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Musikinstrumente und Personifizierungen im "Berner Totentanz".

Eine Bildanalyse

Title: Musikinstrumente und Personifizierungen im "Berner Totentanz".

Essay , 2018 , 20 Pages , Grade: 2

Autor:in: Josepha Stangassinger (Author)

Art - History of Art
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Die Arbeit beschäftigt sich mit dem „Berner Totentanz“, dem wohl bedeutendsten Werk des Schweizer Malers und Dichters Niklaus Manuel Deutsch. Es stellt sich die Frage, ob Niklaus Manuel Deutsch bestimmte Standesvertreter und Musikinstrumente bewusst in Kombination abgebildet hat, oder ob diese Kombinationen willkürlich erfolgten. Der aus insgesamt 46 Einzelbildern bestehende Totentanz entstand in Gemälden und Versen in den Jahren 1516–1519 und wurde auf die Innenseite der Mauer des Laienfriedhofs im Dominikanerkloster in Bern aufgetragen. Es werden die Bilder „Konzert im Beinhaus“, „Tod und Priester“, „Tod und Kaiser“, „Tod und Königin“ sowie „Tod und Dirne“ analysiert.

Wann genau das Thema des Totentanzes entstanden ist und wo dessen Ursprung liegt, ist unbekannt, er soll seine Wurzeln aber mindestens in drei Teilbereichen haben. Zum einen findet man das Thema des Tanzes, dessen Verbindung mit dem Tod auf den ersten Blick äußerst sonderbar erscheint und einen Widerspruch in sich birgt, bedenkt man, dass ein Toter eigentlich nicht mehr tanzen können dürfte. Der Tanz ist Sinnbild des Lebens, wodurch die Verbindung zwischen Tanz und Tod eine gewisse Ironie ausdrückt. Der Tod ist das Gegenbild des Lebens und gerade dieser ruft den Menschen auf dem Weg in das Beinhaus durch den Tanz die Vergänglichkeit des Lebens ins Bewusstsein. Eine zweite Wurzel findet sich in den sogenannten Vadomori-Gedichten, die gegen Ende des 13. Jahrhunderts aufkamen und in denen sich Repräsentanten einzelner Stände in Doppelversen über ihr Schicksal und ihren bevorstehenden Tod beklagen. Hier liegt der Ursprung eines weiteren Merkmals des späteren Totentanzes: die Gruppierung nach Ständen. Die dritte Wurzel befindet sich in der Legende von den drei Leben und den drei Toten, was wiederum für das Doppelgänger-Motiv und den dialogischen Charakter des Totentanzes von essentieller Bedeutung ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildanalyse I

2.1 Konzert im Beinhaus

2.1.1 Der Dudelsack

2.1.2 Die Trompeten

2.1.3 Der mittelalterliche Zink

3. Bildanalyse II

3.1 Tod und Priester

3.2 Tod und Kaiser

3.3 Tod und Königin

3.4 Tod und Dirne

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht, ob Niklaus Manuel Deutsch im Berner Totentanz gezielt bestimmte Musikinstrumente mit spezifischen Standesvertretern kombinierte, um deren moralische oder gesellschaftliche Rolle zu unterstreichen, oder ob diese Zuordnungen zufälliger Natur waren.

  • Ikonographische Analyse der musizierenden Gerippe im Berner Totentanz.
  • Untersuchung der symbolischen Bedeutung von Windinstrumenten (Dudelsack, Trompeten, Zink) im mittelalterlichen Kontext.
  • Interpretation ausgewählter Bildpaare wie Tod und Priester, Kaiser, Königin und Dirne.
  • Darstellung des Todes als sozialer Gleichmacher durch musikalische Begleitung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der Dudelsack

Der Ursprung des Dudelsacks ist unbekannt, jedoch reicht seine Geschichte bis weit vor das Mittelalter zurück. Während in früherer Zeit noch zwischen Dudelsack und Sackpfeife unterschieden wurde, hat sich der Begriff des Dudelsacks heute durchgesetzt und wird als Überbegriff aller Arten von Sackpfeifen benutzt bzw. als gleichwertiger Begriff angesehen. Der Begriff Dudel leitet sich vom slawischen Dudy ab, worunter man früher die Bockspfeife verstand, und bezeichnet somit den Teil, der die Pfeife des Instruments bildet, während das zweite Glied -sack auf den sackförmigen Teil, der meist aus Tierbalg hergestellt wurde, hinweist. Seit dem 14. Jahrhundert ist das Instrument mit Bordunpfeifen, deren Anzahl zwischen zwei und drei Stück variieren kann, ausgestattet. Mit diesen können gleichbleibende und durchgehende Bass- oder Quinttöne und somit ein starkes musikalisches Fundament erzeugt werden.

Ikonographisch wurde der Dudelsack sowohl in den Händen von Teufeln und Engeln, als auch von Mönchen, Kaisern und Königen, Bürgern, Bauern, Bettlern und Vagabunden dargestellt und hat im Laufe der Zeit alle Höhen und Tiefen eines Musikinstruments durchlebt. Er wurde geschätzt und geachtet, verdammt und gefürchtet, vergessen und wieder entdeckt. Vom Hochmittelalter bis in die Renaissance war der Dudelsack ein omnipräsentes Instrument in allen Volksschichten, das man bei Schlachten und religiösen Prozessionen genauso einsetzte wie in Burgen, Schlössern und Kirchen, Wirtshäusern, Badestuben und Bordellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über den Berner Totentanz, seine historischen Wurzeln und legt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit dar.

2. Bildanalyse I: In diesem Kapitel werden die Instrumente des Totenorchesters – Dudelsack, Trompeten und Zink – auf ihre Symbolik und ihre Verbindung zur höllischen Sphäre hin analysiert.

3. Bildanalyse II: Hier erfolgt eine detaillierte Interpretation ausgewählter Einzelbilder, um die gezielte Kombination von Standesvertretern und Musikinstrumenten zu verdeutlichen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Instrumentenzuteilungen im Berner Totentanz vermutlich nicht willkürlich erfolgten.

Schlüsselwörter

Berner Totentanz, Niklaus Manuel Deutsch, Musikinstrumente, Ikonographie, Mittelalter, Totenorchester, Dudelsack, Trompete, Zink, Fidel, Bildanalyse, Tod, Standesvertreter, Symbolik, Vergänglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verbindung zwischen den dargestellten Musikinstrumenten und den abgebildeten Standesvertretern im Berner Totentanz von Niklaus Manuel Deutsch.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind mittelalterliche Kunstgeschichte, Ikonographie, Musikgeschichte sowie die gesellschaftlichen Vorstellungen vom Tod im Spätmittelalter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu belegen, dass die Zuteilung der Musikinstrumente an die verschiedenen Figuren im Totentanz durch den Künstler bewusst gewählt wurde und nicht zufällig erfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine bildanalytische und ikonographische Interpretation durchgeführt, ergänzt durch historische und musikwissenschaftliche Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des „Totenorchesters“ (Konzert im Beinhaus) und die spezifische Analyse von vier ausgewählten Standesbildern (Priester, Kaiser, Königin, Dirne).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Berner Totentanz, Ikonographie, Musikinstrumente des Mittelalters, Todessymbolik und soziale Schichtung.

Warum spielt der Dudelsack in der Analyse eine besondere Rolle?

Der Dudelsack wird als Instrument mit starker negativer Konnotation und gleichzeitig als Symbol für Gleichmacherei durch seinen omnipräsenten Einsatz in allen Schichten interpretiert.

Wie deutet die Autorin die Rolle des Priesters in Verbindung mit der Schwertfegerin?

Das Bild wird als beißende Ironie auf die verbotenen Beziehungen von Kirchendienern („Pfaffendirnen“) gewertet, wobei die obszöne Geste der Schwertfegerin mit dem Instrument die Sünde symbolisiert.

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Details

Title
Musikinstrumente und Personifizierungen im "Berner Totentanz".
Subtitle
Eine Bildanalyse
College
University of Salzburg
Grade
2
Author
Josepha Stangassinger (Author)
Publication Year
2018
Pages
20
Catalog Number
V502095
ISBN (eBook)
9783346037435
ISBN (Book)
9783346037442
Language
German
Tags
musikinstrumente personifizierungen berner totentanz eine bildanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josepha Stangassinger (Author), 2018, Musikinstrumente und Personifizierungen im "Berner Totentanz"., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502095
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