Veranstaltungssicherheit. Aktuelle Forschung zu Dienstleistungen zukünftiger Eventkontrolle


Hausarbeit, 2018
11 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Hinführung
1.1 Sicherheit auf Veranstaltungen

2 Journalaufsätze
2.1 Journalaufsatz 1
2.2 Journalaufsatz 2
2.3 Journalaufsatz 3

3 Implikationsschrift
3.1 Theorieerkenntnisse: Gemeinsamkeiten und Differenzen der Journalaufsätze
3.2 Empirische Erkenntnisse
3.3 Trends und Optimierungsansätze

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Hinführung

1.1 Sicherheit auf Veranstaltungen

In den letzten Jahren haben Großveranstaltungen im Rahmen einer Live-Kommunikation immer mehr an Bedeutung gewonnen. Sie sind ein wichtiges Instrument zur Inszenierung von Markenwelten und prägen mit ihren erlebnisorientierten Kommunikationsbotschaften die Wahrnehmung und Assoziation eines Besuchers. Veranstaltungen gewinnen durch die Eventisierung zunehmend an Bedeutung: Ein Leben ohne Festivals, Konzerte, Messen, Sportevents, Public-Viewings oder Corporate Events ist kaum mehr vorstellbar (vgl. Zanger, 2017). Gleichzeitig tritt die Veranstaltungssicherheit immer mehr in das Blickfeld von Veranstaltern und öffentlichen Behörden. Besonders auch aufgrund vergangener terroristischer Anschläge auf Großveranstaltungen, Festivals oder Events. Doch auch Ereignisse wie das Unglück auf der Loveparade 2010 in Duisburg, oder kleinere Veranstaltungen, die von Sicherheitsrisiken betroffen waren, haben die Sicherheitswahrnehmung auf Events deutlich verändert. „Grundsätzlich ist da in der Gesellschaft ganz viel passiert. Im Bewusstsein der Menschen und natürlich auch auf Gesetzgebungsseite.“ (Peter Texter, Vogelsänger GmbH). Es zeigt sich aufgrund der genannten Ereignisse eine stärkere Sensibilisierung für Sicherheitsthemen auf Veranstaltungen. Seit dem letzten Jahr sind besonders im Event- und Messebereich ein wachsendes Sicherheitsbewusstsein und eine intensive Beschäftigung mit Sicherheitskonzepten zu erkennen (vgl. Zanger, 2017). Erkennbar ist dies auch durch das Angebot von Workshops und Seminaren im Bereich der Veranstaltungssicherheit. Bei der Veranstaltungssicherheit geht es grundlegend um den Schutz des Lebens und der Gesundheit von Veranstaltungsteilnehmern. Dabei sind unterschiedliche Themen wie Brandschutz, Evakuierung, erste Hilfe, Unfallverhütung oder die Sicherheitskommunikation relevant. Die Sicherheitsanforderungen von Veranstaltungen sind gesetzlich verordnet und bilden somit die Grundlage einer sicheren Veranstaltung (vgl. Zanger, 2017).

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Sicherheit auf Veranstaltungen. Es werden Ursachen für Defizite in der Sicherheitsplanung aufgegriffen, während der Fokus auf der Evaluation und Optimierung von Sicherheitskonzepten liegt.

2 Journalaufsätze

2.1 Journalaufsatz 1

Quelle: Eventfaq.de/Veranstaltungssicherheit

Eventfaq ist ein Portal für Veranstalter und Veranstaltungsrecht und beantwortet Fragen rund um Großveranstaltungen und Events. In folgendem Artikel beschäftigt sich der Autor von Eventfaq mit der Frage ob es eine hundertprozentige Veranstaltungssicherheit geben kann.

Nach Ereignissen wie auf der Loveparade in Duisburg oder der dem Einsturz der Eislaufhalle in Bad Reichenhall wird uns immer wieder vor Augen geführt, dass Veranstaltungen eine latente Gefahr in sich bergen. Der Autor schreibt, dass selbst das allerbeste Sicherheitskonzept keine Unfälle auf Events ausschließen könne. Des Weiteren ist er der Ansicht, dass eine hundertprozentige Sicherheit auf Events nicht gewährleistet werden könne. Das Oberverwaltungsgericht Münster kann seine Aussage unterstützen: „Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss.“

Der Autor ist der Meinung, dass jedoch allein der Wille des Veranstalters, Sicherheit zu gewährleisten, die richtige Grundlage darstelle. Dazu gehören alle Beteiligten der Veranstaltung wie der Vermieter, die Künstler, die Techniker und nicht zuletzt auch die Besucher. In einem Urteil verdeutlicht der Bundesgerichtshof die Bedeutung der Sicherheitsplanung: „Die Sicherheit des Besuchers hat absoluten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen des Veranstalters“ (Bundesgerichtshof).

Der Autor merkt an, dass die Veranstaltungssicherheit jedoch durch typische und ausschlaggebende Probleme beeinträchtigt werden könne. Er ist der Meinung, dass eine Ignoranz und der fehlende Wille eines Veranstalters, Geld für Sicherheit auszugeben, oft ein großes Problem darstelle und nicht selten sogar zur Missachtung von Gesetzten führe.

Ein Sicherheitskonzept sei essentiell und muss individuell für Veranstaltungen aller Art erstellt werden. Er betont außerdem das Angebot von Seminaren und Workshops zum Thema Veranstaltungssicherheit. Der Autor macht in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass tragische Unfälle nicht nur auf Mega-Events passieren können, sondern genauso auch auf kleinen Vereinsfesten oder Geburtstagsfeiern (vgl. Eventfaq, 2018).

2.2 Journalaufsatz 2

Quelle: stern.de

Nach dem Anschlag auf ein Konzert in Manchester im Mai 2017 kritisieren die Konzertbesucher die mangelhaften Sicherheitschecks und erheben schwere Vorwürfe. Es sollen zwar Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren und Taschenkontrollen stattgefunden haben, doch laut den Besuchern nur mangelhaft und halbherzig. In dem Bericht von Stern.de äußern sich zwei deutsche Veranstalter zu dem Thema Veranstaltungssicherheit auf Events.

Nach dem Terror-Anschlag in Manchester, der 22 Menschen das Leben kostete, ist nicht klar, wo der Attentäter den Sprengsatz gezündet hatte. Für Betreiber von Veranstaltungsstätten ist die offene Frage ein Warnsignal. Moritz Hillebrand ist Unternehmenssprecher der Anschutz Entertainment Group, ein Unternehmen, dass Arenen weltweit besitzt und betreibt. Darunter auch die Barclaycard Arena in Hamburg und die Mercedes Benz Arena in Berlin, die bis zu 17.000 Zuschauer fassen. Hillebrand weiß, dass für solche Menschenmassen, die der Einwohneranzahl einer Kleinstadt entsprechen, eine absolute Sicherheit garantiert werden muss. Der Unternehmenssprecher merkt an, dass der Zugang zu diesen Arenen bereits durch strenge Sicherheitskontrollen gekennzeichnet sei. Dazu gehören Metalldetektoren und Taschenkontrollen. Er betont außerdem die Wichtigkeit eines Sicherheitskonzeptes, welches auf die Besuchergruppen, die erwartet werden, sowie die Zahl der Besucher abgestimmt werden müsse.

Marion Schöne ist die Geschäftsführerin des Olympiaparks, des Olympiastadiums und der Olympiahalle in München. Sie betont, dass ihr Sicherheitskonzept vorbildlich sei und sowohl Personenkontrollen, als auch ein Taschenverbot dabei an erster Stelle stehen. Schöne ist sich trotz allem bewusst, dass eine hundertprozentige Sicherheit nicht möglich ist: „Wir können nicht jeden zur gleichen Zeit kontrollieren". Sie erklärt, dass sie keine Kontrolle darüber habe, falls ein Attentäter in der Warteschlange vor der Veranstaltungsstätte einen Sprengsatz zünde. Oder wie bei Manchester, wenn die Besucher nach dem Konzert nach außen strömen und der Attentäter unter Umständen, durch die nach außen geöffneten Türen, in die Stätte gelangt. Der Olympiapark ist außerdem eine öffentlich zugängliche Anlage ohne Kontrollen, merkt Schöne an (vgl. Stern, 2018).

2.3 Journalaufsatz 3

Quelle: sicherheit.info

Hendrick Lehmann ist Autor des Online-Portals Sicherheit.info und beschäftigt sich in folgendem Artikel mit der Sicherheit auf Großveranstaltungen. Er geht besonders auf das Sicherheitspersonal ein und nennt in diesem Zusammenhang das Sicherheitskonzept des ZDF Fernsehgartens.

Der Veranstalter ist dafür verantwortlich, einen geeigneten Sicherheitsdienst auszuwählen, der die ihm obliegenden Aufgaben erfüllen kann. Deshalb, erklärt der Autor, sei es wichtig qualifizierte Mitarbeiter zu haben. Besonders, wenn es Veranstaltungen sind, die live im Fernsehen übertragen werden. Der ZDF Fernsehgarten in Mainz hat jeden Sonntag bis zu 6000 Zuschauer in der Sendung vor Ort. Lehmann weist darauf hin, dass die jüngsten Ereignisse Auswirkungen auf die Maßnahmen des Sicherheitskonzeptes der Produktion habe. So wurden zum Beispiel Poller auf den Zufahrtsstraßen zum Fernsehgarten errichtet, um Anschläge, bei denen Fahrzeuge als Waffen genutzt werden, von vorneherein ausschließen zu können. Außerdem gilt laut Lehmann höchste Sicherheitskontrolle bei den Besuchern des Fernsehgartens: Jeder Gast wird zweifach kontrolliert, große Taschen und Rucksäcke werden abgegeben, während die kleineren Taschen und Behältnisse vom Sicherheitsdienst durchgesehen werden. „Alle Maßnahmen unterliegen dem Gebot der Verhältnismäßigkeit, um die bestmögliche Sicherheit bei einem gleichzeitig reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen zu gewährleisten“, erläutert Wolfgang Merken, der Sicherheitsverantwortliche beim ZDF.

Des Weiteren betont Merken die Wichtigkeit eines qualifizierten Sicherheitspersonals. Dabei sei es wichtig, die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, bei jeder Produktion, auch bei einer Ständigen wie dem Fernsehgarten, in einer Sicherheitsbesprechung die Abläufe der Sendung zu unterweisen. So könne eine hohe durchgängige Qualität des Sicherheitspersonals garantiert werden. Gerade solche Live-Sendungen können bewusst von Störern genutzt werden um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen, erklärt Merken. Aus diesem Grund sitzt das Sicherheitspersonal unauffällig im Publikum um Übergriffe jeglicher Art schnell unterbinden zu können. Letztendlich sei es egal, schreibt Lehmann, ob Stadtfest, Konzert oder sonstige Großveranstaltungen: Eine intensivere Schulung des eingesetzten Sicherheitspersonals könne die Sicherheit der Besucher sowohl subjektiv als auch objektiv erhöhen, jedoch zwinge die aktuelle Sicherheitslage die Verantwortlichen zu einer ständigen Analyse und gegebenenfalls zur Anpassung ihrer Sicherheitskonzepte (vgl. sicherheit.info, 2017).

3 Implikationsschrift

3.1 Theorieerkenntnisse: Gemeinsamkeiten und Differenzen der Journalaufsätze

In allen drei Journaltexten wird deutlich, dass das Sicherheitsbedürfnis auf Veranstaltungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Vor allem Terroranschläge aus der Vergangenheit werden hierbei oft als Ursache genannt. Jedoch sind die Themenfelder der unterschiedlichen Journaltexte vielfältig. Während die externen Bedrohungen wie Anschläge oder das Wetter ein Risiko darstellen, sind es auch die internen Faktoren, wie das Sicherheitspersonal, die zunehmend in den Fokus rücken.

Im ersten Journaltext von Eventfaq wird auf die Missachtung der gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien eingegangen. Gerade bei kleineren Veranstaltungen werden Sicherheitsstandards häufiger missachtet. Denn oftmals stehen das Konzept und die Inszenierung des Events im Vordergrund. Dies zeigt, dass teilweise ein mangelndes Bewusstsein für mögliche Sicherheitsrisiken vorhanden ist. Außerdem stellen die Veranstalter nicht immer ein ausreichendes Budget für sicherheitsrelevante Ausgaben zur Verfügung.

In den ersten beiden Journalaufsätzen wird das Thema der hundertprozentigen Sicherheit aufgegriffen. Die externen Bedrohungen sind überwiegend nicht beeinflussbar und somit kann eine fehlerfreie Sicherheit nie garantiert werden. Technische Risiken wie Stromausfälle oder Risiken der höheren Gewalt wie Naturereignisse oder Terrorismus können nur beschränkt vermieden werden.

Besonders im dritten Journalaufsatz wird die Wichtigkeit der internen Bedrohungen angesprochen. Diese Risiken sind projektbezogen und resultieren unmittelbar aus Handlungen im Planungsprozess. Dazu gehört auch der Sicherheitsdienst, beziehungsweise das Sicherheitspersonal, welches für die entsprechenden Veranstaltungen verantwortlich ist. Regelmäßige Schulungen, Seminare oder Workshops sind essentiell und sowohl von dem Sicherheitsdienst, als auch von dem Veranstalter selbst, wahrzunehmen. Denn die inneren Bedrohungen können durch konkrete Maßnahmen im Planungsprozess meist kontrolliert werden.

Alle drei Journalaufsätze thematisieren ein Sicherheitskonzept. Ein solches Konzept ist essentiell und der Ausgangspunkt für ein zuverlässiges Risikomanagement. Vollständige Sicherheitskonzepte sind die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf, als auch für zufriedene Besucher der Veranstaltung. Das Konzept unterliegt idealerweise ständiger Analyse und gegebenenfalls Anpassungen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Veranstaltungssicherheit. Aktuelle Forschung zu Dienstleistungen zukünftiger Eventkontrolle
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Note
1,2
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V502337
ISBN (eBook)
9783346050533
ISBN (Buch)
9783346050540
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Medien- und Kommunikationsmanagement, Kommunikation, Event, Eventmanagement, Eventevaluation, Sicherheit, Eventsicherheit
Arbeit zitieren
Hanna Treyer (Autor), 2018, Veranstaltungssicherheit. Aktuelle Forschung zu Dienstleistungen zukünftiger Eventkontrolle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502337

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