Die ethischen Herausforderungen des Klonens


Hausarbeit, 2016

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung – Klonen – Der Mensch nach Maß?

2. Klonen Die verschiedenen Arten des Klonens
2.1 Reproduktives Klonen
2.2 Therapeutisches Klonen

3. Gesellschaftliche Problematiken
3.1 Rechtliche Lage
3.2 Öffentliche Meinung
3.3 Ethik
3.3.1 Verschiedene ethische Argumente
3.3.2 Ethische Widersprüchlichkeit

4. Zukunftsvisionen menschlichen Klonens

5. Ausblick in die Zukunft – Chance oder Untergang?

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung – Kl onen – Der M ensch nach M aß?

klo_.nen

Verb [ mit OBJ ] (jmd. klont etwas) BIOL.

Durch künstlich herbeigeführte ungeschlechtliche Vermehrung genetisch identische Kopien von Lebewesen herstellen.1

Die Geschichte des Klonens geht weiter zurück als man glaubt, denn sie begann bereits im Jahre 1902 in Deutschland mit einem Babyhaar.

Der Biologe Hans Spemann trennte mit dem Säuglingshaar einen zweizelligen Salamanderembryo und erschaffte somit die ersten genetisch identischen Tiere.2 Knapp ein Jahrhundert später gelingt der Wissenschaft der erste große Meilenstein in der Geschichte des Klonens – Klonschaf Dolly kommt 1996 zur Welt.3 277 Eizellen wurden mit Zellkernen aus den Euterzellen des Spendertiers geimpft, daraus entstanden 29 Embryonen, von denen eines überlebte – Dolly.4

Nur ein Jahr später verkündete der Reproduktionsmediziner Richard Seed, dass er vorhabe Menschen zu klonen.2 Bis heute wurde allerdings noch kein Mensch geklont, da dies als unethisch und medizinisch unverantwortlich gilt und per Gesetz verboten ist. Doch wer hat sich nicht einmal die Frage durch den Kopf gehen lassen – was wäre wenn? Diese Frage beantwortet jeder mit seiner ganz persönlichen Utopie, von einem zweiten Mozart, über eine Kopie von einem selbst, die für einen zur Arbeit geht bis hin zu einem Doppelgänger, der für einen als Ersatzteillager dient. Manche dieser Szenarien sind in der Theorie möglich, andere wiederum basieren auf falschen Vorstellungen über die Natur eines Klons.5 Daher stellt sich die Frage wie funktioniert Klonen eigentlich, warum ist es verboten und welche Auswirkungen hätte es auf unser Leben?

2. Die verschiedenen Arten des Kl onens

Der geklonte Mensch ist nicht mehr nur eine Fantasie, in der Theorie ist er machbar. Seit Klonschaf Dolly arbeiten Wissenschaftler auf der ganzen Welt daran die Klontechnik weiter zu erforschen womit die Zahl der Klonschafe, -schweine und -kälber stetig wächst.

Während vor einigen Jahren die Klonforscher selbst, die Klonforschung am Menschen als unverantwortlich und unethisch abgelehnt haben, arbeiten genau diese nun an solchen Projekten.6

Dabei beschäftigen sich die Wissenschaftler mit zwei verschiedenen Arten des Klonens; dem reproduktiven Klonen und dem Therapeutischen Klonen.

„Beim Klonen machen sich die Wissenschaftler die Tatsache zu Nutze, dass jede menschliche Zelle das gesamte Erbgut enthält. So kann aus jeder Hautzelle eines Spenders dieser künstlich reproduziert werden. Der Klonierungsvorgang läuft so ab: Eine Körperzelle wird entnommen und ihr Kern in eine entkernte fremde Eizelle eingebracht. Die Zelle teilt sich in der Petrischale. Nach vier bis sieben Tagen bildet sich ein Blastozyst, die Vorstufe zum Embryo.“7

2.1 Reproduktives Kl onen

„Beim reproduktiven Klonen wird der geklonte Embryo in eine Gebärmutter eingesetzt, wo er zur Kopie des Spenders heranwächst. […] Theoretisch könnten auch Menschen reproduziert werden. Da Zellen jedoch auf gewisse Funktionen spezialisiert sind, ist die Reproduktion oft mit Missbildungen verbunden. In einer Hautzelle sind nur jene Gene aktiv, die sie für ihre Funktionen braucht; alle anderen sind abgeschaltet.“8

Da das reproduktive Klonen von Menschen gemäß nationalen und internationalen Regelungen verboten ist, bleibt es vorerst nur eine Theorie Menschen zu kopieren.

2.2 Therapeu tisches Kl onen

Das therapeutische Klonen steht genauso wie das reproduktive Klonen in der Kritik, ist aber in Großbritannien, Schweden und Belgien, sowie in den USA und in vielen asiatischen Ländern erlaubt.9 Der größte Unterschied zum reproduktiven Klonen ist allerdings, dass aus dem geklonten Embryo auch in der Theorie kein Mensch heranwachsen könnte.

„Das therapeutische Klonen hat das Ziel, speziell auf einen Spender zugeschnittenes Gewebe zu züchten. Dem geklonten Embryo werden im frühen Stadium Stammzellen entnommen und der Embryo dabei zerstört. Aus den Stammzellen können dann Blut-, Muskel-, Nerven-, Haut- oder Leberzellen gewonnen werden. Diese tragen die Erbinformationen des Patienten und werden daher bei einer Transplantation nicht abgestoßen.“10

Besonders die Stammzellen der ersten Teilungsstadien des therapeutischen Klonembryos haben das größte Potenzial, denn sie können sich zum einen nicht nur fast unbegrenzt vermehren, sondern dabei auch nahezu alle Organe und Gewebetypen bilden. Dies würde bedeuten, dass es möglich wäre Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson zu bekämpfen. Zudem könnte man Patienten, die teilweise Jahrelang auf eine Knochenmarkspende oder ein Spenderorgan warten, schnell helfen.11

3. Gesellschaftl iche Pr obl ematiken

Die Büchse der Pandora wurde 2013 in den USA weit geöffnet. Wissenschaftlern ist es zum ersten Mal gelungen, genetisch identische Embryonen herzustellen. Dabei ging es den Forschern gar nicht um das Klonen eines Menschen. Sie hatten es auf embryonale Stammzellen abgesehen, die in der regenerativen Medizin als große Hoffnungsträger gelten. Die dabei hergestellten Embryonen wären Lebensfähig gewesen, wenn man das Experiment nicht nach sieben Tagen abgebrochen hätte. Was den Forschern hiermit gelang, ist nicht nur ein wissenschaftlicher Durchbruch, sondern eröffnet faktisch auch die ethisch und rechtlich höchst problematische Diskussion, ob man Menschen klonen darf, auf eine ganz neue Art und Weise, denn die Theorie in die Praxis umgesetzt werden.12

3.1 Rechtl iche Lage

Die Gesetzeslage zum Thema Klonen ist weder weltweit noch in Europa einheitlich, doch die Fragestellung ist überall dieselbe: Wie schützenswert ist ein Embryo? Darf seine Tötung in Kauf genommen werden, um schwerere Krankheiten möglicherweise heilen zu können? In Deutschland beantwortet man diese Frage mit einem klaren „Nein“; Klonen ist strikt verboten. Nur allein der Versuch ein Embryo zu Klonen wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe bestraft. Ebenso ist die Herstellung von embryonalen Stammzellen untersagt, jedoch gilt das nicht für den Import dieser Stammzellen.

In Großbritannien sieht es dagegen ganz anders aus, hier ist das Forschen an Embryonen (bis zum 14. Tag der Entwicklung) bereits seit über 20 Jahren erlaubt.

Zwar ist reproduktives Klonen untersagt, therapeutisches aber unter bestimmten Bedienungen, wie der Therapie schwerer Krankheiten, erlaubt.13

„Irland hat die denkbar striktesten Verbotsregeln. Die Forschung an Embryonen - und somit sowohl reproduktives als auch therapeutisches Klonen - ist verboten.“14

[...]


1 Dudenredaktion (1996): Duden – Die deutsche Rechtschreibung

2 Vgl.: Zeit.de (2013): Die Chronik des Klonens

3 Vgl.: Ovb-online.de (2013): Eine Chronik des Klonens

4 Vgl.: Wikipedia.de (2016): Dolly (Schaf)

5 Vgl.: Prodbregar, Nadja (2016): Biowissen Klonen: Menschen nach Maß?, S.19

6 Vgl.: Prodbregar, Nadja (2016): Biowissen Klonen: Menschen nach Maß?, S.12,15

7 Welt.de (2004): So funktioniert das reproduktive und therapeutische Klonen

8 Welt.de (2004): So funktioniert das reproduktive und therapeutische Klonen

9 Vgl.: Biotechlerncenter.interpharma.ch (2016): Das Klonen von Menschen ist verboten

10 Welt.de (2004): So funktioniert das reproduktive und therapeutische Klonen

11 Vgl.: Prodbregar, Nadja (2016): Biowissen Klonen: Menschen nach Maß?, S. 15,16

12 Vgl.: Welt.de (2013): Forscher klonen erstmals menschliches Leben

13 Vgl.: Spiegel.de (2002): Rechtslage im Ausland

14 Spiegel.de (2002): Rechtslage im Ausland

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die ethischen Herausforderungen des Klonens
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V501598
ISBN (eBook)
9783346034618
ISBN (Buch)
9783346034625
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zukunft, Klonen, Therapeutisches Klonen, Biologie, Ethik, Widersprüchlichkeit, Zukunftsvision, Philosophie, genetik, embryo, stammzellen, reproduktives klonen, Abtreibung, Dolly, Gentechnik, Humanität, Ehtiker, Theorie
Arbeit zitieren
Anna Straßer (Autor), 2016, Die ethischen Herausforderungen des Klonens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501598

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