Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll die folgende Forschungsfrage untersucht werden: Haben die IFRS zur Reduktion von Transaktionskosten bei der Beteiligung internationaler Investoren an Wachstumsunternehmen beigetragen?
Die Forschungsfrage soll anhand von jungen Wachstumsunternehmen beantwortet werden. Dies wird damit begründet, dass bei jungen Unternehmen keine lange Firmenhistorie besteht, welche der Investor für seine Entscheidung heranziehen kann. Folglich nimmt die Bedeutung der Finanzkennzahlen, welche aus dem Jahresabschluss genommen werden, ab.
Für die Beantwortung der im vorangegangenen Kapitel definierten Forschungsfrage werden zunächst im zweiten Kapitel die theoretischen Grundlagen beschrieben, auf denen die weitere Untersuchung basieren wird. Hierzu zählen insbesondere die Definition der zentralen Begrifflichkeiten sowie eine erste Übersicht über Maßnahmen, welchen Unternehmen zur Verfügung stehen, um die Informationsasymmetrie zu reduzieren.
Aufbauend auf der theoretischen Einführung wird im dritten Kapitel zunächst der Begriff eines "internationalen Investors“ definiert und anschießend auf die Besonderheiten bei der Finanzierung von jungen Wachstumsunternehmen eingegangen. Abschließend werden die verschiedenen Kriterien diskutiert, welche Investoren ihrer Investitionsentscheidung zugrunde liegen, wie der Prozess der Informationsaufbereitung abläuft und welche Transaktionskosten sich aus diesem Prozess ergeben.
Nach der Herleitung der Transaktionskosten für internationale Investoren wird im vierten Kapitel auf die internationalen Rechnungslegungsstandards und deren Aufbau näher eingegangen. Hierbei soll insbesondere aufgezeigt werden, welches Ziel mit den internationalen Rechnungslegungsstandards vom Gesetzgeber verfolgt wurde und was dies für Unternehmen bedeutet.
Im fünften Kapitel werden die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt und unter-sucht, ob der Aufwand für internationale Investoren für die Informationsbeschaffung mit dem Ziel der Reduktion der Informationsasymmetrie durch die Einführung von IFRS reduziert werden konnte. Abschließend werden im sechsten Kapitel die Ergebnisse zusammenfassend dargestellt und ein Ausblick für die Zukunft gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Herleitung der Forschungsfrage
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Transaktionskostentheorie
2.1.1 Transaktionen und Transaktionskosten
2.1.2 Theorie der Transaktionskosten
2.2 Principal Agent Theorie
2.2.1 Annahmen der Theorie
2.2.2 Asymmetrische Informationen
2.2.3 Abbau asymmetrischer Informationen durch Planungs-, Kontroll- und Informationssysteme
3 Unternehmensfinanzierung über internationale Investoren
3.1 Abgrenzung des Begriffs „internationaler Investor“
3.2 Finanzierung von jungen Wachstumsunternehmen
3.3 Informationsasymmetrien für internationale Investoren bei der Finanzierung
3.3.1 Analyse des Business Plans
3.3.2 Analyse der finanziellen Situation
3.3.3 Durchführung einer Risikoprüfung
3.3.4 Bewertung des Managements
3.4 Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse
4 Einführung in die Internationale Rechnungslegung
4.1 International Financial Reporting Standards – IFRS
4.2 Zielsetzung der IFRS Standards
4.3 Das IFRS Rahmenkonzeptes
4.3.1 Aufbaue des IFRS Rahmenkonzeptes
4.3.2 Qualitative Anforderungen des Rahmenwerkes
5 Beitrag von IFRS zur Reduktion von Transaktionskosten
5.1 Gegenstand und Gang der Analyse
5.2 Reduktion der Transaktionskosten bei der Analyse des Business Plans sowie des Managements durch IFRS
6 Schlussbetrachtung
6.1 Zusammenfassung der Erkenntnisse
6.2 Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) dazu beitragen kann, Informationsasymmetrien abzubauen und damit Transaktionskosten für internationale Investoren bei der Beteiligung an jungen Wachstumsunternehmen zu reduzieren. Im Zentrum steht die Analyse des Analyseaufwands bei der Bewertung von Geschäftsplänen und Managementleistungen unter Berücksichtigung von Unsicherheit und Spezifität.
- Analyse der Transaktionskostentheorie und Principal-Agent-Problematik.
- Besonderheiten der Finanzierung junger, wachstumsorientierter Unternehmen.
- Rolle des IFRS-Rahmenkonzepts zur Steigerung der Informationsqualität.
- Untersuchung der Reduktion von Transaktionskosten durch Standardisierung der Rechnungslegung.
- Einfluss qualitativer Anforderungen wie Verständlichkeit, Relevanz und Vergleichbarkeit.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Analyse des Business Plans
Die grundsätzliche Herausforderung bei Vertragsbeziehungen zwischen jungen Wachstumsunternehmen mit einer kurzen Firmenhistorie und wenig öffentlich zugänglichen Informationen auf der einen Seite und Kapitalgebern in Form von internationalen Investoren auf der anderen Seite besteht in den Informationsasymmetrien zu Lasten der Investoren.56
Diese Informationsasymmetrie kann damit begründet werden, dass das Management sehr viel besser über das Geschäftsmodell und das Marktpotenzial sowie die aktuelle Entwicklung des Unternehmens informiert ist als die Investoren. Darüber hinaus hat das Management den Anreiz diesen Informationsvorsprung zu eigenen Gunsten zu nutzen, um die Finanzierung durch den Investor sicherzustellen. Ferner muss das Management jedoch darauf achten, dass der Informationsvorsprung nicht soweit ausgenutzt wird, dass die Transaktionskosten für dessen Reduzierung durch den Investor so hoch für selbigen werden, dass er die Finanzierung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr leisten kann.57 Folglich hat auch das Wachstumsunternehmen ein Interesse daran, dass die Informationsasymmetrien für den Investor zu reduzieren, um das Zustandekommen des Vertrages und damit die Finanzierung sicherzustellen, welche letztendlich das Überleben des Unternehmens sicherstellt. Vor diesem Hintergrund bereiten junge Wachstumsunternehmen verschiedene Informationen auf, um aktiv die Informationsasymmetrie gegenüber dem Investor zu reduzieren, wobei jedoch die Frage beantwortet werden muss, ob die aufbereiteten Informationen korrekt sind und ob das gleiche Verständnis zwischen Investor und Wachstumsunternehmen hinsichtlich der Interpretation der aufbereiteten Informationen besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Informationsasymmetrie bei Börsengängen und Unternehmensbeteiligungen ein und leitet die Forschungsfrage bezüglich der IFRS-induzierten Transaktionskostensenkung ab.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Transaktionskostentheorie sowie die Principal-Agent-Theorie als wissenschaftliches Fundament für die Analyse von Informationsproblemen.
3 Unternehmensfinanzierung über internationale Investoren: Hier werden die spezifischen Finanzierungsherausforderungen junger Wachstumsunternehmen sowie die Rolle der Due Diligence und des Business Plans für Investoren untersucht.
4 Einführung in die Internationale Rechnungslegung: Dieses Kapitel beschreibt das IFRS-System, dessen Zielsetzungen sowie die drei Säulen des Regelwerks (Rahmenkonzept, Standards, Interpretationen).
5 Beitrag von IFRS zur Reduktion von Transaktionskosten: Die Analyse untersucht qualitativ, wie IFRS-Anforderungen die Dimensionen Spezifität, Unsicherheit und Häufigkeit in der Vertragsbeziehung beeinflussen und Kosten mindern.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die qualitative Aufbereitung nach IFRS den Analyseaufwand für Investoren effektiv senken kann.
Schlüsselwörter
International Financial Reporting Standards, IFRS, Transaktionskosten, Informationsasymmetrie, Wachstumsunternehmen, Principal-Agent-Theorie, Risikokapital, Due Diligence, Business Plan, Investoren, Rechnungslegung, Rahmenkonzept, Unsicherheit, Finanzierung, Unternehmensmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob einheitliche internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS) dazu beitragen können, Informationsnachteile zwischen Unternehmen und Investoren abzubauen und somit Transaktionskosten zu senken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Transaktionskostentheorie, die Principal-Agent-Beziehung, das Finanzierungsumfeld junger Wachstumsunternehmen und das IFRS-Regelwerk.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die primäre Forschungsfrage lautet: Haben die IFRS zur Reduktion von Transaktionskosten bei der Beteiligung internationaler Investoren an Wachstumsunternehmen beigetragen?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte, qualitative Analyse, die ökonomische Theorien auf die Anforderungen der IFRS-Rechnungslegung anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Informationsasymmetrien bei der Finanzierung, die Bedeutung von Jahresabschlüssen als Monitoring-Instrument und die Eignung der IFRS-Anforderungen zur Effizienzsteigerung im Analyseprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind IFRS, Transaktionskosten, Informationsasymmetrie, Wachstumsunternehmen, Investoren und Due Diligence.
Warum sind gerade junge Wachstumsunternehmen der Fokus?
Da diese Unternehmen oft keine lange Historie haben, sind sie stärker von Finanzierungen abhängig und weisen eine höhere Informationsasymmetrie auf, was die Problematik verdeutlicht.
Wie trägt das IFRS-Rahmenkonzept zur Risikominimierung bei?
Durch qualitative Anforderungen wie Vergleichbarkeit, Relevanz und Verlässlichkeit wird die Informationsbasis für Investoren verbessert, was den Aufwand für die Risikoprüfung (Due Diligence) reduziert.
- Quote paper
- Dieter Neumann (Author), Raphael Dreger (Author), 2019, International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Reduktion von Transaktionskosten bei der Beteiligung internationaler Investoren an Wachstumsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502229