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Kann das neuhumanistische Bildungsideal noch eine Leitorientierung für die Erwachsenenbildung sein?

Title: Kann das neuhumanistische Bildungsideal noch eine Leitorientierung für die Erwachsenenbildung sein?

Diploma Thesis , 2000 , 73 Pages , Grade: 1,3 (sehr gut)

Autor:in: Dipl.-Sozialpäd. (FH) / Dipl.-Sozialwirt (FH) Tobias Lampka (Author)

Social Work
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Bildung begegnet uns als ein schillernder und facettenreicher Begriff, der in der Pädagogik, der Politik und im Alltagsgespräch präsent ist. Die Vielschichtigkeit und Interpretationsweite, die dem Begriff Bildung inne wohnt, können nicht über ihre substanzielle Bedeutung für den Menschen hinwegtäuschen. Die pädagogische Auseinandersetzung mit ihr füllt ganze Bibliotheken, trotzdem bleiben Fragen offen und es besteht ein immer neuer Diskussionsbedarf. Problemstellungen, die sich mit Bildung auseinandersetzen, fragen nach ihrer Generierung und ihrer Bedeutung für den Menschen. Wie kann Bildung erworben werden? Welchen Einfluß übt sie auf den Menschen? Was charakterisiert einen gebildeten Menschen? Was ist Bildung überhaupt? Eine einfache dogmatische oder apodiktische Antwort auf diese Fragen kann es nicht gegeben.

Der Begriff der Bildung, der in Deutschland auf eine lange Tradition der philosophischen und pädagogischen Auseinandersetzung, besonders der Neuhumanismus von Humboldt ist hier zu nennen, zurückblicken kann, ist eng mit den Begrifflichkeiten Identität, Persönlichkeit, Biographie und Entwicklung verbunden. Es deutet sich bereits an, dass Bildung nur als komplexes gedankliches Konstrukt zu begreifen ist, das den ganzen Menschen in seiner Individualität, seiner Biographie, seiner geschichtlichen Einbindung und seiner Umwelt berücksichtigt. Bildung ist ganzheitlich in ihrer Wirkung und auch nur ganzheitlich zu erklären. Die damit verbundene Abstraktion über zeitgebunden Vorstellungen und institutionelle Intentionen, prädestiniert sie, in der theoretischen Auseinandersetzung mit der Bildung Erwachsener als übergeordnetes Prinzip, als eine Leitorientierung zu fungieren.

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Inhaltsverzeichnis

1) Bildung; Theorien und Ansätze

1.1) Der neuhumanistische Bildungsbegriff

1.1.1) Der Humanismus

1.1.2) Die Aufklärung

1.1.3) Biographisches zu Wilhelm von Humboldt

1.1.4) Das neuhumanistische Ideal der Bildung

1.1.4.1) Kritik zur neuhumanistischen Idee der Bildung

1.1.5) Neuhumanistische Bildung und die Erwachsenenbildungstheorien

1.2) Bildung heute

1.2.3) Rahmenbedingungen für heutige Ansätze von Bildungstheorien

1.2.3.1) Die Wissensgesellschaft

1.2.3.2) Ökonomische Verengung der Erwachsenenbildung

1.2.4) Zur Theorie der Bildung

1.2.5) Bildung als ganzheitliches Lernen

2) Die Erwachsenenbildung

2.1) Einleitung

2.1.1) Definition und Problembeschreibung

2.2) Anthropologie

2.2.1) Wie Erwachsene Lernen

2.3) Bildung und Identität

2.4) Konstituierende Faktoren der Erwachsenenbildung

2.4.1) Wandel der Gesellschaft

2.4.2) Individuelle Faktoren

2.5.) Ziele der Erwachsenenbildung

2.5.1) Qualifizierung

2.5.2) Die Bildung des Menschen

2.6) Kann das neuhumanistische Bildungsideal noch eine Leitorientierung für die Erwachsenenbildung sein?

3) Erwachsenenbildung und die Soziale Arbeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des neuhumanistischen Bildungsideals, insbesondere in der Tradition von Wilhelm von Humboldt, als Leitorientierung für die moderne Erwachsenenbildung. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und inwiefern sich dieses klassische Ideal angesichts ökonomischer Anforderungen an Qualifizierung und der Bedingungen der postindustriellen Wissensgesellschaft als ganzheitliches Prinzip bewahren oder modifizieren lässt, um als Orientierung für pädagogisches Handeln zu dienen.

  • Analyse der theoretischen Hintergründe des neuhumanistischen Bildungsbegriffs.
  • Gegenüberstellung des neuhumanistischen Ideals mit aktuellen Anforderungen der Erwachsenenbildung.
  • Untersuchung der Bedeutung von ganzheitlichem Lernen und Identitätsbildung.
  • Diskussion der Schnittmengen zwischen Erwachsenenbildung und Sozialer Arbeit unter dem Aspekt des Neuhumanismus.

Auszug aus dem Buch

1.1.4) Das neuhumanistische Ideal der Bildung

Die Darstellung des neuhumanistischen Ideals von Bildung ist ohne die theoretische Grundlage Wilhelm von HUMBOLDTS nicht möglich. Fast jede moderne Bildungstheorie greift auf ihn zurück, ausgenommen extreme Position des marktorientierten Qualifikationslernens in der Berufsbildung, andererseits ist gerade im deutschen, europäischen und angloamerikanischen Raum dieses Ideal von Bildung von großer Bedeutung. HUMBOLDTS Vorstellungen sind tief in die philosophischen Strömungen der Zeit eingebettet, weisen jedoch auch über diese hinaus und haben bis heute großen Einfluß. Bildung des Menschen ist für HUMBOLDT substanziell, nicht nur im Sinne der Aufklärung, die eine gesellschaftliche und intellektuelle Emanzipation des Menschen intendiert, sondern als konstitutives Moment des humanen Seins. Erst durch Bildung wird der Mensch zum Menschen.

Einer der Grundbegriffe HUMBOLDTS ist die Individualität. Der Mensch kommt nicht als gereifte und entwickelte Persönlichkeit zur Welt, erst Bildung erlaubt es, eine Individualität zu entwickeln. Das gebildete Individuum ist für HUMBOLDT Zweck des menschlichen Seins. Der gebildete Mensch entwickelt sich zu einem Original, im Sinne einer eigenständigen und unverwechselbaren Persönlichkeit. Mensch sein heißt also bildsam zu sein und Bildung zu besitzen. Das Bemühen um Bildung ist spezifisch human, „der Mensch (ist das) einzige Wesen der Schöpfung, (das) seine Bestimmung selber suchen und finden muß.“ Bildung und die Fähigkeit zur Bildung sind die Charakteristika, die den Menschen von seiner Umwelt unterscheidet; nicht die individuelle Bildung der Menschen untereinander, sondern die gesamte Menschheit von der sie umgebenden Umwelt. Bildung im neuhumanistischen Sinn ist die Bestimmung des Menschen über historische und gesellschaftliche Ansprüche und Entwicklungen hinaus.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Bildung; Theorien und Ansätze: Dieses Kapitel erläutert die historischen und geisteswissenschaftlichen Wurzeln des neuhumanistischen Bildungsbegriffs, insbesondere durch Humboldt, und diskutiert die aktuellen Rahmenbedingungen in der Wissensgesellschaft.

2) Die Erwachsenenbildung: Hier wird der Bezug zur Andragogik hergestellt, das Menschenbild in der Erwachsenenbildung geklärt sowie Lernprozesse, Identitätsbildung und Zielsetzungen (Qualifizierung vs. humane Bildung) analysiert.

3) Erwachsenenbildung und die Soziale Arbeit: Der abschließende Teil beleuchtet die Parallelen und Kongruenzen zwischen Sozialer Arbeit und Erwachsenenbildung und diskutiert den Neuhumanismus als gemeinsame Leitorientierung für diese Handlungsfelder.

Schlüsselwörter

Neuhumanismus, Wilhelm von Humboldt, Erwachsenenbildung, Andragogik, Bildung, ganzheitliches Lernen, Identitätsbildung, Qualifizierung, Soziale Arbeit, Aufklärung, lebenslanges Lernen, Menschenbild, Individualität, Mündigkeit, Wissensgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und Relevanz des neuhumanistischen Bildungsideals (nach Humboldt) als Leitorientierung für die heutige Erwachsenenbildung.

Welche sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Bildungstheorien, der Wandel zur Wissensgesellschaft, die Bedeutung von Identität beim Lernen und die Verknüpfung mit der Sozialen Arbeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Kann das klassische neuhumanistische Bildungsideal, trotz des ökonomischen Drucks zur reinen Qualifizierung, noch als ganzheitliches Leitprinzip für modernes andragogisches Handeln dienen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die Bildungstheorien (besonders von Humboldt) sowie Konzepte der Andragogik und Sozialpädagogik Literatur-basiert zusammenführt und diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen (Humanismus, Aufklärung), das Menschenbild der Andragogik, die Bedingungen lebenslangen Lernens sowie die Ziele der Erwachsenenbildung, bevor er den Bogen zur Sozialen Arbeit schlägt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Neuhumanismus, Bildung, Erwachsenenbildung, Andragogik, Identitätsbildung und Soziale Arbeit.

Wie unterscheidet sich "Bildung" von "Qualifizierung" laut dem Autor?

Während Qualifizierung primär auf die berufliche Verwertbarkeit und den Erwerb von Funktionen im System abzielt, zielt Bildung auf die ganzheitliche Entfaltung des Menschen und seine Mündigkeit ab.

Warum ist das neuhumanistische Ideal für die Soziale Arbeit relevant?

Der Autor argumentiert, dass auch die Soziale Arbeit eine übergeordnete Leitorientierung benötigt, um über die kurzfristige Problemlösung hinaus zur Hilfe zur Selbsthilfe und zur Identitätsentwicklung beizutragen.

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Details

Title
Kann das neuhumanistische Bildungsideal noch eine Leitorientierung für die Erwachsenenbildung sein?
College
University of Applied Sciences Nuremberg
Grade
1,3 (sehr gut)
Author
Dipl.-Sozialpäd. (FH) / Dipl.-Sozialwirt (FH) Tobias Lampka (Author)
Publication Year
2000
Pages
73
Catalog Number
V50075
ISBN (eBook)
9783638463775
Language
German
Tags
Kann Bildungsideal Leitorientierung Erwachsenenbildung Thema Erwachsenenbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialpäd. (FH) / Dipl.-Sozialwirt (FH) Tobias Lampka (Author), 2000, Kann das neuhumanistische Bildungsideal noch eine Leitorientierung für die Erwachsenenbildung sein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50075
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