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Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität. Negative wirtschaftliche Folgen durch Artenverlust

Titel: Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität. Negative wirtschaftliche Folgen durch Artenverlust

Seminararbeit , 2011 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: John Schulze (Autor:in)

Umweltwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Artenvielfalt auf dem Planeten Erde schwindet in einem rasantem Tempo. Die natürliche Aussterberate im Rahmen der Evolution wird dabei durch anthropogene Einflüsse um einen Faktor beschleunigt, über dessen exakte Größe sich Biologen zwar nicht einig sind, der aber selbst bei konservativer Schätzung allermindestens das Hundertfache der normalen evolutionären Aussterberate beträgt. Der Begriff Biodiversität umfasst hierbei die Vielfalt der Arten, die Vielfalt innerhalb der Arten durch genetische Abweichung und die Vielfalt der Ökosysteme.

Da die Ökonomie als Wissenschaft den rationalen Umgang mit knappen Gütern betrachtet und der Mensch wirtschaftlichen Nutzen aus der biologischen Vielfalt der Erde zieht, ist folgerichtig der zunehmende Verlust von Biodiversität auch von einer wirtschaftswissenschaftlichem Perspektive her relevant. Dies bezieht sich offenkundig auf Rohstoffe, Nahrungsmittel und medizinisch wirksame Stoffe, die als direkte Nutzwerte definiert werden können. Hierzu zählen aber auch natürliche Ressourcen, die ihren Nutzwert durch den für den Menschen ästhetischen Wert der Natur beziehen, wie zum Beispiel Erholung in einer natürlichen Umgebung. Dienstleistungen ganzer Ökosysteme, die dem Menschen einen Nutzwert wie etwa saubere Luft bringen, werden hingegen als indirekte Nutzwerte bezeichnet. Die unterschiedlichen Kategorien, in die sich solche Güter sinnvollerweise einordnen lassen, werden in dieser Arbeit weitergehend beschrieben.

Eine besondere Schwierigkeit im Sinne der Wirtschaftswissenschaften ist die teils komplizierte und abstrakte Monetarisierbarkeit der obengenannten Güter, da sich der ökonomische Wert beispielsweise einer einzelnen Spezies oder aber auch der Erholungsfunktion eines Waldgebiets für den Menschen nur schwer exakt berechnen lässt. In der Problematik der schwierigen Monetarisierung liegt auch einer der Gründe für das Versagen des Menschen beim Schutz der biologischen Vielfalt. Auf diesen und auf weitere ökonomische Erklärungsansätze für die Versäumnisse des Menschen und seine außerordentlich destruktive Rolle im Hinblick auf die globale Biodiversität wird in der vorliegenden Arbeit besonderes Augenmerk gelegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität

2. Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität

2.1. Nahrungsmittel

2.2. Medizinische Wirkstoffe

2.3. Rohstoffe

2.4. Wissenschaftliche Erkenntnisse

2.5. Ästhetische Naturerlebnisse

2.6. Ökosystemdienstleistungen

3. Zusammenfassung: Die ökonomische Bewertung von Biodioversität

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Relevanz von Biodiversität und analysiert, warum ihr fortschreitender Verlust trotz ihres essentiellen Nutzens für das menschliche Wohlbefinden ökonomisch oft nicht ausreichend erfasst wird. Ziel ist es, die Monetarisierung biologischer Vielfalt als Heuristik für bessere politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse zu beleuchten.

  • Kategorisierung ökonomischer Nutzwerte von Biodiversität
  • Herausforderungen der Monetarisierung ökologischer Güter
  • Die Rolle der Bioprospektion und des Optionswerts
  • Methoden zur ökonomischen Bewertung von Ökosystemdienstleistungen
  • Politische Instrumente zur Integration von Naturwerten in Entscheidungsprozesse

Auszug aus dem Buch

2.2. Medizinische Wirkstoffe

Die Wichtigkeit pflanzlicher Wirkstoffe für die Entwicklung von Medikamenten ist enorm hoch, was Zahlen in der vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Auftrag gegebenen Studie Global Biodiversity Assessment: Summary for Policy Makers illustrieren: "In 1993, about 80% of the 150 top prescription drugs used in the United States were synthetic compounds modelled on natural products, semi-synthetic compounds derived from natural products, or in a few cases natural products" (Watson 1995, S. 14). Baumgärtner und Becker zitieren eine Berechnung von Kerry ten Kate, laut der im gleichen Jahr der geschätzte globale Umsatz mit Medikamenten auf Basis pflanzlicher Wirkstoffe bei 59 Milliarden US-Dollar lag (Lanzerath et al. 2008, S. 77). Diese Beispiele illustrieren, welch signifikante ökonomische Bedeutung pflanzliche Wirkstoffe für die Pharmaindustrie haben. Nun könnte man argumentieren, dass dieses wirtschaftliche Potential ja bereits ausgeschöpft ist und somit aus ökonomischer Perspektive in dieser Hinsicht kein Grund für die Erhaltung der Artenvielfalt besteht. Da aber erst ein Bruchteil der Pflanzenwelt auf ihr medizinisches Potential untersucht ist, wird im Rahmen der sogenannten Bioprospektion weltweit nach weiteren medizinisch wirksamen Pflanzenbestandteilen gesucht, es besteht also ein hoher Optionswert und somit eine stichhaltige ökonomische Begründung für den Schutz der Biodiversität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität: Diese Einleitung führt in die Problematik des Artensterbens ein und begründet, warum der Verlust biologischer Vielfalt aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht ein relevantes und dringliches Thema darstellt.

2. Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität: Dieses Kapitel klassifiziert den Nutzen biologischer Vielfalt in sechs verschiedene Kategorien, von Nahrungsmitteln bis hin zu komplexen Ökosystemdienstleistungen.

3. Zusammenfassung: Die ökonomische Bewertung von Biodioversität: Das Abschlusskapitel resümiert die Schwierigkeiten bei der ökonomischen Erfassung von Naturwerten und betont die Notwendigkeit, Biodiversität als Grundlage für politisches und wirtschaftliches Handeln stärker zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Biodiversität, Ökologische Ökonomie, Ökosystemdienstleistungen, Monetarisierung, Nutzwert, Bioprospektion, Optionswert, Biopiraterie, Artenvielfalt, Nachhaltige Entwicklung, Wirtschaftlicher Nutzen, Naturkapital, TEEB-Studie, Externe Kosten, Resilienz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Bewertung von biologischer Vielfalt und den Gründen, warum ihr Schutz für die menschliche Wirtschaft essentiell ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Kategorisierung von Naturnutzwerten, die Problematik der Monetarisierung und die Rolle von Ökosystemdienstleistungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Bedeutung von Biodiversität als ökonomische Grundlage aufzuzeigen und Strategien zu diskutieren, wie diese in Entscheidungsprozesse integriert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse bestehender Studien und Konzepte der ökologischen Ökonomie zur Bewertung und Quantifizierung von Naturgütern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sechs Kategorien ökonomischer Nutzwerte detailliert analysiert, darunter Nahrungsmittel, medizinische Wirkstoffe, Rohstoffe und kulturelle Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Biodiversität, Ökosystemdienstleistungen, ökonomische Bewertung, Monetarisierung und nachhaltige Entwicklung.

Welche Rolle spielt die Bioprospektion für die Pharmaindustrie?

Die Bioprospektion dient der systematischen Suche nach neuen medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen in der Natur, was einen erheblichen wirtschaftlichen Optionswert darstellt.

Warum ist die Quantifizierung von Naturwerten so schwierig?

Da viele Ökosystemdienstleistungen öffentliche Güter ohne Marktpreis sind, gestaltet sich deren exakte monetäre Bewertung als hochkomplex und abstrakt.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität. Negative wirtschaftliche Folgen durch Artenverlust
Hochschule
Universität Rostock  (Zentrum für Qualitätssicherung in Studium und Weiterbildung)
Veranstaltung
Ökologische Ökonomie
Note
1,3
Autor
John Schulze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V501024
ISBN (eBook)
9783346034984
ISBN (Buch)
9783346034991
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung biodiversität negative folgen artenverlust
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
John Schulze (Autor:in), 2011, Die ökonomische Bedeutung der Biodiversität. Negative wirtschaftliche Folgen durch Artenverlust, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501024
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Leseprobe aus  11  Seiten
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