Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Warum wurde das Dublin-Verfahren als gescheitert beurteilt? Welche Reformen werden und sollten von der EU-Kommission durchgeführt werden, um effektiver auf die immer wiederkehrenden hohen Migrantenströme zu reagieren und somit Asylbedürftigen einen besseren Schutz zu gewährleisten?
Um diese Fragen zu beantworten werden in dieser Arbeit das Dublin-Übereinkommen und seine Reform untersucht. Es werden zunächst die Grundlagen des derzeitigen Dublin-Übereinkommens erläutert. Dies umfasst die Grundprinzipien, wesentliche Kriterien, Ziele und Umsetzungstätigkeit, sowie die entstandene Problematik des Dublin-Systems. Darauffolgend wird der geplante Entwurf zur Dublin-Verordnung III – Dublin IV dargestellt. Konkrete Maßnahmen beinhalten unter anderem den Aufbau des Zulässigkeitsverfahrens, die Ergänzung des Fairness-Mechanismus, und die Erhöhung der Systemeffizienz. Abschließend wird die ideale Alternative zu Dublin IV, die eine fairere, feste und nachhaltige Verantwortungs-, Kosten- und Risikoteilung anstrebt dargestellt. Es geht um fünf ineinandergreifende Bausteine, die rechtliche und tatsächliche Vereinheitlichung von Normen, faire Verantwortungsteilung durch Umsiedlung, gemeinsames Umgehen mit Sicherheitsrisiken, verstärkte internationale Kooperation und effektive finanzielle Lastenteilung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung und Zielsetzung
- Aufbau der Arbeit
- Die Grundlagen des Dublin-Übereinkommens
- Grundsatz und Hauptinhalt
- Ziele und Umsetzung
- Schwächen des Dublins-Systems
- Dublin IV: Kommissionsvorschlag zur bisherigen Dublin-Verordnung
- Aufbau des Zulässigkeitsverfahrens
- Ergänzung des Fairness-Mechanismus
- Erhöhung der Systemeffizienz
- Schaffung der Anreize gegen illegale Sekundärmigration
- Schutz der Interessen der Asylbewerber
- Zwischenergebnis
- Ideale Alternative zu Dublin IV
- Rechtliche und tatsächliche Vereinheitlichung von Normen
- Faire Verantwortungsteilung durch Umsiedlung
- Gemeinsames Umgehen mit Sicherheitsrisiken
- Verbesserte globale Verantwortungsteilung
- Effektive finanzielle Lastenteilung
- Zwischenergebnis
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Dublin-Übereinkommen und seiner Reform im Kontext des europäischen Asylsystems. Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern des Dublin-Verfahrens zu analysieren und die Reformvorschläge der EU-Kommission zu untersuchen, um effektiver auf hohe Migrantenströme zu reagieren und Asylsuchenden einen besseren Schutz zu gewährleisten.
- Die Problematik des Dublin-Systems und seine Auswirkungen auf die Flüchtlingskrise in Europa
- Die Reformvorschläge des Dublin-IV-Entwurfs und ihre möglichen Auswirkungen
- Die Notwendigkeit einer gerechteren und nachhaltigen Verteilung der Verantwortung für Asylsuchende
- Die Rolle der EU-Mitgliedstaaten und die Herausforderungen der Zusammenarbeit bei der Migrationspolitik
- Die Bedeutung des Schutzniveaus und der Menschenrechte für Asylsuchende
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 bietet einen Überblick über die Grundlagen des Dublin-Übereinkommens, darunter die Grundprinzipien, Ziele und Umsetzung sowie die Herausforderungen, die das System mit sich bringt. Kapitel 3 beleuchtet den Entwurf der Dublin-IV-Verordnung und analysiert die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung des Asylverfahrens, wie den Aufbau eines Zulässigkeitsverfahrens, die Stärkung des Fairness-Mechanismus und die Erhöhung der Systemeffizienz. Kapitel 4 untersucht alternative Ansätze zu Dublin IV, die eine fairere und effektivere Verteilung der Verantwortung für Asylsuchende sowie eine bessere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der Bewältigung von Sicherheitsrisiken anstreben.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen Asylpolitik, Dublin-Übereinkommen, Dublin-Verordnung, Migrationsströme, Flüchtlingskrise, Europa, EU-Mitgliedstaaten, Verantwortungsteilung, Schutzniveaus, Menschenrechte, Fairness-Mechanismus, Systemeffizienz, Sekundärmigration, Sicherheitsrisiken, Internationale Kooperation, Finanzielle Lastenteilung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptproblem des derzeitigen Dublin-Systems?
Das System gilt als gescheitert, da es die Hauptlast der Asylverfahren den Erstaufnahmeländern an den EU-Außengrenzen aufbürdet, was zu einer unfairen Lastenverteilung führt.
Was sind die zentralen Ziele der Dublin-IV-Reform?
Die Reform zielt auf eine Erhöhung der Systemeffizienz, die Einführung eines Fairness-Mechanismus zur besseren Verteilung von Asylsuchenden und die Reduzierung illegaler Sekundärmigration ab.
Was beinhaltet der vorgeschlagene "Fairness-Mechanismus"?
Er soll sicherstellen, dass kein Mitgliedstaat überproportional belastet wird. Bei Erreichen einer bestimmten Kapazitätsgrenze sollen Asylsuchende automatisch auf andere EU-Staaten umverteilt werden.
Wie soll illegale Sekundärmigration verhindert werden?
Der Entwurf sieht Anreize und Sanktionen vor, um Asylbewerber davon abzuhalten, eigenständig in andere Mitgliedstaaten weiterzureisen, statt im zuständigen Staat zu bleiben.
Was wäre eine ideale Alternative zu Dublin IV?
Eine nachhaltige Alternative umfasst die Vereinheitlichung von Normen, eine faire Verantwortungsteilung durch dauerhafte Umsiedlungsprogramme und eine effektive finanzielle Lastenteilung zwischen allen EU-Staaten.
Welche Rolle spielt die EU-Kommission bei der Reform?
Die EU-Kommission erarbeitet die Gesetzesentwürfe (wie Dublin IV), um auf die Herausforderungen der Migrationsbewegungen zu reagieren und den Schutz von Asylbedürftigen zu verbessern.
- Arbeit zitieren
- Yu An (Autor:in), 2018, Das Dublin-Übereinkommen und seine Reform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501261