Über die Entwicklung des Individuums im Lebenslauf


Essay, 2004

11 Seiten, Note: 2,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Der achtstufige Lebenszyklus

3 Die Persönlichkeitsentwicklung und die Sozialstruktur

4 Lebensverlauf und sozialer Wandel

5 Fazit

6 Literatur

1 Einleitung

Ich habe mir für meinen Essay eine grobe Einteilung vorgestellt, in der ich die für mich erkennbaren Positionen in der Lebensverlaufsforschung herausarbeiten möchte. Ich werde mich dabei von dem, für mich erkennbaren, Positionswandel in den verschiedenen Theorien leiten lassen und sie nacheinander vorstellen und beurteilen, angefangen bei den Vertretern einer prägenden Kindheit, hin zu den Vertretern einer weniger determinierenden Sozialisation.

Als erstes gehe ich auf die Vertreter einer stärker determinierenden Kindheit und Sozialisation ein. Hier habe ich mit Erik Erikson und Talcott Parsons zwei Autoren gewählt, die noch in der Tradition Sigmund Freuds stehen und einen starken Bezug zur psychoanalytischen Psychologie haben, welche hauptsächlich von einer Persönlichkeitsentwicklung in der Kindheit ausgeht. Zunächst baut Erikson diesen Ansatz mit seinem achtstufigen Entwicklungsmodell aus, welches methodisch gesehen für eine soziologische Betrachtung des Lebensverlaufs nicht uninteressant ist, aber defizitär bleibt in der Menge und Bedeutung der endogenen Einflussfaktoren. Deswegen führt mein Weg zu Parsons, der nun als Soziologe die Verbindung herstellen kann, zwischen der psychologischen Betrachtung der Persönlichkeitsentwicklung des Individuums nach Freud und den Einflussfaktoren des sozialen Umfelds. Auch hier bleibt der Verlauf der frühkindlichen Entwicklung determinierend, aber nicht mehr ausschließlich bedingt durch die inneren Konflikte des Kindes, sondern zunehmend durch das Verhalten in den sozialen Rollen, die es zu lernen hat.

Im letzten Abschnitt meines Essays werde ich mich mit den neueren Arbeiten zur Lebensverlaufsforschung befassen und mich vor allem damit auseinandersetzen, wie die die Entwicklung der Methodik in der empirischen Sozialforschung diese beeinflussen. Die neuen Erkenntnisse die man daraus gewinnen konnte, führten zwar zu keinen wirklich neuen Theorien, dennoch beeinflussten sie die Sichtweise auf die alten Theorien. Mein Fazit wird sich deshalb vor allem damit auseinandersetzen und wieder den Bezug zu meiner Fragestellung herstellen.

2 Der achtstufige Lebenszyklus

Die Verbindungen von Erikson zu Freud hat sind stark. Auch er ist in erster Linie Psychologe, lernte und arbeitete ebenfalls vor dem Krieg in Wien und ist auch ein Vertreter der Tiefenpsychologie. In seinem Werk, der vollständige Lebenszyklus, weist er auf diese Wurzeln hin, schlägt aber mit seinem achtstufigen Modell gleichzeitig eine Brücke zur Soziologie und Lebensverlaufsforschung.

Bei ihm durchläuft der Mensch in seinem Leben acht Stufen der Entwicklung, die alle geprägt sind durch eine spezifische Krise. Diese Krisen sind formuliert durch Antagonismen bestimmter, dem Alter entsprechenden Persönlichkeitsentwicklungen, die im Idealfall ausgewogen sein müssen, indem sie vom Individuum ritualisiert werden. So sei, ganz nach Freud, das erste Stadium der menschlichen Entwicklung geprägt durch den Antagonismus von Urvertrauen und Urmisstrauen. Durchläuft das Kind diese Entwicklung stark unausgeglichen, weil das Kind beispielsweise Waise ist oder von der Mutter vernachlässigt wird, so wirke sich das im späteren Leben zwangsläufig zu einem krankhaften Verhalten aus (Erikson, 1988). Dieses abnorme Verhalten wiederum beeinflusst die nächste Krise nicht unbedeutend und somit erklärt sich schnell, wie bedeutend für seine These die frühkindliche Entwicklung ist. Er argumentiert dabei auch mit den Erkenntnissen aus der Biologie, die besagen, dass beim Wachstum eines jeden Organismus, eine reibungslose und vor allem ausgeglichene Entwicklung ablaufen muss, damit alle Organe und Körperteile vollständig und funktionsfähig auswachsen.

Auf eine genauere Erklärung seiner Einteilung in die acht Lebensabschnitte möchte ich nicht weiter eingehen, weil es genügt, den interessanten Ansatz seines Modells zu betrachten. Er erweitert Freuds Gedanken mit einem brauchbaren Lebensverlaufsmodell, vernachlässigt aber zu sehr die endogenen Faktoren, denen ein Individuum in seinem sozialen Umfeld ausgesetzt ist und die seine Entwicklung beeinflussen. Aus diesem Grund ist seine Annahme einer frühkindlichen Sozialisation nicht eindeutig belegbar.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Über die Entwicklung des Individuums im Lebenslauf
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Familiensoziologie
Note
2,2
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V50197
ISBN (eBook)
9783638464666
ISBN (Buch)
9783638751261
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Individuums, Lebenslauf, Familiensoziologie
Arbeit zitieren
BA Christian Wenske (Autor:in), 2004, Über die Entwicklung des Individuums im Lebenslauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50197

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