlreichen Teilhabern kennzeichnen. 31 Aufzufinden ist diese Art von Bildungsangebot hauptsächlich im tertiären Bildungsfeld an Hochschulen, häufig mit Unterstützung von externen Unternehmen. Kritisch zu betrachten dabei ist, dass eine gültige Prüfungsleistung nur bedingt ablegbar ist und die Identitätsfeststellung des zu Prüfenden problematisch sei.32

Augmented (AR) und Virtual Reality (VR) stellen das dritte wesentliche Bildungsangebot dar, diese weiten durch Einblendung virtueller Informationen oder Komponenten das Umfeld aus (Augmented Reality). VR lässt den Anwender in eine völlig künstlich dargestellte, wechselseitig beeinflusste Umwelt eintauchen. Für die Anwendung von AR ist meist lediglich das Smartphone ausreichend, wohingegen VR spezielle Peripheriegeräte wie Brillen oder Helme zur Ausgabe, sowie Handschuhe als Eingabe benötigt. 33

Angelehnt an das Thema der Virtual Reality ist das Game Based Learning, welches sich dadurch kennzeichnet, dass eine Problemstellung spielerisch gelöst werden soll. Dabei erstreckt sich das Spektrum von einer einfachen Mathematikaufgabe bis hin zu einer Simulation technischer Vorgänge oder einem Planspiel in einem Unternehmen. 34

Allgemein kritisch zu betrachten bezüglich des e-Learning-Markts ist, dass durch Zusammenarbeit des Staates mit privaten Unternehmen ein nicht unbedeutender Grad an wirtschaftlicher Abhängigkeit entstehen kann, da sich die Bildungseinrichtungen an bestimmte Produkte binden und somit auch an dessen Unternehmen. 35

Außerdem ist bei der Qualität der Lehrinhalte, aufgrund der Gefahr nicht hinreichend objektiver Darstellung, sowie versteckter Werbung, Bedenklichkeit auszusprechen, sofern diese nicht von einem unabhängigen Expertengremium sowohl inhaltlich, als auch methodisch-didaktisch evaluiert wurden.36

Aus unternehmerischer Sicht existieren mehrere Aspekte dafür, staatliche Bildungskooperationen einzugehen, da durch eine „frühzeitige und langfristige Implementierung bestimmter Hard- und Software in den Klassenzimmern“ Markenbindung aufgebaut werden kann und mithilfe von Product- Placement unterstützt wird. Weiter wird ein Zugangskanal zu persönlichen Daten geschaffen, der durch die Registration bei Kommunikationsdiensten, der Erstellung von Nutzerprofilen oder bei der Fortschrittskontrolle, im Zuge von individualisierten Lehr- beziehungsweise Lernprofilen, gewährleistet wird. Die Wichtigkeit des Datenzugangs erhöht sich mit der Verbreitung freier, öffentlicher Lehrmaterialien, da sich hierbei Daten und Informationen zunehmend zu einer Währung entwickeln.37

Das Image des Unternehmens kann durch die Hingabe im Bildungsbereich eine Verbesserung erfahren, zudem ist es möglich, einen Kontaktzugang zu politischen Entscheidungsträgern und -trägerinnen herzustellen, welcher ermöglicht einen Einfluss auf das Lehrangebot auszuüben. Das Thema „Wirtschaft“ kann somit an die Lernenden näher herangebracht werden und vielmehr ist es möglich, auf den Entwicklungsprozess des ökonomischen Begriffsvermögens einzuwirken. Im tertiären Bildungsbereich sind Kooperationen mit Hochschulen umsetzbar und wechselseitige Profite denkbar, diese bilden für Studierende eine Grundlage für einen Berufseinstieg bei „projektgebundenen Kooperationsprogrammen“. 38

Die Implementierung von einzelnen Elementen aus der digitalen Arbeitsumgebung in das Schulleben wird aktuell oft diskutiert. Durch die Einbindung von digitalen Netzwerken in den Lehrbetrieb ist eine methodische Weiterentwicklung beispielsweise im Bereich der Gruppenarbeit möglich und durch sogenannte Kollaborationswerkzeuge kann eine „Schwarmintelligenz“ entwickelt werden, welche innovatives und dynamisches Arbeiten ermöglicht. 39

Durch die digitale Vernetzung kann außerdem ein „Instant-Feedback-System“ implementiert werden, welches dem Lehrenden zeitnah Rückmeldungen vermittelt. Damit können vergangene Wochen, spezielle Unterrichtsfächer oder einzelne Projekte in Schulen direkt bewertet werden, um daraus die allgemeine Zufriedenheit und ein Stimmungsabbild abzuleiten. 40

4. Unternehmensgründung – E-Entrepreneurship im digitalen Bildungsmarkt

4.1 Charakterisierung der allgemeinen Gründungselemente in der digitalen Wirtschaft

4.1.1 Merkmale und Bereiche

Um den Werdegang eines im digitalen Bildungsmarkt agierenden Unternehmens zu verstehen, muss zu aller erst die Gründungstheorie per se beschrieben werden. Kollmann definiert hierzu fünf bedeutende Segmente, welche für die Gründung in der digitalen Wirtschaft maßgebend sind. Die Merkmale, welche bereits in Punkt 2.2 genannt wurden, stellen die verschiedenen Typen einer Unternehmensgründung dar. Der Autor fokussiert sich auf zwei der acht Unterscheidungskriterien, welche er als besonders elementar für eine Gründung in der Digitalwirtschaft hält. So sind die Unterscheidungen nach dem Neuheitsgrad des Unternehmens, sowie nach dem Grad an rechtlich-organisatorischer Selbständigkeit, die gewählten Prämissen. Diese werden wiederum in originäre und derivative, respektive selbständige und unselbständige Gründungen aufgegliedert. Weiter differenziert Kollmann nach verschiedenen Subtypen innerhalb der digitalen Wirtschaft und beschreibt in drei Schritten die Entwicklungsstadien von digital agierenden Unternehmen. Beginnend mit der Unternehmensgründung als solches, welche als „Ausgangsfeld“ festgelegt wird. Weiter benennt er als „Anwendungsfeld“ die Digitale Wirtschaft, genauer das E-Business, welches eine grobe Erklärung der Funktionsweise der digitalen Wirtschaft in Form eines Schalenmodells darlegt, das mithilfe sogenannter „Big Data“ eine Informationswirtschaft erschaffen hat. Hierunter werden fünf Plattformen benannt, welche „den Austausch von Information, Kommunikation und Transaktion zum Inhalt haben“: 41

1. E-Procurement: elektronischer Einkauf von Produkten und Dienstleistungen über digitale Netzwerke.
2. E-Shop: das Pendant zum E-Procurement, bei dem der elektronische Verkauf von Produkten und Dienstleistungen über ein digitales Netzwerk vollzogen wird.
3. E-Marketplace: Die Verbindung beider vorangegangener Punkte, die eine Möglichkeit schafft, einen elektronischen Handel von Produkten und Dienstleistungen über ein digitales Netzwerk abzuwickeln.
4. E-Community: Erweiterung um soziale Komponente, indem ein elektronischer Kontakt zwischen Wirtschaftseinheiten über digitale Netzwerke ermöglicht wird.
5. E-Company: Erweiterung um kooperatives Element, bei dem sich Unternehmen via digitaler Netzwerke um Zusammenarbeiten bemühen können. 42

Als sogenanntes „Forschungsfeld“ benennt Kollmann das „E-Entrepreneurship“ beziehungsweise „E-Ventures“. Dies benutzt er als Sammelwort für alle jungen Unternehmen, die einer innovativen Geschäftsidee im Bereich der Digitalwirtschaft nachgehen, über eine elektronische Plattform ihre Produkte oder Dienstleistungen anbieten und eine rein elektronische Wertschöpfung verfolgen. Im weiteren Verlauf werden nun diese E-Ventures beziehungsweise E-Entrepreneurships in Subtypen unterschieden, welche zwar im Kern dasselbe Wertschöpfungsbild als Ziel haben, jedoch in einer divergenten Branche tätig sind und differierende Zielgruppen besitzen. 43

M-Entrepreneurships, auch als „Umsetzungsfeld“ beschrieben, haben sich auf eine ökonomische Aktivität innerhalb mobiler Netzwerke spezialisiert. Somit besteht der Gegensatz zum E- Entrepreneurship darin, dass die Hinzunahme besonderer mobiler Techniken notwendig ist, um auf diesem Markt tätig sein zu können. Hierunter zählen Techniken wie die GPS-Ortungsfunktion oder mobile Übertragungstechniken wie Infrarotlicht, Bluetooth oder Wireless Local Area Network (kurz: WLAN), sowie UMTS (Universal Mobile Telecommunications Systems) oder LTE (Long

Term Evolution). 44 Um diese Anbieterstruktur zu systematisieren, hat Kollmann vier Kategorien angesetzt, welche folgenden Aufbau darstellen:

- Information: Hierunter fallen sämtliche Wirtschaftseinheiten, deren Geschäftsidee der Austausch von Informationen über mobile Netzwerke als Basis betrachtet, wie z.B. Nachrichten oder Wetterberichte (dynamische Inhalte) oder E-Books, Kataloge oder Übersetzungsapplikationen mit identifizierbarer Quelle.
- Kommunikation: Hierzu zählen Nachrichtendienste (E-Mail, SMS), soziale Netzwerke oder sogenannte Mobile Services (z. B. Geo-Tracking Systeme)
- Unterhaltung und Freizeit: Dieser Kategorie sind Mobile Spiele-, Musik- und Videoanbieter zuzuordnen
- Tools und Transaktion: Mobile Abwicklung wie beispielsweise Auktionen, Verkäufe oder Ticketing, Mobile Finanzen und Mobile Payment sind Sparten, die diesem Bereich zugehörig sind. 45

Kollmann führt an, dass es für die Gründung eines mobilen Unternehmens bedeutend sei, ein zukunftstaugliches mobiles Betriebssystem (z. B. iOS oder Android) auszuwählen, auf dem die mobile Anwendungsssoftware betrieben werden soll. Grund dafür sei, dass eine Produktion für den gesamten Markt für ein junges Startup wohl einen großen finanziellen Aufwand darstelle, da nur begrenzte Ressourcen verfügbar seien. 46

Mit dem Einzug von internetfähigen Fernsehgeräten entstand für die Digitalwirtschaft ein völlig neues Segment. Diese Unternehmen, welche aktive Telekommunikationstechniken als Basis ihrer Geschäftsidee verfolgen, nennt Kollmann T-Entrepreneurships. Mit Mono-Screen, Split-Screen und Second-Screen haben sich drei interaktive Fernsehsysteme etabliert, welche das Fernsehen multimedialisiert haben. Im Zuge dessen bestimmte Kollmann drei bestimmte Anwendungsfälle, die beim sogenannten „T-Commerce“ zu erwähnen sind, bei denen ein Kaufimpuls zustande kommt: Im Verlauf einer Live-Sendung mittels Product-Placement oder Product-Usement kann, durch eine Markierung, der Kauf mittels eines interaktiven Warenkorbs angeboten oder bei Betrachtung eines Werbespots ein Querverweis zu einer Produktauskunft ausgegeben werden. Zudem können via eines parallel verbundenen App-Stores gewünschte Applikationen aus den Feldern Nachrichten, Sport, Wetter, Spiele etc. direkt auf das TV-Gerät abgelegt werden. Jedoch ist es bedeutsam, dass Leistungsfaktoren wie Nutzungsindivualität, Preis-Leistungs-Verhältnis, Benutzerfreundlichkeit, Datensicherung und Übertragungsqualität eingehalten werden. 47

Dem Zukunftsfeld, das als V-Entrepreneurship gekennzeichnet wird, werden Unternehmen zugeordnet, deren gewerbliche Handlungen ausschließlich im virtuellen Raum vonstattengehen, bei der die „selbständige(n) Gründerperson(en) mit einem spezifischen virtuellen Angebot einen fremden Bedarf decken möchte(n), um mittels elektronischer Umsätze zunächst virtuelle, später reale Gewinne zu erzielen.“ Hierzu zählen Unternehmungen, welche es dem Anwender gestatten, über virtuelle Welten soziale Interaktionen mit eigens erstellen Avataren zu erleben (z. B. Massive Multiplayer Online Role- Playing Games, kurz: MMORPGs) oder auch Anbieter virtueller Währungen, die sich im Hinblick auf ersteres Beispiel als Sekundärmarkt etabliert haben. Prominente Exempel wären Facebook-Credits oder der Bitcoin. 48 Zweiteres wird aktuell schwer umstritten, da keine zentrale, beziehungsweise staatliche Regulierungsinstanz den Wert des Bitcoins überwacht. Vielmehr wird der reale Wert der Kryptowährung und dessen Nutzung zu illegalen Absichten kritisiert. Auch hierbei kann zwischen drei unterschiedlichen Teilbereichen differenziert werden:

- Das R2V-Segment (Virtuelle Dienste) bezeichnet die Übertragung von real geschaffenen Werten in den virtuellen Bereich. Hier eröffnet sich die Möglichkeit einer Verknüpfung von Nutzerprofilen mit speziellen Data-Mining-Methoden zur Entwicklung passender Werbeinformationen.
- Das V2R-Segment (Customized Fabbing): Im Gegensatz zum R2V-Segment werden hierunter virtuell erzeugte Werte in den realen Raum transferiert. Als Beispiel nennt Kollmann das virtuelle Prototypentwicklungen (Prototyping), sowie virtuelle Einkaufstouren (vShopping).
- Indessen werden im V2V-Segment virtuelle Güter erschaffen, welche auch letztlich im virtuellen Raum fortdauern. Dazu zählen beispielsweise Bekleidungsartikel, die mit realer Währung erworben werden können und zur Individualisierung des eigenen Avatars dienen oder virtuell stattfindende Tagungen beziehungsweise Workshops. 49

Als zweites bedeutendes Segment führt Kollmann die Bereiche der Unternehmensgründung in der digitalen Wirtschaft an. Hierunter soll verdeutlicht werden, welche Entwicklung das World Wide Web in den letzten Jahren durchlebt hat. Zu diesem Zweck definierte man drei Entwicklungsstufen: Web 1.0, Web 2.0 und Web 3.0. 50 Das Web 1.0 charakterisierte sich dadurch, dass sich sämtliche Prozesse in den Bereichen Information, Transaktion und Kommunikation nach dem Angebot orientierten und ausschließlich e-Procurement, e-Shop und e-Marketplace-Systeme genutzt wurden. 51

[...]


1 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2015), S. 3.; Vgl. auch genauere Darstellung von Becker, W. und Pflaum, A. (2019a), S. 7ff.,

2 Vgl. Loebbecke, C. (2006), S. 360., Vgl. weitere Ansicht von. Becker, W. (2019), S. 24f.

3 Kollmann, T. und Schmitt, H. (2016), S. 5.; Vgl. umfassende Auslegung von Wolf, T. und Strohschen J.-H. (2018), S. 58f.

4 Vgl. Schallmo, D. (2017), S. 37.

5 Vgl. Luber, S. und Litzel, N. (2017).; Vgl. Tarkowski, P. (2018).

6 Kollmann, T. (2016), S. 30f.; Vgl. ähnliche Darstellung von Balachandran, V. und Sree Sakthivelan, M. (2013), S. 51.

7 Fritsch, M. (2019), S. 18.

8 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 31.

9 Vgl. Szyperski, N. und Natusius H. (1999), S. 27.

10 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 27.

11 Vgl. ebd., S. 27.

12 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 27f.

13 Vgl. ebd., S. 32f.

14 Fritsch, M. (2019), S. 22f.

15 Vgl. ebd., S. 21ff.

16 Vgl. Fritsch, M. (2019), S. 21ff.

17 Vgl. ebd., S. 24.

18 Vgl. ebd., S. 25.

19 Vgl. ebd., S. 25.

20 Fritsch, M. (2019), S. 25f.

21 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 41f.

22 Ebd., S. 42.

23 Vgl. Müller S. et al. (2016), S. 10.

24 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018), S. 4.

25 Vgl. ebd., S. 4.; vgl. ebd., S. 57.

26 Vgl. ebd., S. 58.

27 Vgl. Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (2012), S. 6.

28 eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. und Arthur D. Little (2015), S. 10.

29 WitoR GmbH (2018), S. 43.

30 Vgl. WifOR GmbH (2018), S. 44.; Vgl. weiter ausholende Darstellung von Makarova, I. et al. (2019), S. 703 ff.; Vgl. Blees, I. et al. (2015), S. 12f.

31 Vgl. Blees, I. et al. (2015), S. 67.; Vgl. Borgwardt, A. (2014), S. 21.

32 Vgl. Blees, I. et al. (2015), S. 44.

33 Vgl. ebd., S. 44f.

34 Vgl. ebd., S. 45.

35 Vgl. Samuelis, T. (2017a), o. S.; vgl. Frost, B. (2017) o. S.

36 Vgl. Samuels, T. (2017a) o. S.; vgl. Samuelis, T. (2017b) o. S.; vgl. Frost, B. (2017) o. S., vgl. Huchthausen, M. und Droste, M. (2014), S. 83.

37 Samuelis, T. (2017a) o. S.

38 Vgl. ebd. o. S.

39 Vgl. Flügel, E. (2018) o. S.

40 Vgl. Flügel, E. (2018) o. S.

41 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 37.

42 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 37f.

43 Vgl. ebd., S. 38ff.

44 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 44ff.

45 Vgl. ebd., S. 48.

46 Vgl. ebd., S. 49.

47 Vgl. ebd., S. 50ff.

48 Vgl. Kollmann, T. (2016), S. 54ff.

49 Vgl. ebd., S. 58.

50 Vgl. ebd., S. 59.

51 Vgl. ebd., S. 61ff.

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten

Details

Titel
E-Entrepreneurship. Charakterisierung des Gründungsprozess, sowie Chancen, Risiken und Herausforderungen von Startups im digitalen Bildungsmarkt
Hochschule
Hochschule Albstadt-Sigmaringen; Sigmaringen
Note
2,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
69
Katalognummer
V499890
ISBN (eBook)
9783346021014
ISBN (Buch)
9783346021021
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Entrepreneurship, Digitalisierung, Gründung, E-Learning, Educonomy, Entrepreneurship
Arbeit zitieren
Daniel Frychel (Autor), 2019, E-Entrepreneurship. Charakterisierung des Gründungsprozess, sowie Chancen, Risiken und Herausforderungen von Startups im digitalen Bildungsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499890

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