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Aischylos' "Die Perser" - Eine Untersuchung zu Tragödie und Polis

Title: Aischylos'  "Die Perser" - Eine Untersuchung zu Tragödie und Polis

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Robert Hanulak (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Abwehr der persischen Expansion durch die Griechen im 5. vorchristlichen Jahrhundert erscheint als epochales Ereignis, welches die innergriechische Entwicklung entscheidend bestimmt hat und soziale, politische und kulturelle Kräfte freisetzte, die bis heute das abendländische Denken prägen. Liegen die Wurzeln von Demokratie, Geschichtsschreibung und Theater auch tiefer, so entfalteten sie sich doch erst in der Dynamik der Perserkriege mit seinen Folgen zu ihrer klassischen Form. Diese Auseinandersetzung erst hat so etwas wie eine kulturelle griechische Identität ermöglicht, die ihre stärksten Ausdrücke in den Historien des Herodot, aber auch im besonderen Maße, in der griechischen Tragödie, fand.
Aischylos´ “Die Perser“ ist in diesem Zusammenhang in vielerlei Hinsicht von Relevanz. Ist uns damit nicht nur das älteste vollständig erhaltene Drama überliefert, das gleichzeitig mit der Schlacht bei Salamis ein explizit zeitgeschichtliches Thema behandelte und damit die einzige erhaltene Tragödie nichtmythischen Inhalts darstellt, sondern auch geradezu ein Musterbeispiel für die identitätsstiftende und staatstragende Funktion der griechischen Tragödie in der attischen Polis. Letzteres wird als Hypothese vorangestellt, jedoch im Weiteren genauer zu überprüfen sein.
In der vorliegenden Arbeit sollen einzelne Aspekte der „Perser“ hinsichtlich seiner Interpretation und Rezeption untersucht und sein historischen Quellenwert bestimmt werden. Dazu wird einerseits ein Vergleich mit Herodot anzustellen sein und andererseits die Frage nach einer möglichen Parteinahme des Stückes für Themistokles erörtert werden. Darüber hinaus wird versucht eine zeitgeschichtliche Einordnung vorzunehmen, die die kulturelle Praxis der Tragödie allgemein in ihrer Tradition und Funktion für die Polisgemeinschaft genauer bestimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Tragödie

3. Aischylos

4. „Die Perser“

5. Tragödie und Polis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama „Die Perser“ von Aischylos hinsichtlich seiner Interpretation, Rezeption und seines historischen Quellenwertes im Kontext der attischen Polis. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die Tragödie als identitätsstiftendes Medium den Sieg über die Perser verarbeitete und welche Rückschlüsse auf das Selbstverständnis der Athener gezogen werden können.

  • Historische Einordnung des Dramas „Die Perser“
  • Vergleich der Darstellung mit den Historien des Herodot
  • Untersuchung potenzieller politischer Parteinahmen für Themistokles
  • Analyse der Funktion der Tragödie innerhalb der Polisgemeinschaft
  • Debatte um das griechische Selbstverständnis nach den Perserkriegen

Auszug aus dem Buch

4. „Die Perser“

Aischylos´ Drama über den großen Sieg bei Salamis war nicht das erste seiner Art. Bereits vier Jahre zuvor wurde dieses Thema von Phrynichos mit den „Phoinissen“ in Athen auf die Bühne gebracht. Aischylos´ Perser kann man im wesentlichen als eine Adaption dieses Stückes auffassen, von dem jedoch nur einige spärliche Fragmente erhalten sind. Schon 492 hatte Phrynichos mit der „Eroberung von Milet“ den Ionischen Aufstand als Tragödie verarbeitet, wobei er die Zuschauer so erschütterte, dass er zu einer Geldstrafe von 1000 Drachmen und zu einem Aufführungsverbot dieses Stückes verurteilt wurde. Dramen mit zeitgeschichtlichen Inhalt waren also in dieser Phase durchaus nicht unüblich, wenn auch keineswegs unproblematisch. So erscheint es einerseits erstaunlich, dass Aischylos in seinem Stück diesen griechischen Sieg aus persischer Sicht darstellt, da die Tragödie doch ein tragisches Mitgefühl für den Helden erzeugen soll. Andererseits wäre es ihm sonst kaum möglich gewesen dieses Thema als Tragödie zu inszenieren.

Die äußere Handlung des Stückes ist relativ gering. Der Chor, gebildet von den greisen Würdenträgern des Königs, kommt in Susa zusammen und sorgt sich um Heer und König, die nach dem Westen ausgezogen waren. Verstärkt wird die Sorge durch den Auftritt der Königsmutter Atossa, welche ihren Unheil verheißenden Traum schildert. Es folgt der äußerst umfangreiche Bericht eines Boten über den Verlauf der Schlacht, die persische Niederlage und das Überleben des Xerxes, der sich auf dem Heimweg befindet. Im zweiten Akt wird der verstorbene Daireios aus dem Totenreich heraufbeschworen. Er ergeht sich in seherischen Ausführungen und Deutungen über Zukunft und Vergangenheit der Ereignisse und zugleich in einer moralischen Wertung der Taten seines Sohnes. Im dritten Akt tritt nun der geschlagene Xerxes auf, der sich den Vorwürfen des Chores ausgesetzt sieht. Gemeinsam verfallen sie einander ablösend in allgemeines Klagen und Wehrufen, in ein „Furioso des Jammers“, mit dem das Stück beschließt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Perserkriege für das antike Denken ein und formuliert die Hypothese, dass Aischylos’ Drama eine identitätsstiftende Funktion für die attische Polis ausübte.

2. Entstehung der Tragödie: Das Kapitel beleuchtet die schwierige Quellenlage zum Ursprung der Tragödie und arbeitet die enge, wenngleich komplexe Verbindung zum Dionysoskult sowie zu dorischen Vorformen heraus.

3. Aischylos: Hier wird das Leben des Aischylos anhand der wenigen überlieferten Quellen skizziert, wobei sein Wirken als Soldat in den Perserkriegen und seine Innovationen im dramatischen Aufbau hervorgehoben werden.

4. „Die Perser“: Dieses Kapitel analysiert das Drama als historische Quelle, vergleicht es mit Herodots Darstellung und erörtert die Debatte um eine mögliche politische Parteinahme zugunsten des Themistokles.

5. Tragödie und Polis: Abschließend wird die Tragödie als Teil des staatlichen Kults in Athen interpretiert, die für die Bürgerschaft eine essenzielle Rolle bei der Selbstvergewisserung ihrer Ordnung und ihrer Werte spielte.

Schlüsselwörter

Aischylos, Die Perser, Tragödie, griechische Polis, Attika, Salamis, Xerxes, Dareios, Herodot, Themistokles, Dionysoskult, griechische Identität, attische Demokratie, Quellenwert, antikes Theater

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Drama „Die Perser“ von Aischylos als ein zentrales Dokument, das nicht nur ein historisches Ereignis verarbeitet, sondern maßgeblich zur Identitätsbildung der attischen Polis nach den Siegen über die Perser beitrug.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Entstehungsgeschichte der griechischen Tragödie, das Leben des Aischylos, die quellenkritische Einordnung des Stücks im Vergleich zu Herodot sowie die soziopolitische Funktion des Theaters im alten Athen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den historischen Quellenwert des Dramas zu bestimmen und zu prüfen, ob das Stück als bewusste politische Stellungnahme oder eher als identitätsstiftende, religiös-moralische Reflexion über die eigene gesellschaftliche Ordnung zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Untersuchung basiert auf einer quellenkritischen Analyse antiker Primärtexte (Tragödie, historische Berichte) und einer vergleichenden Auswertung der modernen Forschungsliteratur zu Aischylos.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Ursprungs der Tragödie, das biographische Profil des Aischylos, die inhaltliche und stilistische Analyse der „Perser“ sowie deren Einordnung in den rituellen und staatlichen Rahmen der „Großen Dionysien“.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe griechische Identität, Tragödie als staatliche Institution, attische Demokratie, Hybris und die Wechselwirkung zwischen Politik, Religion und Kunst.

Wie unterscheidet sich Aischylos’ Darstellung der Atossa von anderen antiken Quellen?

Während andere antike Quellen Atossa oft als intrigante, machtgierige Herrscherin stilisieren, zeichnet Aischylos sie primär als besorgte Mutter, was der Darstellung möglicherweise eine historisch realistischere Note verleiht.

Gibt es einen klaren Beleg für eine politische Unterstützung des Themistokles durch Aischylos?

Nein, ein direkter Nachweis für eine bewusste Parteinahme fehlt. Zwar gibt es Anspielungen auf Leistungen des Themistokles, doch werden diese in der Forschung kontrovers diskutiert und sind oft nicht eindeutig zuzuordnen.

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Details

Title
Aischylos' "Die Perser" - Eine Untersuchung zu Tragödie und Polis
College
Humboldt-University of Berlin
Course
PS Die Perserkriege
Grade
2,0
Author
Robert Hanulak (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V50139
ISBN (eBook)
9783638464161
ISBN (Book)
9783638776806
Language
German
Tags
Aischylos Perser Eine Untersuchung Tragödie Polis Perserkriege
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Hanulak (Author), 2004, Aischylos' "Die Perser" - Eine Untersuchung zu Tragödie und Polis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50139
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