Die folgende Hausarbeit hat sich zum Ziel gesetzt, zu klären, welchen Mehrwert Studien von nationalstaatlichen Corporate Governance Systemen heutzutage noch bieten können. Dies führt zu den Teilzielen, inwieweit die Unterscheidungskriterien sinnvoll gewählt wurden und wie sie weiterhin genutzt werden können. Zur weiteren Vertiefung in das Thema wurde die Typologie "A Taxonomy of Systems of Corporate Governance" von Weimar und Pape gewählt.
Schon lange ist Corporate Governance ein Thema der Wirtschaftswissenschaften, der Grund dafür liegt bei immer wiederkehrenden Diskussionen bezüglich der Produktivität von Führungskräften und der Mitbestimmungsrechte von Arbeitnehmern in Deutschland. Aber auch auf nationaler und internationaler Ebene wird die Corporate Governance immer wichtiger. Ursprung der neuen Bedeutsamkeit sind Unternehmensschieflagen und Missmanagement im In- und Ausland sowie die Globalisierung, welche sich immer deutlicher auf die Wirtschaft und Unternehmensführung auswirken. Corporate Governance stellt die Beziehungen zwischen der Politik, dem Management von Unternehmen und der Wirtschaft an sich her.. Die bekanntesten Untersuchungen stammen unter Anderem von Hall und Soskice (2001), Henk de Jong (1997), Turnbull (1997) und nicht zuletzt von Weimer und Pape (1999).
Die folgende Hausarbeit führt im ersten Kapitel an das Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit heran, stellt die Zielsetzung dar und gibt einen Überblick über ihren Aufbau. Das zweite Kapitel beinhaltet die Erläuterung der Begrifflichkeiten Corporate Governance und Typologie. Des Weiteren wird im dritten Kapitel die Theorie von Weimer und Pape dargestellt und ihre Grundlagen sowie der Aufbau erklärt. Außerdem werden die acht Dimensionen der Theorie einzeln im länderspezifischen Vergleich aufgegriffen und nachvollzogen. Das vierte Kapitel befasst sich mit der kritischen Reflexion der acht Unterscheidungskriterien, welche Weimer und Pape innerhalb ihrer Theorie aufgestellt haben. Untersucht werden die Relevanz und der Inhalt der Kriterien. Das fünfte Kapitel bildet den inhaltlichen Abschluss dieser Hausarbeit. Es beinhaltet das Fazit der Autorin. Dieses umfasst eine Zusammenfassung der Ergebnisse und deren Schlussfolgerung bezüglich der Zielsetzung dieser Hausarbeit sowie einen Ausblick auf Verbesserungsmöglichkeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einordnung der Begrifflichkeiten
2.1 Corporate Governance
2.2 Typologie
3 Die Typologie von Weimer & Pape
3.1 Grundlagen und Aufbau der Typologie
3.2 Die acht Dimensionen im länderspezifischen Vergleich
4 Kritische Reflexion der Unterscheidungskriterien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Typologie „A Taxonomy of Systems of Corporate Governance“ von Weimer und Pape im heutigen Kontext. Ziel ist es zu klären, inwieweit die gewählten Unterscheidungskriterien sinnvoll sind und wie diese zur Analyse nationaler Corporate Governance Systeme (CGS) beitragen können.
- Grundlagen und Definitionen von Corporate Governance und Typologien
- Darstellung der Weimer & Pape Taxonomie
- Länderspezifischer Vergleich anhand von acht Dimensionen
- Kritische Reflexion der methodischen Unterscheidungskriterien
- Vergleich und Einordnung in den Kontext internationaler OECD-Richtlinien
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlagen und Aufbau der Typologie
Jeroen Weimer und Joost C. Pape veröffentlichten 1999 den Artikel „A Taxonomy of Systems of Corporate Governance“ in dem akademischen Magazin Corporate Governance: An International Review. Das Magazin konzentriert sich auf die Steuerung und Führung aller Typen, Größen, Arten und Formen von Unternehmenseinheiten, unabhängig von kultureller Grundlage, Zusammenschlüssen oder Steuerung und mit verschiedenen Management- und Mitgliedsstrukturen. In dem Artikel von Weimer und Pape wird argumentiert, dass die Diskussion über CG im internationalen Zusammenhang durch die Abwesenheit einer stimmigen Einfassung eingeschränkt wird. Als Lösung wird eine Taxonomie der Corporate Governance Systeme (CGS) erläutert. In dieser trennen und beurteilen Weimer und Pape CGS aus den drei Blickwinkeln Ökologie, Psychologie und Soziologie nach bestimmten Ländergruppen aufgeteilt. Sie sehen die CGS als länderspezifische Eingrenzungsbedingungen für institutionelle, gesetzliche und kulturelle Faktoren, welche die Einflussnahme von Stakeholdern auf Entscheidungen im Unternehmensmanagement voraussetzen. Der länderspezifischen Aufteilung liegen vier Typen von CGS zugrunde: das angelsächsische System (USA, Kanada, Australien und Großbritannien), das germanische System (Deutschland, Dänemark, Niederlande, Schweiz, Österreich, Schweden, Norwegen und Finnland), das lateinische System (Frankreich, Belgien, Spanien und Italien) und das japanische System. Diese orientieren sich an anderen Untersuchungen zu dem selben Thema durch Scott (1985), De Jong (1989) und Moerland (1995). Mit diesem Aufbau versuchen Weimer und Pape sich von anderen Typologien abzuheben, die sich nur auf CG auf Unternehmensebene beschränken, wie beispielsweise die Typologie von Turnbull (1997).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Corporate Governance ein, beleuchtet deren wachsende Bedeutung und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Einordnung der Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Corporate Governance“ und „Typologie“ definiert und in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet.
3 Die Typologie von Weimer & Pape: Dieses Kapitel stellt die Taxonomie von Weimer und Pape detailliert vor, erklärt deren theoretische Grundlagen und analysiert die acht Dimensionen im länderspezifischen Vergleich.
4 Kritische Reflexion der Unterscheidungskriterien: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Trennschärfe und Relevanz der acht von Weimer und Pape aufgestellten Kriterien.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Anwendbarkeit der Typologie auf heutige Verhältnisse und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Typologie, Weimer & Pape, Taxonomie, Unternehmensführung, Angelsächsisches System, Germanisches System, Stakeholder, Shareholder-Value, Unternehmenskontrolle, Eigentümerstruktur, OECD, Internationale Vergleichbarkeit, Managemententscheidungen, Kapitalmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Einordnung und kritischen Würdigung der Corporate Governance Typologie nach Weimer und Pape.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Corporate Governance Systemen (CGS) und deren Differenzierung durch eine spezifische Taxonomie, die ökologische, psychologische und soziologische Aspekte berücksichtigt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist zu klären, welchen Mehrwert die Studien von Weimer und Pape heute noch bieten können und wie sinnvoll die gewählten Unterscheidungskriterien für die heutige Analyse von Unternehmensführungssystemen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um die bestehende Taxonomie von Weimer und Pape darzustellen und diese im Rahmen einer kritischen Reflexion theoretisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die Vorstellung der acht Dimensionen der Typologie (z.B. Unternehmenskonzept, Führungssystem, Eigentümerstruktur) und deren kritische Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Corporate Governance, Typologie, Weimer & Pape, Taxonomie, Stakeholder und CGS.
Wie unterscheiden sich „marktorientierte“ und „netzwerkorientierte“ Systeme?
Marktorientierte Systeme (wie das angelsächsische) stützen sich stark auf den externen Kapitalmarkt und ungebundene Shareholder, während netzwerkorientierte Systeme (wie das germanische oder japanische) auf langfristige Verbindungen und einflussreiche Akteursgruppen setzen.
Welche Rolle spielt die Eigentümerkonzentration in der Typologie?
Die Eigentümerkonzentration ist eines der acht Unterscheidungskriterien; Weimer und Pape betrachten eine hohe Konzentration als förderlich für die Professionalität, während eine Zerstückelung des Eigentums als Nachteil für die Einflussnahme auf das Management gesehen wird.
Inwiefern sind die OECD-Richtlinien relevant für die Arbeit?
Die OECD-Richtlinien dienen als moderner Standard für Corporate Governance, mit dem die Kriterien von Weimer und Pape im Fazit abgeglichen werden, um deren fortdauernde Relevanz zu belegen.
- Quote paper
- Josephin John (Author), 2019, Corporate Governance Typologien. Merkmale und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501607