Fachberatungsdienst Sucht

Praktikumsbericht


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Darstellung der für das Praktikum gewählten Institution
1.1) Rheinische Arbeitsgemeinschaft
1.2) Fachberatungsdienst Sucht
1.3) Kurzbeschreibung der anderen Sachbereiche

2.) Persönliche Motivation für das Praxisfeld

3.) Einordnung in ein pädagogisches Handlungsfeld & Darstellung der Zielgruppen des Praktikumsfeldes

4.) Praktikumsverlauf
4.1) Datenschutz
4.2) Auseinandersetzung mit Fachliteratur
4.3) Arbeit mit Akten der Versicherten
4.4) Außendienste
4.5) Statistische Auswertung von Klinikleistungen
4.6) Teilnahme an Team-Gesprächen & Qualitätszirkel

5.) Reflexion des Beitrags der Lehrveranstaltungen der Hochschule zur Bewältigung der Praxisaufgaben

6.) Persönliche Konsequenzen aus den Praktikumserfahrungen

7.) Weiterführende Literatur zum Thema

8.) Anhänge

1.) Darstellung der für das Praktikum gewählten Institution

1.1) Rheinische Arbeitsgemeinschaft

Das Praktikum wurde in der Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz in der Abteilung Versicherung, Rente und Rehabilitation im Bereich „Rheinische Arbeitsgemeinschaft für Suchtkranke“ durchgeführt. In diesem Bereich war ich im Reha-Fachberatungsdienst Sucht beschäftigt.

Zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und den Rentenversicherungsträgern bestehen Vereinbarungen, die das Verfahren bei der Rehabilitation von Abhängigkeitskranken regeln. Während für die Entzugsbehandlung (Entgiftung) als Akutbehandlung die Krankenkasse zuständig ist, fällt eine sich anschließende Entwöhnungsbehandlung in den Bereich der Rentenversicherung.

Die Rehabilitationsbedürftigkeit im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung ist dann gegeben, wenn die Erwerbsfähigkeit des Versicherten aus medizinischen Gründen erheblich gefährdet oder gemindert ist.

Abhängigkeit liegt i. S. der Vereinbarung vor bei

- Unfähigkeit zur Abstinenz oder
- Verlust der Selbstkontrolle oder
- Periodischem Auftreten eines dieser beiden Symptome

Nach dem Gesetz gilt das Prinzip „Rehabilitation vor Rente“, § 9 Abs. 1 Satz 2 Sozialgesetzbuch (SGB) VI: „Die Leistungen zur Rehabilitation haben Vorrang vor Rentenleistungen, die bei erfolgreicher Rehabilitation nicht oder voraussichtlich erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erbringen sind.“ Der Rentenversicherer hat also ein Interesse daran, dass bei jedem Antrag geprüft wird, ob durch Leistungen zur Rehabilitation eine Frühberentung verhindert oder zumindest hinausgeschoben werden kann. Um dies zu erreichen setzt sich die medizinische Rehabilitation zum Ziel

- Abstinenz zu erreichen und zu erhalten sowie
- Körperliche und seelische Störungen weitgehend zu beheben oder auszugleichen.

Wer sich als Versicherter ohne Grund einer Rehabilitationsmaßnahme entzieht, hat unter bestimmten Vorraussetzungen keinen Anspruch auf eine entsprechende, spätere Rentenzahlung.

Der Bereich der „Rheinischen Arbeitsgemeinschaft für Suchtkranke“ hat im Rahmen der sachlichen und örtlichen Zuständigkeiten der LVA Rheinprovinz und der Verträge mit den Sozialpartnern alle rehabilitationsrechtlichen Angelegenheiten, insbesondere für die Bereiche medizinische Rehabilitation Abhängigkeitskranker, psychisch Kranker und pathologischer Glücksspieler zu bearbeiten, soweit die Aufgaben nicht in den Service-Zentren erledigt werden. Hierzu zählen u.a.:

- Bearbeitung und Entscheidung von Anträgen auf medizinische Rehabilitationsleistungen für Suchtkranken sowie psychisch Kranker und pathologischer Glücksspieler.
- Bearbeitung und Entscheidung von Anträgen auf ergänzende Leistungen im Zusammenhang mit den bewilligten Leistungen (z.B. Übergangsgeld und Fahrtkosten)
- Bearbeitung und Entscheidung bei Anträgen auf Vorleistung
- Festsetzung und Einbeziehung von Zuzahlungsbeträgen
- Entscheidung über die Rückforderung überbezahlter Übergangsgeldleistungen.
- Prüfung, Abstimmung und Weiterentwicklung der Sach- und Personalkonzepte in Zusammenarbeit mit den Rehabilitationseinrichtungen.
- Bearbeitung von Erstattungsforderungen im Zusammenhang mit durchgeführten Rehabilitationsleistungen.
- Informations- und Auskunftserteilung an Versicherte über Rehabilitationsmöglichkeiten- und Voraussetzungen.
- Beratung und Betreuung von Versicherten.
- Beratung und Betreuung der am Rehageschehen beteiligten Stellen.

Der Bereich gliedert sich außerdem in

- die Leitung (Dezernent)
- die Sachgebiete zentrale Aufgaben und allgemeine Sachbearbeitung
- den Reha-Fachberatungsdienst Sucht
- den zentralen Bereich und
- Anschlussrehabilitation

1.2) Fachberatungsdienst Sucht

Die Mitarbeiter des Fachberatungsdienstes Sucht gewährleisten die fachliche Verbindung zu den an der Rehabilitation Abhängigkeitskranker Beteiligten und Mitwirkenden. Das sind im einzelnen die regelmäßig belegten Behandlungseinrichtungen, die Akutstationen, die vorbereitenden Stellen und die regionalen und überregionalen Arbeitsgruppen der Suchtkrankenhilfe.

Sie nehmen übergreifende Aufgaben wahr, die sich schwerpunktmäßig auf die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualitätsanforderungen an die Sach- und Personalkonzepte sowie die Ausstattung der Rehabilitationseinrichtungen beziehen. Ein Schwerpunkt besteht hierbei in der eigenverantwortlichen Prüfung und Abstimmung der Konzepte mit den Rehabilitationseinrichtungen auf dem Gebiet der Rehabilitation Suchtkranker.

Sie unterstehen unmittelbar dem Dezernatsleiter.

Die Mitarbeiter nehmen folgende Aufgaben wahr:

- Fachlich eigenständige Weiterentwicklung, Prüfung, Abstimmung der Sach- und Personalkonzepte
- Fachlich eigenständige Prüfung der Qualifikation des therapeutischen Personals der Einrichtungen:
- Diplom-Sozialarbeiter
- Diplom-Sozialpädagogen
- Ergotherapeuten
- Sport- und Bewegungstherapeuten
- Fachlich eigenständige Prüfung und Abstimmung der Personalstandslisten und Änderungsbelege
- Eigeninitiierte Strategieentwicklung und strukturelle Planung
- Mitarbeit und Koordination von Projekten und Modellen, z.B. Beteiligung bei der Umsetzung von Zielen des Landessuchtprogramms
- Dokumentation und Auswertung klinikbezogener Daten und Führung interner Statistiken
- Führen und Teilnahme an internen und externen Arbeitsbesprechungen
- Mitarbeit an der Entwicklung neuer Verfahren
- Aufbau eines internen Qualitätsmanagements z.B. in Form von Erarbeitung einheitlicher Standards
- Regelmäßige Arbeitsbesprechungen mit den Leitungsgremien der Rehabilitationseinrichtungen im Rahmen der Außendiensttätigkeit
- Übertragung der Ergebnisse des Verband deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) -Programms zur Qualitätssicherung in die Praxis, Steuerung der strukturellen Verbesserungen
- Fachspezifische Stellungsnahmen zu
- Mutter-Kind
- Ambulante Rehabilitation Sucht (ARS) -Maßnahmen und
- zu Verlängerungsanträgen bei ambulanten Leistungen zur Rehabilitation Suchtkranker
- Fachspezifische Stellungsnahmen zu Beschwerden und Widersprüchen
- Fachspezifische Stellungnahmen zu spezifischen Vorlagen der Sachbearbeitung bei bestimmten Sonderindikationen, wie:
- Doppeldiagnose-Fälle
- Leistungen für Kinder und Jugendliche sowie
- Spätaussiedler und Ausländer
- Zu ambulanten Maßnahmen für pathologische Glücksspieler
- Betreuung und Beratung des Versicherten, sowie Angehörige, vor und nach der Durchführung der medizinischen Rehabilitation
- Beratung und Information der am Rehabilitationsgeschehen beteiligten Stellen (Kliniken, Adaptionseinrichtungen, Beratungsstellen usw.)
- Wahrnehmung sonstiger Aufgaben, die durch Dienstanweisung oder im Einzelfall übertragen sind.
- Einarbeitung und Einweisung neuer Mitarbeiter und Erarbeitung der entsprechenden Beurteilungen
- Koordination und Planung der Innen- und Außendienste

Im Fachberatungsdienst Sucht arbeiten zur Zeit 3 Diplom-Sozialpädagogen, 4 Diplom-Sozialarbeiter sowie eine Verwaltungskraft.

1.3) Kurzbeschreibung der anderen Sachbereiche

Zu den anderen Abteilungen möchte ich nur kurz auf die jeweiligen Aufgaben eingehen:

Der Dezernent ist verantwortlich für die Personalführung und -betreuung, den koordinierten Dienstbetrieb sowie die sachgerechte Bearbeitung der Geschäftsvorfälle.

Er soll seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Leistung motivieren, ihre Arbeitszufriedenheit fördern und ihnen Raum für Kreativität geben. Unbeschadet der Weisungsbefugnis soll er die Bereitschaft erhöhen, Verantwortung zu übernehmen. Geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll er fördern.

Er koordiniert im Einvernehmen mit der Abteilungsleitung die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen

Der Sachgebietsleiter für das Sachgebiet zentrale Aufgaben unterstützt mit dem Fachberatungsdienst Sucht den Dezernenten bei der Erledigung der Grundsatzaufgaben. Bei der Erledigung von Aufgaben, bei denen sich die Bereiche Fachberatungsdienst und Grundsatz berühren, stimmt er sich vorher mit dem Dezernenten ab.

Der Sachbearbeiter leitet die Arbeitsgruppe im Einvernehmen mit dem Sachgebietsleiter dienstlich, fachlich und organisatorisch. Er ist verantwortlich für die Personalführung und -betreuung, den koordinierten Dienstbetrieb und die sachgerechte Bearbeitung der Geschäftsvorfälle in der Arbeitsgruppe.

Die Mitarbeiter des zentralen Bereiches nehmen Aufgaben für die gesamte RAG wahr.

Der Mitarbeiter des Bereiches I nimmt vornehmlich Aufgaben für die Dezernatsleitung, der Mitarbeiter des Bereiches II für den Sachgebietsleiter Grundsatz und den Fachberatungsdienst Sucht wahr. Sie unterstehen direkt der Dezernatsleitung, die ihnen im Einzelfall weitere Aufgaben zuweist.

2.) Persönliche Motivation für das Praxisfeld

Der Fachberatungsdienst Sucht schien mir eine geeignete Einsatzstelle für ein Praktikum im Grundstudium zu sein, weil ich, anhand des Beispiels der Rehabilitation von Suchterkrankungen, hinter die Kulissen des Verwaltungsapparates schauen wollte. Da ich mich sehr für psychologische Zusammenhänge interessiere habe ich bewusst ein so schwieriges Arbeitsfeld mit der Suchtberatung aufgesucht, zumal ich schon in einem freiwilligen sozialen Jahr in der Psychiatrie gearbeitet habe und mit ähnlichen Fällen in direkten Kontakt gekommen bin.

Ich wollte mir einen Eindruck verschaffen, wer in welchen Fällen für Behandlungen aufkommt, wer ist zuständig für die Bewilligung von Suchtbehandlungen, wer trägt die Kosten der Beratungsstellen sowie der ambulanten und stationären Reha-Maßnahmen, wer berät die Suchtberatungsstellen, wie sind die Verfahren in der Bewilligung von Maßnahmen, wie läuft die Entscheidungsfindung ab, was ist zu berücksichtigen, wie ist das Arbeitsklima in der Verwaltung, wer ist verantwortlich für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der medizinischen Rehabilitation, wie wird ein Gesetz in praktisches Handeln umgesetzt, wie werden Konzepte erarbeitet und vermittelt, wie erfolgt die persönliche Ansprache von Suchtkranken, wie kann ich sie dazu motivieren ihre Suchtkrankheit behandeln zu lassen?

Da ich meine vorherigen Berufserfahrungen in sehr auf Praxis ausgelegten pädagogischen Einsatzstellen machte (geschlossene Jugendpsychiatrie, Kinderheim), wollte ich diesmal „Büroarbeit“ und mehr theoretische Arbeit ableisten, hoffte allerdings auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen persönlicher Beratung und Büroarbeit.

Zudem sollte dies meine erste Erfahrung in der Arbeit mit erwachsenen Klienten sein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Fachberatungsdienst Sucht
Untertitel
Praktikumsbericht
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
25
Katalognummer
V50125
ISBN (eBook)
9783638464055
ISBN (Buch)
9783656448235
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikumsbericht, Fachberatungsdienst, Sucht
Arbeit zitieren
Sebastian Wurm (Autor), 2004, Fachberatungsdienst Sucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50125

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