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Die geringe Partizipation von Mädchen mit Migrationshintergrund in Fußballvereinen. Wie gelingt die Integration?

Titel: Die geringe Partizipation von Mädchen mit Migrationshintergrund in Fußballvereinen. Wie gelingt die Integration?

Essay , 2019 , 12 Seiten , Note: bestanden

Autor:in: Marc Dyck (Autor:in)

Sport - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für Mädchen mit Migrationshintergrund scheint es deutlich schwieriger zu sein, am Angebot der Sportvereine und insbesondere am Angebot der Fußballvereine zu partizipieren, obwohl das Interesse am Sport größer als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist. Während knapp 52% der Jungen mit Migrationshintergrund im Sportverein aktiv sind, beteiligen sich die Mädchen mit Migrationshintergrund nur mit 21% am Vereinssport, wovon die Beteiligung am Sportverein bei den türkischstämmigen Mädchen bei nur 3% liegt. Die Frage dieses Essays lautet demnach: Wie integrierend wirken Fußballvereine wirklich, welche Rolle spielt die geringe Teilhabe von Mädchen mit Migrationshintergrund am Angebot der Fußballvereine und was muss der DFB tun, um diese Gruppe zu integrieren? Dafür gilt es, kulturelle und sozioökonomische Faktoren, die für die unterschiedliche Partizipation der männlichen und weiblichen Migrationsbevölkerung verantwortlich sind, herauszustellen und zu hinterfragen.

Sport- beziehungsweise Fußballvereine werden häufig als besonders integrationsfördernd beschrieben und werben für ihre Anschlussoffenheit, durch die "dichte" und "feste" soziale Beziehungen zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zustande kämen. Als weiteren ausschlaggebenden Punkt für eine Integration durch den Sportverein werden häufig das universelle Regelwerk und die nonverbale Kommunikation genannt, welche die Barriere "Sprache" überwinden können. Fragwürdig ist dennoch, warum es anderen Sportarten als dem Fußball so schwerfällt, Menschen mit Migrationshintergrund für das Vereinsleben zu motivieren. Die Integrationspotenziale würden demnach in anderen Sportarten weniger zum Tragen kommen als im Fußball. Während das Engagement der Jungen mit Migrationshintergrund am Sportverein das der Jungen ohne Migrationshintergrund deutlich übersteigt und somit von einer offenkundigen Anziehungskraft der Sportvereine für männliche ausländische Jugendliche gesprochen werden kann, gibt es andere Gruppen mit Migrationshintergrund, die es wesentlich schwerer haben, am Angebot der Sport- beziehungsweise Fußballvereine zu partizipieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Integrierende bzw. exkludierende Faktoren

2.1 Kulturdifferenz

2.2 Sozioökonomische Lebenslagen

2.3 Geschlechtertypische Unterschiede

3. Fazit – Was kann/muss der DFB tun, um die Gruppe der Mädchen mit Migrations bzw. mit muslimischem Hintergrund zu integrieren?

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Diskrepanz in der Sportvereinsbeteiligung zwischen Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen für den DFB abzuleiten, um insbesondere Mädchen besser in Fußballvereine zu integrieren.

  • Analyse des Integrationspotenzials von Fußballvereinen
  • Einfluss von Kulturdifferenzen auf die Wahl der Sportart
  • Bedeutung sozioökonomischer Faktoren für die Vereinswahl
  • Auswirkung traditioneller Geschlechterrollen auf die Partizipation
  • Strategien des DFB zur Förderung der Integration von Mädchen

Auszug aus dem Buch

2.1 Kulturdifferenz

Der kulturelle Hintergrund scheint auf der Basis bestehender Literatur einen Einfluss auf die Partizipation am Sportverein und die Wahl der Sportart zu nehmen. Besonders in Verbindung mit der religiösen Zugehörigkeit können „gravierende und teilweise unüberbrückbare kulturelle Differenzen (…) zwischen dem islamischen und dem westlichen, christlich geprägten Kulturkreis diagnostiziert (werden)“ (Huntington, 1993). Diese kulturellen Differenzen können sich auch auf die Wahl der Sportart übertragen, welche durch bestimmte Werte, Normen, Gewohnheiten und Traditionen beeinflusst wird (vgl. Bröskamp, 1994). Männliche Migranten tendieren demnach zu härteren, körperlichen Sportarten und Spielauffassungen, welche mit dem kulturellen Verständnis des starken Mannes zusammenhängen.

Der Körper soll demnach die eigene Ehrbarkeit verteidigen, was vor allen Dingen auf die muslimischen Ehrvorstellungen zurückzuführen sein soll (vgl. Mutz 2009). Der Fußball scheint auf dieser Basis der Theorie besonders geeignet für Jungen und Männer mit Migrationshintergrund und insbesondere für die Muslime zu sein, da sich die Sportler hier männlich zeigen können und Attribute wie Stärke und Härte ausleben können. Für die Jungen bedarf es demnach keine große Integration bzw. Anpassung an die Werte des Fußballs, da man sich hier als Mann beweisen kann und die Kultur entsprechende Werte vermittelt.

Für die Mädchen mit Migrationshintergrund und insbesondere für Muslima sieht es da ganz anders aus. Sie sollen sich weiblich zeigen, das bedeutet, dass sie eher in „Tanz und Folklore als kulturell legitime Bewegungsformen für Mädchen und Frauen“ aktiv werden (vgl. Kleindienst-Cachay, 2007). Für den Fußball bedeutet dies, dass das Bild der Frau im Islam gegensätzlich zu Inhalten wie Zweikämpfen oder Körperkontakt steht. Die geringen Zahlen an muslimischen Mädchen in den Fußballvereinen zeigen demnach deutlich auf, dass Fußballvereine in erster Linie integrierenden Charakter für die Gruppen aufweisen, für die sich die Normen und Werte in das kulturelle Weltbild einordnen lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die These vor, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund entgegen früherer Annahmen aktiv in Sportvereinen sind, wobei jedoch eine deutliche Geschlechterdiskrepanz bei der Teilhabe besteht.

2. Integrierende bzw. exkludierende Faktoren: Hier werden kulturelle, sozioökonomische und geschlechtsspezifische Barrieren untersucht, die den Zugang von Mädchen mit Migrationshintergrund zum organisierten Fußball erschweren.

3. Fazit – Was kann/muss der DFB tun, um die Gruppe der Mädchen mit Migrations bzw. mit muslimischem Hintergrund zu integrieren?: Das abschließende Kapitel formuliert Handlungsempfehlungen für den DFB, wie durch Dialoge und Botschafter Vorurteile abgebaut und Mädchen gezielter integriert werden können.

Schlüsselwörter

Integration, Fußballvereine, Migrationshintergrund, Mädchen, Geschlechterrollen, DFB, Sportsoziologie, Kulturdifferenz, Sozioökonomische Faktoren, Vereinswesen, Partizipation, Muslimische Identität, Sportvereine, Gender, Wertevermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die unterschiedliche Beteiligung von Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund in deutschen Fußballvereinen und die Gründe für die geringere Teilhabe von Mädchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind kulturelle Differenzen, sozioökonomische Hintergründe, konservative Geschlechterrollen und die Rolle des DFB bei der Förderung der Integration.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie integrierend Fußballvereine wirklich wirken, warum Mädchen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert sind und welche Maßnahmen der DFB ergreifen kann, um diese Gruppe besser einzubinden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um ein Essay, das auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und quantitativer Studien zum Thema Sportsoziologie und Integration basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Hindernisse analysiert, die den Zugang zum Fußball erschweren, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen traditionellen Familienwerten und den Anforderungen eines Sportvereins.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Integration, Migrationshintergrund, Geschlechterrollen, DFB, Partizipation und Sportverein.

Warum ist der Kontakt zu Kulturvereinen für den DFB wichtig?

Da viele betroffene Familien Vorurteile gegenüber Sportvereinen haben, können türkische Vereine als Vertrauensbrücke fungieren, um den Dialog aufzubauen.

Welche Rolle spielen "Botschafter" bei der Integrationsstrategie?

Botschafter muslimischen Glaubens sollen in Schulen und Vereinen als Vorbilder zeigen, dass die Ausübung des Fußballsports mit der eigenen Identität und Religion vereinbar ist.

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Details

Titel
Die geringe Partizipation von Mädchen mit Migrationshintergrund in Fußballvereinen. Wie gelingt die Integration?
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
bestanden
Autor
Marc Dyck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V501284
ISBN (eBook)
9783346034885
ISBN (Buch)
9783346034892
Sprache
Deutsch
Schlagworte
partizipation mädchen migrationshintergrund fußballvereinen integration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc Dyck (Autor:in), 2019, Die geringe Partizipation von Mädchen mit Migrationshintergrund in Fußballvereinen. Wie gelingt die Integration?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501284
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Leseprobe aus  12  Seiten
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