Bevor wir die verschiedenen Bünde zuerst im Alten, dann im Neuen Testament betrachten, werfen wir einen Blick auf das Wort "Bund" im Hebräischen und im Griechischen. Sodann wollen wir verstehen, wie Bünde im antiken Nahen Osten geschlossen wurden. Dies bildet eine notwendige Hinführung zum biblischen Bund, weil Gott sich nicht nur in menschlicher Sprache, sondern auch in einer konkreten Kultur und Zeit offenbarte, welche uns sehr fremd geworden sind. Den letzten Teil der Hinführung bilden die verschiedensten menschlichen Bünde, die wir im Alten Testament vorfinden.
Im Hauptteil dieser Arbeit werden wir die Heilige Schrift lesen, um zu sehen, wie die ganze Schrift von Jesus Christus spricht, welche Aspekte des Neuen Bundes in den verschiedenen vorangehenden Bünden typologisch angekündigt werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das biblische Bundesvokabular
1.1. Hebräisch:
1.2. Griechisch:
2. Bünde im antiken Nahen Osten
2.1. Die Geschichte der Bundesschlüsse
2.1.1. Titel / Präambel
2.1.2. Historischer Prolog
2.1.3. Bundesbestimmungen
2.1.4. Aufbewahrung im Tempel und periodische Lesung
2.1.5. Liste der Bundeszeugen
2.1.6. Segen und Fluch
2.1.7. Eid und feierliche Zeremonie
2.1.8. Sanktionen
2.2. Zeitliche Einordnung
3. Menschliche Bünde im Alten Testament
3.1. Gegenseitiges persönliches Engagement
3.1.1. Der Ehebund
3.1.2. Abraham und der Hethiter Efron
3.1.3. Rahab und die Spione
3.1.4. David und Jonathan
3.1.5. David und Abner
3.1.6. Salomon und Schimei
3.2. Stammes- und Nationsbündnisse
3.2.1. Abraham und die Amoriter
3.2.2. Abrahams Bünde mit Abimelech
3.2.3. Isaaks Bund mit Abimelech
3.2.4. Jakobs Bund mit Laban
3.2.5. Der gibeonitische Bund
3.2.6. Der Bund zwischen Jabesch-Gilead und Nahash dem Ammoniter
3.2.7. David und seine Vasallenstaaten
3.2.8. Salomo und Hiram von Tyrus
3.2.9. Salomo und seine Vasallenstaaten
3.2.10. Israel, Juda und Aram
3.2.11. Ahab und Ben-Hadad
3.2.12. Nebukadnezzar und Juda
3.2.13. Israel und Assur
3.3. Abkommen zwischen einem König und seinem Volk
3.3.1. David und Israel
3.3.2. Jojada, Joasch und die königlichen Wachen
3.3.3. Joasch und Juda
3.3.4. Zidkija und Juda
3.4. Metaphorische Bünde mit Dingen
3.4.1. Der Bund mit den Steinen des Feldes
3.4.2. Der Bund mit den Augen
3.4.3. Der Bund mit dem Leviathan
3.4.4. Der Bund mit Tieren und Vögeln
3.4.5. Der Bund mit dem Tod
3.4.6. Der Bund mit dem Tag und der Nacht
3.4.7. Der Bund mit den Völkern
3.5. Andere Bünde
3.5.1. Ein Salzbund
3.5.2. Der Bund mit Adam
3.5.3. Der Baalsbund
Hauptteil
4. Bünde zwischen Gott und Mensch im Alten Testament
4.1. Der Schöpfungsbund
4.1.1. Der erste Schöpfungsbericht
4.1.2. Der zweite Schöpfungsbericht
4.1.3. Imago Dei
4.1.4. Königsherrschaft, Sabbatruhe und Bundesanforderung
4.2. Noach – eine neue Schöpfung, ein neuer Bund
4.2.1. Vorbereitungen
4.2.2. Die Flut
4.2.3. Die Bundeserneuerung
4.3. Abraham
4.3.1. Die Verheißungen an Abraham
4.3.2. Das Bundeszeichen – die Beschneidung
4.3.3. Der Segen Sems
4.3.4. Priester und König
4.3.5. Isaak
4.3.6. Jakob
4.4. Mose
4.4.1. Das Gericht über Ägypten
4.4.2. Das Pascha
4.4.3. In der Wüste
4.4.4. Ein Königreich von Priestern, ein heiliges Volk
4.4.5. Der Bundesbruch – das goldene Kalb
4.4.6. Levitikus
4.4.7. Das zweite Gesetz - Deuteronomium
4.4.8. Bundeserneuerung unter Josua
4.4.9. Richter
4.4.10. Zu Bethlehem geboren
4.4.11. Die Dienstmagd Hanna
4.4.12. Bundeserneuerung durch Samuel
4.4.13. Numeri
4.4.14. Von den Richtern zu den Königen
4.5. David – Israels Hirte, Priester und König
4.5.1. Der Gesalbte des Herrn
4.5.2. Jerusalem – Stadt Davids
4.5.3. Ein ewiger Bund
4.5.4. Bundesgedenken
4.5.5. Ins Königreich eintreten
4.5.5.1. König Salomo
4.5.5.2. Bundeserneuerung durch Elija
4.5.5.3. Bundeserneuerung durch Jojada und Joash
4.5.5.4. Bundeserneuerung durch Heskija
4.5.5.5. Bundeserneuerung durch Joschija
4.5.6. Psalmen und Weisheit
4.5.7. Das babylonische Exil
4.5.8. Schriften aus dem Exil
4.5.9. Nach dem Exil
4.5.9.1. Wiederaufbau
4.5.9.2. Die Bundeserneuerung unter Esra und Nehemia
4.5.10. Die Makkabäer
4.5.10.1. Verfolgung und Aufstand
4.5.10.2. Die hasmonäische Zeit
4.5.11. Die Tröstung Israels
4.5.12. Der Neue Bund bei den Propheten
5. Der Neue Bund
5.1. Rückblick und Überblick
5.1.1. Die Erfüllung des Bundesplans
5.1.2. Rückblick
5.1.3. Hin zum Neuen Testament
5.2. Die Geburt des Messias
5.2.1. Die Verkündigung
5.2.2. Die Geburt und der Tempel
5.3. Das Königreich ist nah
5.3.1. Die Taufe des geliebten Sohnes
5.3.2. Die Versuchungen des Neuen Mose
5.3.3. Der Segen des Königreichs
5.3.4. Der Gute Hirte
5.3.5. Die Schlüssel des Reiches
5.4. Ein neuer Exodus in Jerusalem
5.4.1. Mit Mose und Elija
5.4.2. Ein königlicher Einzug
5.4.3. Neues und Altes Pascha
5.4.4. Die Einsetzung des Neuen Bundes
5.4.4.1. Das Letzte Abendmahl
5.4.4.2. Das Brot
5.4.4.3. Der Kelch (das Blut)
5.4.5. Unser Paschalamm
5.4.6. Der Tod des geliebten Sohnes
5.5. Der Neue Bund im Hebräerbrief
5.6. Das Ende der Heilsgeschichte
5.6.1. Neubeginn mit dem „Neuen Mose“
5.6.2. Das Reich des Geistes
5.6.3. Sakramente der Kindschaft
5.6.4. Die Erfüllung des Wortes
5.6.5. Die Offenbarung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die thematische Einheit der Bibel durch das Konzept der Bundesschlüsse, die als strukturelle "Gipfel" der Heilsgeschichte verstanden werden, um aufzuzeigen, wie diese in Jesus Christus ihre Erfüllung finden. Die Forschungsfrage widmet sich der systematischen Darstellung, wie die gesamte Heilige Schrift auf das Geheimnis von Gott und dem Menschen in Jesus Christus hinführt.
- Analyse des biblischen Bundesvokabulars in hebräischer und griechischer Sprache.
- Untersuchung der Struktur antiker Bundesschlüsse im Nahen Osten als notwendiger Hintergrund.
- Typologische Deutung von Bündnissen zwischen Gott und Mensch im Alten Testament (Schöpfungsbund, Noach, Abraham, Mose, David).
- Darstellung der Entwicklung vom Alten Bund hin zur Erfüllung im Neuen Bund in Jesus Christus.
- Exploration der heilsgeschichtlichen Bedeutung des Königtums und Priestertums im davidischen Reich.
Auszug aus dem Buch
Der erste Schöpfungsbericht
Der erste Schöpfungsbericht zeigt uns, wie Gott die Welt als kosmischen Tempel, als sein eigenes Zuhause schafft, in welchem der Himmel die Decke ist und die Erde – mit all ihren weiten Kontinenten, Meeren, Bergen, Flüssen und dergleichen – der Boden. Schon im ersten Buchstaben der Bibel kann man einen Hinweis darauf sehen: das Beth (ב) von Bereshit (בְּרֵאשׁית) hat den Symbolwert „Haus“ und den Zahlenwert „2“. (WEINREB, 2010). Sein oberer Querbalken ist der Himmel, der Untere ist die Erde. Beide sind an der Rückseite miteinander verbunden, an der Vorderseite offen. Dieser Buchstabe gibt bereits das gesamte Programm der Offenbarung an: Himmel, Erde und ihre Verbindung. Es geht immer um die zwei, die eins werden und doch nicht aufhören zwei zu sein. Die Welt soll ein Tempel sein, in dem Gott mit den Menschenkindern, der Krönung der Schöpfung, wohnt. Er machte die Welt, damit sie der Ort der Gemeinschaft Gottes und der Menschen werde. Das kommt vor allem am siebten Tag heraus, am Sabbat. (Siehe Genesis 2, 1-3).
Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte. (Genesis 2, 3).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung etabliert die Heilsgeschichte als thematische Einheit, die durch die Bündnisse Gottes mit den Menschen als "geistige Landkarte" strukturiert wird.
1. Das biblische Bundesvokabular: Dieses Kapitel erläutert die semantische Tiefe des biblischen Bundesbegriffs, der über bloße vertragliche Abmachungen hinaus eine personale Hingabe impliziert.
2. Bünde im antiken Nahen Osten: Die Untersuchung der antiken Vertragsstrukturen dient als notwendige Hinführung, um die kulturellen Kontexte der biblischen Offenbarung besser einordnen zu können.
3. Menschliche Bünde im Alten Testament: Hier werden zwischenmenschliche Verpflichtungen beleuchtet, welche als menschliche Realität dienen, durch die Gott sein Geheimnis offenbart.
4. Bünde zwischen Gott und Mensch im Alten Testament: Das Hauptkapitel analysiert die großen Bündnisse (Schöpfung, Noach, Abraham, Mose, David) und deren typologische Vorausdeutung auf Christus.
5. Der Neue Bund: Das abschließende Kapitel zeigt die Erfüllung des gesamten Heilsplanes im Neuen Bund durch Jesus Christus als dem wahren Tempel und Mittler.
Schlüsselwörter
Bund, Heilsgeschichte, Schöpfungsbund, Abraham, Mose, David, Christus, Typologie, Sabbat, Erfüllung, Königreich Gottes, Tempel, Priestertum, Vater-Sohn-Beziehung, Neuer Bund
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die theologische Einheit der gesamten Bibel, indem sie die verschiedenen Bünde Gottes mit den Menschen als aufeinander aufbauende Heilsgeschichte betrachtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind das biblische Bundesverständnis, die Typologie als Auslegungsmethode sowie die Bedeutung von Königtum und Priestertum im Kontext der Gottessohnschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Schrift von Anfang bis Ende von Jesus Christus spricht und wie die alttestamentarischen Bünde diesen zentralen Punkt typologisch vorbereiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit bedient sich primär der typologischen Auslegung, welche "Vorformen" im Alten Testament sucht, die in der Person und Sendung Jesu Christi ihre Erfüllung finden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die großen Bündnisse mit Adam, Noach, Abraham, Mose und David, wobei deren Bezug zur bräutlichen Dynamik und Vater-Sohn-Beziehung Gottes hervorgehoben wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bund, Heilsgeschichte, Typologie, Erfüllung, Sabbat, Königreich Gottes, Priestertum und Gottes Sohnschaft.
Wie unterscheidet sich der Neue Bund vom Sinaibund?
Der Neue Bund zeichnet sich laut Arbeit dadurch aus, dass das Gesetz nicht mehr äußerlich auf Tafeln, sondern durch den Geist in die Herzen der Gläubigen eingeschrieben wird.
Warum wird David als "Priester-König" bezeichnet?
David wird als solcher gesehen, da er kultische Handlungen vollzog und sein Königtum als Herrschaft verstand, die in einer priesterlichen Beziehung zu Gott stand, was auf das Priestertum Christi hindeutet.
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- Jonas Kislich (Author), 2016, Die Entfaltung des Bundes Gottes mit den Menschen in der Heilsgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500537