Die Angst vor dem Tod. Inwiefern lässt sie sich begründen?


Essay, 2018

8 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Hauptteil
2.1 Angst
2.2 Tod
2.3 Angst vor dem Tod

3.Schlussteil

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Die vorliegende schriftliche Arbeit entspricht einem wissenschaftlichen Essay und setzt sich mit dem Thema: Die Angst vor dem Tod auseinander. Die daraus resultierende Fragestellung: „Inwiefern lässt sie sich begründen?“ Lege ich als Leitfrage meiner schriftlichen Arbeit fest. Diese Frage gilt es im Verlauf meines Essays, mithilfe von aussagekräftigen Argumenten zu diskutieren und letztendlich zu beantworten. Dabei lege ich besonderen Wert auf die Darlegung meiner eigenen Position, welche ich im Argumentationsgang erkenntlich machen werde. Die Angst vor dem Tod betrifft eine Vielzahl der Menschen und ist deswegen von besonderer Relevanz. Ebenso sind existenziell bedeutsame Themen Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen. Aus diesem und aus dem Grund, dass mein Interesse in Bezug auf die Angst vor dem Tod geweckt wurde, mache ich dieses Thema zum Gegenstand meiner schriftlichen Leistung. Meine persönliche Motivation ist es zu artikulieren, wie die Angst vor dem Tod begründet wird und welche weiteren Faktoren dabei eine Rolle spielen. Um den Verlauf meiner Argumentation besser folgen zu können, gliedere ich meinen Essay in drei Abschnitte mit den Überschriften: Einleitung, Hauptteil und Schlussteil. Nachdem ich mich in der Einleitung mit dem Thema und dessen Relevanz auseinandergesetzt habe, werde ich mich im Hauptteil auf die Bearbeitung der Fragestellung, mittels Fachgebundener fokussieren. Dabei beginne ich mit dem Unterkapitel Angst, welches zunächst eine Definition erfordert, damit ersichtlich wird was den Zustand der Angst eigentlich ausmacht und wie dieser von anderen Zuständen abzugrenzen ist. Danach beziehe ich mich auf das Phänomen Tod und erläutere kurz was man im Allgemeinen darunter versteht. Danach widme ich mich der Fragestellung und erörtere wie die Angst vor dem Tod möglicherweise begründet ist. Der Schlussteil beinhaltet abschließend das Zusammenführen der Argumentationslinien und die begründete Antwort auf die Fragestellung, welche sich auf den genannten Thesen und Analysen stützt und meine eigene Position widerspiegelt. Nicht Ziel dieser Arbeit, ist die banale Reproduktion von theoretischen Annahmen, sondern Ziel ist es einen aufschlussreichen Überblick zu geben, wie die Angst vor dem Tod zustande kommt und welche Faktoren daran beteiligt sind. Dabei gilt es festzustellen, ob die Angst vor dem Tod überhaupt begründet werden kann und falls ja, zu erörtern welche Gründe existieren.

2.Hauptteil

2.1 Angst

Unter der Angst versteht man eine Emotion des Menschen die ausgelöst wird, wenn Gefahr droht. Dabei unterscheidet man zwischen realer und nicht realer Angst. Reale Angst tritt in lebensgefährlichen Situationen auf und ist einem spezifischen Objekt gerichtet. Sie entspringt also der äußeren Welt. Hingegen nicht reale Angst einem Gedanken entspringt und demzufolge ein Produkt des eigenen Innenlebens ist (vgl. Flöttmann, 2005: 17). Es genügt ein mentales Ereignis, welches mit einer Gefahr assoziiert wird, um eine Angstreaktion auszulösen. Die Unterscheidung zwischen realer Angst und nicht realer Angst, lässt sich mit der Unterscheidung zwischen Furcht und Angst gleichsetzen. Dabei stellt die Furcht die reale Angst dar, die sich auf ein Objekt bezieht wie zum Beispiel die Furcht vor dem Sterben. Hingegen die Angst bzw. nicht reale Angst einem Gedanken entspringt und kein konkretes Objekt besitzt, denn sie bezieht sich auf die gesamte Verfasstheit des Daseins. Neuste Untersuchungen der Hirnforschung belegen diese Erkenntnis, weil verschiedene Zentren des Gehirns für die Verarbeitung von Furcht und Angst, verantwortlich sind (vgl. Grün, 2009: 21).

Der Zustand der Angst wird außerdem als stammesgeschichtlich herausgebildete Warn- und Schutzfunktion begriffen und treibt zur Flucht oder Kampf und zur aktiven oder passiven Vermeidung von Situationen, welche Verletzung oder Tod als Konsequenz haben können. Der Zustand der Angst löst außerdem eine Vielzahl physiologische Reaktionen aus. Körperliche Symptome der Angst sind, neben individuellen Beschwerden, Herzklopfen, Anstieg des Blutdrucks und der Atemfrequenz, Mund Trockenheit, Schwitzen, Zittern, Übelkeit und Schwindelgefühle die sich bis zur Ohnmacht zuspitzen können (vgl. Vaas, 2000). Das sympathische Nervensystem vermittelt diese Reaktionen und leitet damit Aktivierungsmuster ein, welche unteranderem körperliche Ressourcen für das Handeln bereitstellt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass reale oder nicht reale Angst eine beim Menschen auftretende Emotion darstellt, mit der physiologische Veränderungen einhergehen. Der Zustand der Angst wird ausgelöst, wenn man sich als Mensch in seiner Existenz bedroht fühlt, sei es durch ein reales Objekt oder durch einen aufkommenden Gedanken. Das Gehirn ist in dieser Hinsicht nicht in der Lage zu unterscheiden und löst deswegen bei beiden Formen der Angst die gleichen chemischen Reaktionen aus, welche aufgrund einer Reizgrundlage entstehen und eine Empfindung zufolge haben.

Überleitend nehme ich jetzt Bezug auf das Phänomen Tod.

2.2 Tod

Der Tod stellt das Ende des Lebens dar und wird durch den Prozess des Sterbens eingeleitet. Mediziner unterscheiden drei Phasen des Todes. Die erste Phase umfasst den klinischen Tod. Dieser ist definiert durch den Kreislaufstillstand, bei dem der Sauerstoffmangel dafür sorgt, dass die Organe absterben. Als erstes betroffenes Organ ist dabei das Gehirn. Der klinische Tod leitet demnach die zweite Phase des Todes ein den Hirntod. Als Hirntod wird der vollständige und nicht mehr rückgängig machende Funktionsverlust des gesamten Gehirns verstanden. Dies bedeutet, dass durch den Hirntod das Bewusstsein, sowie die Integration von Körperfunktionen irreversibel erloschen sind. Der biologische Tod stellt schließlich die letzte Phase des Todes dar und umfasst den Stillstand aller Vitalfunktionen des Körpers und den Beginn der Verwesung. In dieser Phase treten Merkmale am Körper des Toten auf, die spezifisch für den sicheren Tod sind. Darunter zählen die Leichenstarre und die Totenflecken (vgl. Fernandes, 2017).

Abschließend lässt sich sagen, dass der Tod durch den Prozess des Sterbens eingeleitet wird. Wobei das Sterben im Gegensatz zum Tod noch im Leben stattfindet. Dies bedeutet, dass die lebensnotwendigen Mechanismen noch nicht vollständig erloschen sind. Je nachdem welche Umstände herrschen, kann der Sterbende den Prozess des Sterbens dann noch bewusst erleben, empfinden und erfahren. Der Todeszustand wiederum liegt außerhalb des Lebens und kann demnach als Gegensatz zum Leben definiert werden (vgl. Lacina, 2009: 14).

„Er bedeutet selten ein unwiderrufliches, die menschliche Existenz vernichtendes Ereignis“ (Flöttmann, 2005: 170). Laut Flöttmann zu urteilen, ist der Glaube an eine endgültige Vernichtung der Existenz selten. Verbreiteter ist die Annahme, dass das Leben nach dem Tod in einer veränderten Bewusstseinsform fortgeführt wird. Was aber nach dem Tod wirklich passiert, bleibt für den lebenden Menschen ungewiss.

2.3 Angst vor dem Tod

Inwiefern lässt sich die Angst vor dem Tod begründen?

Diese Frage entspricht meiner Leitfrage, welche ich nachfolgend thematisieren werde. Eines steht jedenfalls fest die Angst vor dem Tod hat in den Gedanken ihren Ursprung, weil sie sich auf was Unbestimmtes bezieht. Der Tod stellt schlussfolgernd kein Objekt dar. Deshalb ist die Angst vor dem Tod zwingend von der Furcht vor dem Sterben abzugrenzen. Ursächlich für eine Angst vor dem Tod ist das Wissen über die eigene Sterblichkeit. Der Mensch der zur Reflexion fähig ist, ist dem eigenen Tod bewusst. Es ist schlussfolgernd nicht der Tod an sich, sondern die bloße Vorstellung vom Tod, die Angst erzeugt (vgl. Wils, 2010: 175). Das erschreckende am Tod ist offensichtlich die übliche Vorstellung des Nichtseins. Aus dem Todesbewusstsein entspringt also die Angst vor dem Tod, welche darin begründet liegt, dass der Gedanke an das nicht mehr sein bei den meisten Menschen Angst erzeugt. Infolge dessen wächst das Bedürfnis nach metaphysischen bzw. transzendenten Vorstellungen um die beklemmende Angst zu lindern. Diese Vorstellungen entspringen der Religion oder der Philosophie (vgl. Lacina, 2009: 42). Der Glaube beinhaltet zwar die Hoffnung an ein Leben nach dem Tod, aber er stellt keinen Beweis dar, der die Angst vollständig lindern würde.

Ein weiterer relevanter Grund für die Existenz der Angst vor dem Tod stellt die Tatsache dar, dass es in evolutionärer Hinsicht Sinn ergibt Angst vor dem Tod zu haben. Die Angst vor dem Tod wird als Urangst begriffen, welche das Überleben der Menschheit sichert, indem sie dem Menschen dabei hilft zu reagieren. Eine Urangst ist genetisch veranlagt und kann deswegen nie vollständig überwunden werden (vgl. Maxeiner/Rühe, 2014).

Das Verhältnis zum Tod ist bestimmt durch das Ausweichen und Verdrängen. Denn „die Faktizität des Todes enthüllt sich im Dasein in der Angst“ (Lacina 2009: 53). Dieses Zitat verdeutlicht, dass der Tod erst in der Präsenz der Angst tatsächlich wird und liefert eine Erklärung, wieso der Mensch den Gedanken an den Tod verdrängt. Der Mensch beschäftigt sich schlussfolgernd ungern mit dem Gedanken an den eigenen Tod, weil dieser Gedanke eine negative Emotion zur Folge hat.

Der Tod wird als existenziales Phänomen begriffen, welches das Dasein abschließt. Im Tod ist man auf sich alleine gestellt, denn er kann nicht von jemand anderem übernommen werden. Der Tod ist eine ganz persönliche Angelegenheit, mit der jeder Mensch irgendwann konfrontiert wird (ebd.).

Ein weiterer möglicher Grund warum der Tod beim Menschen Angst erzeugt, ist der Verlust von Möglichkeiten die das Leben zu bieten hat. Der Mensch hat Angst davor sein einziges Leben nicht vollends genossen und genutzt zu haben, bevor er stirbt. Paradox an dieser Tatsache ist aber, dass die Angst vor dem Tod den Menschen einschränkt gewisse Richtungen einzuschlagen oder Möglichkeiten zu nutzen. Ein freies und zufriedenstellendes Leben kann also nur dann geführt werden, wenn die Angst vor dem Tod nicht mehr vordergründig präsent ist (ebd.: 27). Des Weiteren liegt die Angst vor dem Tod auch darin begründet, dass es sich beim Tod um etwas Unbekanntes und Ungewisses handelt. Bei den meisten Menschen erzeugt die Vorstellung, dass der eigene Körper nicht mehr existieren wird Unbehagen, welches in Angst ausarten kann (vgl. Busch, 2010: 187).

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Die Angst vor dem Tod. Inwiefern lässt sie sich begründen?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
8
Katalognummer
V501678
ISBN (eBook)
9783346034564
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tod, Sterben, Angst, Gefühle, Emotionen, Soziologie, Geselschaft, Existenz, Bewusstsein, Sterbeprozess, Urangst, Todesangst, Neurowissenschaft, Tot
Arbeit zitieren
Jenny Schäfer (Autor), 2018, Die Angst vor dem Tod. Inwiefern lässt sie sich begründen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501678

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