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Endogene Ursachen der Unterentwicklung

Title: Endogene Ursachen der Unterentwicklung

Seminar Paper , 2001 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: Martin Weinberg (Author)

Economics - International Economic Relations
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Endogene Ursachen der Unterentwicklung

Die Behauptung, die Wirtschaft der Industriestaaten basiere auf Ausbeutung der Entwicklungsländer, hat durch häufige Wiederholung nicht an Wahrheit gewonnen. Ebenso muß die Vorstellung revidiert werden, der Aufschwung eines Entwicklungslandes sei nur durch Hilfe von außen zu bewerkstelligen. Auf den Seiten dieser Arbeit sollen die endogenen Ursachen der Unterentwicklung und die Möglichkeiten ihrer Überwindung etwas beleuchtet werden.

Der Begriff „Unterentwicklung“ setzt voraus, dass der Betrachter aus einer Perspektive eines „normal entwickelten“ Landes heraus urteilt.
Normal entwickelt sind in dieser Sichtweise die westlichen Industriestaaten, unterentwickelt die, deren Wohlstand merklich hinter dem der Industriestaaten zurücksteht. Da sie also typischerweise noch einiges an Entwicklung aufzuholen haben (gegenüber diesen anderen), sind unterentwickelte Länder „Entwicklungsländer“. Charakteristische Symptome dafür sind, neben Vorherrschen des primären Sektors, schlechte Infrastruktur, hohe Arbeitslosigkeit und hohe Analphabetenquote, sowie ein niedriges pro Kopf Einkommen. Weiter ist die Lebenserwartung der Bevölkerung aufgrund eines Mangels an ausreichender Ernährung und medizinischer Versorgung gering und der Staat hat meist hohe Auslandsschulden

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Unterentwicklung

3. Die Ursachen der Unterentwicklung

4. Störungen der Agrarwirtschaft von außen

5. Wachstum und Wohlstand

6. Urbanisierung

7. Die klassischen Appositionen der Entwicklungsländer

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis und Abkürzungsverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die endogenen Ursachen von Unterentwicklung in Entwicklungsländern. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwiefern die Qualität der staatlichen Regierungsführung sowie institutionelle Rahmenbedingungen den wirtschaftlichen Erfolg bestimmen und warum externe Hilfe allein oft nicht ausreicht, um nachhaltiges Wachstum zu generieren.

  • Bedeutung der „Good Governance“ für den wirtschaftlichen Aufstieg
  • Einfluss von Rechtssicherheit und Korruptionsbekämpfung auf Investitionen
  • Analyse des „Catch-up“-Effekts und der wirtschaftlichen Transformation
  • Demographische Entwicklungen und ihre sozioökonomischen Implikationen
  • Die Rolle der Urbanisierung und Exportzusammensetzung im Entwicklungsprozess

Auszug aus dem Buch

3. Die Ursachen von Unterentwicklung

Die Ursachen dafür - also was ein Entwicklungsland so unterentwickelt werden lässt, liegen fast ausschließlich in der Art, wie die dortige Regierung ihre Arbeit macht. Der Ausdruck „good governence“ fasst alle Dinge zusammen, die eine Regierung tun sollte, um das Wohlergehen der Volksgemeinschaft zu steigern. Darunter zu zählen sind wirtschaftliche wie soziale Aspekte. Beim Versagen von Regierungen handelt es sich fast immer um korrupte Eliten, die nicht an einer Änderung der Situation interessiert sind, um ihre eigene Position nicht zu verschlechtern. In Systemen, wo hoch oben in der Hierarchie schon Korruption herrscht, setzt sich das häufig bis zum kleinsten Beamten nach unten fort. Der unmittelbare Schaden für die Volksgemeinschaft ist dabei wesentlich geringer, als der auf Dauer daraus resultierende wirtschaftliche Schaden. Wenn der Großteil der Behörden in einem Staat korrupt ist, kann er kaum eine Rechtssicherheit gewährleisten.

Das bedeutet für einen ausländischen Investor, dass im Falle rechtlicher Schwierigkeiten nicht mit kalkulierbaren Gerichtsurteilen gerechnet werden kann, weil er davon ausgehen muß, dass die korrupten Richter eher willkürliche Urteile fällen. Ihm fehlt also eine angemessene Planungssicherheit, wie sie ein glaubhaftes System von funktionierender Exekutive und Legislative, sowie unabhängiger Judikative garantieren würde. Das gilt aber nicht nur für ausländische, sondern ebenso für inländische Investoren, denn selbst in den ärmsten Ländern gibt es Kreise die über investitionsfähiges Kapital verfügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt kritisch die einseitige Schuldzuweisung an Industrienationen für die Unterentwicklung und betont die Notwendigkeit, endogene Ursachen zu analysieren.

2. Was ist Unterentwicklung: Dieses Kapitel definiert Unterentwicklung als relativen Begriff, der auf dem Vergleich mit Industriestaaten basiert und charakteristische Merkmale wie ein niedriges pro-Kopf-Einkommen nennt.

3. Die Ursachen der Unterentwicklung: Der Fokus liegt hier auf der Bedeutung staatlicher Regierungsführung („Good Governance“) und der verheerenden Wirkung von Korruption auf Investitionssicherheit und Rechtssicherheit.

4. Störungen der Agrarwirtschaft von außen: Hier wird diskutiert, wie subventionierte Importe aus Industrienationen die heimischen Agrarmärkte stören und Entwicklungsprozesse behindern.

5. Wachstum und Wohlstand: Das Kapitel vergleicht wirtschaftliche Entwicklungsverläufe, etwa die Stagnation in Argentinien gegenüber dem Aufstieg der asiatischen Tigerstaaten.

6. Urbanisierung: Es wird dargelegt, dass Verstädterung ein natürlicher, wenn auch problembehafteter Teil des Entwicklungsprozesses ist, der historische Parallelen in Europa aufweist.

7. Die klassischen Appositionen der Entwicklungsländer: Dieses Kapitel befasst sich mit der demographischen Entwicklung und der Theorie des demographischen Übergangs sowie den Motiven zur Kinderzeugung.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Unterentwicklung ein dynamischer Prozess ist und betont die Bedeutung von institutionellen Reformen statt alleiniger finanzieller Unterstützung.

9. Literaturverzeichnis und Abkürzungsverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und die im Text verwendeten Abkürzungen auf.

Schlüsselwörter

Unterentwicklung, Good Governance, Korruption, Investitionssicherheit, Rechtssicherheit, Wirtschaftswachstum, Humankapital, Demographischer Übergang, Urbanisierung, Tigerstaaten, Entwicklungsländer, Kaufkraftparität, Globalisierung, Armutsbekämpfung, Exportzusammensetzung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die endogenen, also im Inneren eines Landes liegenden Ursachen für Unterentwicklung und untersucht, warum bestimmte staatliche Rahmenbedingungen entscheidend für den ökonomischen Fortschritt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Rolle der Regierung, die Bedeutung von Rechtssicherheit für Investitionen, den Einfluss globaler Handelsstrukturen auf die Agrarwirtschaft sowie demographische Wandelprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass nachhaltige Entwicklung primär durch interne Reformen und eine effiziente Regierungsführung gelingt, anstatt ausschließlich auf Hilfe von außen zu setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die unter Heranziehung von volkswirtschaftlichen Daten, historischen Vergleichen und aktuellen Statistiken, wie dem Weltentwicklungsbericht, die Ursachen von Unterentwicklung herleitet.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Auswirkungen schlechter Regierungsführung („Good Governance“), vergleicht das Wachstum verschiedener Regionen anhand von Exportdaten und diskutiert die Bedeutung von Humankapital und politischer Stabilität.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Good Governance“, „Investitionssicherheit“, „Demographischer Wandel“ und „Catch-up-Effekt“ charakterisieren.

Warum wird die Rolle der Korruption so stark hervorgehoben?

Weil Korruption Investitionen verhindert, indem sie Planungssicherheit zerstört und das Vertrauen in Exekutive, Legislative und Judikative untergräbt, was essenzielle Bedingungen für jedes Wirtschaftswachstum sind.

Was ist das Ergebnis der historischen Betrachtung der Tigerstaaten?

Die Tigerstaaten dienen als Beispiel dafür, wie ein Land durch den richtigen Fokus auf Infrastruktur, Bildung und investitionsfreundliche Politik den wirtschaftlichen Aufstieg schaffen kann.

Wie bewertet der Autor den Prozess der Urbanisierung?

Der Autor ordnet die Urbanisierung als einen historisch erklärbaren Prozess ein, der zwar mit Herausforderungen verbunden ist, aber in der westlichen Geschichte als notwendige Begleiterscheinung der wirtschaftlichen Entwicklung ebenfalls auftrat.

Welche Prognose stellt der Autor für die Zukunft?

Der Autor zeigt sich vorsichtig optimistisch, da in immer mehr Ländern ein Umdenken hin zur Demokratie und verantwortungsvoller Sozialpolitik stattfindet, betont jedoch, dass Stabilität die Grundvoraussetzung für diesen Weg ist.

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Details

Title
Endogene Ursachen der Unterentwicklung
College
RWTH Aachen University  (INSTITUT FÜR INTERNATIONALE TECHNISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT)
Course
Zukunft der dritten Welt
Grade
2
Author
Martin Weinberg (Author)
Publication Year
2001
Pages
21
Catalog Number
V50043
ISBN (eBook)
9783638463508
ISBN (Book)
9783638789462
Language
German
Tags
Endogene Ursachen Unterentwicklung Zukunft Welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Weinberg (Author), 2001, Endogene Ursachen der Unterentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50043
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