Wirtschaftsethik und Digitalisierung. Der Einfluss der digitalen Transformation aus wirtschaftsethischer Perspektive


Hausarbeit, 2019
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung

2 Einordnung der Begrifflichkeiten
2.1 Wirtschaftsethik
2.2 Digitalisierung und digitale Transformation
2.3 Umweltschutz

3 Einfluss der digitalen Transformation aus wirtschaftsethischer Perspektive am Beispiel Umweltschutz
3.1 Ethische Unternehmensleitlinien und -richtlinien unter dem Einfluss der digitalen Transformation
3.2 Digitaler Umweltschutz mit Vir2Pac
3.3 Beurteilung des Projektes nach den ethischen Unternehmensleitlinien

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Anlage

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anlagenverzeichnis

Anl. 1: 10 ethische Leitlinien für die Digitalisierung von Unternehmen

1 Einleitung

Der Begriff Digitalisierung liegt mittlerweile in aller Munde. Gerade in der Presse oder in der Politik geht es sehr oft um dieses Thema. Der Grund dafür ist schnell gefunden, fast jeder Mensch trägt heutzutage ein Smartphone bei sich und hat einen Internetanschluss zu Hause. Viele Arbeitsplätze kommen meist ohne Computer gar nicht mehr aus, Home Office wird immer öfter genutzt. Digitale Technologien nehmen den Menschen immer mehr (lästige) Arbeit ab und sorgen für rasant schneller werdende Informationsbeschaffung und -austausch. Auch Technologien wie das Smart Home oder das Smart Driving (autonomes Fahren) etablieren sich mehr und mehr.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im Jahr 2016 eine Studie veröffentlicht. In dieser Studie wurde der Stand der Verbreitung von digitalen Technologien in deutschen Betrieben untersucht. Deutlich wurde, dass rund 70 Prozent der Unternehmen sich bereits mit digitalen Technologien auseinandersetzen, 18 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, digitale Technologien als Hauptbestandteil des Geschäftsmodells zu sehen.[1] Somit lässt sich ein Trend zur digitalen Transformation ausmachen. Die Reduktion der Produktionskosten und eine bessere Erfüllung von Kundenwünschen, woraus letztendlich eine verbesserte Stellung am Markt resultieren könnte sind die Gründe. Jedoch spielt auch der Druck der Gesellschaft eine wichtige Rolle. Für die Umwelt und die Schonung von Ressourcen und Materialien ergeben sich durch den digitalen Wandel sowie die digitale Transformation in Unternehmen ebenfalls neue Möglichkeiten und Chancen. Trotzdem dürfen gerade aus wirtschaftsethischer Sicht mögliche Risiken und Herausforderungen nicht außer Acht gelassen werden.

Daraus ergibt sich das Ziel zu klären, welchen Einfluss die digitale Transformation aus wirtschaftsethischer Perspektive hat. Dies führt zu den Teilzielen, inwieweit die digitale Transformation in Unternehmen implementiert werden sollte und ob ethische Unternehmensleitlinien hinsichtlich der Digitalisierung anzupassen sind. Zur weiteren Vertiefung in das Thema wurde als Beispiel der Umweltschutz mit dem Projekt Vir2pac – „digitaler Umweltschutz“ gewählt.

Die folgende Hausarbeit führt im ersten Kapitel an das Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit heran, stellt die Zielsetzung dar und gibt einen Überblick über ihren Aufbau.

Das zweite Kapitel beinhaltet die Erläuterung der Begrifflichkeiten Wirtschaftethik, Digitalisierung und digitaler Transformation sowie Umweltschutz.

Des Weiteren werden im dritten Kapitel ethische Unternehmensleitlinien und -richtlinien unter dem Einfluss der digitalen Transformation dargestellt und ihre Grundlagen sowie der Aufbau erklärt. Außerdem wird als Beispiel das Projekt Vir2pac - „digitaler Umweltschutz“ aufgeführt.

Darauf folgt im vierten Kapitel eine Stellungnahme zu dem Projekt durch einen Bezug der ethischen Unternehmensleitlinien für die Digitalisierung von Unternehmen auf das Beispiel.

Das fünfte Kapitel bildet den inhaltlichen Abschluss dieser Hausarbeit. Es beinhaltet das Fazit der Autorin. Dieses umfasst eine Zusammenfassung der Ergebnisse und deren Schlussfolgerung bezüglich der Zielsetzung dieser Hausarbeit sowie einen Ausblick auf weitere Untersuchungsmöglichkeiten.

2 Einordnung der Begrifflichkeiten

2.1 Wirtschaftsethik

Der Begriff Wirtschaftsethik setzt sich aus den zwei Wörtern Wirtschaft und Ethik zusammen. Wirtschaft oder auch Ökonomie stammt von dem griechischen Wort oíkonomos ab, welches so viel bedeutet wie „Lehre vom geordneten Haus“ (oíkos = Haus, nomos = Gesetz oder Regel). Die Ökonomie wird heute als ein Subsystem gegenwärtiger Gemeinschaften gesehen. Es setzt sich zusammen aus Drahtziehern, welche ökonomisch Handeln.[2] Ethik schließt als Begriff die beständigen, angepassten Perspektiven von Verantwortungsbewusstsein sowie das abschätzige und theoretisch-strukturierte Abwägen über erlebte praktische Erfahrungen ein.[3] Die Wirtschaftsethik ist als eine Sektion der praktischen und zweckmäßig angewandten Ethik einzuordnen.[4] Dem Teilbereich ist es zugewiesen, „praktische Empfehlungen zur Normsetzung sowie zur konkreten Normdurchsetzung für das wirtschaftliche System abzuleiten.“ [5] Sie ist somit die Lehre moralischer Haltungen in der Ökonomie oder auch die Ethik der Wirtschaft. Zugehörig zur Philosophie hat die Wirtschaftsethik zum Ziel, den Regeln und der Ordnung der Erde und dessen Systemen und vor allem dem Benehmen der Menschen auf den Grund zu gehen. Dies umfasst sowohl das Sein des Menschen wie auch sein Sollen, was bedeutet, dass alle Weisen von humanen Haltungen auf den unterschiedlichen Plattformen der Ökonomie dazu gehören. Die Wirtschaftsethik als Wissenschaft versucht somit Anregungsvorschläge für Unternehmen und Politik für positive Korrekturen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch die Nutzung der Ethik zu schaffen. Die Grundlage hierzu sind Analysen von Auslösern und Ergebnissen von moralischem und unmoralischem Auftreten in der Ökonomie.[6]

2.2 Digitalisierung und digitale Transformation

Das Wort Digitalisierung stammt von dem Begriff „digital“ ab, eine allgemein gültige Definition gibt es bisher nicht. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Digitalisierung als die Umwandlung von manuellen, analogen Objekten, Darstellungen, Informationen, Prozessen oder auch Kommunikation in eine digitale Variante verstanden wird oder die digitale Modifikation von Instrumenten beinhaltet.[7] Technisch gesehen wird unter Digitalisierung die Modernisierung von Informationen zur Sicherung und Bearbeitung bzw. Nutzung in einem digitaltechnischen Verfahren verstanden. Gesamtheitlich ist unter dem Begriff Digitalisierung ein durch technologische Entwicklungen bewegter beziehungsweise möglich gemachter Veränderungsablauf von Unternehmen oder auch ganzen Arbeitsgebieten zu verstehen, der einschneidende strategische, organisatorische sowie soziokulturelle Umgestaltungen verursacht . Es werden dadurch entscheidende Umformungen von allgemein bekannten und bewährten Führungsmodellen und Managementmethoden bewirkt.[8] Auch kann mit Digitalisierung die digitale Revolution oder Wende gemeint sein, welche sich seit einigen Jahren manifestiert hat. Dabei verändert der digitale Wandel neben der Umwelt und der Gesellschaft sowie den Menschen, die darin leben auch den Markt und dessen Teilnehmer. Anwendung findet die Digitalisierung in so gut wie allen wichtigen Bereichen der Wirtschaft. Beispiele hierfür sind Banken, Medien oder die Logistik sowie der Service, das Marketing oder der Vertrieb.[9] Die Basis der Digitalisierung ist die rasante technologische Entwicklung, welche sich in den letzten Jahren immer weiter verschnellert hat. Es kann daher auch vom Zeitalter der Beschleunigung gesprochen werden.[10] Der Begriff digitale Transformation lässt sich der Digitalisierung als großem Oberbegriff unterordnen. Grundsätzlich gibt es auch hier keine Eindeutige Definition.[11] Verstanden wird der Begriff zentral mit einer „Neuausrichtung von Produkten, Dienstleistungen, Prozessen und Geschäftsmodellen etablierter Unternehmen an den Bedingungen einer zunehmend digitaler werdenden Welt.“ [12] Die digitale Transformation kann somit als ein dauerhafter und exponentieller Veränderungsprozess in Gesellschaft und Unternehmen auf der Basis von digitalen Technologien verstanden werden.[13]

2.3 Umweltschutz

Der Begriff des Umweltschutzes umfasst ein sehr weites Spektrum von Themen, oftmals wird auch der Begriff Nachhaltigkeit verwendet. Grundsätzlich steht der Begriff als „Sammelbegriff für alle Bestrebungen und Maßnahmen, die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten.“ [14] Ganz verallgemeinert bedeutet der Begriff Nachhaltigkeit oder Umweltschutz die Nutzung eines natürlichen Systems, welches sich selbst regenerieren kann. Der Bestand dieses Systems muss auf natürliche Weise nachwachsen können sodass es sich selbst mit den wesentlichen Eigenschaften erhalten kann.[15]

In der Wirtschaft wird Umweltschutz als eine Art des Wirtschaftens verstanden, durch welche derzeitige Bedürfnisse abgedeckt werden, ohne die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu gefährden. Dies kennzeichnet sich durch auf lange Dauer aufgeklärtes Handeln und Denken, um ein schwimmendes Gleichgewicht der natürlichen Ressourcen zu erzielen.[16] Die Art des Wirtschaftens ist hierbei das Ausschlaggebende, da Nachhaltigkeit sich selber finanzieren muss.[17] „Der nachhaltigen Entwicklung ist nicht geholfen, wenn die Mittel für Investitionen auf eine Weise gewonnen wurden, die dem Gedanken der Nachhaltigkeit widersprechen.“ [18]

Aus ökologischer Sicht steht eher die Natur im Vordergrund. Neben dem Schutz natürlicher Ressourcen werden auch begrenzte Kapazitäten der Natur und von Menschen berücksichtigt. So darf die Regenerationsrate erneuerbarer Ressourcen nicht durch Abbau überstiegen werden. Verbrauch von Ressourcen, welche nicht regenerierbar sind müssen kompensiert werden und Emissionen dürfen nicht höher steigen als es die Assimilationskapazität zulässt.[19]

Im Grundgesetz ist der Umweltschutz im Umweltschutzrecht als eine verbindliche gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ebenfalls als Aufgabe des Staates eingebunden. Neben den wesentlichen Lebensgrundlagen der Menschen, sind Luft, Boden, Wasser und Ruhe (Lärmschutz) geschützt. Dazu wurden drei Grundprinzipien des Umweltschutzes festgelegt, das Vorsorgeprinzip, das Verursachungsprinzip und das Gemeinlastenprinzip. Ebenfalls sind Unternehmen dazu angehalten, sich nach diesen Regelungen zu richten und den Schutz der Lebensgrundlagen und der Gesundheit des Menschen als ihr oberstes Ziel zu betrachten.[20]

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Begriff Umweltschutz oder Nachhaltigkeit sich eher durch die Summe der verschiedenen Ansätze definiert, da jeder Ansatz verschiedene Elemente berücksichtigt. Besonders treten dabei die Elemente hervor, welche sich in allen Ansätzen wiederspiegeln. Immer soll kurz- und langfristig der Fortbestand sichergestellt werden, während sich Nachhaltigkeit durchgehend auf die Gegenwart und zukünftige Situationen bezieht. Außerdem sollen vor allem nicht erneuerbare, jedoch auch die erneuerbaren Ressourcen geschützt werden. Daher kann Umweltschutz so als eine Art des ökonomischen und ökologischen Handelns interpretiert werden, welches den heutigen und zukünftigen Generationen vergleichbare oder möglichst noch bessere Lebensbedingungen sichern soll, während das dazu nötige Element achtsam angewendet und gleichzeitig angebracht gesichert wird.[21]

[...]


[1] Vgl. Arntz & Gregory, 2016

[2] Vgl. Holzmann, 2019, S. 17f

[3] Vgl. Holzmann, 2019, S. 5f

[4] Vgl. Holzmann, 2019, S. 19

[5] Holzmann, 2019, S. 19

[6] Vgl. Conrad, 2016, S. 14

[7] Vgl. Bendel, kein Datum

[8] Vgl. Petry, 2016, S. 22f

[9] Vgl. Schawel & Billing, 2018, S. 105

[10] Vgl. Petry, 2016, S. 22f

[11] Vgl. Schallmo & Rusnjak, 2017, S. 3

[12] Kreutzer, 2017, S. 1

[13] Vgl. Kreutzer, 2017, S. 1

[14] Feess, kein Datum

[15] Vgl. Schöps, 2009, S. 10

[16] Vgl. Specht, kein Datum

[17] Vgl. IHK, kein Datum

[18] IHK, kein Datum

[19] Vgl. IHK, kein Datum

[20] Vgl. Schwarz, 2018, S. 215ff

[21] Vgl. IHK, kein Datum

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftsethik und Digitalisierung. Der Einfluss der digitalen Transformation aus wirtschaftsethischer Perspektive
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V501614
ISBN (eBook)
9783346023322
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftsethik, Wertmanagement, digitale Transformation, Digitalisierung, Umweltschutz, Vir2pac, Videro, Fraunhofer UMSICHT, ethische Unternehmensleitlinien, Ethik
Arbeit zitieren
Josephin John (Autor), 2019, Wirtschaftsethik und Digitalisierung. Der Einfluss der digitalen Transformation aus wirtschaftsethischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501614

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