Laufschuhe. Vom Dämpfungsschuh zum Barfußlauf. Sollten wir alle zum Natural Runner werden?


Hausarbeit, 2019
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Laufstile und Fußfehlstellungen
2.2 Aufbau von Laufschuhen

3 Hauptteil
3.1 Grenzen der Funktionalität von Laufschuhen
3.1 Vorzüge und Risiken des Natural Runnings

4 Diskussion und Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Fußaufsatz der drei Fußformen (www.running-life.de)

Abbildung 2: Schematischer Aufbau eines Sportschuhs (Walther, 2006)

Abbildung 3: Impact Peak und Loading Rate (www.notquitekenyan.wordpress.com)

1 Einleitung

Der Laufsport erlebt seit Jahren einen Aufschwung, ob ambitionierte Athleten oder gemütliche Freizeitjogger, immer mehr Menschen greifen zu einem Paar Laufschuhe und legen los. Die Beliebtheit dieses Sports ist unter anderem auf den geringen Ausrüstungsbedarf zurückzuführen: Bis auf die oben genannten Laufschuhe und eventuell etwas Sportkleidung, benötigt man zum Laufen in der Regel kein weiteres Equipment. Neben den verhältnismäßig geringen Kosten tragen die zeitliche Flexibilität und die Ortsunabhängigkeit zur wachsenden Beliebtheit des Sports bei (Lopes et al., 2012, 892). Daraus geht hervor, dass die Laufschuhindustrie einen enormen Geschäftszweig für den Laufsport darstellt. Der Vielfalt bezüglich Funktionalität und Optik der Schuhe sind dabei keine Grenzen gesetzt. Von Schuhen mit Pronationsstützen über Schuhe mit Gelkissen in der Sohle für mehr Dämpfung, bis hin zu Minimalschuhen, welche teilweise einer Socke ähneln, ist alles zu finden. Da gerät man als Laie schnell in Verwirrung, welcher Schuh der Richtige ist. Dem steht jedoch gegenüber, dass nach jahrzehntelanger Laufschuhforschung die Verletzungsrate der Läufer nahezu konstant bleibt (Lopes et al., 2012, 891).

Diese Seminararbeit soll zunächst einen groben Überblick über den Aufbau und die Aufgaben von Laufschuhen geben und die verschiedenen Laufstile vorstellen, damit der Leser sich einordnen kann. Anschließend wird das Thema Laufschuhe basierend auf aktueller internationaler Forschung differenziert kritisch betrachtet und teils kontroverse Studien werden einander gegenübergestellt. Ein neuer Trend, welcher mit den bisherigen Normen der Laufschuhe bricht, das sogenannte Natural Running, wird dabei genauer untersucht. Als Erstes wird der Frage nachgegangen, wie viel Funktionalität Laufschuhe tatsächlich besitzen und wie stark sie Einfluss auf den Laufstil nehmen können. Basierend auf diesen Befunden wird anschließend ermittelt, welche Möglichkeiten und welche Gefahren das Natural Running mit sich bringt.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Laufstile und Fußfehlstellungen

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Läufern: Der Fersenläufer, der Mittelfußläufer und der Vorfußläufer. Der Laufstil wird zum Teil vom Kindesalter an durch Bein- und Hüftstellung vorgegeben. Durch Sport- und Spieltätigkeiten in der Jugend entwickelt sich die Grundstruktur des Gehens und Laufens, sie kann allerdings durch entsprechendes Lauftraining später noch beeinflusst werden. Ungefähr 75% aller Läufer rollen über die Ferse ab und drücken sich anschließend über den Fußballen im Bereich des großen Zehs ab. Sie nutzen somit neben der Elastizität der Beinknochen, des Knorpelgewebes, der Sehnen und dem Beugen des Knies vor allem die Dämpfung des Laufschuhs als Aufprallpuffer. Der Vorfußläufer hingegen setzt den Fuß beim Laufen im Bereich des äußeren Vorfußballens auf, dämpft den Aufprall durch eine hohe Vorspannung in der Wade und Achillessehne ab und stößt sich anschließend wieder ab. Die Ferse berührt hier kaum oder nur leicht den Boden (Czioska, 2000, 67). Eine Mischform der beiden vorgestellten Läufertypen ist der Mittelfußläufer, bei dem der äußere Teil des Mittelfußes als Erstes Bodenkontakt hat. Anschließend wird durch Pronation im Fußgelenk die gesamte Fußsohle kontrolliert auf den Boden geführt. Die Wadenmuskulatur arbeitet hier ebenfalls als Stoßdämpfer, allerdings weniger stark als beim Vorfußlaufstil. Eine Fersendämpfung macht demnach beim Mittelfuß- und Vorfußlauf weniger Sinn (Thaller, Gigler & Mathelitsch, 2016, 176f.).

Des Weiteren lassen sich drei Fußformen unterscheiden: Der Normalfuß, der Senkfuß und der Hohlfuß (Abb.1). Das Fußgewölbe setzt sich aus den knöchernen Strukturen des Fußes zusammen und wird durch Weichteile wie Bänder, Sehnen und Muskeln zusammengehalten und dient durch kontrolliertes Absenken als natürlicher Dämpfungsmechanismus des Körpers (Valderrabano, 2009, 11). Beim Senkfuß ist kaum ein Fußgewölbe vorhanden, was entweder angeboren sein kann oder aber auf Bewegungsmangel und falsches Schuhwerk zurückzuführen ist. Der Fuß kann in diesem Fall nicht mehr als natürlicher Dämpfer agieren. In diesem Fall schaffen Schuhe mit einer Pronationsstütze Abhilfe (Czioska, 2000, 49). Dem gegenüber steht der Hohlfuß, welcher meist angeboren ist. Er zeichnet sich durch ein überdurchschnittlich hohes Fußgewölbe aus, welches versteift ist und nicht abfedern kann. Um Verletzungen entgegenzuwirken ist hier ein Schuh mit erhöhter Dämpfung sinnvoll (Czioska, 2000, 48f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 FuBaufsatz der dreiFuBformen (www.running-life.de)

2.2 Aufbau von Laufschuhen

Die wichtigsten Elemente eines Laufschuhs sind die Laufsohle, die Mittei-/Zwischensohle, die Fersenkappe mit oder ohne Stabilisation sowie Materialien, die das Fullgewolbe unterstlitzen (siehe Abb.2). Dabei stellt die Mittelsohle das wichtigste Bauteil eines Laufschuhs dar, denn hier befinden sich die Stutz- und Dampfungselemente des Schuhs (Hohmann & Noakes, 2007). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sprengung. Sie beschreibt den Hohenunterschied der Mittelsohle zwischen Vor- und Ruckfufl. Eine hohe Absatzsprengung belastet uberwiegend die anterioren Strukturen, wobei eine geringe Absatzsprengung die posterioren Strukturen besonders aktiviert (Lang, 2015).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Schematischer Aufbau eines Sportschuhs (Walther, 2006)

3 Hauptteil

3.1 Grenzen der Funktionalitat von Laufschuhen

Das Hauptaugenmerk der Laufschuhforschung lag lange Zeit auf moglichst hohen Dampfungseigenschaften verbunden mit einer guten Fuhrung und Stutzung des FuBes wahrend dem Bodenkontakt beim Laufen. Das Resultat waren globige Schuhe mit Pronationsstutzen und dicken Schaumstoffsohlen, welche vor allem im Fersenbereich auftrugen und auch heute noch im Handel zu finden sind.

Mittlerweile gibt es einige Studien, welche den bisherigen Stand der Dinge in Frage stellen. Pollard et al. (2018) haben eine kontrollierte Laborstudie durchgefuhrt, in der 15 weibliche Lauferinnen zwischen 23 und 51 Jahren zwei Tests durchlaufen mussen. Dabei werden dreidimensionale kinematische und kinetische Daten wahrend einer Laufstrecke von zehn Metern gesammelt. Die Bodenreaktionskraft wird durch eine Kraftmessplatte ermittelt. Beim ersten Test tragen die Probandinnen einen neutralen Laufschuh und fuhren fOnf Testungen vor und funf Testungen nach einem Lauf von funf Kilometem durch. Ein zweiter Test mit einem maximalen Dampfungsschuh wurde sieben Tage spater unter den gleichen Bedingungen durchgefuhrt. Dabei kommt raus, dass die Probandinnen mit dem Dampfungsschuh einen signifikant hoheren mittleren Impact Peak (1,79BW) sowie eine hohere Loading Rate (79,10 BW/sec) als mit dem neutralen, weniger gedampften Laufschuh, der einen Impact Peak von 1,55BW und eine Loading Rate von 61,22BW/sec erreicht. Mit dem Impact Peak ist die erste Belastungsspitze gemeint, welche durch die vertikal zum Boden gerichtete Kraft entsteht, wenn die Ferse am Boden aufsetzt. Die Loading Rate beschreibt die Geschwindigkeit, mit der die Kraft auf den menschlichen Kerper einwirkt (vgl. Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Impact Peak und Loading Rate (www.notquitekenyan.wordpress.com)

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Details

Titel
Laufschuhe. Vom Dämpfungsschuh zum Barfußlauf. Sollten wir alle zum Natural Runner werden?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Oberseminar Bewegungswissenschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V501310
ISBN (eBook)
9783346026163
ISBN (Buch)
9783346026170
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Laufen, natural running, barfußlauf, running, dämpfung
Arbeit zitieren
Nicolas Schons (Autor), 2019, Laufschuhe. Vom Dämpfungsschuh zum Barfußlauf. Sollten wir alle zum Natural Runner werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501310

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