Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Ist Martin Gorkes Argument für die "Umkehr der Beweislast" in seinem umweltethisch-holistischen Ansatz überzeugend?

Title: Ist Martin Gorkes Argument für die "Umkehr der Beweislast" in seinem umweltethisch-holistischen Ansatz überzeugend?

Term Paper , 2018 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nicolas Guérin (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit forscht im Rahmen der Umweltethik. Die Umweltethik ist ein Teilgebiet der Philosophie, die nach dem guten Umgang des Menschen mit der Natur fragt. Es herrscht weithin Einigkeit darüber, dass der gute Umgang mit der Natur mit einem Naturschutz einhergeht. Es stellen sich folgende grundlegende Fragen: „Welche Teile der Umwelt sollten wir direkt moralisch berücksichtigen, dass heißt, weil sie einen inhärenten Wert haben oder bestimmten Anforderungen genügen?“ Beziehungsweise: „Welche Reichweite der ökologischen Ethik ist rechtfertigbar?“ Martin Gorke knüpft in seinem Text „Artensterben“ an diese Stelle an und liefert eine Argumentation zugunsten des Holismus - eine der wichtigsten physiozentrischen Strömungen in der Umweltethik. Folgt man Gorke, so führt seine Argumentation hinsichtlich der Frage von moralischer Berücksichtigungswürdigkeit zu einer „Umkehr der Beweislast“: Nicht mehr die Vertreter egalitärer, universal-ethischer Theorien stehen in primärer Begründungslast für ihre Position, sondern die Vertreter nicht-universaler Ethikkonzepte, welche meinen bestimmte Bereiche der Natur aus der Moral ausschließen zu müssen.

Dieser Text will nun prüfen, ob Gorkes Argument zur Umkehr der Beweislast in seinem umweltethisch-holistischen Ansatz überzeugend ist. Dazu werde ich im ersten Teil, unter Berücksichtigung der umgekehrten Beweislast, Gorkes Argumentation darstellen und anschließend Kritikpunkte heranziehen, die in dem Artikel von Dierks im „Handbuch Umweltethik“ formuliert sind. Es folgt eine kritische Positionierung unter Einbezug des Gesagten, sowie meiner eigenen, weiterführenden Gedanken, und zuletzt ein Fazit, in dem ich den Inhalt erneut zusammenfasse und unter Berücksichtigung des Genannten die Forschungsfrage beantworte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Der Holismus im Allgemeinen

2.2 Gorkes Begründung des Holismus und der „Beweislastumkehr“

2.2.1 „Der universale Charakter des moralischen Standpunkts“

2.2.2 „Die Grenze der Begründbarkeit“

2.2.3 Die Umkehr der Begründungslast

2.3 Kritiken am pluralistischen Holismus Gorkes

2.4 Kritische Positionierung unter Einbezug des Gesagten und meiner weiterführenden Gedanken

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Plausibilität von Martin Gorkes Argumentation zur „Umkehr der Beweislast“ innerhalb seines umweltethisch-holistischen Ansatzes, indem sie diese formale Analyse kritisch hinterfragt und mit alternativen ethischen Perspektiven abgleicht.

  • Grundlagen des umweltethischen Holismus im Vergleich zum Reduktionismus.
  • Die formale Herleitung der Beweislastumkehr basierend auf Tugendhats Moralbegriff.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Gorkes Ablehnung anthropozentrischer Vorannahmen.
  • Analyse der logischen Konsistenz und der Rolle des Prinzips der Sparsamkeit.
  • Eigene Positionierung zur moralischen Berücksichtigungswürdigkeit allen Seienden.

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Die Umkehr der Begründungslast

Gorke vertritt die These, dass die formale Analyse des Moralbegriffs zwangsläufig zum pluralistischen Holismus führe. Er bestreitet nicht, dass damit die Möglichkeit inhaltlicher Einwände ausgeräumt sei. Wenn jedoch Vertreter anderer Ethikkonzepte behaupteten, sie gründeten ihre Position auf allein rational und objektiv feststellbare Gegebenheiten, so müssten sie zeigen, „daß diese Gegebenheiten es tatsächlich zwingend machen, Ausschlüsse vorzunehmen“.

Die theoretische Möglichkeit solcher Gegebenheiten sei selbstverständlich nur ein schwaches Argument. Hier fordere der prima facie universale Charakter der Moral, so wie er begründet wurde, eine Umkehr der üblichen Beweislast:

„Nicht mehr der holistisch argumentierende Naturschützer muß jetzt zeigen, welche Naturentitäten aufgrund welcher Eigenschaften aus welchen Gründen moralisch berücksichtigungswürdig sind, sondern die Vertreter nicht-universaler Ethikkonzepte sind verpflichtet, plausibel zu machen, warum eine ganz bestimmte empirische Eigenschaft (und nicht irgendeine andere) für die moralische Berücksichtigungswürdigkeit unabdingbar ist. Sie müssen zeigen, welchen Grund es gibt, vom egalitären Prinzip der universalen Berücksichtigung abzuweichen und bestimmte Bereiche der Natur aus der Moral auszuschließen.“

Die formale Begründung gibt er an Tugendhat ab. Ich werde sie im späteren Verlauf aufzeigen und analysieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die umweltethische Fragestellung ein und skizziert Martin Gorkes Argumentation zur Umkehr der Beweislast als zentralen Untersuchungsgegenstand der Arbeit.

2 Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst die Grundlagen des Holismus, analysiert anschließend Gorkes Herleitung der Beweislastumkehr aus der Moralphilosophie, diskutiert kritische Gegenpositionen und schließt mit einer formalen, kritischen Analyse des Arguments ab.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Gültigkeit von Gorkes Argumentation, wobei die Notwendigkeit einer inklusiven Haltung im umweltethischen Diskurs betont wird.

Schlüsselwörter

Umweltethik, Physiozentrismus, Holismus, Umkehr der Beweislast, Martin Gorke, moralische Berücksichtigungswürdigkeit, Anthropozentrismus, Altruismus, Tugendhat, Eigenwert, Selbstzweck, Würde, ethische Begründung, prima facie, moralischer Standpunkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der umweltethischen Position Martin Gorkes, speziell seinem Plädoyer für einen pluralistischen Holismus und der damit verbundenen Argumentation zur Umkehr der Beweislast.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Fragen nach der Reichweite ökologischer Ethik, der Begründbarkeit moralischer Inklusion und dem Vergleich zwischen universalistischen und nicht-universalen Ethikkonzepten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob Gorkes Argumentation zur Umkehr der Beweislast logisch konsistent und überzeugend ist, indem seine formale Herleitung kritisch reflektiert wird.

Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?

Der Autor nutzt eine formale Analyse des Moralbegriffs, setzt sich mit fachwissenschaftlicher Kritik (insbesondere von Jan Dierks und Konrad Ott) auseinander und ergänzt dies durch eine eigene logische Rekonstruktion der Argumentationsstruktur.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die Definition des Holismus, die Ableitung des moralischen Standpunkts nach Tugendhat, die Widerlegung anthropozentrischer Vorannahmen und die Verteidigung der Beweislastumkehr gegen Einwände bezüglich logischer Diskriminierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Argumentation?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Konzepte des prima facie Charakters der Moral, des Altruismus, der ontologischen Sparsamkeit und der Kritik an instrumentellen Werten charakterisiert.

Inwiefern spielt der Begriff „Urwahl“ nach Tugendhat eine Rolle?

Die Urwahl dient als Ausgangspunkt der Argumentation; sie beschreibt die Entscheidung des Menschen zwischen einem moralischen und einem egoistischen Standpunkt, wobei Gorke für den moralischen Standpunkt plädiert.

Wie reagiert die Arbeit auf den Einwand, dass Holismus alles wertlos mache?

Der Autor entkräftet den Einwand unter Bezugnahme auf Gorke, indem er aufzeigt, dass auf einer relativen Ebene weiterhin Unterscheidungen und Priorisierungen innerhalb der Umweltethik möglich sind, ohne den universalen moralischen Anspruch aufzugeben.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Ist Martin Gorkes Argument für die "Umkehr der Beweislast" in seinem umweltethisch-holistischen Ansatz überzeugend?
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Philosophie)
Course
Der Physiozentrismus in der Umweltethik
Grade
1,3
Author
Nicolas Guérin (Author)
Publication Year
2018
Pages
17
Catalog Number
V501780
ISBN (eBook)
9783346028068
ISBN (Book)
9783346028075
Language
German
Tags
Martin Gorke Beweislast Beweislastumkehr Physiozentrismus Umweltethik Holismus holistische Umweltethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolas Guérin (Author), 2018, Ist Martin Gorkes Argument für die "Umkehr der Beweislast" in seinem umweltethisch-holistischen Ansatz überzeugend?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501780
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint