Der Aufstieg der NSDAP. In der heutigen Zeit noch möglich?


Facharbeit (Schule), 2017
21 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich der Faktoren zwischen damals und heute
2.1 Damals
2.1.1 Stimmung im Volk
2.1.2 Wirtschaft
2.1.3 Terror
2.1.4 Propaganda
2.1.5 Verfassung
2.1.6 Abschaffung der Demokratie
2.2 Heute
2.2.1 Vergleichbare Parteien zur NSDAP
2.2.2 Stimmung im Volk
2.2.3 Wirtschaft
2.2.4 Terror
2.2.5 Propaganda
2.2.6 Verfassung
2.2.7 Abschaffung der Demokratie

3. Schluss

4. Anhang
4.1 Literaturverzeichnis
4.2 Graphiken.

1. Einleitung

Das Thema Nationalsozialismus ist in Deutschland noch immer ein aktuelles Thema, denn die Herrschaft Hitlers und die damit verbundenen Auswirkungen des zweiten Weltkrieges und des Antisemitismus waren fatal für Deutschland und die Welt. Doch hat das Thema in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend an Brisanz hinzugewonnen. Die AfD, eine rechtspopulistische Partei scheint nach den Bundestagswahlen 2017 mit über zehn Prozent in den Bundestag zu ziehen1, ein Szenario, was man lange für unmöglich hielt. Oder auch die PEGIDA eine teils gewaltbereite2 Bewegung gegen islamische Einwohner beziehungsweise Flüchtlinge scheint mit teilweise 30000 Demonstranten3 in Dresden Anklang in der Bevölkerung zu finden. Doch nicht nur in Deutschland ist diese Entwicklung zu beobachten. Auch in Frankreich ist mit dem Front National eine ähnliche Ent- wicklung zu beobachten wie in Deutschland mit der AfD. Auch weitere Länder wie zum Beispiel Polen, Ungarn und Österreich entwickeln sich zunehmend nach rechts. Aufgrund dieser erschreckenden Entwicklungen in den letzten Jahren werde ich untersuchen, ob in Deutschland eine „Machtergreifung“, wie damals zu Zeiten der NSDAP möglich wäre. Diese Arbeit wird in zwei Teile aufgeteilt sein. Im ersten Teil dieser Facharbeit werden ich die Faktoren, die nötig waren für die Machergreifung der NSDAP herausarbeiten. Im zweiten Teil der Facharbeit wird die heutige Situation innerhalb Deutschlands dargelegt, um diese dann mit den im ersten Teil dargestellten Faktoren zu vergleichen. Am Ende dieser Facharbeit möchte ich zu dem Ergebnis gelangen, inwiefern eine erneute Machtergreifung einer rechten Partei in Deutschland möglich sein könnte.

2. Vergleich der Faktoren zwischen damals und heute

2.1 Damals

2.1.1 Stimmung im Volk

Der erste Faktor ist die Niederlage im ersten Weltkrieg. Die meisten Deutschen gingen innerhalb des 1. Weltkriegs davon aus, aus diesem Siegreich hervorzu- gehen4. Als der Krieg als verloren galt, wurde die sogenannte „Dolchstoßle- gende“5 erfunden. Sie besagt, dass ein Waffenstillstand vereinbart wurde, obwohl der Krieg noch nicht entschieden war6. Diese Theorie fand bei den von der Nie- derlage enttäuschten Bürgern „großen Anklang“7. Nach dem Scheitern der Re- gierung durch „zahlreiche Unruhen und Aufstände“8 entstand die Weimarer Re- publik. Im späteren Verlauf der Geschichte legte der Versailler Vertag fest, dass Deutschland alleine die „Kriegsschuld und Reparationszahlungen in Milliarden- höhe“9 zahlen musste. Ein weiterer Tiefschlag war die auf „15 Jahre befristete Besetzung des linken Rheinufers“10. Die Deutschen waren von den Verhandlun- gen alles andere als begeistert. Durch den entstandenen Unmut der Menschen gegenüber der Regierung hatten extreme Parteien einen starken Aufwind be- kommen. Hierdurch konnten sich Parteien „wie die Nationalsozialistische Deut- sche Arbeiterpartei (NSDAP) und die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) leicht etablieren“11. Sie boten den Menschen mit ihren populistischen For- derungen genau das wonach sich die Bevölkerung sehnte, nämlich politische und wirtschaftliche Stabilität.

2.1.2 Wirtschaft

Im Jahre 1923 brach als Folge der hohen Kriegsschulden die Hyperinflation aus12. Die Folgen der Hyperinflation waren fatal, so dezimierten sich Renten und Zinsen und der Wert der Mark sank immens13. Im Zuge dieser Inflation sah Hitler eine gute Gelegenheit für einen Putschversuch, dieser blieb jedoch erfolglos. Durch die im November 1923 durchgeführte Währungsreform normalisierte sich die Hy- perinflation vorerst14.Ein weiterer Faktor, der der NSDAP zu Macht verhalf, war die Weltwirtschaftskriese im Jahre 1929/30. Sie wurde durch einen Crash an der New Yorker Börse verursacht15. Die Folgen waren gravierend „Wichtige Kredite aus dem Ausland blieben aus, die Industrieproduktion sank um 40 Prozent und sechs Millionen Menschen wurden arbeitslos.“16. Durch diese immensen Folgen wurden radikale Parteien, wie die NSDAP oder die KPD, immer populärer im Volk. Dies spiegelte sich auch in den Wahlergebnissen vom 14. September 1930 wieder. Die NSDAP hatte seit der letzten Wahl um 15 Prozent hinzugewonnen17. „Damit war die NSDAP nach der SPD die stärkste Fraktion im Reichstag.“18. Ein wesentlicher Faktor für diesen Wahlerfolg waren die immensen Wahlveranstal- tungen der NSDAP. In den letzten vier Wochen vor den Wahlen fanden ca. 34000 Veranstaltungen statt19.

2.1.3 Terror

Bereits am ersten Tag nach diesem Wahlerfolg begaben sich SA-Trupps in die Innenstadt von Berlin und „zertrümmerten die Schaufenster des Kaufhauses Wertheim am Kurfürstendamm und weiterer Geschäfte mit angeblich jüdischen Inhabern in der Berliner Innenstadt“20. Überschattet wurde der Wahlkampf 1932 von gewalttätigen Aktionen seitens der NSDAP durch ihre SA-Trupps. Die exzes- sive Gewalt führte letztlich zur Absetzung der preußischen Regierung21. Nach dem enttäuschenden Ergebnis innerhalb der Wahlen von 1932 machten die ent- täuschten Anhänger der SA ihrem Ärger Luft indem sie Juden überfielen oder eine Bombe auf die Zentrale der SPD warfen22.

2.1.4 Propaganda

Als im Jahr 1932 die Wahl des Reichspräsidenten anstand, entschied sich die NSDAP gegen eine Wiederwahl Hindenburgs, sondern stellte Hitler als eigenen Kandidaten auf. Mit dem Image als „Führer des jungen Deutschland“23 positio- nierte er sich gegen das aktuelle System und gegen die Politik Hindenburgs. Nachdem Hindenburg im ersten Wahlgang knapp mit 49,6 Prozent24 die absolute Mehrheit verfehlte, war das Ergebnis in der Stichwahl eindeutig. So gewann Hin- denburg zwar mit 53 Prozent25 jedoch schien Hitler der heimliche Sieger dieser Wahl zu sein, denn er lag mit 36,6 Prozent26 zwar immer noch hinter Hindenburg, jedoch verdoppelte er die Anzahl der Stimmen im Vergleich zu den Wahlen 1930. Als im gleichen Jahr sich die wirtschaftliche Lage Deutschlands nicht verbesserte entließ der Reichspräsident Hindenburg den Reichskanzler Brüning aus seinem Amt27. Als neuen Reichskanzler setze er Franz v. Papen ein. Dieser löste unver- züglich den Reichstag auf und setzte somit Neuwahlen an28. Während der Wah- len erreichte Hitler durch seine Reden Millionen von Deutschen, dies war aus- schlaggebend dafür, dass Hitler das Volk erreichen konnte wie sonst kein Politi- ker vor Ihm29. Als die Ergebnisse der Wahl feststanden war die Enttäuschung innerhalb der NSDAP groß. Zwar war die NSDAP mit 37,3 Prozent30 die stärkste Partei jedoch reichte es weder zur absoluten Mehrheit noch wollte der Reichs- präsident, Hitler zum Kanzler ernennen.31

2.1.5 Verfassung

Für die häufigen Wahlen und der Neubesetzung des Parlaments liegt der Artikel 25 der "Weimarer Reichsverfassung" zugrunde. Dieser befähigt den Reichsprä- sidenten dazu den Reichstag aufzulösen, wenn er dies für notwendig betrachtet32. Durch den Artikel 48 kann der Reichspräsident mithilfe von sogenannten Notver- ordnungen regieren. Das bedeutet, dass der Reichspräsident Gesetze erlassen kann ohne das Parlament33. Dass diese Verfassung die Demokratie torpedieren kann, zeigte sich als Paul von Hindenburg während seiner kompletten Amtszeit nur mit Notverordnungen regierte wodurch er Hitler den Weg zur Macht ebnete34. Die Verfassung berücksichtigte zwar viele Grundrechte jedoch schienen sie eher eine Art Empfehlung zu sein, so gab es kein Verfassungsgericht oder andere Institutionen die überprüfen ob die Verfassung gewahrt wird. Aufgrund dessen war es für die NSDAP ein leichtes diese Grundrechte zu ignorieren und sie später abzuschaffen.

2.1.6 Abschaffung der Demokratie

Im Januar 1933 war es soweit, Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. Der Reichspräsident Hindenburg glaubte er könne Hitler als Kanzler unter Kontrolle halten, ein fataler Irrtum wie sich später herausstellte. Bereits drei Tage nach seiner Ernennung zum Kanzler ließ Hitler verkünden, dass er die gewonnene Macht nie mehr abgeben würde und für eine 180 Grad Wendung in der Politik ist35. Bereits am ersten Februar wurde das Parlament aufgelöst und Neuwahlen angesetzt. Diese Neuwahlen gingen mit brutalen Auseinandersetzungen einher, wie der Verhaftung von politischen Gegnern36. Doch ein Ereignis während des Wahlkampfes half den Nationalsozialisten sehr, der Brand des Reichstags. Hitler beschuldigte die Kommunisten diesen Terroranschlag verübt zu haben37. Hitler nutzte dies um eine Notverordnung in Kraft zu setzen, welche „wesentliche Grundrechte der Verfassung wie die Freiheit der Person, die Unverletzbarkeit der Wohnung, das Post- und Telefongeheimnis, die Meinungs- und Versammlungs- freiheit, das Vereinigungsrecht sowie die Gewährleistung des Eigentums […]“38 außer Kraft gesetzt hatte. Am Ende der Wahl siegte die NSDAP mit 43,9 Pro- zent39. Am 2.Mai stürmte die SA die Büros von Gewerkschaften und beschlag- nahmte ihr Eigentum daraufhin gründete die NSDAP eine Einheitsgewerkschaft „die Deutsche Arbeitsfront“40. Den letzten Schritt zur alleinigen Macht bildete die Abschaffung der Parteien. So lösten sich die meisten Parteien von selbst auf da sie merkten, dass es keinen Sinn hätte weiterhin die Opposition zu bilden41. Die KPD war bereits durch die Verfolgung dieser nicht länger existent42 und die SPD wurde verboten, da ihre Anführer zum Putsch gegen das NS Regime aufriefen43. Hiermit erhielt Hitler und die NSDAP die alleinige Macht in Deutschland und konn- ten das auf vier Jahre beschränkte „Ermächtigungsgesetz“ nach Belieben verlän- gern.

[...]


1 Infratest, http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/sonntagsfrage/ (19.03.2017)

2 N-tv, http://www.n-tv.de/politik/Pegida-Jahrestag-endet-in-Gewalt-article16171256.html (13.03.2017)

3 Ebd.

4 Böhnke, Andrea, http://www.planet-wissen.de/geschichte/diktatoren/adolf_hitlers_lebensweg/pwiediebasisfuerhitlers- wegzurmacht100.html (14.03.2017)

5 Krumeich, Peter und Wildt, Michael. Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S.6

6 Böhnke, Andrea, http://www.planet-wissen.de/geschichte/diktatoren/adolf_hitlers_lebensweg/pwiediebasisfuerhitlers- wegzurmacht100.html (14.03.2017)

7 Ebd.

8 Ebd.

9 Ebd.

10 Ebd.

11 Ebd.

12 Krumeich, Peter und Wildt, Michael. Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S.11

13 Ebd.

14 Ebd.

15 Böhnke, Andrea, http://www.planet-wissen.de/geschichte/diktatoren/adolf_hitlers_lebensweg/pwiediebasisfuerhitlers- wegzurmacht100.html (14.03.2017)

16 Ebd.

17 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S.19

18 Böhnke, Andrea, http://www.planet-wissen.de/geschichte/diktatoren/adolf_hitlers_lebensweg/pwiediebasisfuerhitlers- wegzurmacht100.html (14.03.2017)

19 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 19

20 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 22

21 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 26

22 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 26

23 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 23

24 Andreas Gonschior, http://www.gonschior.de/weimar/Deutschland/Praesidenten.html (19.03.2017)

25 Ebd.

26 Ebd.

27 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 23

28 Ebd.

29 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 25

30 Gonschior, Andreas, http://www.gonschior.de/weimar/Deutschland/RT6.html (19.03.2017)

31 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 26

32 Verfassung des Deutschen Reiches (11.08.1919), in: documentArchiv.de [Hrsg.], URL: http://www.documentAr- chiv.de/wr/wrv.html (20.03.2017)

33 Verfassung des Deutschen Reiches (11.08.1919), in: documentArchiv.de [Hrsg.], URL: http://www.documentAr- chiv.de/wr/wrv.html (20.03.2017)

34 Focus, http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-15138/weimarer-verfassung-der-praesident-ein-ersatzkai- ser_aid_425046.html (20.03.2017)

35 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 28

36 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 32-33

37 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 32

38 Ebd.

39 Andreas Gonschior, http://www.gonschior.de/weimar/Deutschland/RT8.html (19.03.2017)

40 Zeitklicks, http://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks/zeit/politik/organisationen/daf-deutsche-arbeitsfront/ (19.03.2017)

41 Krumeich, Peter und Wildt, Michael, Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, S. 43

42 Ebd.

43 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Der Aufstieg der NSDAP. In der heutigen Zeit noch möglich?
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V500462
ISBN (eBook)
9783346036971
ISBN (Buch)
9783346036988
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufstieg, nsdap, zeit
Arbeit zitieren
Pascal Klönne (Autor), 2017, Der Aufstieg der NSDAP. In der heutigen Zeit noch möglich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500462

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