Die Grenz- und Außenpolitik des Augustus im Osten und Westen des römischen Imperiums: Grundsätzliche Defensive oder Eroberungspolitik?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

33 Seiten, Note: 2-


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Quellenlage
1.3. Forschungsstand

2. Bestimmende Faktoren der augusteischen Außenpolitik

3. Grenz- und Außenpolitik im Osten
3.1. Die Armenienfrage und der Ausgleich mit dem parthischen Großreich
3.2. Die Propagandistische Umsetzung des Partherausgleiches im Sinne der augusteischen Ideologie
3.3. Bilanz der außenpolitischen Maßnahmen

4. Grenz- und Außenpolitik im Westen
4.1. Die Niederlage des Lollius 16 v. Chr. – Antriebsfaktor einer Expansion?
4.2. Die Germanienfeldzüge des Drusus von 12-9 v. Chr.
4.3. Germanien – eine römische Provinz?
4.4. Die Niederlage des Varus und ihre Folgen

5. Schluss

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

„His ego nec metas rerum nec tempora pono. Imperium sine fine dedi.“[1]

Mit diesen Worten lässt Vergil in seinem Nationalepos den römischen Weltherrschaftsanspruch durch den höchsten Gott Jupiter legitimieren, in dem dieser den Römern ein Reich ohne Grenzen verspricht. Damit hat der Dichter die ideologischen Grundlagen für eine in alle Himmelsrichtungen umgreifende Expansion geschaffen, mit dem höheren Ziel, „der gesamten Erde die Segnungen des römischen Friedens und der römischen Gerechtigkeit zu bringen.“[2]

Unter Augustus hat diese Vorstellung schließlich ihren Höhepunkt erfahren, da es dem ersten Princeps wie keinem anderem Herrscher zuvor oder danach gelungen ist, dem Imperium eine größere territoriale Ausdehnung zu bescheren.

Doch welche Antriebskräfte waren es tatsächlich, die Augustus zu den zahlreichen Vorstößen über alle Grenzen des Reiches hinaus motiviert haben? Verfolgte er einen defensiven Kurs mit seiner Außenpolitik, um lediglich dem neuen Sicherheitsbedürfnis der von ihm geschaffenen Monarchie gerecht zu werden? Oder sah sich Augustus in der natürlichen Nachfolge seines Großonkels und Adoptivvaters Caesar, der durch seine enorme Annexionspolitik in Gallien, die imperialistischen Bestrebungen der ausgehenden Republik vorangetrieben hatte?

Der erste Teil der Arbeit wird sich zunächst kurz mit den für die römische Außenpolitik bestimmenden Faktoren auseinander setzen, um zu ergründen, welche Zielsetzungen sich daraus im entstehenden Principat entwickelt haben. Im zweiten Komplex soll schließlich exemplarisch anhand der Grenz- und Außenpolitik in Parthien und Germanien untersucht werden, ob bzw. welche jeweiligen Konzepte Augustus in diesen Gebieten verfolgte hat und inwieweit er damit jeweils Erfolg gehabt hat.

1.2. Quellenlage

Die folgende Ausarbeitung wird sich im Wesentlichen auf drei antike Quellen stützen: die „Res Gestae Divi Augusti“ des Augustus, die „Vita Caeseris“ von Sueton und die „Historia Romana“ von Velleius Paterculus.

Das autobiografische Werk des Augustus wurde wahrscheinlich um 13 n. Chr. zusammen mit seinem Testament endgültig abgefasst. Das erste Exemplar war vor seinem Grabmal, dem Mausoleum Augusti, angebracht worden. Erhalten sind heute nur noch zwei Abschriften im Tempel der Roma und des Augustus in Ancyra auf Lateinisch und Griechisch.

Die Res Gestae sind die wohl wichtigste Quelle in Bezug auf das Leben und Wirken des Princeps. Er wollte mit seinem Tatenbericht der Öffentlichkeit zeigen, was er Großes geleistet hatte. Augustus beschreibt seinen Eintritt in die Politik, die Leistungen für die Plebejer von Rom, darunter die Errichtung von diversen Bauten und Veranstaltung von Spielen sowie die Auszeichnungen, die ihm von Volk und Senat verliehen worden waren. Ein besonderes Augenmerk richtet er auf das von ihm Erreichte innerhalb seiner Reichs- und Außenpolitik, in dem er sich u.a. rühmt, dass er ein Gebiet befriedet habe, das von Cadiz bis zur Elbe reichen würde.[3]

Was Augustus niedergeschrieben hat entspricht zwar generell der Wahrheit, doch ist es verständlich, dass er einige Punkte aus seiner Vergangenheit verschwiegen bzw. seinen Vorstellungen entsprechend dargestellt hat. Zu diesen Punkten darf man u.a. den Friedensschluss mit dem parthischen Großkönig Phraates V. zählen, der, obwohl er seine Souveränität durchaus behaupten konnte, von ihm als abhängiger Vertragspartner dargestellt wurde.

Die Kaiserviten des römischen Biografen C. Suetonius Tranquillus gelten aufgrund ihrer nahezu vollständigen Überlieferung als wichtige Quelle der Kaiserzeit. Sueton (um 70 – 140 n. Chr.) gehörte dem Ritterstand an und trat unter Trajan in den kaiserlichen Dienst. In der Regierungszeit von Hadrian brachte er es bis zum Kabinettssekretär und Kanzleichef, wodurch ihm der Zugang zu wichtigen Archiven möglich wurde. Sie waren die Grundlage, der um 120 n. Chr. in acht Büchern herausgegebenen Kaiserviten.

Sueton stellte die Fakten teilweise sehr planlos und unkritisch zusammen. Dabei folgen die Viten im Wesentlichen einem sehr stereotypen Schema und zeichnen sich durch einen sehr einfachen und klaren Stil aus. Dem Autor ging es bei seiner Darstellung weniger um die kritische Geschichtsschreibung, sondern um den Informations- und Unterhaltungswert.

Eine lange Zeit eher unterschätzte Quelle ist die „Historia Romana“ von C. Velleius Paterculus (um 20 v. – nach 30 n. Chr.). In Form eines knappen Kompendiums gibt der aus Kampanien stammende Geschichtsschreiber einen Abriss über die römische Geschichte von ihren mythischen Anfängen bis zur Zeit von Tiberius. Velleius hat sein Werk in zwei Bücher unterteilt. Das erste reichte bis zur Zerstörung Karthagos 146 v. Chr., das zweite geht bis in das Jahr 30 n. Chr. Besonders der zweite Teil ist für die heutige Forschung von nicht geringer Bedeutung, da Velleius unter Tiberius als Legat in Germanien sowie in Pannonien gewirkt hat und somit für viele Ereignisse als Zeitzeuge gelten kann. Dies betrifft in besonderem Maße den Zeitabschnitt der Eroberung des freien Germaniens. Die Verwendung der „Historia“ galt lange als problematisch, da die Schilderung des frühen Principats sowie die Darstellung von Tiberius häufig in einer kritiklosen Verherrlichung gipfeln.[4] Dennoch darf vor allem der zeitgeschichtliche Wert der Quelle nicht außer Acht gelassen werden. Die Darstellung kann vielmehr „als eine willkommene Ergänzung, als ein Korrektiv unserer Vorstellungen über den frühen Prinzipat [betrachtet werden]“, wie es Marion Giebel im Nachwort der von ihr übersetzten „Historia“ formuliert hat.[5]

1.3. Forschungsstand

Die Grenz- und Außenpolitik des ersten Princeps ist ein von der Forschung stets mit großer Aufmerksamkeit verfolgtes Thema. Ein besonderer Schwerpunkt wird häufig auf die Auslegung der außenpolitischen Konzeption gelegt und wie sie im Kern zu bewerten sei. Bis heute wird die Deutung der augusteischen Außenpolitik kontrovers gehandelt, auch wenn die moderne Forschung mittlerweile zu der Theorie Rankes tendiert, die von einer Eroberungspolitik im Sinne eines Weltherrschaftsanspruches ausgeht. Eine These, der sich viele Historiker, wie Kienast, angeschlossen haben.[6]

Mit besonderem Interesse verfolgt die Forschung vor allem in Deutschland die Germanienpolitik von Augustus, was mitunter auf die unzähligen archäologischen Funde zurückzuführen ist, die seit der Lokalisierung des Schauplatzes der Varus-Schlacht an der Kalkrieser-Niewedder Senke gemacht wurden.[7] Im Zuge der Erforschung dieses antiken Schlachtfeldes wurde schließlich 1996 in Osnabrück der erste internationale Kongress unter dem Titel „Rom, Germanien und die Ausgrabungen von Kalkriese“ initiiert, auf dem festgestellt wurde, dass das Stattfinden der „clades Variana“ am Kalkrieser Berg nicht länger angezweifelt werden kann. Zahlreiche Beiträge dieser Tagung wurden im gleichnamigen Sammelband von Schlüter und Wiegels zusammengestellt und veröffentlicht.

Ebenfalls im Mittelpunkt der Forschung steht die Untersuchung der friedlichen Übereinkunft zwischen Rom und dem parthischen Großreich, besonders unter der Fragestellung, ob dieser auf diplomatischem Wege zu Stande gekommene Friede als Zeichen einer defensiven Außenpolitik des Augustus gelten könne.

Zu nennen sei hier u.a. die Monografie von Karl-Heinz Ziegler, der in seiner Darstellung der römisch-parthischen Beziehungen auch vertragsrechtliche Aspekte nicht unberücksichtigt lässt. In diesem Zusammenhang scheint für viele Historiker ebenso die propagandistische Umsetzung des Partherausgleiches im Sinne der römischen Siegesideologie von Interesse zu sein. Die Inszenierung der außenpolitischen Erfolge von Augustus hat Paul Zanker in seiner kunsthistorisch orientierten Darstellung „Augustus und die Macht der Bilder“ eindrucksvoll herausgestellt. Weitere Ausführungen zu diesem Aspekt finden sich u.a. in den sehr vielseitigen Augustusbiografien von Kienast, Bleicken oder auch Eck. Die mittlerweile zum Standardwerk gewordene Monografie von Kienast ist hier besonders hervorzuheben, da sie historische Darstellung mit einem umfassenden Überblick über aktuelle Forschungsmeinungen zum „Prinzeps und Monarchen“ verbindet.

2. Bestimmende Faktoren der augusteiischen Außenpolitik

Nach Dahlheim bewegen sich die Ziele und Mittel der kaiserlichen Außenpolitik zwischen den für die Römer unumstößlichen Konstanten, nämlich der des von der Republik geschaffenen Imperiums und der nun entstandenen Herrschaftsform, die sich nach Außen an den entsprechenden Bedürfnissen des ehemaligen „Regierungsideals“ zu orientieren versucht hat. Beiden Herrschaftsformen gemein ist die Vereinnahmung des Heeres zur Durchsetzung und Erweiterung der eigenen Macht. Hervorgegangen aus der expansionistischen Entwicklung des Reiches seit dem 2. Jahrhundert v. Chr., wurde der Militärapparat mit den fortschreitenden Eroberungskriegen immer mehr geformt und den sich verändernden Verhältnissen angepasst. Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellt sicherlich die so genannte Heeresreform von Marius dar, durch die schließlich auch die enge Bindung zwischen Feldherr und Soldat vorangetrieben wurde.[8] Ein wichtiger Aspekt, den auch der junge Octavian im Zuge seiner Machtergreifung nicht unterschätzt hat. Durch seine umfangreiche Veteranenversorgung während des zweiten Triumvirats konnte er sich eine enorme Klientel sichern, die später auch zur Grundlage seiner kaiserlichen Macht werden sollte.[9]

Deshalb war der Kaiser in erster Linie auch als Kriegsherr zu betrachten, vor allem im Hinblick auf das vom Adel vehement geforderte Ideal der militärischen Expansion.[10] Denn politisch-militärischer Erfolg galt traditionell als Maßstab für die persönliche „gloria“ und „dignitas“. Diese elementaren Schlagworte wurden nun zum Kapital desjenigen, der die imperiale Größe Roms auf dem Schlachtfeld gemehrt hatte. Aus diesem Grund war der Princeps als anerkannter Führer der Senatsaristokratie gezwungen, sich diesem Ideal zu unterwerfen. Besonders die militärischen Leistungen einzelner großer Feldherren, wie Caesar oder Pompeius, die ihre Kriegshandlungen häufig als sicherheitspolitische Notwendigkeit propagierten und dadurch einen breiten öffentlichen Konsens hervorriefen, forderten den Kaiser zur militärischen Legitimation auf. Es diente sozusagen als Beweis dafür, dass der Princeps einen rechtmäßigen Anspruch auf das Reich erheben konnte. Eine zur Tradition gewordene Sitte, der Augustus im Besonderen unterworfen worden war. Es wäre deshalb nicht abwegig, auch in dieser Hinsicht in Augustus den legitimen Nachfolger Caesars zu sehen, für den es keine endgültigen Grenzen mehr zu geben schien und der keine gleichrangigen außenpolitischen Partner akzeptierte.[11]

Kienast sieht vor allem in der Verleihung des „imperium proconsulare“ 27 v. Chr. einen wichtigen Aspekt für die weiteren außenpolitischen Entscheidungen des Augustus. Denn diese Auszeichnung erhob ihn zum Reichsfeldherren, wodurch er sich möglicherweise genötigt sah, diese außerordentliche Würdigung durch entsprechende militärische Erfolge zu rechtfertigen.[12] Konnte Augustus diesem Anspruch nicht gerecht werden, so musste der Schein nach Außen dennoch gewahrt werden. So sollte es ihm gelingen durch seine wohl durchdachte Propaganda selbst außenpolitische Kompromisse bzw. Mißerfolge zu einem militärischen Erfolg zu stilisieren. Eine durchaus erfolgreiche Methode, wie die Partherpolitik bewiesen hat.

Bleicken und Kienast führen noch einen weiteren Faktor an, der für eine eher offensive Ausrichtung der Außenpolitik sprechen würde. Denn nach den langjährigen römischen Bürgerkriegen versprach Augustus dem Volk nun den lang ersehnten Frieden. Eine Parole, die unter dem Schlagwort „pax Augusta“ ihren Höhepunkt gefunden hat. Ein stehendes Heer musste aber nach der damaligen Vorstellung ein gewisses Gefahrenpotenzial bergen. Aus diesem Grund erschien es nahe liegend, die geballte Heereskraft nach Außen zu richten. In diesem Fall hätte das Vorhandensein eines großen Heeres durchaus einen gewissen Einfluss auf die Entscheidungsfindung in der äußeren Politik gehabt im Sinne einer dynamisierenden Wirkung.[13] Augustus selbst hat sich in seinem Tatenbericht gerühmt, dass unter ihm der Ianus-Tempel insgesamt drei mal geschlossen wurde, nämlich dann, „wenn im ganzen Herrschaftsbereich des römischen Volkes, zu Wasser und zu Lande ein durch Siege gefestigter Friede eingekehrt sei.“[14] Mit dem Herrschaftsbereich war nicht mehr und nicht weniger als der „orbis terrarum“ gemeint. Dies bedeutete demnach, dass sich der römische Friede über eine expansive Politik nach Außen definieren konnte und damit beide Aspekte durchaus in einem engen Wechselverhältnis zueinander standen, wie Kienast konstatiert hat.[15]

Bleicken steht der Weltherrschafts-These allerdings skeptisch gegenüber. Denn sie impliziere eine Gleichsetzung von ideologischen Überhöhungen, wie sie in der augusteiischen Literatur und Propaganda vorgenommen wurden, mit der tatsächlichen Umsetzung der Militärpolitik. Der Gedanke zur Durchsetzung der Weltherrschaft beziehe sich lediglich auf vergangene Leistungen, also das bis dahin Erreichte und meine nicht auch die Eroberung der restlichen Welt nach dem Vorbild eines Alexanders des Großen. „Die Römer waren als Eroberer längst mündige Personen geworden und dachten nicht daran, sich in ein Unternehmen mit völlig ungewissem Ausgang zu stürzen.“[16] Dass Augustus kein Hasardeur war, sondern ein auf die Konsolidierung seines Reiches bedachter Herrscher, zeigt möglicherweise seine Zurückhaltung in der Partherfrage. Denn hier wollte er sich keineswegs zu einem von der Öffentlichkeit durchaus gewünschten Feldzug bewegen lassen, wie ihn Caesar kurz vor seinem Tod bereits in Angriff genommen hatte.

3. Die Grenz- und Außenpolitik im Osten

3.1. Armenienfrage und Ausgleich mit dem parthischen Großreich

Die auf diplomatischem Wege zu Stande gekommene Konfliktlösung zwischen den beiden Großmächten Rom und Parthien gehört zweifelsohne zu den politischen Ereignissen, die häufig angeführt werden, wenn es darum geht, den Beweis zu erbringen, dass Augustus eine im Kern friedliche Außenpolitik angestrebt hat. Zwar kann dem Princeps eine friedliche Motivation nicht zwangsweise abgesprochen werden, man darf aber auch nicht darüber hinweg sehen, dass diesem Konflikt und seiner Beseitigung eine äußerst vielschichtige Problematik zu Grunde lag, die im folgenden erläutert werden soll.

Der Grundstein für die jahrzehntelange Feindschaft zwischen Römern und Parthern wurde während des ersten Triumvirats zwischen Caesar, Pompeius und Crassus gelegt, als Letzterer 55 v. Chr. einen Feldzug gegen das parthische Großreich initiierte. Crassus hatte mit diesem Krieg keineswegs eine populäre Entscheidung getroffen. Es wurde ihm vielmehr von der Opposition unterstellt, es wäre lediglich seine Geld- und Ruhmgier gewesen, die ihn zu diesem Unternehmen animiert habe. Möglicherweise haben ihn die seit längerem in Parthien vorherrschenden Thronwirren in seinem Vorhaben bestärkt, so dass er mit seiner Armee noch im Winter 55/ 54 v. Chr. den Euphrat überquerte. In der Schlacht von Carrhae wurde Crassus schließlich 53 v. Chr. vernichtend geschlagen. Diese Niederlage galt als eine der größten in der römischen Geschichte und fand auch in der Nachwelt stetiges Interesse. Denn von den unzähligen Toten abgesehen, konnten die Parther 10.000 Römer gefangen nehmen und zudem drei römische Standarten erbeuten, deren Verlust als große Schmach empfunden wurde.[17]

Dennoch konnte von einer unmittelbaren Resonanz bei den Zeitgenossen des Crassus keine Rede sein, wie die rege Propaganda 30 Jahre später vermuten lässt. Christ versucht dies damit zu begründen, dass der Feldzug des Triumvirn und sein Untergang keine Katastrophe für alle Römer war, sondern lediglich die Sache eines Führers und dessen Partei. Der Vorstoß der Parther wurde also keineswegs als nationale Bedrohung empfunden. Des Weiteren wird bereits kurze Zeit nach Carrhae das allgemeine Interesse eher auf den drohenden Bürgerkrieg gerichtet gewesen sein.[18]

[...]


[1] Vergil, Aeneis, 1; zitiert nach: Dahlheim, S. 82 f.

[2] Ebenda, S. 83.

[3] Res Gestae 26.

[4] Velleius gehörte der Munizipalaristokratie an, der unter Augustus neben den stadtrömischen Rittern viele Aufstiegs- und Entfaltungsmöglichkeiten zuteil wurden. Vor diesem Hintergrund ist die positive Bewertung des Principats nur folgerichtig. Sie entspricht seiner Loyalität gegenüber den Herrschenden, denen er aufrichtige Bewunderung und Dank zollte.

[5] C. Velleius Paterculus: Historia Romana. Römische Geschichte. Lateinisch/ Deutsch. Übersetzt und hg. von Marion Giebel. Stuttgart 1989, S. 373.

[6] Kienast, S. 333.

[7] Unabhängig von Kalkriese betonen die Autoren, dass es weiterhin die Aufgabe der regionalen Forschung sei, das komplexe Zusammenwirken zwischen dem „zivilisatorisch, einheitlich organisierten Rom und dem stammesmäßig zersplitterten Germanien unter Berücksichtigung der strukturellen Gegebenheiten“ zu untersuchen. Vgl. Rom, Germanien und die Ausgrabungen von Kalkriese, S. 9 ff.

[8] Vgl. Christ, Karl: Krise und Untergang, S. 157 f. und 169.

[9] Kienast, S. 43 f.

[10] Da sich die Senatsaristokratie als Schöpferin des römischen Imperiums verstand, war ihre Forderung nur natürlich. Durch ihre Leistung fanden sie bei fast allen Schichten Roms Zustimmung für ihre senatorischen Unternehmungen. Dahlheim, S. 80.

[11] Kienast, S. 334.

[12] Ebenda, S. 333.

[13] Bleicken, S. 569.

[14] Res Gestae 13.

[15] Kienast, S. 334.

[16] Bleicken, S. 567.

[17] Bellen, S. 133.

[18] Christ, Krise und Untergang, S. 313 fff.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Die Grenz- und Außenpolitik des Augustus im Osten und Westen des römischen Imperiums: Grundsätzliche Defensive oder Eroberungspolitik?
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Der Prinzipat des Augustus
Note
2-
Autor
Jahr
2003
Seiten
33
Katalognummer
V50145
ISBN (eBook)
9783638464215
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grenz-, Außenpolitik, Augustus, Osten, Westen, Imperiums, Grundsätzliche, Defensive, Eroberungspolitik, Prinzipat, Augustus
Arbeit zitieren
Nicole Rösingh (Autor), 2003, Die Grenz- und Außenpolitik des Augustus im Osten und Westen des römischen Imperiums: Grundsätzliche Defensive oder Eroberungspolitik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50145

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