Der Mensch hat in seiner relativ kurzen Evolutionsgeschichte die natürliche Welt weitgehend erforscht und verändert. So ist es uns gelungen, nahezu jeden Ort der Erde zu erforschen und mit Hilfe von immer neuen innovativen Technologien, wie z. B. der Elektronik, das Leben zu erleichtern. Wir sind sogar in der Lage, unsere Erde, wenn auch nur kurzzeitig, mit Hilfe der Raumfahrttechnologien zu verlassen. Zudem können wir mit Hilfe der Genbiologie mittlerweile den Menschen selbst besser verstehen und teilweise auch verändern.
Eine neue innovative Technologie, die Gegenstand dieser Arbeit ist und enormes Potenzial zu weiteren weit reichenden Veränderungen hat, ist die Nanotechnologie. Mit ihr ist es möglich, Materialien auf atomarer Ebene herzustellen, zu strukturieren und zu verändern. Produkteigenschaften können damit nahezu beliebig verändert und neue winzige Maschinen und Werkstoffe entwickelt werden. Viele Visionen und Zukunftsszenarien werden heute bereits mit dieser Technologie verbunden. Einiges davon wird vermutlich nicht realisiert werden können, aber vieles was vor wenigen Jahrzehnten noch unvorstellbar war, ist heute bereits Realität. Die Forschung in diesem Bereich ist in vollem Gange, denn auch die ökonomische Bedeutung ist groß.
Diese Arbeit befasst sich weniger mit den technischen Elementen der Nanotechnologie; das Hauptaugenmerk liegt in einer Beschreibung der Technologiepotenziale anhand von Beispielen zu ihren Anwendungsmöglichkeiten, sowie ihren Bezug zur Nachhaltigkeit. Gleichzeitig sollen die mit der neuen Technologie verbundenen Risken und möglichen Strategien für ein zukünftiges Risk-Management aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Nanotechnologie
2.1 Definition und Anwendungsgebiete
2.2 Die ökonomische Bedeutung
3 Nachhaltige Nanotechnologie
3.1 Ökologische Nachhaltigkeit
3.2 Ökonomische Nachhaltigkeit
3.3 Soziale Nachhaltigkeit
3.4 Technikgestaltung durch Leitbilder
3.4.1 Ressourceneffiziente Nanotechnik
3.4.2 Konsistente und eigensichere Nanotechnik
3.4.3 Nanobionik
4 Nanotechnologische Risiken
4.1 Ausgewählte Bereiche eines komplexen Risikofeldes
4.1.1 Passive nanotechnische Produkte und die Produkthaftung
4.1.2 Aktive nanotechnische Produkte
4.2 Strategien eines erfolgreichen Risk - Managements
5 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das enorme Potenzial der Nanotechnologie unter besonderer Berücksichtigung ihrer Nachhaltigkeit. Dabei wird analysiert, wie technologische Chancen mit den neuartigen Risiken in Einklang gebracht werden können und welche Strategien für ein zukunftsfähiges Risikomanagement notwendig sind.
- Grundlagen und Definition der Nanotechnologie
- Anwendungsgebiete und ökonomische Bedeutung
- Nachhaltigkeitsdimensionen (ökologisch, ökonomisch, sozial)
- Technikgestaltung durch spezifische Leitbilder
- Analyse komplexer Risikofelder und Produkthaftung
- Entwicklung von Strategien für ein erfolgreiches Risikomanagement
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition und Anwendungsgebiete
Eine international einheitliche Definition der Nanotechnologie ist bisher noch nicht gegeben, daher werden im Folgenden verschiedene Ansätze aufgezeigt. Der Begriff Nanotechnologie wurde im Jahr 1974 an der Universität Tokio geprägt von Norio Taniguchi. Ihm zufolge beschreibt die Nanotechnologie als Oberbegriff für das Zusammenwirken verschiedener wissenschaftlicher Teilgebiete, die Herstellung von Materialien in den Größendimensionen eines Nanometers.
Die Nanotechnologie ist keine neue Technologie im eigentlichen Sinne, sondern ein Sammelbegriff für eine weite Palette von Technologien, die sich mit Strukturen und Prozessen auf der Nanometerskala befassen. Ein Nanometer (nm) entspricht einem millardstel Meter (10-9 m) und bezeichnet einen Grenzbereich, in dem mehr und mehr quantenphysikalische Effekte eine wichtige Rolle spielen.
Das menschliche Haar ist ca. 80.000 nm dick, ein rotes Blutkörperchen ungefähr 7.000 nm groß, ein DNA-Molekül 2 – 2,5 nm und ein Wassermolekül ca. 0,3 nm. Die Nanotechnologie arbeitet damit auf der Ebene von Atomen und komplexen Molekülen. Die Ursprünge dieses Begriffs werden meist auf das Jahr 1959 datiert, in dem Richard Feynman eine Rede am California Institute of Technology (Caltech) mit dem Titel „There´s Plenty of Room at the Bottom“ hielt. Er sprach damals bereits über die gezielte Veränderung einzelner Atome als ein mächtiges neues Instrument in der synthetischen Chemie.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Nanotechnologie ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf Anwendungspotenziale, Nachhaltigkeit und Risikomanagement fokussiert.
2 Die Nanotechnologie: Dieses Kapitel definiert die Nanotechnologie, beschreibt ihren historischen Ursprung und analysiert ihre ökonomische Bedeutung für den globalen Markt.
3 Nachhaltige Nanotechnologie: Das Kapitel betrachtet die drei Säulen der Nachhaltigkeit im Kontext der Nanotechnologie und stellt Leitbilder vor, um eine Technikgestaltung im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu erreichen.
4 Nanotechnologische Risiken: Hier werden die mit der Nanotechnologie verbundenen komplexen Risiken beleuchtet, insbesondere im Bereich der Produkthaftung und bei aktiven Nanoprodukten.
5 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass eine abschließende Nachhaltigkeitsbewertung aufgrund mangelnder praktischer Erfahrung noch nicht möglich ist und betont die Notwendigkeit eines umfassenden Risikomanagements.
Schlüsselwörter
Nanotechnologie, Nachhaltigkeit, Nanomaterialien, Risikomanagement, Produkthaftpflicht, Leitbilder, Nanobionik, Ökonomie, Ökologie, soziale Verantwortung, Technikgestaltung, Innovation, Nanotubes, Risikofelder, Enabling Technology.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nanotechnologie, ihren Potenzialen für verschiedene Anwendungsgebiete und der Frage, wie diese Technologie nachhaltig gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Technologie, der Analyse von Nachhaltigkeitskriterien, der Identifizierung von Risikofeldern sowie der Entwicklung von Managementstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Potenziale der Nanotechnologie aufzuzeigen und gleichzeitig zu evaluieren, wie Risiken durch ein systematisches Risikomanagement beherrschbar gemacht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien und Konzepten zur Technikfolgenabschätzung und Nachhaltigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben einer technologischen Einführung die drei Säulen der Nachhaltigkeit, spezifische Leitbilder zur Technikgestaltung sowie eine detaillierte Risikoanalyse erörtert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Charakteristika sind Nanotechnologie, Nachhaltigkeit, Risikomanagement und Technikgestaltung.
Warum ist das Risikomanagement für Nanoprodukte so schwierig?
Die Schwierigkeit besteht in der Lücke zwischen der schnellen technologischen Entwicklung und dem noch begrenzten Wissen über mögliche Gefahren sowie der Problematik, miniaturisierte Materialien in komplexen Produkten zuzuordnen.
Was besagt das Leitbild der "Nanobionik"?
Die Nanobionik ist ein langfristiger Ansatz, der die Technologie idealerweise an die Vorgänge der Natur anpasst und die Selbstorganisationsprinzipien der Natur nutzt.
Welche Rolle spielt die Produkthaftung bei Nanotechnologien?
Die Produkthaftung muss neu bewertet werden, da bei nanotechnischen Produkten klassische Fehler in der Entwicklung, Konstruktion oder Information schwerer zu erfassen oder bei aktiven Produkten teils gar nicht rückholbar sind.
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- Dipl. oec. Patrik Egeler (Author), 2005, Nanotechnologie - Was kommt auf uns zu?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50093