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Dietrichepik - Theoderich der Große und Dietrich von Bern

Title: Dietrichepik - Theoderich der Große und Dietrich von Bern

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Agnes Klopotek (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Literatur kann einen Leser nicht nur in eine wunderbare, spannende und interessante Welt einführen, sie kann auch historisch gesehen sehr lehrreich sein, wenn man versucht ihren Sinn und ihre Entstehung zu hinterfragen. Bei der Dietrichepik, die Stoff dieser Hausarbeit werden soll, finden wir einen solchen Fall, der dem Leser die Augen für eine mittelalterliche Welt öffnet. Es ist überaus spannend, wie die Menschen im Mittelalter Literatur, Geschichte und Politik verstanden haben. All diese Punkte kann man rekonstruieren und erforschen, hier anhand der historischen Dietrichepik zu der sich „Dietrichs Flucht“ und „Alpharts Tod“ zählen lässt, wobei bei dieser Ausarbeitung lediglich die Geschichte von „Dietrichs Flucht“ im Mittelpunkt stehen wird.
Wenn man nun versucht sich der Entstehung und gleichsam des Sinns der Dietrichepik zu nähern, wird man feststellen, wie kompliziert es sein kann, aus einigen wenigen Überlieferungen der Dietrichsage, hier ist das „Hildebrandslied“ und „Dietrichs Flucht“ zu nennen, die Entstehung und den Sinn der heroischen Überlieferung in Entwicklung zur Dietrichepik zu rekonstruieren.
Im Fokus wird die beim Forschen offensichtlich liegende Diskrepanz zwischen der Figur Dietrichs von Bern und dem Ostgotenkönig Theoderich dem Großen stehen. Es wird erforscht, inwieweit diese Diskrepanz zwischen dem erfolgreichen König Theoderich und dem erfolglosen Helden Dietrich von Bern, von dem literarischen Verständnis und den politischen Verhältnissen im Mittelalter abhängt und wie diese die Dietrichsage und die Dietrichepik beeinflussten.
Durch die Auswahl der Sekundärliteratur, darunter die für diese Erforschung wichtigen Gedankengänge von Edith Marold, Walter Haug und Joachim Heinzle, sowie aus der Überlieferung von „Dietrichs Flucht“ wird man sich der schwierigen Problemstellung, wie aus dem erfolgreichen König eine erfolglose Sagenfigur werden konnte, nähern, um eine mögliche Antwort zu liefern, die sich trotz der Hinzunahme dieser Sekundärliteratur als Eigenes behaupten wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Theoderich der Große in Historie und Dietrichepik

2.1. Leben und Werdegang von Theoderich dem Großen

2.2. Zur Umkehrung historischer Fakten in der Dietrichepik

3. Die Verbindung von Historie und Sage

3.1. Die Exiljahre als Rekonstruktionsversuch

4. Merkmale einer Sage als literarische Problemklärung

4.1. Die Dietrichsage unter literaturhistorischer Lupe

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der historischen Figur des erfolgreichen Ostgotenkönigs Theoderich des Großen und der literarischen Sagenfigur Dietrich von Bern, die durch fortwährende Misserfolge und Exil gekennzeichnet ist. Ziel ist es zu ergründen, warum und wie diese Umformung historischer Fakten in der mittelalterlichen Dietrichepik, insbesondere unter dem Aspekt des sogenannten "Geschichtsschocks", erfolgte.

  • Historischer Hintergrund von Theoderich dem Großen
  • Analyse der Transformation historischer Fakten in die Sage
  • Die Funktion der Exiljahre als literarisches Motiv
  • Verarbeitung von Völkerwanderungserfahrungen in der Heldendichtung
  • Literaturhistorische Einordnung der Dietrichsage

Auszug aus dem Buch

3. Die Verbindung von Historie und Sage

Bei der Bewältigung der Problemstellung wie es dazu kommen konnte, dass aus dem erfolgreichen Theoderich dem Großen in der Dietrichsage der erfolglose Dietrich von Bern wurde, müssen wir uns etwas Wichtiges vor Augen führen: Vielleicht müssen wir nicht von Theoderichs erfolgreicher Regierungszeit ausgehen, sondern vielmehr eine andere Zeitdauer betrachten, um das vorliegende Problem zu lösen. Edith Marold betrachtet das Problem in ihrem Aufsatz über „Die Darstellung der Figur des Dietrich von Bern“ aus einer anderen Sichtweise: Sie sieht für die Exiljahre, die Dietrich zum erfolglosen König prägten, die Begründung in Theoderichs Zeit vor seiner Herrschaft in Italien liegen. Wenn wir die Sage aus nun dieser anderen Sicht rekonstruieren, müssen wir vor der Regierungszeit Theoderich des Großen beginnen.

Wie schon im ersten Kapitel erwähnt, hatte Theoderich Odoaker eigenhändig umgebracht. Er tat es, sicherlich, im politischen Interesse und um Alleinherrscher zu werden. Doch lässt sich auch ein anderes Motiv finden? „Die Sage hatte ein anderes Motiv gesucht als die realpolitischen Interessen [...]: Sie sah in der Tötung Odoakers Verwandtenrache.“ Diese Verwandtenrache liege auch im damaligen Geschichtsverständnis, in dem die Heldensage historische Abläufe als private Auseinandersetzungen reflektiert hat. Verwandtenrache soll es gewesen sein, weil die „Skiren [...] nach einem betrügerischen Freundschaftspakt die Ostgoten [überfielen] und [...] ihren Führer Valamer [töteten]“, der vermutlich der Onkel von Theoderich war. In diesem „[...] Verlauf der Kämpfe wurden die Ostgoten gezwungen, ihre Wohnsitze aufzugeben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird die Forschungsfrage nach der Diskrepanz zwischen der historischen Figur Theoderichs und der Sagenfigur Dietrichs von Bern skizziert und der methodische Ansatz dargelegt.

2. Theoderich der Große in Historie und Dietrichepik: Dieses Kapitel stellt den historischen Werdegang Theoderichs gegenüber der literarischen Umformung in der Dietrichepik dar.

3. Die Verbindung von Historie und Sage: Hier wird untersucht, wie die Exiljahre Dietrichs als Rekonstruktionsversuch historischer Ereignisse, insbesondere vor dem Hintergrund von Verwandtenrache und Wanderung, zu deuten sind.

4. Merkmale einer Sage als literarische Problemklärung: Das Kapitel analysiert, wie die Heldensage als Medium diente, um den "Geschichtsschock" und die Erfahrungen der Völkerwanderungszeit durch die Projektion auf den Helden zu bewältigen.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass die Sagenbildung kein bloßes Abbild der Historie ist, sondern ein literarisches Werk, das mittelalterliche Ängste und Erfahrungen verarbeitet.

Schlüsselwörter

Dietrich von Bern, Theoderich der Große, Dietrichepik, Dietrichs Flucht, Geschichtsschock, Heldensage, Völkerwanderung, Exil, Verwandtenrache, literarische Umformung, Mittelalter, Geschichtsverständnis, Literaturhistorie, Sagenbildung, Historizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Unterschiede und Diskrepanzen zwischen der historischen Person Theoderich des Großen und der literarischen Sagenfigur Dietrich von Bern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Transformation historischer Fakten in literarische Sagen, die Rolle des Exils in der Dietrichepik und die Verarbeitung kollektiver Erfahrungen im Mittelalter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit erforscht, wie es dazu kommen konnte, dass aus dem erfolgreichen historischen König Theoderich eine erfolglose, im Exil lebende Sagenfigur wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Sekundärliteratur zur Mediävistik mit der Analyse der Texte von "Dietrichs Flucht" und dem "Hildebrandslied" verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Hintergrund Theoderichs, die Umdeutung historischer Fakten, die Funktion der Exiljahre und die literaturhistorische Einordnung der Sage analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Dietrichepik, Sagenbildung, Völkerwanderung, Geschichtsschock und die literarische Umformung von Historie charakterisieren.

Warum wird Dietrich von Bern in der Sage als erfolglos dargestellt?

Die Darstellung als erfolgloser Exilant diente den Menschen des 13. Jahrhunderts dazu, ihr eigenes Leid und die Erfahrung des Eintritts in die unumkehrbare Geschichte ("Geschichtsschock") durch die Projektion auf den Helden zu bewältigen.

Welche Rolle spielt die "Verwandtenrache" für das Sagenverständnis?

Die Verwandtenrache fungiert als ein Erklärungsmodell der Sage, um komplexe historische Abläufe der Völkerwanderungszeit in ein verständlicheres, privates Handlungsmuster der Heldensage zu übersetzen.

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Details

Title
Dietrichepik - Theoderich der Große und Dietrich von Bern
College
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Course
Dietrichepik
Grade
1,7
Author
Agnes Klopotek (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V50035
ISBN (eBook)
9783638463430
Language
German
Tags
Dietrichepik Theoderich Große Dietrich Bern Dietrichepik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Agnes Klopotek (Author), 2004, Dietrichepik - Theoderich der Große und Dietrich von Bern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50035
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