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Soziale Phobie: Angeboren oder erlernt?

Title: Soziale Phobie: Angeboren oder erlernt?

Examination Thesis , 2005 , 113 Pages , Grade: 1.5

Autor:in: Darina Damm (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Die Emotion Angst ist ein weit verbreitetes und bekanntes Phänomen, das sich darüber hinaus noch durch eine naturgeschichtliche Notwendigkeit auszeichnet. Sie ist Menschen vertraut, da jeder Angstgefühle kennt, sei es bei einem gruseligen Horrorfilm oder der Begegnung mit einem großen knurrenden Hund. Die Objekte oder Situationen, vor denen sich Menschen fürchten, sind genauso vielfältig wie ihre Angstreaktionen. Obwohl Angst, wenn sie auftritt, oft als unangenehm empfunden wird, ist sie dennoch ein natürlicher und notwendiger Bestandteil unseres Lebens und trotz der auftretenden Beschwerden und körperlichen Veränderungen keinesfalls gefährlich. Die eigentliche Funktion der Angst ist die eines Gefahrensignals. Ein Mensch ohne die Fähigkeit zur Angstreaktion bei Gefahrensituationen wäre schutzlos dem Risiko von Verletzung oder Tod ausgesetzt. Wenn nun Angst aber ein so wichtiger und natürlicher Bestandteil unseres Lebens ist, warum gibt es dann Personen, die unter Ängsten leiden?
Ein sehr hohes Maß an Angst kann viele Handlungs-, Verhaltens- und Denkprozesse lähmen und in diesem Sinne keinesfalls mehr produktiv als Schutzfunktion verstanden werden. Die Angstreaktion ist außer Kontrolle geraten und wird zum zentralen Problem des Lebens.
Die Soziale Phobie ist eine psychische Erkrankung und bezeichnet die Angst vor oder in sozialen Situationen und der Interaktion mit Menschen. Sie ist keine seltene Erkrankung und geht mit schweren Beeinträchtigungen der Lebensqualität Betroffener einher.
In dieser Arbeit werden die möglichen Ursachen zur Entstehung einer Sozialen Phobie aus unterschiedlichen psychologischen Forschungsrichtungen vorgestellt und ausführlich beschrieben, um schließlich die Frage beantworten zu können, ob eine Soziale Phobie angeboren oder erlernt ist.
Dieser Hauptteil der Arbeit wird ergänzt durch einen Einblick in die Diagnostik und Klassifikation der Sozialen Phobie. Darauf folgt eine Beschreibung der Subtypen und Erscheinungsformen Sozialer Phobie sowie das Aufzeigen von Auftretenswahrscheinlichkeit- und häufigkeit. Des Weiteren wird der Verlauf einer Sozialen Phobie erläutert und die negativen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen dargestellt. Daran schließt eine Übersicht über mögliche komorbide Störungen an und die Erläuterung des Zusammenhangs von Sozialer Phobie und Schüchternheit. Abschließend werden geeignete Behandlungsmöglichkeiten der Sozialen Phobie vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Phobie – eine Begriffsklärung

3. Diagnostik der Sozialen Phobie

3.1. Diagnoseverfahren

3.1.1. Interview

3.1.2. Fragebögen

3.1.3. Verhaltensbeobachtung

3.1.4. Physiologische Messungen

3.1.5. Tagebücher

3.2. Klassifikation der Sozialen Phobie

3.2.1. Klassifikation der Sozialen Phobie nach DSM-IV

3.2.2. Klassifikation der Sozialen Phobie nach ICD-10

4. Die Subtypen der Sozialen Phobie

4.1. Die spezifische Sozialphobie

4.2. Die generalisierte Sozialphobie

5. Erscheinungsformen der Sozialen Phobie

5.1. Die Emotion „soziale Angst“

5.1.1. Kognitiven Komponente

5.1.2. Neurophysiologische Komponente

5.1.3. Ausdruckskomponente

5.1.4. Motivationale Komponente

5.1.5. Gefühlskomponente

6. Epidemiologie

7. Ätiologie der Sozialen Phobie

7.1. Psychoanalytische Erklärungsansätze

7.1.1. Psychoanalytische Ursachenerklärung nach Freud

7.1.2. Psychoanalytische Ursachenerklärung nach Arieti

7.2. Biologische Erklärungsansätze

7.2.1. Genetische Disposition

7.2.2. Erregbarkeit und Sensibilität

7.2.3. Neurobiologische Abweichungen

7.2.4. Der Temperamentsfaktor

7.3. Lerntheoretische Erklärungsansätze

7.3.1. Klassische Konditionierungstheorie

7.3.2. Operante Konditionierungstheorie

7.3.3. Lernen am Modell

7.3.4. Preparedness-Theorie

7.4. Kognitive Erklärungsansätze

7.4.1. Defizite sozialer Fertigkeiten

7.4.2. Das Selbstdarstellungsmodell

7.4.3. Dysfunktionale kognitive Schemata

7.4.4. Selbstfokussierung und Sicherheitsverhalten

7.5. Familiäre Einflüsse

7.5.1. Erziehungsstil

7.5.2. Überbehütung

7.5.3. Frühkindliche Bindung

7.6. Gesellschaftliche Einflüsse

8. Verlauf der Sozialen Phobie

8.1. Beginn der Sozialen Phobie

8.2. Aufrechterhaltung der Sozialen Phobie – ein Teufelskreis

8.2.1. Vermeidungs- und Fluchtverhalten

8.2.2. Erwartungsangst – Die Angst vor der Angst

8.2.3. Angstbestätigende Erfahrungen

8.3. Der Teufelskreis – ein Modell

8.4. Behandlungsbeginn

8.5. Natürliche Entwicklung der Sozialen Phobie

8.6. Faktoren, die den Verlauf beeinflussen

9. Auswirkungen Sozialer Phobie

9.1. Beeinträchtigungen in Schule und Ausbildung

9.2. Berufliche Probleme

9.3. Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen

10. Komorbidität mit anderen psychischen Störungen

10.1. Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

10.2. Agoraphobie

10.3. Generalisierte Angststörung

10.4. Spezifische Phobie

10.5. Zwangsstörung

10.6. Körperdysmorphe Störung

10.7. Depression

10.8. Substanzstörungen

10.9. Schizophrenie

10.10. Essstörung

11. Schüchternheit und Soziale Phobie

11.1. Definition von „Schüchternheit“

11.2. Schüchternheit = Soziale Phobie?

12. Therapeutische Behandlung der Sozialen Phobie

12.1. Behandlung der Sozialen Phobie bei tiefenpsychologischen Ursachen

12.2. Behandlung der Sozialen Phobie bei angeborenen Ursachen

12.2.1. Pharmakotherapie

12.2.1.1. Antidepressiva

12.2.1.2. Benzodiazepine

12.2.1.3. Betablocker

12.3. Behandlung der Sozialen Phobie bei erlernten Ursachen

12.3.1. Systematische Desensibilisierung

12.3.2. Operante Ansätze

12.3.3. Modelllernen

12.3.4. Konfrontationstherapie

12.4. Behandlung der Sozialen Phobie bei kognitiven Ursachen

12.4.1. Training sozialer Kompetenz

12.4.1.1. Rollenspiel

12.4.1.2. Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)

12.4.2. Kognitive Umstrukturierung

12.4.2.1. Rational-emotive Therapie (RET) von Ellis

12.4.3. Angstbewältigungstraining

12.5. Behandlung der Sozialen Phobie bei familiären und gesellschaftlichen Ursachen

13. Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ätiologie der Sozialen Phobie, um die zentrale Forschungsfrage zu klären, inwieweit die Störung auf angeborene biologische Faktoren oder auf erlernte Verhaltensprozesse zurückzuführen ist. Hierbei werden psychologische Erklärungsmodelle analysiert, um das Verständnis für Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung zu vertiefen.

  • Diagnostik und Klassifikation der Sozialen Phobie nach DSM-IV und ICD-10
  • Psychologische und biologische Erklärungsansätze zur Entstehung der Störung
  • Analyse des Teufelskreises der Angst als Aufrechterhaltungsmechanismus
  • Epidemiologische Verbreitung und Komorbidität mit anderen psychischen Erkrankungen
  • Therapeutische Interventionsmöglichkeiten unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ursachen

Auszug aus dem Buch

7.4.1. Defizite sozialer Fertigkeiten

Soziale Kompetenz umfasst die Anforderungen, die an Personen gestellt werden, sich in sozialen Situationen und innerhalb eines gesellschaftlichen Umfeldes zurechtzufinden und zu behaupten. Bestimmte soziale Fertigkeiten sind dafür von besonderem Nutzen, um zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und erhalten zu können.

Zu diesen sozialen Kompetenzen gehören beispielsweise jemanden um einen Gefallen bitten, Gespräche beginnen, aufrechterhalten und beenden, Komplimente machen und selbst annehmen, auf Kritik reagieren, Widerspruch und Missfallen äußern, sich entschuldigen sowie Gefühle offen zeigen. Können Personen diese Verhaltensmuster nicht oder nur unvollständig verwirklichen, liegt sozial unsicheres bzw. inkompetentes Verhalten vor. Die Folgen dieses Mangels zeigen sich im Verhalten der Betroffenen, so dass sich diese entweder vermeidend-unsicher oder aber aufdringlich-aggressiv verhalten, was als Flucht nach hinten bzw. Flucht nach vorn bezeichnet wird (Ambühl et al. 2001).

Nach der Theorie von den Defiziten sozialer Fertigkeiten verfügen Patienten mit Sozialer Phobie über einen nicht ausreichenden Bestand sozialer Fähigkeiten. Wird in bestimmten sozialen Situationen schlechtes oder falsches Verhalten gezeigt, führt dies zu unangenehmen Konsequenzen mit möglicher negativer Beurteilung durch andere, was als peinlich und unangenehm empfunden wird. In solchen Situationen erkennen die Betroffenen, dass ihr Verhalten unangebracht ist und es ihnen nicht gelingt, sich richtig zu verhalten. In Zukunft werden soziale Situationen dieser Art gemieden, um unangenehmen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Angst als notwendige Schutzfunktion ein und grenzt die pathologische Soziale Phobie als psychische Erkrankung ab.

2. Soziale Phobie – eine Begriffsklärung: Hier werden die charakteristischen Merkmale der Sozialen Phobie definiert, insbesondere die Angst vor kritischer Beobachtung und sozialen Leistungssituationen.

3. Diagnostik der Sozialen Phobie: Dieses Kapitel stellt verschiedene Diagnoseverfahren wie Interviews und Fragebögen vor und erläutert die Klassifikation gemäß DSM-IV und ICD-10.

4. Die Subtypen der Sozialen Phobie: Es wird zwischen dem spezifischen und dem generalisierten Subtyp der Sozialen Phobie unterschieden.

5. Erscheinungsformen der Sozialen Phobie: Eine detaillierte Betrachtung der fünf Komponenten der Emotion „soziale Angst“, inklusive kognitiver, physiologischer und motivationaler Aspekte.

6. Epidemiologie: Dieses Kapitel beleuchtet die Verbreitung der Störung, geschlechtsspezifische Unterschiede sowie Prävalenzdaten aus verschiedenen Studien.

7. Ätiologie der Sozialen Phobie: Eine umfassende Untersuchung der Ursachen, unterteilt in psychoanalytische, biologische, lerntheoretische und kognitive Ansätze sowie familiäre und gesellschaftliche Einflüsse.

8. Verlauf der Sozialen Phobie: Der Schwerpunkt liegt auf der Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung, insbesondere durch den Teufelskreis aus Vermeidungsverhalten und negativer Bilanzierung.

9. Auswirkungen Sozialer Phobie: Beschreibung der negativen Konsequenzen der Störung auf Schule, Ausbildung, Beruf und soziale Beziehungen.

10. Komorbidität mit anderen psychischen Störungen: Untersuchung der häufigen Begleiterkrankungen wie Depressionen, Zwangsstörungen oder Agoraphobie.

11. Schüchternheit und Soziale Phobie: Eine Abgrenzung der Begriffe Schüchternheit und Soziale Phobie sowie die Analyse ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

12. Therapeutische Behandlung der Sozialen Phobie: Zusammenstellung verschiedener psychotherapeutischer Ansätze sowie medikamentöser Optionen in Abhängigkeit von der vermuteten Ursache.

13. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der multifaktoriellen Genese der Sozialen Phobie und betont die Notwendigkeit einer individuellen Therapie.

Schlüsselwörter

Soziale Phobie, Sozialphobie, Angststörung, Vermeidungsverhalten, Teufelskreis, Ätiologie, Diagnostik, Kognitive Verhaltenstherapie, Gruppentraining, Pharmakotherapie, Komorbidität, Schüchternheit, Selbstfokussierung, Konfrontationstherapie, Psychotherapie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das psychische Störungsbild der Sozialen Phobie, um zu verstehen, wie diese entsteht, wie sie verläuft und wie sie therapiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die wissenschaftliche Diagnostik, verschiedene Erklärungsansätze für die Entstehung (Ätiologie) sowie die Auswirkungen auf den Lebensalltag der Betroffenen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Soziale Phobie angeboren ist oder durch Lernprozesse erworben wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse verschiedener psychologischer Forschungsrichtungen, um Theorien, Diagnosedaten und therapeutische Ansätze zusammenzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Klassifikation, die psychologischen Ursachenmodelle, den Verlauf der Störung, deren Komorbidität sowie die verschiedenen psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungswege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Soziale Phobie, Angststörung, Ätiologie, Vermeidungsverhalten, Teufelskreis, kognitive Umstrukturierung und therapeutische Behandlung.

Welche Rolle spielen "Sicherheitsverhalten" und "Selbstfokussierung" im Teufelskreis der Angst?

Beide Faktoren verstärken den Teufelskreis der Angst: Die Selbstfokussierung entfremdet den Betroffenen von der sozialen Realität, während Sicherheitsverhalten die Annahme bestärkt, dass soziale Interaktionen nur durch Vermeidungsstrategien bewältigbar seien.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Schüchternheit und Soziale Phobie?

Obwohl Schüchternheit Ähnlichkeiten in den Symptomen aufweist, definiert die Arbeit die Soziale Phobie als klinisch relevante Angststörung mit deutlich stärkerer Beeinträchtigung der Lebensqualität, die über bloße Schüchternheit weit hinausgeht.

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Details

Title
Soziale Phobie: Angeboren oder erlernt?
College
University of Hildesheim  (Institut für Psychologie)
Grade
1.5
Author
Darina Damm (Author)
Publication Year
2005
Pages
113
Catalog Number
V50113
ISBN (eBook)
9783638464017
ISBN (Book)
9783638739023
Language
German
Tags
Soziale Phobie Angeboren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Darina Damm (Author), 2005, Soziale Phobie: Angeboren oder erlernt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50113
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