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Unterscheiden sich Erinnerungen traumatischer Ereignisse von anderen emotionalen Erinnerungen?

Title: Unterscheiden sich Erinnerungen traumatischer Ereignisse von anderen emotionalen Erinnerungen?

Term Paper , 2018 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nathalie Neuberger (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Die Arbeit widmet sich der Frage, ob sich Erinnerungen an traumatische Ereignisse von anderen Erinnerungen emotionaler Qualitäten unterscheiden.

Zunächst werden die theoretischen Grundlagen zum Verständnis von Erinnerungen traumatischer Ereignisse erörtert. Die auf diese Weise erfolgte Begriffsbestimmung mündet in der damit einhergehenden hirnphysiologischen Einbettung im Gedächtnis, welches ein zentrales Thema für die Beantwortung der Leitfrage darstellt. Hier wird zunächst der Gedächtnisvorgang im Allgemeinen skizziert und die zwei differenzierbare Komponenten, das implizite und explizite Gedächtnis, näher erläutert. Daran schließt der etablierte neuropsychologische Ansatz an und seine Bedeutung wird inhaltlich und strukturell integriert. Darauf folgt die Abgrenzung zu dem klinischen Störungsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), dessen Kernmerkmal die Erinnerung an Traumatische Ereignisse inne trägt. Anschließend werden zwei theoretische Modelle vorgestellt, die Erklärungsversuche zu unterbreiten versuchen. Hieran schließt die Bearbeitung von zwei empirischen Studien. Die Studien erfassen, ob Erinnerungen traumatischer Ereignisse singuläre Qualitäten gegenüber positiven emotionalen Erinnerungen haben sowie die Unterschiede der Erinnerungen traumatischer Ereignisse in den Modalitäten der Frequenz und Qualität wiederkehrender Erinnerungen.

Im Laufe des Lebens sammeln Menschen unzählige mit Emotionen verknüpfte Erinnerungen, die uns prägen und sodann unsere vernetzten Erfahrungen im Gedächtnis abbilden.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erinnerung an Traumatische Ereignisse

2.1 Begriffsdefinition Traumatisches Ereignis

2.2 Hirnphysiologische Einbettung im Gedächtnis

2.2.1 Neuropsychologischer Ansatz

2.3 Abgrenzung zu Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)

3 Kognitive theoretische Modelle

3.1 Duale Repräsentationstheorie

3.2 Mnemonisches Modell

4 Empirie

4.1 Studie 1: Porter & Birt (2001)

4.1.1 Studiendesign und Stichprobe

4.1.2 Methode

4.1.3 Auswertung

4.1.4 Zwischenfazit

4.2 Studie 2: Müller, Moeller, Jenderek, Stroebel, Wiendieck & Sperling (2016)

4.2.1 Studiendesign und Stichprobe

4.2.2 Methode

4.2.3 Auswertung

4.2.4 Zwischenfazit

4.3 Vergleich der Studien 1 und 2

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Forschungsfrage, ob sich Erinnerungen an traumatische Ereignisse strukturell und inhaltlich von anderen Erinnerungen emotionaler Qualität unterscheiden, und analysiert hierzu neuropsychologische Grundlagen sowie empirische Befunde.

  • Hirnphysiologische Grundlagen der Gedächtnisbildung
  • Kognitive Erklärungsmodelle für traumatische Erinnerungen
  • Vergleich empirischer Studien zu Erinnerungscharakteristika
  • Einfluss von Trauma-Frequenz und -Dauer auf Intrusionserfahrungen
  • Differenzierung zwischen explizitem und implizitem Gedächtnis

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Neuropsychologischer Ansatz

Neuropsychologischen Ansätzen zufolge ist das implizite Gedächtnis in der Amygdala verortet (Birbaumer & Schmidt, 2010, S. 651), was empirisch bereits durch Läsionen von Substrukturen des medialen Temporallappens, in welchem sich das limbische System befindet, bestätigt werden konnte (Birbaumer & Schmidt, 2010, S. 651; Kolb & Wishaw, 1996, S.252 f.; Pinel & Pauli, 2012, S. 327). Gleichzeitig ermöglicht die Amygdala die Assoziation zwischen externalen Input und internalen emotionalen Zuständen (Vgl. Kolb & Wishaw, 1996, S. 244). Vor diesem Hintergrund, dass die Amygdala also implizit und Affekt-gelenkt funktioniert, kann hergeleitet werden, dass die Emotionen während eines traumatischen Ereignisses unbewusst verstärkt würden. Da die Amygdala ohnehin mit einer emotionalen Steuerungsfunktion assoziiert ist (Kolb & Wishaw, 1996, S. 244), werden somit das Erlebte und die damit einhergehenden Gefühle unverhältnismäßig prägend abgespeichert (Jacobs, 2009).

Während eines Traumas ist der Hippocampus aufgrund der Stresshormone neurofunktional gestört, ebenso wie Funktionen im präfrontalen Cortex, der die Amygdala kontrolliert; die Amygdala selbst bleibt von den hormonellen Veränderungen jedoch unbeeinflusst (Jacobs, 2009; Rauch et al., zit. n. Milad et al., 2009). Dies bedeutet, dass gleichzeitig das explizite Gedächtnis im Hippocampus gehemmt und das implizite Gedächtnis in der Amygdala verstärkt wird. Dies lässt unter der Prämisse, dass Erinnerungen an traumatische Ereignisse implizit gespeichert werden, die logische Schlussfolgerung zu, dass Erinnerungen aufgrund des hirnphysiologischen (Stress-)Zustands während einem traumatischen Ereignis anders gespeichert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des menschlichen Gedächtnisses ein und leitet die Fragestellung her, ob sich traumatische von emotionalen Erinnerungen unterscheiden.

2 Erinnerung an Traumatische Ereignisse: Dieses Kapitel definiert traumatische Ereignisse und erläutert die hirnphysiologische Einbettung sowie die Abgrenzung zur Posttraumatischen Belastungsstörung.

3 Kognitive theoretische Modelle: Hier werden die Duale Repräsentationstheorie und das Mnemonische Modell als theoretische Erklärungsansätze für traumatische Gedächtnisprozesse vorgestellt.

4 Empirie: Das Kapitel präsentiert zwei empirische Studien, die die Qualität, Frequenz und sensorische Komponente von traumatischen Erinnerungen im Vergleich zu anderen Erfahrungen untersuchen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass sich traumatische Erinnerungen in ihren spezifischen Ausprägungen von anderen emotionalen Erinnerungen unterscheiden.

Schlüsselwörter

Gedächtnis, Trauma, PTBS, Amygdala, Hippocampus, Intrusionen, Neuropsychologie, Duale Repräsentationstheorie, Mnemonisches Modell, sensorische Modalitäten, Affekt, Dissoziation, Trauma-Frequenz, Gedächtnisqualität, Emotionale Ereignisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob sich traumatische Erinnerungen grundlegend von anderen emotionalen Erinnerungen unterscheiden, sowohl auf theoretischer als auch auf empirischer Ebene.

Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gedächtnispsychologie, der Neurobiologie von Traumata, theoretischen Modellen zur Traumaverarbeitung sowie der Analyse spezifischer empirischer Studien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu klären, ob traumatische Ereignisse aufgrund ihrer Beschaffenheit andere Gedächtnismechanismen aktivieren und sich somit in ihrer Struktur und Qualität abgrenzen lassen.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine vergleichende Diskussion von zwei empirischen Studien, die mittels Varianz- und Regressionsanalysen verschiedene Aspekte traumatischer Erinnerungen untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung von Gedächtnissystemen und Trauma-Modellen sowie einen empirischen Teil, in dem zwei Studien hinsichtlich ihrer Methodik und Ergebnisse detailliert analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe sind zentral für das Verständnis?

Zentrale Begriffe sind das explizite und implizite Gedächtnis, die Rolle von Amygdala und Hippocampus bei Stress, sowie Konzepte wie Intrusionen und Dissoziation.

Welche Rolle spielt die Amygdala bei der Speicherung von traumatischen Ereignissen?

Die Amygdala ist zentral für die affektive Bewertung und wird bei Traumata verstärkt aktiviert, während der Hippocampus, der für die zeitlich-räumliche Einordnung zuständig ist, durch Stresshormone gehemmt wird, was die implizite Speicherung begünstigt.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen den beiden analysierten Studien?

Studie 1 untersucht intergruppale Unterschiede zwischen traumatischen und positiven Ereignissen, während Studie 2 intragruppale Unterschiede bei PTBS-Patienten in Abhängigkeit von der Schwere und Dauer der Traumatisierung erforscht.

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Details

Title
Unterscheiden sich Erinnerungen traumatischer Ereignisse von anderen emotionalen Erinnerungen?
College
University of Wuppertal
Grade
1,0
Author
Nathalie Neuberger (Author)
Publication Year
2018
Pages
25
Catalog Number
V501046
ISBN (eBook)
9783346039347
ISBN (Book)
9783346039354
Language
German
Tags
PTBS Mnemonisches Modell Duale Repräsentationstheorie Intrusionen Post-traumatische Belastungsstörung PTSD Trauma
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nathalie Neuberger (Author), 2018, Unterscheiden sich Erinnerungen traumatischer Ereignisse von anderen emotionalen Erinnerungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501046
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