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Guinea - Beispiel eines "failed country"

Title: Guinea - Beispiel eines "failed country"

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Martin Weinberg (Author)

Politics - Region: Africa
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Summary Excerpt Details

Die Republik Guinea
ein Beispiel für „bad governence“

Die Ursachen von Unterentwicklung
Die Ursachen dafür - also was ein Entwicklungsland so unterentwickelt werden lässt, liegen fast ausschließlich in der Art, wie die dortige Regierung ihre Arbeit macht. Der von der OECD geprägte Ausdruck „good governence“ fasst alle Dinge zusammen, die eine Regierung tun sollte, um das Wohlergehen der Volksgemeinschaft zu steigern. Darunter zu zählen sind wirtschaftliche wie soziale Aspekte.
Beim Versagen von Regierungen handelt es sich fast immer um korrupte Eliten, die nicht an einer Änderung der Situation interessiert sind, um ihre eigene Position nicht zu verschlechtern. In Systemen, wo hoch oben in der Hierarchie schon Korruption herrscht, setzt sich das häufig bis zum kleinsten Beamten nach unten fort. Der unmittelbare Schaden für die Volksgemeinschaft ist dabei wesentlich geringer, als der auf Dauer daraus resultierende wirtschaftliche Schaden. Wenn der Großteil der Behörden in einem Staat korrupt ist, kann er kaum eine Rechtssicherheit gewährleisten.
Das bedeutet für einen ausländischen Investor, dass im Falle rechtlicher Schwierigkeiten nicht mit kalkulierbaren Gerichtsurteilen rechnen kann, weil er davon ausgehen muß, dass die korrupten Richter eher willkürliche Urteile fällen. Ihm fehlt also eine angemessene Planungssicherheit, wie sie ein glaubhaftes System von funktionierender Exekutive und Legislative, sowie unabhängiger Judikative sie garantieren würde. Das gilt aber nicht nur für ausländische, sondern ebenso für inländische Investoren, denn selbst in den ärmsten Ländern gibt es Kreise die über investitionsfähiges Kapital verfügen.
Ein funktionierendes Rechtssystem mit unabhängigen Richtern stellt eine unumgängliche Bedingung für erfolgreiche wirtschaftliche Aktivitäten in einem Land dar. Dazu gehört auch ein Patenrecht zur Sicherung geistigen Kapitals, dass das Rechtssystem zu schützen in der Lage sein muß.
Gerade wenn die Regierung eines Entwicklungslandes über bescheidene Mittel verfügt, ist es umso wichtiger, sie umsichtig – also sehr gezielt da einzusetzen, wo sie am effektivsten sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Guinea heute

3. Kolonialzeit

4. Unabhängigkeit unter Sékou Touré

5. Zeit nach 1984 unter Lansana Conté (geboren 1934)

6. Ausblick in die Zukunft

7. Die Ursachen von Unterentwicklung allgemein

8. Sturz oder Abdankung ?

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis:

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht den Status von Guinea als "failed country" vor dem Hintergrund seiner politischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem natürlichen Reichtum des Landes und der herrschenden Armut zu analysieren sowie die historischen und strukturellen Ursachen der staatlichen Fehlentwicklungen unter den Regimes von Sékou Touré und Lansana Conté aufzuzeigen.

  • Politische Geschichte Guineas seit der Kolonialzeit
  • Strukturelle Analyse der Regierungsstile von Touré und Conté
  • Wirtschaftliche Herausforderungen und Infrastrukturprobleme
  • Zusammenhang zwischen guter Regierungsführung (Good Governance) und Entwicklung
  • Die Rolle der Korruption bei der Entstehung von failed states

Auszug aus dem Buch

7. Die Ursachen von Unterentwicklung allgemein

Die Ursachen dafür was ein Entwicklungsland so unterentwickelt werden lässt, liegen fast immer in der Art, wie die dortige Regierung ihre Arbeit macht. Der von der OECD geprägte Ausdruck „good governence“ fasst alle Dinge zusammen, die eine Regierung tun sollte, um das Wohlergehen der Volksgemeinschaft zu steigern. Darunter zu zählen sind wirtschaftliche wie soziale Aspekte.

Beim Versagen von Regierungen handelt es sich fast immer um korrupte Eliten, die nicht an einer Änderung der Situation interessiert sind, um ihre eigene Position nicht zu verschlechtern. In Systemen, wo hoch oben in der Hierarchie schon Korruption herrscht, setzt sich das häufig bis zum kleinsten Beamten nach unten fort. Der unmittelbare Schaden für die Volksgemeinschaft ist dabei wesentlich geringer, als der auf Dauer daraus resultierende wirtschaftliche Schaden. Wenn der Großteil der Behörden in einem Staat korrupt ist, kann er kaum eine Rechtssicherheit gewährleisten.

Das bedeutet für einen ausländischen Investor, dass im Falle rechtlicher Schwierigkeiten nicht mit kalkulierbaren Gerichtsurteilen rechnen kann, weil er davon ausgehen muss, dass die korrupten Richter eher willkürliche Urteile fällen. Ihm fehlt also eine angemessene Planungssicherheit, wie sie ein glaubhaftes System von funktionierender Exekutive und Legislative, sowie unabhängiger Judikative sie garantieren würde. Das gilt aber nicht nur für ausländische, sondern ebenso für inländische Investoren, denn selbst in den ärmsten Ländern gibt es Kreise die über investitionsfähiges Kapital verfügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der geografischen Einordnung Guineas und der paradoxen Situation eines ressourcenreichen Landes, in dem ein Großteil der Bevölkerung in der Subsistenzwirtschaft tätig ist.

2. Guinea heute: Analyse der aktuellen demografischen, ökonomischen und sozialen Lage unter besonderer Berücksichtigung der Infrastruktur und der Abhängigkeit von Rohstoffexporten.

3. Kolonialzeit: Kurzer historischer Abriss der Entdeckung und der kolonialen Durchdringung durch Frankreich bis zum Übergang in die Unabhängigkeit.

4. Unabhängigkeit unter Sékou Touré: Untersuchung der Ära Touré, die durch radikale Abkehr von Frankreich, Einparteienherrschaft und wirtschaftliche Isolation geprägt war.

5. Zeit nach 1984 unter Lansana Conté (geboren 1934): Beschreibung des Übergangs zum Militärregime unter Conté, der fortgesetzten Unterdrückung der Opposition und der formalen Transformation zur "Präsidialdemokratie".

6. Ausblick in die Zukunft: Bewertung der wirtschaftlichen Trends und der Sicherheitslage, insbesondere im Kontext regionaler Konflikte und der Abhängigkeit vom Rohstoffsektor.

7. Die Ursachen von Unterentwicklung allgemein: Theoretische Herleitung der Bedeutung von Good Governance und Rechtssicherheit als Grundvoraussetzungen für ökonomischen Erfolg.

8. Sturz oder Abdankung ?: Analyse der politischen Konsolidierung Contés durch Verfassungsänderungen und die Unterdrückung demokratischer Prozesse.

9. Fazit: Kritische Würdigung der politischen Zukunftsperspektiven Guineas und des Risikos eines Machtvakuums nach dem Ableben des Diktators.

10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Daten zur Recherche.

Schlüsselwörter

Guinea, Failed State, Sékou Touré, Lansana Conté, Kleptokratie, Good Governance, Rohstoffreichtum, Unterentwicklung, Militärregime, Demokratie, Korruption, Westafrika, Wirtschaftskrise, Menschenrechte, Infrastruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sozioökonomische und politische Lage von Guinea und untersucht, warum das Land trotz enormer natürlicher Ressourcen als failed state eingestuft wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung seit der Kolonialzeit, die diktatorischen Herrschaftsstrukturen unter Sékou Touré und Lansana Conté sowie die ökonomischen Folgen von Korruption und mangelnder Rechtssicherheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie es zu der massiven Armut in einem eigentlich naturgegeben wohlhabenden Land kommen konnte und welche politischen Mechanismen diese Stagnation aufrechterhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer und aktueller Daten, ergänzt durch Berichte von internationalen Organisationen wie Weltbank und IWF.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Regierungsperioden, eine Bestandsaufnahme der heutigen wirtschaftlichen Situation und eine theoretische Reflexion über die Ursachen staatlicher Unterentwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Guinea, Failed State, Kleptokratie, Good Governance und Unterentwicklung.

Wie unterscheidet sich die Ära unter Lansana Conté von seinem Vorgänger Sékou Touré?

Während Touré eine isolationistische, sozialistisch geprägte Diktatur führte, setzte Conté formal auf wirtschaftliche Liberalisierung und eine Fassadendemokratie, behielt jedoch die autokratischen und repressiven Strukturen bei.

Warum wird Guinea im Text als "Gulag der Tropen" bezeichnet?

Dieser Begriff stammt aus der Zeit unter Sékou Touré, aufgrund der extremen Brutalität der Sicherheitsorgane, der politischen Säuberungen und der massiven Menschenrechtsverletzungen gegen Oppositionelle.

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Details

Title
Guinea - Beispiel eines "failed country"
College
RWTH Aachen University  (Institut f. politische Wissenschaften der RWTH Aachen)
Course
Afrika NEPAD
Grade
1,7
Author
Martin Weinberg (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V50031
ISBN (eBook)
9783638463393
ISBN (Book)
9783638791557
Language
German
Tags
Guinea Beispiel Afrika NEPAD
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Weinberg (Author), 2004, Guinea - Beispiel eines "failed country", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50031
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