Zuwanderung aus (Ex-)Jugoslawien nach Deutschland ab 1968. Indikatoren für das Ausmaß der Integration


Hausarbeit, 2019
34 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Kurzer Überblick über die Geschichte Jugoslawiens
1.1. Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen
1.2. Das Königreich Jugoslawien bis zum 2. Weltkrieg
1.3. Jugoslawien zur Zeit des Zweiten Weltkrieges
1.4. Das neue Jugoslawien

2. Die deutsche Asyl-, und Flüchtlingspolitik ab 1965
2.1. Grundlagen der europäischen Flüchtlingspolitik
2.3 Die deutsche Asyl- und Flüchtlingspolitik

3. Zuwanderung aus Jugoslawien in die Bundesrepublik Deutschland
3.1. Die jugoslawischen Gastarbeiter und das Anwerbeabkommen
3.2. Zuwanderung von Flüchtlingen

4. Integration der Zuwanderer aus Ex-Jugoslawien
4.1. Integrationsindikatoren nach Hartmut Esser
4.1. Kulturelle Integration
4.2. Platzierung / strukturelle Integration
4.2.1. Indikator Bildung
4.2.2. Indikator Arbeitsmarkt
4.3. Interaktion / soziale Integration
4.4. Identifikation / identifikatorische Integration

Schluss

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1

Abbildung 2

Abbildung 3

Abbildung 4

Abbildung 5

Abbildung

Abbildung 7

Abbildung 8

Abbildung 9

Einleitung

Ab den 1980er Jahren war Deutschland das Hauptzielland der auswandern- den Jugoslawen. Seit Jahrzehnten hatten diese Zuwanderer die unterschied- lichsten Motivationen nach Deutschland auszuwandern. Die Lebenssituation sowie Motivation zur Auswanderung der zugewanderten Gruppe der Jugosla- wen war unterschiedlich stark ausgeprägt. Diese reichte vom kompletten Neu- beginn ohne Rücksicht auf den Verlust der eigenen Wurzeln, berufliche Ver- wirklichung, bis hin zum Neuanfang nach den Verlusten im Krieg. Die jugosla- wischen Zuwanderer fielen seit der ersten Generation kaum auf und sind zum größten Teil in der Mehrheitsgesellschaft integriert.

Die vorliegende Seminararbeit thematisiert im knappen Rahmen die Integra- tion der jugoslawischen Zuwanderer seit der Gastarbeiter-Generation.

Das erste Kapitel gibt einen kurzen Einblick in die Geschichte Jugoslawiens. Zunächst wird das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen vorgestellt. Danach wird ein Überblick bis zum zweiten Weltkrieg gegeben. Das neue Ju- goslawien wird danach thematisiert sowie der Zerfall es Völkerbundes.

Das zweite Kapitel konzentriert sich zunächst auf die Grundlagen der deut- schen Flüchtlingspolitik, dieses ist in Anbetracht der Folgen der Jugoslawien- kriege besonders interessant, da sich dieses auch im Wanderungssaldo Deutschlands wiederspiegelt sowie diversen Asyl- und Aufenthaltgesetztesän- derungen. Anschließend wird im dritten Kapitel die Zuwanderung aus Jugosla- wien nach Deutschland betrachtet. Dabei wird sich zunächst auf die Gastar- beiterzuwanderung, das Anwerbeabkommen im Allgemeinen und die Zuwan- derung durch die Kriegsflüchtlinge konzentriert.

Weiterhin erläutert das vierte Kapitel die Integration der Zuwanderer aus (Ex)- Jugoslawien. Dazu werden die Integrationsindikatoren von Hartmut Esser be- trachtet, um ein möglichst realistisches Bild vom Leben der jugoslawischen Zuwanderer aufzuzeigen. Die Indikatoren sind daher wichtig, um zu ermitteln in welchem Maße die Teilhabe an der Mehrheitsgesellschaft möglich ist und inwiefern diese schon stattfindet. Dazu werden einige aktuelle Studien zurate gezogen, die teilweise viele Unterschiede/Ungleichheiten im Bereich der Bil­ dungsteilhabe oder des personlichen GefUhls von Zuwanderern hinsichtlich der Integration und Anerkennung zwischen den Migrantlnnen aufzeigen. lm Schlussteil werden die wesentlichen Ergebnisse reflektiert und eine kleine Prognose gegeben.

1. Kurzer Überblick über die Geschichte Jugoslawiens

Im folgenden Kapitel wird ein kurzer Überblick über die Geschichte Jugoslawi- ens dargestellt. Im Rahmen dieser Arbeit kann nur skizzenhaft und selektiv auf die Geschehnisse über die Geschichte Jugoslawiens eingegangen werden, da die Seminararbeit eine begrenzte Seitenzahl vorschreibt.

1.1. Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen

Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen existierte von 1918 bis 1929. Im Jahre 1919 gab es eine Delegation für die Anerkennung des Völker- bundes. (vgl. Calic 2010, S. 83) Am 1.2.1918 wurde das Königreich der Ser- ben, Kroaten und Slowenen (später genannt Jugoslawien) verkündet, welches von Alexander Karadjordjevic beherrscht wurde. (vgl. Djokic 2013, S. 138.) Der Staat sollte ein einheitlich jugoslawisches Nationsverständnis bilden. Das dreinamige Volk sollte die biblische Dreifaltigkeit widerspiegeln und ebendiese vereinen. Daher war die Amtssprache Serbo-Kroatisch-Slowenisch, welches auch zu einer "Verschmelzung der Stämme zu einer jugoslawischen Nation" (Calic 2010, S. 87) führen sollte. Das Staatsbewusstsein sollte im Geiste der nationalen Einheit und konfessionslose Toleranz entstehen. (vgl. ebd.)

Anfang des 20. Jahrhunderts, insbesondere nach der zunehmenden Stärkung des serbischen Staates, kam es zu intensiven gegenseitigen Annäherungen der jugoslawischen Völker. Die historisch politisch ursprüngliche Idee war je- doch, einen Nationalstaat eines einzigen südslawischen Volkes zu etablieren, der auf individuelle Freiheiten, nicht kollektive Rechte gebaut war. (vgl. Banac 1994, S. 271) Das Königreich unterstand in dieser Zeit bis 1914 der österrei- chisch-ungarischen Herrschaft. Zwischenzeitlich wurde Im Jahr 1929 wurde der Staat in das „Königreich Jugoslawien“ umbenannt. Im Jahr 1934 wurde der König Alexander hingerichtet. Hierbei erreichten die ethnischen Spannun- gen die Höhe als der König Alexander von einem Mazedonier hingerichtet wurde, die Tat war von einem Kroaten geplant. (vgl. Briza 2000, S.8)

1.2. Das Königreich Jugoslawien bis zum 2. Weltkrieg

Die Anfänge der Regierung Jugoslawiens bewiesen schon eine schwierige Zu- sammenarbeit, da Jugoslawien sehr stark von seinen ethnischen Spannungen geprägt war. Dieser Staat war von Beginn seiner Entstehung an von starken ethnischen Spannungen geprägt. Die zentralistisch bestimmten Vorstellungen der serbischen Parteien stießen immer wieder mit den föderalistisch gepräg- ten Vorstellungen der Kroaten zusammen (vgl. Calic 2017, S. 17) Die Serbi- sche Demokratische Partei, die sich für ein Zusammenwachsen zu einer jugo- slawischen Nation einsetzt, stellte knapp die stärkste Fraktion im Parlament dar. Die Kroatische Bauernpartei unter Stjepan Radic lehnte die monarchische Staatsform ab und boykottierte das Parlament in Belgrad und gründet in Zag- reb eine „kroatische Volksbewegung“. Die Zentralistische Verfassung wurde im Juni 1921 mit den Stimmen der Serben, Slowenen und bosnischen Muslime gegen die Kroaten und Kommunisten angenommen (vgl Djokic 2003, S. 82) Das Jahr vor der Kapitulation Jugoslawiens war durch wirtschaftliche und so- ziale Erschütterungen sowie ethnische Säuberungen geprägt. Dabei kam es im Lande massiv zu Massenverbrechen und Gewaltendynamiken. Schließlich kapitulierte Jugoslawien am 17. April 1941, Kroatien etablierte sich als unab- hängiger Staat auf den Gebieten Bosniens. Demnach existierten nur noch Länder mit unterschiedlichem Rechtsstatus, welche durch deutsche oder itali- enische Armeen besetzt waren. Deutschland besetze unter anderem Serbien. Es herrschte ein ethnischer Wettbewerb im Staatsapparat, um die Schlüssel- positionen des Landes zu besetzen, da Serbien zu dem Zeitpunkt die Schlüs- selpositionen in der Wirtschaft kontrollierte. (vgl. Imbusch 2006, S. 224) Im Jahr 1941 rief Tito den allgemeinen Aufstand aus wobei Jugoslawien befreit werden sollte. Dieser Wechsel des Systems wurde mit dem Namen „Volksbe- freiung“ betitelt. Dies führte zu einer Umbruchsituation, da durch den „totalen Zusammenbruch und unwiederbringlichen Ansehensverlust des alten Sys- tems, gestaltet durch den radikalen Wandel der sozialen Verhältnisse sowie begünstigt durch eine auf Veränderung drängende internationale Konstella- tion.“ (Calic 2010, S. 147)

In den Jahren von 1943 bis 1948 sprechen Historiker von einer Konsolidierung kommunistischer Herrschaft. Im sozialistischen Jugoslawien wandte sich Tito als Staatsführer an das Volk, der mit dem Sozialismus die Alleinherrschaft der KPJ (Kommunistische Partei Jugoslawiens) in Jugoslawien führen sollte. Das Fortschrittsprojekt der Kommunisten basierte auf der sozialistischen Theorie von Wachstum und Arbeit. (vgl. Calic 2010, S. 183) Zum Aufbau einer Volks- demokratie kam es 1944. In diesem Zuge wurde Jugoslawien zum ersten Mal zur Volksdemokratie erklärt. Im Jahre 1946 entstand daraufhin die Verfassung der „Föderativen Volksrepublik Jugoslawien“. Der Völkerbund nannte fünf gleichberechtigte staatsbildende Nationen: Slowenen, Kroaten, Serben, Ma- kedonier und Montenegriner. Die bosnischen Muslime kamen erst in den 1960er Jahren als sechste Nation hinzu. (vgl. Malcolm 1996, S. 193)

1.3. Jugoslawien zur Zeit des Zweiten Weltkrieges

Im Jahre 1945 kam es zur Gründung der Föderativen Volksrepublik Jugosla- wien (Federativna Narodna Republika Jugoslavija), bestehend aus den sechs Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Mon- tenegro und Mazedonien. Das Land erhielt am 31. Januar 1946 eine nach dem Vorbild der Sowjetunion gestaltete Verfassung. (vgl. Banac 1997, S. 189)

Im Zuge des zweiten Weltkriegs wurde das jugoslawische Territorium unter Deutschland, Italien, Ungarn, Bulgarien, Albanien und Kroatien aufgeteilt. Der größte Teil Serbiens unterstand der deutschen Militärverwaltung. So wurde das Erste Jugoslawien vernichtet. Die Föderative Volksrepublik Jugoslawien bestand von 1945 bis 1963. Am 29.11.1945 wurde die “Föderative Volksre- publik Jugoslawien” ausgerufen, welche aus den Republiken; Serbien, Kroa- tien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro besteht. Demnach bekamen Mazedonien und Montenegro, die zuvor Teile Serbiens waren, Republik-Status. Dazu wurden innerhalb Serbiens noch zwei auto- nome Gebiete: Vojvodina und Kosovo geschaffen. (vgl. Djokic 2003, S. 201ff.)

1.4. Das neue Jugoslawien

Nach dem zweiten Weltkrieg, begann die Ära des Sozialismus unter Tito. Da- bei wurde eine Art des Kommunismus verfolgt, welcher als Titoismus bezeich- net wurde. Anfangs von Stalin inspiriert, distanzierte sich Tito ab 1948 immer mehr vom Stalinismus. So wurden zunehmend Kontakte und Wirtschaftsbe- ziehungen zum Westen gepflegt (vgl. Calic 2010, S. 189). Die Grundstimmung im Lande zeichnete sich durch eine Zuversicht aus, dass Tito dem Land zu neuem Aufschwung verhilft. Dies sollte mittels Selbstverwaltung und sozialis- tischem Patriotismus geschehen. (vgl. Benson 2004, S.157)

Nach dem Tod des Staatsführers Tito am 4. Mai 1980 wurde das Präsidium der Republik durch die Regierungsgeschäfte übernommen. Diese bestanden aus insgesamt acht Vertretern der jeweils sechs Teilrepubliken (die autonomen Provinzen Kosovo und Vojvodina mit eingeschlosseb). Aller- dings kam es vermehrt zu Unstimmigkeiten und die „aufkeimenade Unzufrie- denheit konnte durch den Tod Titos nicht unter Kontrolle gehalten werden“ (vgl. Sundhaussen 2008, S. 11).

1.5. Zerfall Jugoslawiens ab 1991

In allen Teilrepubliken Jugoslawiens, außer Serbien, wurden Referenden zur staatlichen Souveränität mittels demokratischer Wahlen, mit sehr hoher Wahl- beteiligung, abgehalten. (vgl. Sundhaussen 2008, S. 14)

Der Zerfall Jugoslawiens ist multikausal zu betrachten. Da die Integrationsfigur Tito fehlte und das Land eine Wirtschaftskrise durchmachen musste, begann die Sinnsuche sich auf die eigene ethnische und religiöse Identität zu stützen. Dazu sind sozioökonomische Probleme hinzu zu zählen Ferner gewannen na- tionalistische Politiker mehr und mehr an Gehör. (vgl. Calic 2017, S. 22) Letzt- endlich entwickelte sich aus der „Wirtschaftskrise eine Legitimitäts-, System- und schließlich [die] umfassende Staatskrise“(ebd). Zunächst war die Jugosla- wische Republik handlungsunfähig. Im Jahr 1990 bis 1991 fanden die Mehr- heitsparteienwahlen statt, behauptete sich in Serbien Slobodan Milosevic als Nationalist, in Kroatien stieg Franjo Tudjman Präsident auf ebenso wie Milan Kucan in Slowenien. Im Grunde genommen waren die neuen Staaten sehr wenig kompromissbereit und sehr national ausgerichtet, als im Vergleich zum Vorgängerstaat. Das Prinzip der kollektiven Führung war nun nicht mehr wirk- fähig. (vgl. Sundhaussen 2008, S. 15ff)

2. Die deutsche Asyl-, und Flüchtlingspolitik ab 1965

In diesem Kapitel wird auf die Asylpolitik in der Bundesrepublik Deutschland zur Zeit des Jugoslawienkrieges eingegangen- Dazu werden Grundlagen der Flüchtlingspolitik erwähnt und Grundsätze der deutschen Asylpolitik aufgegrif- fen. Zunächst sind die Grundlagen der europäischen Flüchtlingspolitik rele- vant, wobei auf die wichtigsten Konventionen und Entwicklungen selektiv und skizzenhaft eingegangen wird. Darüber hinaus werden relevante Gescheh- nisse zu den Jahren des Jugoslawienkriegs erwähnt und in Zusammenhang gesetzt.

2.1. Grundlagen der europäischen Flüchtlingspolitik

Bei Asyl handelt es sich allgemein gültig um eine Art "Erlaubnis" in einem an- deren Land auf begrenzte Zeit leben zu dürfen. Beim Genfer Abkommen han- delt es sich um die Rechtsstellung der Flüchtlinge. Der Konvention sind 147 Staaten beigetreten. (vgl. Münch 1993, S. 15) Dabei steht das Verbot der Aus- weisung und Zurückweisung beziehungsweise das Non-Refoulement-Prinzip festgeschrieben, welches für einen Flüchtling bedeutet, er:

darf nicht in ein Land zurück geschickt werden, in dem sein Leben oder seine Freiheit aufgrund seiner Rasse, seine Religion, seine Staatsangehörigkeit, seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder seiner politi- schen Überzeugung bedroht sein würde. (vgl. Juraforum, angerufen am 21.02.2019)

Dieses Abkommen wurde am 28. Juli 1951 auf einer UN-Sonderkonferenz in Genf verabschiedet und trat am 22. April 1954 in Kraft. (vgl. Münch 1993, S. 57) Im Laufe der Geschichte wurde das Abkommen am 31. Januar 1967 durch das „Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“ ergänzt. Diese Erlaubnis wird gewährt, wenn die Personen gemäß der Konvention von 1951 und dem Protokoll von 1967 in Bezug auf den Flüchtlingsstatus als Flüchtlinge definiert werden (vgl. Kalbermatter 2013, S. 53) Die Konvention wurde als In- strument angenommen, um anhand von allgemeinen Kriterien ad-hoc-Verein- barungen zu ersetzen, wie sie vor dem 2. Weltkrieg getroffen wurden. Im Arti- kel 63 EGV-A verpflichtet sich die Union zur Einhaltung der Genfer Flüchtlings- konvention, wobei der Rat der EU 1967 über die Rechtstellung der Flüchtlinge bestimmt hat. (vgl. Kalbermatter 2013, S. 54) Diese konventionsrelevanten Verfolgungshandlungen werden durch die Genfer Flüchtlingskonvention fest- gehalten. Außerdem werden daraus Rechte aus einer Anerkennung als Flüchtling festgelegt (Maier-Borst 2013, S. 119).

2.3 Die deutsche Asyl- und Flüchtlingspolitik

Das erste deutsche Ausländergesetz wurde 1965 verabschiedet und 1990 grundlegend novelliert (Groß 2013, S. 108). Aus Gründen der Nachvollzieh- barkeit wird an dieser Stelle nur auf die wesentlichen Punkte der Asylpolitik (betreffend der jugoslawischen Zuwanderergruppen) eingegangen.

Die Gruppe der Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge trug in den Jahren um 1990 ganz erheblich zum positiven Wanderungssaldo der Bundesrepublik bei. Die Asylsuchenden die stammen zum größten Teil aus den Krisengebieten Jugoslawiens. Bis zum Jahr 1999 gab es allein aus dem ehemaligen Jugosla- wien 3.248.700 Kriegsflüchtlinge (darunter auch die Bürger aus der UdSSR nach deren Auflösung), wobei es aus Jugoslawien mehr als eine Million Bin- nenflüchtlinge gab (vgl. Bendiek 2004, S. 73)

Ab dem Jahre 1973 waren jedoch Einschränkungen in der Flüchtlingspolitik zu verzeichnen. In dieser Phase rückte das bis dato relativ unumstrittene Asyl- recht stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatten. Zum einen galt der Vorwurf „Missbrauch des Asylrechts“ durch Asylsuchende. Diesem Umstand entschied sich die Politik mit den Maßnahmen einer Verschlechterung der so- zialen Bedingungen und einer Verkürzung des Verfahrens (Zugangserschwe- rung für Asylsuchende) zu begegnen. Dabei durften die Ausländerbehörden zum Zweck einer Missbrauchsüberprüfung den Antrag auf diesen Verdacht überprüfen und eine Verkürzung bzw. Beendigung des Verfahrens veranlas- sen. (vgl. Hoesch 2018, S. 23) Durch die Beeinflussung und Einschränkung der staatlichen Asylverfahren beziehungsweise den Rechten von Asylbewer- bern des Asylverfahrens wurden diverse administrative und gesetzgeberische Maßnahmen diskutiert und eingeführt. Weiterhin wurde eine Verpflichtung für Beförderungsunternehmen eingeleitet, um zu prüfen, ob die notwendigen Ein- reisevisa bei der Abreise vorliegen. Zum anderen wurde das Konzept entwor- fen, Schutzsuchende auf sichere Drittstaaten zu verweisen. (Maier-Borst 2013, S. 120) Begründet wurde der Asyl-Kompromiss mit der Befürchtung des „Asylmissbrauchs“, welches als Folge den Schutz tatsächlich politisch Verfolg- ter intendiert war. Weiterhin ging es um die Verminderung von Ängsten durch Zuwanderungssteuerung sowie das Ziel der deutschen Politik stärker im Asyl- bereich mit der EU zu kooperieren. (Ulrich 2016, S. 14)

[...]

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Details

Titel
Zuwanderung aus (Ex-)Jugoslawien nach Deutschland ab 1968. Indikatoren für das Ausmaß der Integration
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Stadt- und Regionalentwicklung
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
34
Katalognummer
V502154
ISBN (eBook)
9783346042002
ISBN (Buch)
9783346042019
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugoslawien, Zuwanderung Migration, Gastarbeiter
Arbeit zitieren
Nejla Djikezi (Autor), 2019, Zuwanderung aus (Ex-)Jugoslawien nach Deutschland ab 1968. Indikatoren für das Ausmaß der Integration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502154

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