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Formen der Unterhaltung mit Tieren im Mittelalter - Das Tier als Sensations- und Prestigeobjekt, Gefährte, Kuscheltier und geschundene Kreatur

Title: Formen der Unterhaltung mit Tieren im Mittelalter - Das Tier als Sensations- und Prestigeobjekt, Gefährte, Kuscheltier und geschundene Kreatur

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 33 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Nicole Rösingh (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Anders als in unserer heutigen technisierten Gesellschaft, war das Leben des mittelalterli- Menschen noch eng mit der Natur und der in ihr lebenden Geschöpfe verbunden. Besonders die Nähe zu Tieren bestimmte schon seit Urzeiten seine Existenz. Der Umgang mit Tieren war sowohl für den Adligen als auch für den gemeinen Mann eine Selbstverständlichkeit. So verwendete der Mensch unabhängig von seinem Status das Tier als Nahrungs-und Kleidungslieferant, als Arbeitshilfe oder als Transportmittel, um nur einige wichtige Funktionen zu nennen. Ergänzt werden kann dieser Katalog schließlich um die Elemente der Unterhaltung und des Vergnügens, wobei diese Nutzung von Tieren je nach Ausprä- gung mehr oder weniger nur bestimmten Ständen vorbehalten war.

Bereits seit der Antike ging der Mensch vielfältigen Spielen oder sportlichen Betätigungen nach, bei denen ihm bestimmte Tiere als Instrument (z.B. Reittiere und Beizvögel) oder als Zielobjekt (z.B. Jagdwild) die nten. Viele dieser Unterhaltungsformen haben sich bis in die heutige Zeit hinein erhalten, wie die Jagd oder das Pferderennen. Andere wiederum hat der Mensch zunehmend abgelehnt, da sie seinem ethischen Empfinden vom artgerechten Umgang mit Tieren zuwiderliefen, wie Tierkämpfe.

Doch worin lag im Mittelalter der Reiz, sich mit den Formen der „tierischen“ Unterhaltung zu beschäftigen? Die folgende Ausarbeitung wird sich schwerpunktmäßig diesen Unterha ltungsmöglichkeiten widmen und versuchen darzustellen, welche Arten des Sport- und Freizeitvergnügens es für den mittelalterlichen Menschen gab und aus welchen Gründen heraus er sich damit beschäftigte.

Zuvor soll noch erläutert werden, wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Tier im so genannten „dunklen Zeitalter“ gestaltete und inwiefern dieses einen Einfluss hatte bei der Gestaltung der Sport- und Spielarten. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, ob im Mittelalter bereits von Tierliebe gesprochen werden kann oder ob es sich dabei um eine Empfindung handelt, die erst der moderne Mensch entwickelt und kultiviert hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

1.2. Quellenlage

1.3. Forschungsstand

2. Die Einstellung des mittelalterlichen Menschen zu Tieren

Allgemeiner Überblick über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier

3. Formen der Unterhaltung mit Tieren im Mittelalter

3.1. Die Jagd als sportliches Ereignis und Ausdruck adliger Lebensform

3.2. Wildparks und Menagerien

3.3. Tiervorführungen auf Jahrmärkten

3.4. Heimtierhaltung: Das Tier zum Kuscheln und als Gefährte

3.5. Die „andere“ Form des menschlichen Unterhaltungsverständnisses: Tierquälerei zum Vergnügen

4. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das vielschichtige Verhältnis des mittelalterlichen Menschen zu Tieren, insbesondere unter dem Aspekt der Unterhaltung und Freizeitgestaltung. Dabei wird analysiert, wie Tiere als Prestigeobjekte, Jagdinstrumente, Begleiter oder Objekte der Schaulust genutzt wurden, und es wird der Frage nachgegangen, ob sich im Mittelalter bereits Ansätze einer modernen Tierliebe identifizieren lassen oder ob der Umgang primär von einem funktionalen, teils grausamen Nutzenstreben geprägt war.

  • Historische Quellenanalyse zur Rolle des Tieres im Mittelalter
  • Die symbolische und soziale Bedeutung der Jagd als adlige Lebensform
  • Wandel in der Heimtierhaltung und dem Umgang mit exotischen Tieren
  • Ethische Bewertung der Tiernutzung und Unterhaltungsformen
  • Kontrastierung von archaischen Traditionen und christlichen Deutungsmustern

Auszug aus dem Buch

3.2. Wildparks und Menagerien

Wildgehege oder auch Tierparks gehören auch heute noch zu den weit verbreitetsten Möglichkeiten, Tiere in einem umhegten Areal zu halten, um sie einerseits zu schützen und sie andererseits dem Menschen dienbar zu machen. Neben den einheimischen Tierarten finden sich hier auch seltene exotische Tiere, die die Menschen schon seit jeher fasziniert haben.

Im Gegensatz zum modernen Verständnis von Wildparks, die in erster Linie der Präsentation und Bewunderung von Tieren dienen, wurden die Gehege in der Karolingerzeit angelegt, um die Tiere vor Wilderern zu schützen, für den regelmäßigen Jagdsport immer über einen ausreichenden Tierbestand zu verfügen und um der Gefolgschaft die regelmäßige Versorgung mit frischem Wildfleisch zu garantieren. Sie fungierten aber auch als Terrain für die Haltung exotischer Tiere, die dem Herrscher einst verehrt worden waren.

So konnten die Herrscher neben den von ihnen mit dem Forstbann belegten Wäldern auch auf diese eingefriedeten Jagdreservoire, die auch als „Brühle“ (brogilus, broilus) bezeichnet wurden, zurückgreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, skizziert die Fragestellung zur Mensch-Tier-Beziehung im Mittelalter und erläutert die verwendete Quellenlage sowie den aktuellen Forschungsstand.

2. Die Einstellung des mittelalterlichen Menschen zu Tieren: Hier wird das durch Religion und Philosophie geprägte, oft ambivalente Verhältnis zwischen Mensch und Tier untersucht, das zwischen symbolischer Stigmatisierung und vereinzeltem Mitleid schwankt.

3. Formen der Unterhaltung mit Tieren im Mittelalter: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Unterhaltungsarten, von der höfischen Jagd und Menagerien bis hin zu Jahrmärkten, Heimtierhaltung und den dunklen Aspekten der Tierquälerei als Vergnügen.

4. Schluss: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, welche die rein funktionale Sichtweise auf Tiere betont und die Entwicklung des Mensch-Tier-Verhältnisses reflektiert.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Mensch-Tier-Beziehung, Jagd, Wildparks, Menagerien, Heimtierhaltung, Tierquälerei, Symbolik, Prestigeobjekte, Sozialgeschichte, Kulturgeschichte, höfische Kultur, Tierprozesse, Nutztier, Exotik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Wahrnehmung von Tieren in der mittelalterlichen Gesellschaft, speziell im Kontext der Freizeitgestaltung und Unterhaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Jagd als adliges Statussymbol, die Haltung exotischer Tiere in Wildparks, die Rolle von Tieren auf Jahrmärkten und der Wandel der Heimtierhaltung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der mittelalterliche Mensch Tiere in seinen Alltag und sein Freizeitverständnis integriert hat und ob dabei von einem emotionalen Verhältnis (Tierliebe) oder reinem funktionalen Nutzen auszugehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die auf der Auswertung von Primär- und Sekundärquellen (Chroniken, Literatur, Rechtstexte, hagiografische Schriften) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der historischen Einstellung zu Tieren und eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Unterhaltungsformen – von der Jagd über Menagerien bis hin zur Tierquälerei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Mittelalter, Mensch-Tier-Beziehung, Jagd, Prestige, Tierhaltung und Kulturgeschichte.

Welche Rolle spielten Wildparks im Vergleich zu modernen Tiergärten?

Während moderne Tiergärten der Bewunderung und Bildung dienen, dienten Wildparks im Mittelalter primär der Sicherung des Jagdbestandes und der Repräsentation fürstlicher Macht.

Warum wurden Tiere im Mittelalter oft grausam behandelt?

Tiere wurden weitgehend als vernunftlose Gegenstände ohne moralischen Status betrachtet, wobei ihr Wert fast ausschließlich über ihren Nutzen oder ihre Funktion als Statussymbol definiert wurde.

Wie unterscheidet sich die Haltung zur Tierliebe von heute?

Im Mittelalter war eine emotionale Bindung zum Tier selten und wurde gesellschaftlich oft kritisch gesehen oder gar verlacht, während sie heute weitgehend als normal und ethisch wertvoll gilt.

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Details

Title
Formen der Unterhaltung mit Tieren im Mittelalter - Das Tier als Sensations- und Prestigeobjekt, Gefährte, Kuscheltier und geschundene Kreatur
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Spiel, Sport und freie Zeit im Mittelalter
Grade
1-2
Author
Nicole Rösingh (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V50144
ISBN (eBook)
9783638464208
Language
German
Tags
Formen Unterhaltung Tieren Mittelalter Tier Sensations- Prestigeobjekt Gefährte Kuscheltier Kreatur Spiel Sport Zeit Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Rösingh (Author), 2004, Formen der Unterhaltung mit Tieren im Mittelalter - Das Tier als Sensations- und Prestigeobjekt, Gefährte, Kuscheltier und geschundene Kreatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50144
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