Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der aktuellen Behandlung von Leasingverhältnissen nach IAS 17 und der zukünftigen Behandlung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16. Der Schwerpunkt wird hierbei auf der Betrachtung von Sale-and-lease-back-Transaktionen nach Vorgaben des neueren Standards liegen. Hierdurch soll ein Ausblick ermöglicht werden, in wiefern und ob die Einführung des neuen Standards die bilanzielle Behandlung von Leasingverhältnissen beeinflusst und welche der Leasingparteien hauptsächlich von dieser Neuregelung betroffen ist.
Leasing ist im heutigen Alltag sowohl im unternehmerischen als auch im privaten Bereich zu finden. Alleine in Deutschland hat sich im Verlauf der letzten 25 Jahre bis 2016 die Summe der Leasinginvestitionen mit insgesamt 58,5 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Besonders im wirtschaftlichen Bereich ergeben sich bei der Bilanzierung der Leasinggegenstände Konstellationen, welche nicht immer einfach abzubilden sind.
Gerade kapitalmarktorientierte Unternehmen haben neben Abschlüssen nach HGB und steuerrechtlichen Vorgaben einen Abschluss nach Vorgaben der IFRS/IAS zu erstellen.
Zu Beginn des Jahres 2016 wurde durch den Herausgeber der Standards, dem IASB, ein neuer Standard zur Abbildung von Leasingverhältnissen, der IFRS 16 veröffentlicht. Dieser Standard löst die bisherigen Regelungen für die bilanzielle Erfassung von Leasingverhältnissen nach IAS 17, IFRIC 4, SIC 15 sowie SIC 27 künftig ab und ist für alle Geschäftsjahre ab dem 01. Januar 2019 verpflichtend anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Definition Leasing
3. Bilanzielle Behandlung von Leasinggeschäften nach IFRS/IAS
3.1 Klassifizierung und Bilanzierung nach IAS 17
3.2 Klassifizierung und Bilanzierung nach IFRS 16
4. Sale-and-Lease-Back-Transaktionen nach IFRS 16
4.1 Kein wirksamer Verkauf
4.2 Wirksamer Verkauf
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die bilanzielle Behandlung von Sale-and-lease-back-Transaktionen vor dem Hintergrund des Übergangs von den alten IAS 17-Regelungen zum neuen Standard IFRS 16. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der neue Standard die Möglichkeiten zur außerbilanziellen Gestaltung einschränkt und welche neuen Anforderungen an die Beurteilung von Verkaufsgeschäften gestellt werden.
- Vergleich der Leasingbilanzierung zwischen IAS 17 und IFRS 16
- Analyse von Sale-and-lease-back-Transaktionen unter IFRS 16
- Bedeutung der Kriterien für einen wirksamen Verkauf gemäß IFRS 15
- Einfluss der Neuregelungen auf die Bilanzgestaltung der Leasingparteien
Auszug aus dem Buch
4. Sale-and-Lease-Back-Transaktionen nach IFRS 16
Bisher regelte IAS 17.58 die bilanzielle Behandlung von Sale-and-lease-back-Transaktionen. Hiernach ist jede Sale-and-lease-back-Transaktion auf Ebene des Verkäufer-Leasingnehmers als Verkauf zu betrachten. Folglich sind der Abgang des Vermögenswerts und der Veräußerungserlös bilanziell zu erfassen. Ebenfalls war das Leasingverhältnis nach den in Abschnitt 3.1 beschriebenen Kriterien als Finanzierungsleasing oder Operating-Leasing zu klassifizieren.
Ist ein Leasingverhältnis nach IAS 17 als Finance-Leaseback klassifiziert worden, so ist der Veräußerungserlös über den Buchwert hinaus abzugrenzen und über die Leasinglaufzeit erfolgswirksam zu verteilen. Verluste aus diesem Geschäft sind nur dann ergebniswirksam zu erfassen, wenn es sich um ein echtes Impairment, also eine Wertminderung, nach IAS 36 handelt.
Bei einer Klassifizierung als Operating-Leaseback, sind Gewinne oder Verluste aus dem Geschäft sofort erfolgswirksam zu erfassen, wenn die Veräußerung zum aktuellen Zeitwert erfolgt. Liegen die Veräußerungspreise unter- oder oberhalb des beizulegenden Zeitwerts, so sind nach IAS 17 daraus resultierende Gewinne oder Verluste abzugrenzen und auf die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu verteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Leasingbilanzierung und Vorstellung der Forschungsziele im Kontext der Umstellung von IAS 17 auf IFRS 16.
2. Definitionen: Erläuterung der grundlegenden Begriffe Leasing und Sale-and-lease-back zur Schaffung einer gemeinsamen Basis für die weitere Untersuchung.
3. Bilanzielle Behandlung von Leasinggeschäften nach IFRS/IAS: Darstellung der Unterschiede zwischen dem bisherigen IAS 17 und dem neuen IFRS 16 hinsichtlich der Bilanzierung beim Leasingnehmer und Leasinggeber.
4. Sale-and-Lease-Back-Transaktionen nach IFRS 16: Detaillierte Betrachtung der neuen Anforderungen an Sale-and-lease-back-Geschäfte, insbesondere hinsichtlich der Kriterien für einen wirksamen Verkauf nach IFRS 15.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen des IFRS 16 auf die Gestaltungsmöglichkeiten von Sale-and-lease-back-Transaktionen und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Leasing, IFRS 16, IAS 17, Sale-and-lease-back, Bilanzierung, Leasingnehmer, Leasinggeber, Nutzungsrecht, Right-of-use, Finanzierungsleasing, Operating-Leasing, IFRS 15, Verkauf, Rückkaufoption, Kapitalfreisetzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung von Sale-and-lease-back-Geschäften und analysiert die Veränderungen, die durch die Einführung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 entstanden sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Definition von Leasingverhältnissen, die Bilanzierung nach IAS 17 im Vergleich zum neuen IFRS 16 sowie die spezifischen Anforderungen an Sale-and-lease-back-Transaktionen unter Einbeziehung von IFRS 15.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Standard IFRS 16 die bilanzielle Gestaltung von Leasingverhältnissen beeinflusst und inwiefern dies die Praxis von Sale-and-lease-back-Transaktionen sowie deren Attraktivität für Unternehmen verändert.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Standardanalyse, bei der die regulatorischen Vorgaben des IASB (insbesondere IAS 17 und IFRS 16) systematisch gegenübergestellt und auf die praktische Anwendung bei Sale-and-lease-back-Transaktionen hin untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Begriffe, die detaillierte Darstellung der Bilanzierungsvorschriften vor und nach der Einführung von IFRS 16 sowie eine kritische Prüfung der Wirksamkeit von Verkäufen bei Sale-and-lease-back-Transaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Leasing, IFRS 16, Right-of-use-Ansatz, Sale-and-lease-back-Transaktion, Bilanzverschlankung und wirksamer Verkauf gemäß IFRS 15.
Warum erschwert der neue Standard die außerbilanzielle Gestaltung?
Da der neue "Right-of-use"-Ansatz Leasingverhältnisse grundsätzlich in der Bilanz des Leasingnehmers aktiviert, entfällt der bilanzielle Vorteil, den ein Operating-Leasing nach IAS 17 zuvor bot, womit der Anreiz zur "Bilanzverschlankung" sinkt.
Was entscheidet zukünftig darüber, ob ein Sale-and-lease-back als wirksamer Verkauf gilt?
Zukünftig muss nach den Bestimmungen des IFRS 15 geprüft werden, ob der Käufer-Leasinggeber die tatsächliche Verfügungsmacht über den Vermögenswert erhalten hat. Fehlt diese Kontrolle, etwa durch eine Rückkaufoption, liegt kein wirksamer Verkauf vor.
Welche Konsequenzen drohen bei falscher Einstufung des Geschäfts?
Bei fälschlichem Ausweis von Leasingverhältnissen riskieren Unternehmen Konsequenzen im Rahmen von Betriebsprüfungen, da sie verpflichtet sind, die Kriterien für einen wirksamen Verkauf nach IFRS 15 genau zu prüfen.
- Citar trabajo
- Maximilian Bogner (Autor), 2017, Sale-and-lease-back nach IFRS 16, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500543