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Kritik des idealisierten adeligen Frauenbildes im 19. Jahrhundert in E. T. A. Hoffmanns "Der Sandmann"

Título: Kritik des idealisierten adeligen Frauenbildes im 19. Jahrhundert in E. T. A. Hoffmanns "Der Sandmann"

Trabajo de Seminario , 2017 , 33 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Josepha Stangassinger (Autor)

Literatura - Literatura del Romanticismo
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Diese Arbeit befasst sich oberflächlich mit dem Niedergang des Adels im 20. Jahrhundert. Im Fokus aber steht das adelige Frauenbild dieser Zeit. Nicht nur der Adel allgemein, sondern auch deren idealisiertes Bild der perfekten Frau wurde in dieser zunehmend kritischen Zeit angeprangert. Die Seminararbeit unternimmt den Versuch, dieses so lautstark kritisierte adelige Frauenbild mit E. T. A. Hoffmann "Der Sandmann" in Verbindung zu bringen und somit die Annahme, Hoffmanns Werk sei durchaus als Kritik am damaligen adeligen Frauenbild zu verstehen, zu bestätigen. Hoffmanns Werk wurde das erste Mal 1816 veröffentlicht und fällt zeitlich somit genau in die ersten Jahre des 19. Jahrhunderts, welche von Unruhen seitens der Bourgeoisie sowie politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen gekennzeichnet waren. Ziel dieser Arbeit ist es, die zuvor genannte Annahme zu begründen und somit eine weitere Interpretationsmöglichkeit dieses Werkes zu geben.

Im Vorfeld der intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik wurden unter Berücksichtigung dieses speziellen Fokus vier Fragestellungen formuliert, welche innerhalb dieser Arbeit beantwortet werden sollen: (1) Wodurch unterscheiden sich das adelige und bürgerliche Frauenbild voneinander? (2) Wie und warum wird das damalige Idealbild der adeligen Frau kritisiert? (3) Wie und durch welche Figur äußert sich die Kritik am adeligen Frauenbild in Hoffmanns "Der Sandmann"? (4) Gibt es Unterschiede beziehungsweise Parallelen zwischen den beiden weiblichen Figuren Olimpia und Clara, welche als Vertreterinnen für das adelige und bürgerliche Frauenbild fungieren?

Die europäische Geschichte wurde über tausend Jahre lang maßgeblich vom Adel beeinflusst und bestimmt und stellte über diesen Zeitraum eine der mächtigsten sozialen Schichten dar. Während der Klerus die Spitze dieser Ständegesellschaft, gefolgt vom Adel bildete, belegten städtische Bürger und Bauern die Plätze der untersten sozialen Schicht. Solange Eliten in Regierung, Gesellschaft und Kirche geeint waren, hatte man in Gesellschaften, in denen die große Mehrheit der Bevölkerung aus traditionsgebundenen und kaum des Lesens und Schreibens mächtigen Menschen bestand, eine erfolgreiche Revolution von unten kaum zu befürchten. Mit dem Beginn der Aufklärung und der Französischen Revolution im Jahre 1789 änderte sich aber diese bis dato vorherrschende Hierarchie und so kam es, dass die Umwälzungen Europa nachhaltig veränderten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund

3. Darstellung des adeligen und bürgerlichen Frauenbildes

3.1. Die adelige Frau

3.2. Kritik am adeligen Frauenbild

3.3. Die bürgerliche Frau

4. E.T.A. Hoffmanns ‚Der Sandmann‘

4.1. Kritik am adeligen Frauenbild in Hoffmanns Werk

4.1.1. Die Etikette am Hof

4.1.2. Das Sich-bewegen-Können

4.1.3. Die geistreiche Konversation

4.1.4. Das Zur-Schau-Stellen des Äußeren

4.1.5. Das Unterdrücken von Gefühlen und Emotionen

4.1.6. Die höfische Frauenmode

4.1.7. Die Untätigkeit adeliger Damen

4.1.8. Die Unnatürlichkeit adeliger Frauen

4.2. Vergleich zwischen der bürgerlichen und adeligen Frauenfigur in Hoffmanns ‚Der Sandmann‘

5. Fazit und Schlussworte

Zielsetzung und Themenfelder

Diese Seminararbeit untersucht das adelige Frauenbild des 19. Jahrhunderts und stellt die These auf, dass E.T.A. Hoffmanns Werk ‚Der Sandmann‘ als gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit diesem idealisierten Frauenbild zu verstehen ist. Ziel ist es, durch die Analyse der Frauenfiguren Olimpia und Clara die Unterschiede zwischen adeligen und bürgerlichen Werten herauszuarbeiten und die Kritik an der höfischen Künstlichkeit zu begründen.

  • Historische Entwicklung des Adels und des Bürgertums vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.
  • Gegenüberstellung des adeligen Frauenbildes (Hofkultur) und des bürgerlichen Frauenideals.
  • Kritik an der „höfischen Rationalität“ und dem Zwang zur Etikette.
  • Analyse der Figur Olimpia als Allegorie für die Unnatürlichkeit der adeligen Gesellschaft.
  • Vergleich der weiblichen Identitätsbilder anhand der Charaktere Olimpia und Clara.

Auszug aus dem Buch

4.1.3. Die geistreiche Konversation

Die Kunst der Konversation war vor allem für die Männer am adeligen Hofe von größter Wichtigkeit, da diese in stetigen Gesprächen mit anderen Adeligen standen, und ein adäquates Kommunikationsverhalten von guter Erziehung und einem guten Hause zeugte. Doch auch die höfische Dame musste in der geistreichen Konversation geübt sein. Dies diente zum einem dem positiven Ansehen des Hauses, zeugte aber auch von einer gewissen Bildung einer Person. Die Kritik an dieser höfischen Konvention wird anders, als alle anderen Umgangsformen oder Vorschriften am adeligen Hof ausgeübt. Hoffmann verwendet in seinem Werk das rhetorische Stilmittel der Ironie. Das bedeutet, dass das Gemeinte durch das Gegenteil ausgedrückt, zusätzlich verspottet und ins lächerliche gezogen und somit verstärkt hervorgehoben und unterstrichen wird, was die nachfolgenden drei Textstellen zeigen.

„[…] aber Olimpia seufzte bloß immer wieder: „Ach, Ach!“

„Liebst du mich – Liebst du mich Olimpia – Nur dies Wort! – Liebst du mich? So flüsterte Nathanael, aber Olimpia seufzte, indem sie aufstand, nur: „Ach – Ach!“

[…] und vorzüglich viel man über die todstarre, stumme Olimpia her, der man, ihres schönen Äußern unerachtet, totalen Stumpfsinn andichteten und darin die Ursache finden wollte, warum Spalanzani sie so lange verborgen gehalten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den historischen Wandel der europäischen Ständegesellschaft ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Kritik am adeligen Frauenbild in Hoffmanns Erzählung.

2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Niedergang des Adels und den gleichzeitigen Aufstieg des Bürgertums unter dem Einfluss von Aufklärung und industriellen Veränderungen.

3. Darstellung des adeligen und bürgerlichen Frauenbildes: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Anforderungen an die adelige Dame am Hofe und des aufkommenden bürgerlichen Idealbildes, das durch Natürlichkeit und Innerlichkeit geprägt war.

4. E.T.A. Hoffmanns ‚Der Sandmann‘: Der Hauptteil analysiert, wie die Figur der Olimpia durch ihre mechanische Art die höfische Künstlichkeit und Gefühlskälte persifliert und vergleicht diese mit der bürgerlichen Clara.

5. Fazit und Schlussworte: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Hoffmanns Werk als kritische Auseinandersetzung mit dem erstarrten adeligen Frauenbild des 19. Jahrhunderts gelesen werden kann.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, adeliges Frauenbild, bürgerliches Frauenbild, höfische Rationalität, Etikette, Aufklärung, Empfindsamkeit, Romantik, Olimpia, Clara, Gesellschaftskritik, Frauenemanzipation, Künstlichkeit, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht die gesellschaftskritischen Züge in E.T.A. Hoffmanns Erzählung ‚Der Sandmann‘ im Hinblick auf das Idealbild der adeligen Frau im 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt den historischen Niedergang des Adels, die Entwicklung bürgerlicher Werte, die Rolle der höfischen Etikette sowie die literarische Darstellung von Weiblichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, durch eine werkimmanente Analyse zu belegen, dass Hoffmanns Werk eine bewusste Kritik an den starren Verhaltensnormen und der Künstlichkeit der adeligen Lebenswelt darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer interpretativen Auswertung ausgewählter Textpassagen aus ‚Der Sandmann‘ unter Einbeziehung zeitgenössischer gesellschaftshistorischer Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Kritikpunkte wie die Etikette, das „Sich-bewegen-Können“, Konversation, Mode und die emotionale Unterdrückung anhand der Figur Olimpia analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gesellschaftskritik, höfische Rationalität, Künstlichkeit, Identität und den Kontrast zwischen Olimpia und Clara charakterisiert.

Inwiefern verkörpert Olimpia die adelige Gesellschaft?

Olimpia wird als mechanische Puppe dargestellt, deren „Perfektion“ die Unnatürlichkeit und Maschinenhaftigkeit der strengen höfischen Etikette ironisch übersteigert.

Was unterscheidet Clara von Olimpia?

Clara repräsentiert das bürgerliche Ideal, das durch Lebendigkeit, Eigenständigkeit, Gefühlstiefe und eine natürliche Verbundenheit zum Leben gekennzeichnet ist, während Olimpia starr und emotionslos bleibt.

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Detalles

Título
Kritik des idealisierten adeligen Frauenbildes im 19. Jahrhundert in E. T. A. Hoffmanns "Der Sandmann"
Universidad
University of Salzburg
Calificación
2
Autor
Josepha Stangassinger (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
33
No. de catálogo
V502094
ISBN (Ebook)
9783346043085
ISBN (Libro)
9783346043092
Idioma
Alemán
Etiqueta
kritik frauenbildes jahrhundert hoffmanns sandmann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Josepha Stangassinger (Autor), 2017, Kritik des idealisierten adeligen Frauenbildes im 19. Jahrhundert in E. T. A. Hoffmanns "Der Sandmann", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502094
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