Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Attentat auf Papst Leo III im April 799 während einer Bittprozession auf dem Weg vom Lateran nach Sankt Laurentius. Dabei geht es um die Frage, was Leos Gegner mit dem Anschlag erreichen wollten. Aus den Ergebnissen der Quellenanalyse wird versucht, eine Antwort darauf zu geben. Zuerst werden einige der vorhandenen Quellen vorgestellt. Die zentrale Quelle ist das Papstbuch "Liber Pontificalis". Im Hauptteil wird anhand der ausgewählten Quellen gezeigt, wie das Attentat auf Papst Leo III darin beschrieben wird. Dabei wird auch auf Unterschiede in den Darstellungen eingegangen. Auffällig ist, dass man den genauen Ablauf des Anschlags aufgrund widersprüchlichen Aussagen nur schwer rekonstruieren kann. Die Vermutung liegt nahe, dass Personen in Machtpositionen besser dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ad fontes: Das Attentat auf den Papst
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Attentat auf Papst Leo III. am 25. April 799 durch eine vergleichende Analyse verschiedener zeitgenössischer Quellen. Ziel ist es, die unterschiedlichen Darstellungen des Ereignisses sowie die Intentionen der jeweiligen Autoren zu hinterfragen und zu klären, welche politischen Absichten hinter dem Anschlag und der anschließenden Berichterstattung standen.
- Analyse der zentralen Quelle: Der Liber Pontificalis und dessen Vita Leonis III.
- Kontrastierung mit fränkischen Quellen wie den Annales regni Francorum.
- Untersuchung der Motive für das Attentat und die Rolle der römischen Opposition.
- Hinterfragung der Darstellung des „Wunders der Heilung“ als Legitimationsinstrument.
- Kritische Reflexion über Tatsachenverschleierung in mittelalterlichen Berichten.
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Attentat in den Quellen
Wenn man sich die Quellen anschaut, die das Attentat in irgendeiner Weise erwähnen, stellt man sich u.a. die Frage nach sowohl den Unterschieden in der Darstellung als auch nach den Gemeinsamkeiten der Berichte. Wie kommt es zu diesen? Warum und wem war es zunutze, über den Anschlag in der einen oder der anderen Weise zu berichten? Welche Intention lang dahinter? Was steht in den fränkischen, römischen sowie den Quellen „von weiter Außerhalb“? Und wie wirkt sich der zeitliche Abstand der Berichte zu den Ereignissen von 799 auf den Quellenwert aus?
Zusätzlich sieht man sich aus heutiger Sicht als Historiker im 21. Jahrhundert mit der Erklärung der Heilung des Papstes durch ein Wunder bzw. durch Gott konfrontiert, wie etwa der Liber Pontificalis oder das Karlsepos berichten. Daraus ergeben sich wiederum noch mehr Fragen, was dazu veranlasst, sich der „Berichterstattung“ über das Ereignis von Ende April 799 kritisch gegenüber zu stehen.
Im Übrigen beinhalten auch diese beiden o.g. Quellen die am meisten ausgeschmückte und detaillierte Beschreibung des Attentats, woraus man schlussfolgern kann, dies diene der Unterstreichung und der Hervorhebung des späteren Wunders der Heilung.
Nehmen wir die Vita Leonis III. aus dem Papstbuch Liber Pontificalis als Ausgangspunkt des Quellenvergleichs. Wie schon im Kapitel 1.3.1 festgestellt, hat diese Vita hat einen auffälligen Aufbau.
Stellt man den Umfang der Attentatsbeschreibungen in den Quellen gegenüber, so kann man direkt sehen, dass der Liber Pontificalis den längsten Bericht darüber beinhaltet. Die Darstellung des Ablaufs der Ereignisse ist sehr genau, der Inhalt wird überspitzt dargestellt. Man kann sich so das Geschehen bildlich gut vorstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff des Attentats, stellt den historischen Ausgangspunkt des Anschlags auf Papst Leo III. im Jahr 799 dar und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Ad fontes: Das Attentat auf den Papst: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Quellenzeugnisse zum Attentat, vergleicht ihre unterschiedliche Darstellung der Verstümmelungen und untersucht das Motiv des göttlichen Heilungswunders sowie den Reinigungseid.
3. Fazit: Das Fazit führt die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass die Quellen eine selektive und teils verschleiernde Darstellung bieten, um die Legitimität des Papstes und die politische Ordnung zu stützen.
Schlüsselwörter
Papst Leo III., Attentat, Liber Pontificalis, Quellenanalyse, Karl der Große, Kaiserkrönung, Mittelalterliche Historiographie, Reinigungseid, Paschalis, Campulus, Vita Leonis III., Quellenkritik, Machtpolitik, Wunder, Frankenreich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Attentat auf Papst Leo III. im Jahr 799 und wie dieses Ereignis in unterschiedlichen zeitgenössischen Quellen dargestellt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Quellenlage, der Rolle der römischen Opposition, der Bedeutung der Kaiserkrönung und der Instrumentalisierung von Berichten zur Legitimation von Macht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Beweggründe der Attentäter zu ergründen und aufzuzeigen, wie die offiziellen Berichte, insbesondere der Liber Pontificalis, die Ereignisse zugunsten des Papstes umgedeutet haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Quellenanalyse, bei der schriftliche Zeugnisse verschiedener Gattungen (Viten, Annalen, Briefe, Dichtungen) gegenübergestellt und kritisch hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Quellen, die detaillierte Untersuchung der Attentatsberichte, die Analyse des Heilungswunders und die Auswertung des Reinigungseids des Papstes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Papst Leo III., Liber Pontificalis, Quellenkritik, Machtpolitik, Reinigungseid und die politisch motivierte Tatsachenverdrehung.
Warum wird im Liber Pontificalis das Attentat so dramatisch beschrieben?
Die Überzeichnung dient dazu, das anschließende „Wunder der Heilung“ durch Gott noch wirkungsvoller erscheinen zu lassen, um so die göttliche Legitimation des Papstes und des Kaisertums zu unterstreichen.
Welche Zweifel äußern zeitgenössische Autoren wie Theodulf von Orléans?
Theodulf deutet in seinem Briefgedicht an, dass das Attentat möglicherweise gar nicht mit der in anderen Quellen behaupteten Härte durchgeführt wurde, was auf einen spöttischen und kritischen Blick auf die offizielle Berichterstattung hindeutet.
- Arbeit zitieren
- Katharina Kogan (Autor:in), 2019, Das Attentat auf Papst Leo III. im "Liber Pontificalis", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501198