Militärische und historische Ansätze zu Leadership

Eine Analyse und Interpretation von Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung von Führungspersonen


Seminararbeit, 2019

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Abgrenzung und Aufbau der Arbeit
2.1 Ausgangslage
2.2 Der Weg des Samurai
2.3 Sun Tzu für Manager
2.4 36 Strategeme für Manager
2.5 48 Gesetze der Macht
2.6 Aufbau der Analyse

3 Die Gefahr fehlender Persönlichkeitsentwicklung

4 Analyse der aus den Werken synthetisierten Eigenschaften
4.1 Detailverliebtheit oder der Hang zur gründlichen Vorbereitung
4.2 Selbstkontrolle / Beharrlichkeit
4.3 Reflexionsfähigkeit

5 Fazit und Stellungnahme des Autors
5.1 Östliche vs. Westliche Sichtweise
5.2 „Peak Everything“
5.3 Das Problem mit der Zeit
5.4 Fehler im System
5.5 Fazit

Literaturverzeichnis

Erklärung zur Verwendung gendergerechter Sprache

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit ist die folgende Arbeit nicht in gendergerechter Sprache verfasst. Alle Bezeichnungen, die eine Person betreffen, sind als geschlechter-übergreifend zu betrachten

1 Einleitung

Leadership, zu Deutsch Menschenführung, gehört in der Moderne ebenso zum Lehrplan angehender Manager mit Personalverantwortung als auch grundlegende Disziplinen der Betriebswirtschaftslehre. Ihren Ursprung hat die Lehre um die Führung von Menschen jedoch im Militär. In keinem anderen Bereich waren gut geschulte Führungspersönlichkeiten so unabdingbar wie bei der Führung von Soldaten. Geoffrey Regan unterstreicht in seinem Buch ‘Narren, Nulpen, Niedermacher‘ wie wichtig es für Befehlshaber war, makellos ausgebildet zu sein, denn Führungsversagen hatte stets drastische Folgen. „Es gibt genauso viele inkompetente Ärzte, Zahnärzte, Buchhalter, Anwälte, Lehrer und Ingenieure wie unfähige Befehlshaber. Allerdings kommt dem militärischen Versagen aufgrund der Auswirkungen, die es auf die Gesellschaft haben kann, ein größeres Gewicht zu. In der zivilen Luftfahrt kann ein Pilot vielleicht einige hundert Menschen in den Tod befördern, ein General dagegen Zehntausende.“1

Es ging und geht im Militär um Leben und Tod. Gut geschulte Führungskräfte sind notwendig, da sie eine immense Verantwortung auf den Schultern tragen und dieser auch gerecht werden müssen. Aus eben diesem Grund müssen diese Schultern, metaphorisch gesprochen, wohl geformt sein. Hier ist also nicht die physische Stärke gemeint, sondern vielmehr die Stärke und das Selbstbewusstsein, die einem durch jahrelange Schulung gestählten und scharfen Geist entspringen. Nicht ohne Grund sind auch heute die Eigenschaften militärischer Führungskräfte in der freien Wirtschaft gefragt.2

Heutzutage gibt es diverse wissenschaftlich fundierte Ansätze, die Führung beschreiben und Eigenschaften von Führungspersönlichkeiten untersuchen. Nichtsdestotrotz ist man sich in der akademischen Welt nicht einig, ob wahre Leader geboren oder gemacht werden. Leadership bleibt jedoch bloße Theorie, solange sich die Führungskraft selbst nicht auf einer gewissen Entwicklungsstufe befindet. Dabei reichen Fach- und Methodenwissen allein nicht aus, um ein guter Leader zu sein. Die zitierten Werke, die das Zentrum der Seminararbeit bilden, sind zumeist Interpretationen alter Denkschulen, die ebendiese Ansätze in einen wirtschaftlichen Kontext gebracht haben und Managern eine neue Perspektive auf Führungsaufgaben geben. Ebenso schulen sie aber auch im Aufbau einer wahren Führungspersönlichkeit. Aus diesem Grund hat die vorliegende Arbeit das Ziel historische und damit meist auch militärische Ansätze des Leaderships hin auf einen bestimmten Aspekt zu analysieren. Dabei werden nicht allein die Eigenschaften einer Führungspersönlichkeit beschrieben, sondern vielmehr herausgearbeitet, welche Schritte in der Persönlichkeitsentwicklung notwendig sind, um eine herausragende Führungskraft zu formen.

2 Abgrenzung und Aufbau der Arbeit

2.1 Ausgangslage

Wie in der Einleitung beschrieben, ist die Intention der vorliegenden Seminararbeit die Gemeinsamkeiten östlicher und westlicher Denkschulen hinsichtlich der Entwicklung hin zu einer Führungsperson herauszuarbeiten. Zu diesem Zweck werden klassische Werke mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen herangezogen und interpretiert. Die zugrundeliegende Annahme hierbei ist, dass Leader nicht geboren, sondern ausgebildet werden. Sicherlich gibt es gewisse angeborene Charaktereigenschaften, die historische und kontemporäre Leader gemein haben. Die Interpretation der Werke im Kontext der vorliegenden Arbeit soll jedoch philosophisch den Entwicklungsprozess hin zu einer Führungspersönlichkeit beleuchten und aufzeigen inwiefern jeder Einzelne Einfluss auf diese Entwicklung nehmen kann.

Die Werke, die zu diesem Zweck analysiert wurden, werden in den nachfolgenden Absätzen kurz zusammengefasst, der Aufbau der Analyse erklärt und, zur besseren Navigation durch die folgenden Kapitel, die Gemeinsamkeiten gelistet.

2.2 Der Weg des Samurai

Das erste Werk, dessen Erkenntnisse in die Analyse einfließen, wurde von Yagyu Munenori, einem Schwertkämpfer, der im Verlauf seines Lebens drei Shogunen als Schwertkampfmeister diente, im Japan des 16. und 17. Jahrhundert verfasst. Ursprünglich waren die Schriften ein spiritueller Leitfaden, der innerhalb der Familie Yagyu als Geheimwissen über die Schwertkampfkunst von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Erfahrungen aus Kämpfen werden mit Weisheiten des Zen Buddhismus kombiniert und stellen somit eine Anleitung für die innere Haltung des Kriegers dar.3

Die Grundannahme hierbei ist, dass der Geist des Kriegers frei sein soll, denn nur so ließe sich ein mutiger Umgang mit sich selbst und mit Konflikten gewährleisten.4 Nach Yagyu Munenori steht der Kampf mit dem Gegner nicht im Vordergrund, sondern in erster Linie die gründliche Vorbereitung des Geistes. Sie solle sich auch nicht allein auf ein Spezialgebiet, wie zum Beispiel Schwertkampf, konzentrieren. Vielmehr gelte es alle Lebensbereiche zu meistern und so zu einem vollendeten Menschen zu werden. Ist dies erreicht, so wird man auch im Kampf siegreich sein.5

2.3 Sun Tzu für Manager

Während der Weg des Samurai die Wichtigkeit der inneren Einstellung und des Geistes lehrt, vermittelt Sun Tzus ‚Kunst des Krieges‘ die 13 Gebote der Strategie, welche aus Erfahrungen auf dem Schlachtfeld herrühren. Erfahrung wird in diesem Zusammenhang als die Fähigkeit eigenes Wissen und das Wissen anderer optimal einzusetzen verstanden. Der Autor, Werner Schwanfelder, merkt an, dass chinesische Unternehmen oft nach wie vor nach den Geboten Sun Tzus geführt werden, der vor über 2500 Jahren gelebt haben und ein erfolgreicher Feldherr gewesen sein soll.6

‚Die Kunst des Krieges‘ ist ein Leitfaden für strategisches Denken, dessen Texte von einer tiefen Weisheit zeugen, die sich nicht nur auf die Kriegskunst übertragen lässt. So wird der Manager mit einem Kriegsherrn verglichen, der strategische Überlegungen anstellen muss, um das Beste aus seiner Situation zu machen. Die 13 Gebote Sun Tzus können als Beispiele für alltägliche Situationen, mit denen eine Führungskraft konfrontiert wird, ausgelegt werden und regen zu einer tieferen, strategischen Analyse und Ausrichtung der eigenen Handlungen an.7

2.4 36 Strategeme für Manager

Neben der inneren, geistigen Einstellung und einem übergeordneten Strategieverständnis, ist in der östlichen Lehre auch die Kenntnis und Anwendung von List ein wichtiger Bestandteil in der Schulung von (militärischen) Führungskräften. ‚36 Strategeme für Manager‘ beschreibt die List und vor allem die Listkenntnis als ein geistiges Orientierungssystem.8 Ein Strategem wird in diesem Zusammenhang als Kriegslist oder List, Trick verstanden und als ein unkonventioneller, außergewöhnlicher Weg an das Ziel zu kommen ausgelegt, der einen Ausbruch aus dem Routinedenken voraussetzt.9

Historisch betrachtet war die Kenntnis von Listen für chinesische Soldaten überlebenswichtig. Zum einen, um Listen gewinnbringend einzusetzen, zum anderen aber auch um gegnerische Täuschungen zu erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten zu können. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass List im östlichen Sinne nicht negativ belastet ist und ausgelegt wird als „Etwas Außergewöhnliches erzeugen, um den Sieg zu erringen“.10 Strategeme sind demnach ethisch neutral zu betrachten, lediglich die Anwendung der Strategeme kann sowohl zum Guten als auch schlechten Ziel eingesetzt werden.11

2.5 48 Gesetze der Macht

Die drei bisher beschriebenen Werke verdeutlichen östliche Werte, welche bei der Formung der Persönlichkeit zu einer versierten Führungskraft wichtig sind. Um auch die westliche Perspektive zu beleuchten, werden Robert Greenes ‚48 Gesetze der Macht‘ zu Rate gezogen. Greene beschreibt in 48 konkreten Beispielen die Kunst des indirekten Vorgehens, die eine Erlangung und Festigung der persönlichen Machtstellung ermöglicht.12 Das zugrundeliegende Menschenbild ist demnach eines, das den Menschen als ein nach Macht strebendes Geschöpf im Sinne des hobbesschen Leviathan darstellt. Die Beherrschung des Machtspiels werde damit unabdingbar, sofern man erfolgreich sein wolle. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die gesammelten Beispiele zum Bestehen im Machtspiel eine alternative Sichtweise darstellen und ergänzend konkrete Beispiele für die Anwendung der übergeordneten Führungseigenschaft liefern. Ergänzend deshalb, da viele Gesetze eine Überlappung zu den oben beschriebenen Strategemen darstellen, aufgrund der westlichen Perspektive jedoch von Listenblindheit dominiert sind und nicht als List interpretiert werden, worauf konkreter im Verlauf der Arbeit eingegangen wird.

Ein weiteres Beispiel wie man im Machtspiel besteht, stellt das Buch „der kleine Machiavelli“ dar. Da das Buch jedoch nicht wirklich als Ratgeber zu betrachten ist, hat es eine Sonderstellung im Rahmen dieser Seminararbeit und wird im dritten Kapitel ausführlich betrachtet.

2.6 Aufbau der Analyse

Die oben kurz umrissenen Werke dienen als Grundlage, um Gemeinsamkeiten der Ansätze hinsichtlich unverzichtbarer Eigenschaften für den Führungserfolg zu identifizieren und eine Anleitung zu geben, wie eine angehende Führungskraft diese Erkenntnisse für die eigene Persönlichkeitsentwicklung nutzen kann. Die Leadership Trait Theory, ein Forschungszweig, der sich auf die Eigenschaften einer Führungsperson konzentriert, bildet hierbei die Ausgangslage. Dieser Ansatz hat eine lange historische Bedeutung und spielte bei der Erforschung von Führung eine immense Rolle. Obgleich oft kritisiert, mit dem Hauptaugenmerk auf dem fehlenden situativen Bezug oder darauf, dass die Erkenntnisse keinerlei Richtung bei der Ausbildung von zukünftigen Führungskräften geben, gibt die Leadership-Trait Theory einen quantitativ erforschten Überblick über Kernkompetenzen, die erfolgreichen Führungskräften gemein sind.13 Eine Meta-Studie hat die Ergebnisse zu diesem Ansatz untersucht und die Eigenschaften mit der größten Ausprägung in Kategorien eingeteilt.

Kognitive Kapazität und Fähigkeiten Persönlichkeit Motiv Sozialkompetenzen Aufgabenbezogene Fähigkeiten Selbstbild Wissen14

Die Ergebnisse dieser Studie sollen um die Erkenntnisse aus der Erfahrung historischer Begebenheiten, beziehungsweise Weisheiten, erweitert werden. Die vorliegende Arbeit fokussiert sich deshalb auf folgende Attribute von erfolgreichen Führungspersönlichkeiten, auf die Hinweise in oben gelisteten Werken zu finden sind:

Detailverliebtheit oder der Hang zur gründlichen Vorbereitung Selbstkontrolle / Beharrlichkeit Reflexionsfähigkeit

Das Vorgehen bei der Analyse beinhaltet die Perspektive der geistigen Einstellung als Grundlage, der eine übergeordnete Strategie als Wegweiser zur Anwendung von Wissen vorangeht. List fließt als Hilfsmittel zur Ausführung der Strategie, beziehungsweise zur Abwehr von Gegenstrategien, ein. Abschließend wird darüber hinaus die westliche Sichtweise mit einem konkreten Anwendungsbeispiel der jeweiligen übergeordneten Eigenschaft gewürdigt.

3 Die Gefahr fehlender Persönlichkeitsentwicklung

Um die Tragweite der Bedeutung von Persönlichkeitsentwicklung für Führungspersonen aufzuzeigen, wird in diesem Kapitel das Buch ‚Der kleine Machiavelli‘ als Beispiel herangezogen. Die Autoren Noll und Bachmann lehnen ihr Werk an den italienischen Schriftsteller Niccolò Machiavelli an, der im 14. und 15. Jahrhundert lebte und in seinen Texten die Erlangung und Erhaltung der Macht thematisierte. So handelt auch das oben genannte Buch von modernen Machtspielen und beschreibt auf eine satirische Art und Weise wie man in diesen bestehen und bestenfalls gar als Sieger emporsteigen kann. Es stehen jedoch nicht etwa der Adel oder die politische Führungsriege im Zentrum der Erzählung wie noch bei Niccolò Machiavelli, sondern die Gruppe, die sich am meisten mit Machtspielen beschäftigt, Manager. Der kleine Machiavelli ließe sich auch als Anleitung zum Bestehen im Machtkampf auslegen, in der vorliegenden Arbeit wurde sich jedoch bewusst dagegen entschieden die Ratschläge als solche einzuarbeiten. Das negative Menschenbild, das hier gezeichnet wird soll bezugnehmend auf Persönlichkeitsentwicklung analysiert werden.

Der Einstieg mit diesem Beispiel soll aufzeigen, welche Gefahren es nach sich ziehen kann, wenn man sich als angehende oder bereits gefestigte Führungskraft nicht mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Natürlich ist neben dem Auseinandersetzen mit Themen der Persönlichkeitsentwicklung auch wichtig zu erkennen und zu verstehen wie das Machtspiel, das um einen herum geschieht, funktioniert. Dennoch soll dieses Beispiel verdeutlichen, dass eine fehlende Entwicklung der eigenen Persönlichkeit negative Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Auch wenn das in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verfasste Buch eher als Satire zu betrachten ist und mit gängigen Stereotypen über Manager auf geschickte Art und Weise spielt, hat es heute, mit Blick auf den amerikanischen Präsidenten, mehr Bedeutung als je zuvor. Die Autoren, die beide im Verlauf ihrer Karriere Führungsrollen in der Wirtschaft besetzt hatten, demonstrieren einen typischen Werdegang moderner Führungspersonen, die sich an falschen Werten orientieren. Es wird kritisiert, dass bei dem Streben nach Macht und Einfluss keinerlei Weitsicht an den Tag gelegt wird und kurzfristige, eigendienliche Erfolge weitaus höhere Bedeutung haben als langfristiges Denken.15 Der persönliche Stolz nach Macht strebender Manager gehe so weit, dass die Gefahr besteht, unfähig zu sein zukünftige Situationen korrekt einzuschätzen.16 Demnach findet langfristiges Denken nur Anwendung, wenn es um die eigene Karriere geht. Manager sind, Noll und Bachmann nach, viel zu sehr damit beschäftigt im System zu funktionieren und demonstrieren ein fehlendes Wertesystem, in dem sie nach Macht und Erfolg um jeden Preis streben und das eigene Ego an erste Stelle stellen.17

Die Ratschläge um die gängigen Machtspiele beim Aufstieg eines Managers erkennen und für sich selbst nutzen zu können, die in diesem Buch gegeben werden, sind nicht wirklich ernst gemeint. Nichtsdestotrotz haben sie einen gewissen Bezug zur Realität. Die Gefahr beim Spiel um die Macht hat sich zuletzt öffentlichkeitswirksam im VW Dieselskandal offenbart. Die Autoren warnen im Verlauf des Buches davor, dass Macht vor Verantwortung schützt und dass das so genannte Power Play, also die Anwendung von Tricks und Finessen zur Erlangung und Sicherung von Macht, auch Gefahren mit sich bringt.18 Konkreter sprechen sie beispielsweise von dem Mittel der Opferung von Sündenböcken um Verantwortung abzuwälzen und die eigene Macht zu sichern.19 Oliver Schmidt, ein ehemaliger Ingenieur leitender Tätigkeit für den VW Konzern in den USA, ist ebendieser Gefahr zum Opfer gefallen und muss sich nicht allein für seine Vergehen, sondern auch für die Vergehen seiner Vorgesetzen als Sündenbock verantworten.20 Diese reelle Gefahr verdeutlicht nochmals, dass es nicht nur wichtig ist das Machtspiel verstanden zu haben, sondern dass es ebenso relevant beim Entwurf der eigenen Karriere ist, sich auch ein Wertesystem aufzubauen und nicht des eigenen Egos wegen nach Macht zu streben. Welche Eigenschaften es beim Aufbau des Wertesystems zu beachten gilt, wird im nächsten Abschnitt diskutiert.

4 Analyse der aus den Werken synthetisierten Eigenschaften

4.1 Detailverliebtheit oder der Hang zur gründlichen Vorbereitung

Analysiert man die eingangs beschriebenen Werke hin auf Gemeinsamkeiten, so zieht sich ein Hang hin zu einer gründlichen Vorbereitung wie ein roter Faden durch die Ansätze, die an sich unterschiedlicher nicht sein könnten. Munenori argumentiert, dass die Vorbereitung bereits beim eigenen Geist, und damit ist die innere Einstellung gemeint, beginnt. Um in jeder Situation in der Lage zu sein gegnerische Strategeme zu erfassen, weist er darauf hin, dass Gewinn und Verlust vom eigenen Geisteszustand abhängen und Strategien lange im Voraus entwickelt werden wollen.21 Dazu ist es wichtig zu erkennen, dass der Erfolg der Vorbereitung in der Einsicht begründet liegt, dass man mit dem Geist sieht und die Augen ausschließlich der Wahrnehmung dienen.22 Ein gut geschulter und kontrollierter Geist legt also den Grundstein für den Erfolg der Handlungen einer Führungsperson. Ein „falscher Geist“ hingegen, ein Geist, der nicht kontrolliert ist und Launen unterliegt, ist hingegen ein Garant für Misserfolg, da er zu unüberlegten Handlungen führt.23 Das Ziel ist, allzeit bereit und auf alles gefasst zu sein, gut abzuschätzen und sich dabei in Bescheidenheit zu üben. Diese Philosophie wird Nicht-Schwert, also die Kunst einen Gegner ohne Einsatz des Schwertes durch gute Vorbereitung und Geisteskraft zu besiegen, genannt.24 An dieser Stelle zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Unterschied zu den im Buch ‚Der kleine Machiavelli‘ beschriebenen Grundsätzen. Nicht-Schwert lehrt, dass man einen Sieg nicht erringen kann, indem man mit Nachdruck gewinnen möchte.

[...]


1 Regan, G., Narren, Nulpen, Niedermacher, 1998, S. 7.

2 Vgl. Price, D. R., Why hire a former military person for a leadership position?, 2011, S. 59–62.

3 Vgl. Yagyū, M., Der Weg des Samurai, 2008, S. 117.

4 Vgl. Yagyū, M., Der Weg des Samurai, 2008, S. 9 ff.

5 Vgl. Yagyū, M., Der Weg des Samurai, 2008, S. 64 f.

6 Vgl. Schwanfelder, W., Sun Tzu für Manager, 2005, S. 13.

7 Vgl. Schwanfelder, W., Sun Tzu für Manager, 2005, S. 13 ff.

8 Vgl. Senger, H. v., 36 Strategeme für Manager, 2016, S. 1.

9 Vgl. Senger, H. v., 36 Strategeme für Manager, 2016, S. 5 f.

10 Senger, H. v., 36 Strategeme für Manager, 2016, S. 15.

11 Senger, H. v., 36 Strategeme für Manager, 2016, S. 40.

12 Greene, R., Power, 2011, S. 18.

13 Vgl. Zaccaro, S. J., Trait-based perspectives of leadership, 2007, S. 6–10.

14 Vgl. Antonakis, J./Day, D. v., The nature of leadership, 2018, S. 34.

15 Vgl. Bachmann, H. R./Noll, P., Der kleine Machiavelli, 2018, S. 70.

16 Vgl. Bachmann, H. R./Noll, P., Der kleine Machiavelli, 2018, S. 34.

17 Vgl. Bachmann, H. R./Noll, P., Der kleine Machiavelli, 2018, S. 11.

18 Vgl. Bachmann, H. R./Noll, P., Der kleine Machiavelli, 2018, S. 145.

19 Vgl. Bachmann, H. R./Noll, P., Der kleine Machiavelli, 2018, S. 125.

20 Vgl. Spiegel Online, Abgasskandal, 2017.

21 Vgl. Yagyū, M., Der Weg des Samurai, 2008, S. 100.

22 Vgl. Yagyū, M., Der Weg des Samurai, 2008, S. 54.

23 Vgl. Yagyū, M., Der Weg des Samurai, 2008, S. 66.

24 Vgl. Yagyū, M., Der Weg des Samurai, 2008, S. 69.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Militärische und historische Ansätze zu Leadership
Untertitel
Eine Analyse und Interpretation von Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung von Führungspersonen
Hochschule
Hochschule Heilbronn Technik Wirtschaft Informatik
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V502246
ISBN (eBook)
9783346049940
ISBN (Buch)
9783346049957
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leadership, Führung, Persönlichkeitsentwicklung, Führungskraft, Manager, Management, Leader
Arbeit zitieren
Konstantin Siefert (Autor), 2019, Militärische und historische Ansätze zu Leadership, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502246

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