Wochenplanarbeit im Anfangsunterricht


Hausarbeit, 2017
16 Seiten, Note: 2,0
Paula P. (Autor)

Leseprobe

1 Einleitung
1.1 Problem- und Zielstellung der Arbeit
1.2 Methodische Vorgehensweise
1.3 Begriffserklärungen
1.3.1 Der Anfangsunterricht
1.3.2 Was bedeutet offener Unterricht?

2 Wochenplanarbeit
2.1 Das Konzept der Wochenplanarbeit
2.2 Voraussetzungen für die Einführung der Wochenplanarbeit
2.3 Methodisches Vorgehen der Wochenplanarbeit
2.4 Der Wochenplan in der Praxis

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problem- und Zielstellung der Arbeit

Bedingt durch die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler1 in einem Klassengefüge, stehen Lehrkräfte vor der Herausforderung eine möglichst optimale Förderung jedes einzelnen Kindes zu gewährleisten. Dabei kann die Öffnung von Unterricht, d.h. eine (zumindest zeitweise) Entfernung vom klassischen Frontalunterricht helfen, welche den Grad von sowohl Selbst- als auch Mitbestimmung der SuS steigert.2 Die zwei – von insgesamt 10- von Hilbert Meyer formulierten Merkmale guten Unterrichts „individuelles Fördern“ und „Methodenvielfalt“ weisen darauf hin, dass durch individuelle Lern- und Förderpläne, ein selbstbestimmtes Lerntempo, sowie durch eine Variation von Lernmethoden und Lernaufgaben die Qualität von Unterricht gesteigert werden kann.3

In der folgenden Ausarbeitung soll auf die Arbeit mit Wochenplänen im Anfangsunterricht, als wesentlicher Bestandteil des offenen Unterrichts, eingegangen werden. Dabei ist von besonderem Interesse, welche Varianten von Wochenplänen, gerade im Anfangsunterricht, realisierbar sind und in wieweit sich die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer4 und SuS bei deren Einsatz verändert.

1.2 Methodische Vorgehensweise

Nachdem ich in einem Seminar die Arbeit mit Wochenplänen in der Grundschule kennengelernt habe, war mein Interesse für diese Art der Öffnung des Unterrichtes geweckt. Das Unterricht durch eine Vielzahl von verschiedenen Methoden geöffnet werden kann, wurde mir nach der Lektüre der im Folgenden genannten Quellen bewusst. Mit Petra Hanke’s Werk „Anfangsunterricht“ habe ich mich in das Thema eingelesen und mir einen ersten Überblick verschafft. Schnell wurde mir bewusst, dass die Arbeit mit Wochenplänen ein komplexes Themengebiet ist, da zwischen diversen Formen, wie z.B. geschlossenen oder differenzierten Wochenplänen, unterschieden wird. Frau Hankes Literaturverzeichnis nutzte ich als Ansatzpunkt für die Suche nach geeigneten Fachtexten. Falko Peschels Veröffentlichung „Offener Unterricht“, sowie verschiedene Ausarbeitungen von Dieter Vaupel zum Thema Wochenplanarbeit, stellten sich als unverzichtbare Quellen zu diesem Thema heraus. Als weitere Grundlage meiner Recherche diente die Onlinedatenbank der Universitätsbibliothek Köln. Mit den Schlagwörtern „Offener Unterricht“, „Öffnung von Unterricht“, „Wochenplan/pläne“, „Unterrichtsmethoden“, „Unterrichtsformen“ und „Anfangsunterricht“ stieß ich auf meine im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen. Nachdem ich mir mit Hilfe der gefundenen Literatur einen groben Überblick über das Thema verschafft habe, wurde eine vorläufige Gliederung der Ausarbeitung erstellt. Diese hat sich im Verlauf des Schreibprozesses dann nochmals verändert.

1.3 Begriffserklärungen

Um die im weiteren Verlauf der Ausarbeitung verwendeten Fachtermini richtig einordnen zu können, werden diese im Folgenden kurz definiert. Dabei sind die Definitionen auf die Aspekte reduziert, die für das Verständnis dieser Arbeit relevant sind.

1.3.1 Der Anfangsunterricht

Als Anfangsunterricht versteht man die ersten beiden Lernjahre der SuS in der Grundschule. Diese Zeit ist für die neuen Schulkinder von besonderer Bedeutung, da sie sich an das Leben und Lernen in der Institution Schule gewöhnen und sich in den neuen Lebensraum Schule eingliedern müssen.5 Die Übergange der vorschulischen Bildung im Kindergarten, zur schulischen Bildung in den ersten beiden Lernjahren, sowie von der Grundschule auf die weiterführende Schule, gilt es als Schnittstellen zu sehen.6 Diese Schnittstellenposition der Grundschule zwischen dem vorschulischen und dem weiterführenden Lernen charakterisiert, dass bei den SuS an vorhandenes Wissen, sowie vorhandene Fähigkeiten, Gewohnheiten und Einstellungen angeknüpft werden kann. Im Verlauf der Grundschulzeit können diese dann außerdem weiter ausdifferenziert und erweitert werden.7

Aufgrund der vorhandenen Heterogenität in einer Schulklasse, ist es die Aufgabe der Lehrkräfte im Anfangsunterricht, diese Unterschiede zwischen den Kindern zu erkennen und deren individuell verlaufenden Entwicklungsprozesse gezielt zu unterstützen und zu fördern. Dabei sind die folgenden von Tassilo Knauf (2001) genannten Kompetenzen, welche die SuS im Anfangsunterricht in unterschiedlichem Tempo entwickeln, von Bedeutung:

1. Das Selbstwertgefühl sowie die Akzeptanz des eigenen Könnens (Ich-Kompetenz) soll gefestigt werden.
2. Die sozial-emotionale Kompetenz soll entwickelt werden, um Mitschüler gezielt wahrzunehmen und mit ihnen gemeinsam Handlungen zu planen und zu realisieren.
3. Außerdem sollen kommunikative Kompetenzen durch die Einführung von vielfältigen Ausdrucks- sowie Mitteilungsformen gefördert werden.
4. Hinzu kommt die Vermittlung von zielorientiertem Handeln und Strukturierung der eigenen Handlungen (Planungs- und Handlungskompetenz).
5. Knauf sieht es abschließend als Aufgabe des Anfangsunterrichts, die Sachkompetenz der SuS zu fördern, indem ihre Welt-, Symbol- und Sacherfahrungen stimuliert werden.8

1.3.2 Was bedeutet offener Unterricht?

Da eine eindeutige und allgemein anerkannte Definition von offenem Unterricht nicht bekannt ist9, fokussiert sich diese Ausarbeitung auf die von Eiko Jürgens formulierte Rahmenkonzeption offenen Unterrichts. Jürgens verzichtet auf eine einzelne, geschlossene Definition und hat stattdessen eine Auflistung verschiedener Kennzeichen des offenen Unterrichts entwickelt. Dabei betont der Autor, dass diese Liste keineswegs als vollständig anzusehen sei und durch weitere Elemente ergänzt werden könne. Dies unterstütze, so Jürgens, den lebendigen Ansatz des offenen Unterrichts.10 Die von Jürgens formulierten Kennzeichen offenen Unterrichts sind das Schülerverhalten, das Lehrerverhalten, das Methodische Grundprinzip sowie die Lern- und Unterrichtsformen. In Bezug auf das Schülerverhalten spielt der Anteil an eigenen Entscheidungen eine wesentliche Rolle. So soll es den SuS wenn möglich selbst überlassen werden sich für eine Arbeitsform, soziale Beziehungen und Kooperationsformen mit Klassenkameraden zu entscheiden. Des Weiteren sollte die Möglichkeit der Selbst- und Mitbestimmung bei der Auswahl von neuen Unterrichtsinhalten und der Gestaltung des Unterrichtsverlaufs gegeben sein. SuS sollten außerdem die Planung, Auswahl und Durchführung von Aktivitäten im Unterricht mitgestalten können. Auf der anderen Seite sollten Lehrer und Lehrerinnen11 Handlungsspielräume im Unterricht zulassen und spontane Aktivitäten seitens der SuS fördern. Bei der Planung des Unterrichts sollten LehrerInnen sich außerdem an den Interessen, Wünschen, Fähigkeiten und Ansprüchen ihrer SuS orientieren. Unter dem Kennzeichen des methodischen Grundprinzips versteht Jürgens ein Lernen welches möglichst entdeckend, problemlösend, handlungsorientiert sowie selbstverantwortlich stattfindet. Lern- und Unterrichtsformen die im offenen Unterricht praktiziert werden können sind die freie Arbeit, die Arbeit nach einem Wochenplan sowie der Projektunterricht.12 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass offener Unterricht nach Jürgens ein schülerzentrierter Unterricht sein sollte, in welchem die LehrerInnen ihre Führungsrolle jedoch nicht gänzlich abgeben. So entsteht sowohl eine Balance zwischen Lehrer- und Schülerzentrierung als auch zwischen Individualisierung und Standardisierung.13 Im Hinblick auf die von Petra Hanke zusammengefassten Dimension der Öffnung von Unterricht, konzentriert sich diese Ausarbeitung auf die „Methodisch- organisatorische Öffnung“. Dabei liegt das Augenmerk auf den heterogenen Lernvoraussetzungen der SuS. Um diesen gerecht zu werden, können individuelle Lernzeiten und Lernorte, verschiedenen Lernmethoden sowie individuell abgestimmte Strukturierungshilfen seitens der Lehrperson angeboten werden.14

2 Wochenplanarbeit

Im folgenden Kapitel wird das Konzept der Wochenplanarbeit als Instrument zur Öffnung von Unterricht, insbesondere im Anfangsunterricht, vorgestellt. Dabei wird zunächst das Konzept im Allgemeinen dargestellt. Anschließend werden die Voraussetzungen für die Arbeit mit einem Wochenplan skizziert, ebenso wie die methodische Vorgehensweise bei der Erarbeitung und Einführung eines Wochenplans. Dabei wird auch die veränderte Rolle der Lehrperson thematisiert. Abschließend werden zwei Beispiele für Wochenpläne im Anfangsunterricht vorgestellt. Dabei wird zunächst der Tagesplan vorgestellt und der schrittweise Übergang auf den Wochenplan erläutert.

2.1 Das Konzept der Wochenplanarbeit

Der Einsatz von Wochenplänen im Unterricht soll primär dazu führen, dass die Anforderungen an die SuS auch ohne fremdgesteuerten Druck erbracht werden können, sie handeln aus eigener Initiative. Werden im klassischen Frontalunterricht die SuS oft durch extrinsische Motivation zur aktiven Teilnahme animiert, so wird diese bei der Wochenplanarbeit durch eine intrinsische Motivation ersetzt. Dabei wird den SuS die Möglichkeit gegeben sich selbst zu erproben und individuelle Lern- und Lösungswege zu finden. Ebenfalls können Lernziele innerhalb eines gesteckten Rahmens eigenständig gesetzt werden. Während im Frontalunterricht ein für alle geltendes Arbeitstempo vorgegeben wird, können die SuS im Rahmen der Wochenplanarbeit in ihrem eigenen Tempo arbeiten und so Schwächen ausgleichen. Darüber hinaus können die SuS ihre Arbeitsphasen selbstständig rhythmisieren. Da nicht alle SuS im selben Tempo arbeiten oder eine gleich lange Konzentrationsspanne besitzen, kann durch die individuell gestaltete Abwechslung von Konzentrations- und Entspannungsphasen ein bestmögliches Arbeitsergebnis erreicht werden.15

2.2 Voraussetzungen für die Einführung der Wochenplanarbeit

Mit der alleinigen Ausarbeitung eines Wochenplans für die SuS ist die Vorbereitung nicht abgeschlossen. Bevor überhaupt mit dem Plan gearbeitet werden kann, sind vorab eine Reihe von spezifischen Voraussetzungen zu schaffen.16 Um den SuS ein anregendes Lernumfeld bieten zu können, muss zunächst die materielle Ausstattung des Klassenraums überprüft und gegebenenfalls aufgestockt werden. Neben didaktischen Arbeitsmaterialien gehört dazu kindgerechte Literatur in Form von Bilderbücher, Sachbüchern, Märchen, Erzählungen und Gedichten. Wird bei der Wochenplanarbeit auf die Verwendung digitaler Medien zurückgegriffen, sollten ebenfalls Computer, Drucker, Scanner und gegebenenfalls eine Lernsoftware zur Verfügung stehen. Neben der materiellen Ausstattung spielen die räumlichen Bedingungen eine entscheidende Rolle. Durch eine strukturierte Aufteilung des Klassenraums in verschiedene Funktionsbereiche können die SuS ihr Arbeitsumfeld dem aktuellen Arbeitsauftrag anpassen. Eine Einteilung kann dabei zum Beispiel in eine Leseecke, eine Computerecke, eine Experimentierecke und in einen gemeinsamen Sitzkreis -zur Präsentation der Ergebnisse- erfolgen.

Um das Arbeitsklima für alle SuS so angenehm wie möglich zu gestalten ist es sinnvoll, vor dem Einstieg in die Wochenplanarbeit, gemeinsame Verhaltensregeln aufzustellen. In diesen kann zum Beispiel entschieden werden, wie ein Kind sich bei einer Frage zu verhalten hat oder wie der Vergleich von Ergebnissen mit einem Partner ablaufen soll. Gerade im Anfangsunterricht ist es wichtig solche Regeln gemeinsam mit den SuS aufzustellen und für alle gut sichtbar im Klassenraum aufzuhängen. Als grafische Unterstützung können außerdem Symbole für die verschiedenen Regeln mit den SuS gemeinsam erarbeitet werden. Neben den zuvor genannten kommunikativen und interaktionalen Vorbedingungen gehört auch das Erlernen von spezifischen Lern- sowie Arbeitstechniken zu einer erfolgreichen Vorbereitung auf die Arbeit mit dem Wochenplan. Gerade im Anfangsunterricht fällt es den SuS noch schwer, die zur Verfügung stehende Zeit selbst einzuteilen oder den eigenen Arbeitsplatz selbstständig zu organisieren und ordentlich zu halten. Der Lehrperson kommt dabei die Funktion des Lernberaters und Begleiters zu. Simple Aufforderungen wie z.B. das Abheften von Arbeitsblättern im fachspezifischen Ordner oder das Zurückstellen von Büchern an die richtige Stelle im Regal müssen mit den SuS zunächst gemeinsam durchgeführt und automatisiert werden. Im fortgeschrittenen Verlauf des Anfangsunterrichts sind die SuS dann auch in der Lage Aufgaben eigenständig auszuwählen, entsprechende Lösungswege zu entwerfen und falls notwendig, weitere Informationen zu beschaffen. Besonders im Anfangsunterricht ist es wichtig, solche Fähigkeiten nicht vorauszusetzen. Vielmehr sollte zunächst ein gemeinsames Erlenen verschiedener Arbeitstechniken und -methoden im Vordergrund stehen.17

[...]


1 im Folgenden SuS

2 vgl. Bohl, Thorsten/ Kucharz, Diemut (2010), S. 18.

3 vgl. Meyer, Hilbert (2014).

4 im Folgenden LehrerInnen

5 vgl. Hanke, Petra (2007), S. 10.

6 vgl. ebd., S. 23.

7 vgl. Hanke, Petra (2007), S. 18.

8 vgl. Knauf, Tassilo (2001), S. 24-25.

9 vgl. Hartinger, Andreas (2005), S. 398.

10 vgl. Bohl, Thorsten / Kucharz, Diemut (2010), S. 14.

11 im Folgenden LehrerInnen

12 vgl. Jürgens (1994), S. 26.

13 vgl. Bohl, Thorsten/ Kucharz, Diemut (2010), S. 14.

14 vgl. Hanke, Petra (2007), S. 111.

15 vgl. ebd., S. 118.

16 vgl. ebd., S. 120.

17 vgl. ebd., S. 121.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Wochenplanarbeit im Anfangsunterricht
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V501225
ISBN (eBook)
9783346030887
ISBN (Buch)
9783346030894
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wochenplanarbeit, anfangsunterricht
Arbeit zitieren
Paula P. (Autor), 2017, Wochenplanarbeit im Anfangsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501225

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