Die Arbeit beschäftigt sich zunächst mit Caesars Krieg gegen die Helvetier und dem darauffolgenden Krieg gegen Ariovist um daraufhin die Rechtmäßigkeit von Caesars Vorgehen sowie die Glaubwürdigkeit seiner Argumentation zu überprüfen. In einem zweiten Punkt werde ich mich anschließend der Darstellung seiner Person widmen, wie Caesar sie selbst in seinem Werk beschreibt, wobei ich drei Eigenschaften herausgreifen werde: Caesars rhetorische Begabung, seine Bindung zu den Soldaten und seine Fähigkeiten als Feldherr. Auch hier werde ich mithilfe von Sekundärliteratur und den oben genannten Quellen versuchen, den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu prüfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Caesars Darstellung des gallischen Krieges und dessen Glaubwürdigkeit
2.1 Krieg gegen die Helvetier
2.2 Krieg gegen Ariovist
2.3 Darstellung von Caesars Person
2.3.1 Rhetorische Begabung
2.3.2 Caesars Verhältnis zu den Soldaten
2.3.3 Caesars Fähigkeit als Feldherr
3. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Glaubwürdigkeit von Gaius Iulius Caesars Werk „Commentarii de Bello Gallico“ kritisch, indem sie ausgewählte militärische Ereignisse in Gallien sowie die Selbstinszenierung Caesars auf ihre historische Plausibilität und Legitimation hin überprüft.
- Historische Analyse der Kriege gegen die Helvetier und Ariovist.
- Untersuchung der rhetorischen Strategien und der Selbstporträtierung Caesars.
- Kritischer Abgleich von Caesars Berichten mit antiken Quellen und moderner Forschung.
- Analyse der machtpolitischen Ambitionen Caesars im Kontext der römischen Außenpolitik.
- Beurteilung der Führungsqualitäten Caesars und seiner Bindung zu den Soldaten.
Auszug aus dem Buch
2.1 Krieg gegen die Helvetier
Zu Beginn des 1. Buches berichtet Caesar vom Plan der Helvetier, ihr Land zu verlassen und sich in einem neuen Gebiet anzusiedeln, um zum einen „[…] ganz Gallien zu unterwerfen“7 und zum anderen ein ihrer Volkszahl, Tapferkeit und ihrem Ruhm entsprechend großes Gebiet zu erlangen.8 Den Helvetiern standen dabei zwei Wege zu Verfügung, auf denen sie ihr Gebiet verlassen konnten. Der eine führte durch das Land der Sequaner, war jedoch schwer zugänglich. Der zweite, leichtere Weg führte durch die römische Provinz. Als Caesar davon erfährt eilt, er so schnell wie möglich in die Provinz und lässt Truppen ausheben, die Helvetier hingegen entsenden eine Gesandtschaft um einen Durchzug durch die Provinz zu erbitten. Doch „Caesar, der wohl wußte, daß die Helvetier den Konsul Lucius Cassius erschlagen und sein Herr besiegt und unter das Joch geschickt hatten, glaubte, diese Erlaubnis nicht geben zu dürfen; auch meinte er, so feindlich gesinnte Menschen würden sich bei Genehmigung des Durchzuges durch die Provinz nicht von Rechtsverletzung und Gewalttat zurückhalten.“9
Diesen Hinweis auf die Niederlage des Lucius Cassius wird von Teilen der Forschung lediglich als Vorwand gesehen, um den Helvetiern den Weg zu versperren und die eigenen Truppen aufzurüsten.10 Lieberg hält jedoch dagegen, dass Caesar auch nach so langer Zeit, die seit dem Sieg der Helvetier vergangen war, von einer großen militärischen Stärke der Helvetier, die sie ja im Krieg gegen Cassius bewiesen hatten, überzeugt sein musste und deshalb auch keinen friedlichen Durchmarsch durch die Provinz erwarten konnte.11
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung und Methodik der Arbeit vor, wobei der Fokus auf der kritischen Überprüfung der Glaubwürdigkeit von Caesars Berichten über Gallien unter Einbezug antiker Quellen und moderner Forschung liegt.
2. Caesars Darstellung des gallischen Krieges und dessen Glaubwürdigkeit: In diesem Hauptteil wird das Vorgehen Caesars gegen die Helvetier und Ariovist sowie seine Selbstinszenierung hinsichtlich Rhetorik, Soldatenbindung und militärischer Führung analysiert.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Caesars Schilderungen zwar machtpolitisch motiviert und teils subjektiv sind, ihm jedoch eine grundlegende Legitimation im Rahmen der römischen Außenpolitik nicht abgesprochen werden kann.
Schlüsselwörter
Caesar, Bellum Gallicum, Helvetier, Ariovist, Gallien, römische Geschichte, Glaubwürdigkeit, Rhetorik, Militärgeschichte, Feldherr, Antike, Machtpolitik, Quellenkritik, Germanen, Legionäre
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Glaubwürdigkeit der Berichte von Gaius Iulius Caesar über den gallischen Krieg und seine eigene Person.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich mit militärischen Konflikten, politischer Legitimation, der Rolle der Germanen und Caesars Selbstdarstellung als Redner und Feldherr.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Caesars Schilderungen mit den historischen Gegebenheiten korrespondieren oder ob sie als Propagandainstrument zu verstehen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die Caesars eigene Berichte mit anderen antiken Autoren und der modernen Forschung vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die militärischen Auseinandersetzungen mit den Helvetiern und Ariovist sowie die Untersuchung von Caesars rhetorischen und militärischen Eigenschaften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Caesar, Bellum Gallicum, Glaubwürdigkeit, Machtpolitik und Quellenkritik.
Wie bewertet die Arbeit die militärische Rolle Caesars?
Die Arbeit erkennt Caesar ein hohes strategisches Talent an, das auch von antiken Autoren hervorgehoben wurde, weist aber darauf hin, dass er militärische Erfolge zur persönlichen Profilierung nutzte.
Welche Bedeutung kommt der Rolle der Germanen zu?
Die Germanengefahr wird als ein zentrales Argument Caesars gewertet, um sein Eingreifen in Gallien in Rom zu rechtfertigen, wobei die reale Bedrohungslage in der Forschung kontrovers diskutiert wird.
- Quote paper
- Wolfgang Schlagbauer (Author), 2014, Die Glaubwürdigkeit der Commentarii de Bello Gallico, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502273