Social TV. Angebote, Modelle und Nutzung


Hausarbeit, 2017

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fernsehnutzung im Wandel
2.1 Digitalisierung des TV

3 Social TV
3.1 Definition
3.2 Geschäftsmodelle
3.2.1 Webbasiertes Social TV
3.2.2 Applikationen
3.2.3 Set-Top-Box

4 Motive für die Social TV-Nutzung
4.1 Information
4.2 Persönliche Identifikation
4.3 Integration
4.4 Unterhaltung und Interaktion

5 Bewertung Social TV
5.1.Fazit

Literaturverzeichnis

Abstract

Als einer der wichtigsten Trends auf dem Fernsehmarkt gilt die komplementäre Nutzung von Fernsehen und Social Media: Social TV. Gegegentand dieser Arbeit ist es, einen Überblick bestehender Social TV-Angebote auf dem deutschen Markt zu geben. Unterschiedliche Geschäftsmodelle werden anhand Anwendungen erläutert. Neben den neuen Technologien, sind es die Nutzer selbst, die die Entwicklung des Social TV‘s vorantreiben. Welche Faktoren die Nutzung antreibt und welche Motive es für die Parallelnutzung von Fernsehen und Social TV gibt, wird in diesem Beitrag aufgezeigt.

Schlagworte: Social TV, Fernsehen, TV, Social Media, Second Screen, User, App, Nutzungsmotive, Information, Unterhaltung, Identifikation, Integration, Interaktion

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Digitalisierung der TV-Branche

Abbildung 2: Gechäftsmodelle im Bereich Social TV

Abbildung 3: Fernsehen mit "Second Screen"

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Begriff Social TV, - sozial fernsehen ist die Vereinigung von Fernsehen und sozialen Medien. Millionen von Menschen teilen täglich ihre TV-Erfahrungen mit anderen Menschen auf sozialen Plattformen. Von Fernsehzuschauern ging die Initiative aus, sich über den Inhalt einer TV-Sendung in sozialen Medien auszutauschen. Social TV entstand also aus der Alltagspraxis von Nutzern. Sie sind die Treiber der Technologieentwicklung in dieser Branche.

In dieser Arbeit wird zunächst der Begriff Social TV in Bezug auf den Wandel der Fernsehnutzung beschrieben. Fortan werden verschiedene Social TV-Modelle aus der Technologieentwicklung vorgestellt. Da die Nutzer als Treiber dieser Entwicklung gelten, werden unterschiedliche Nutzungsmotive aufgezeigt und erläutert.

2 Fernsehnutzung im Wandel

2.1 Digitalisierung des TV

„Das Interesse an Social TV ist groß. […] Will man verstehen, worin das wachsende Interesse begründet liegt, muss man sich jedoch vergegenwärtigen, dass Social TV das Ergebnis verschiedener Entwicklungen im TV-Nutzungsverhalten ist, die sich vor dem Hintergrund zunehmender (mobiler) Internetnutzung und der damit verbundenen neuen Möglichkeit zur TV-Rezeption ergeben hat.“ (Keldenich, 2015, S.39). Somit stellt die Onlinebeteiligung am TV-Geschehen den Auslöser für die veränderten Nutzungsgewohnheiten dar.

Während das analoge Fernsehen nur einseitig kommuniziert und ausschließlich das Übertragen von Bild und Ton ermöglicht, bietet das digitale Fernsehen zusätzlich die Möglichkeit in umgekehrter Richtung zu kommunizieren. Nutzer können über den Rückkanal eines Senders Informationen und Befehle schicken, die die Mitgestaltung eines Programmes ermöglichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Digitalisierung der TV-Branche

(Quelle: Die Medienanstalten/ tns infratest: Digitalisierungsbericht

Anhand einer Messung (Abb. 1) der Landesmedienanstalten lässt sich der Erfolg des digitalen Fernsehens ablesen. Ihr zufolge empfangen 89,8% der deutschen Haushalte ausschließlich digitale Programme.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die Vorteile die jeder Nutzer durch den digitalen Empfang erfährt. Nicht nur die Interaktionsmöglichkeiten des digitalen Fernsehens, sondern auch der Zugriff auf ein umfangreiches Angebot an Sendern wird geboten.

3 Social TV

3.1 Definition

Der Begriff Social Televison – zu Deutsch „soziales Fernsehen“ ist ein Schlagwort, welches seit 2010 immer öfter im Zusammenhang mit Fernsehen und Internet genannt wird. Der Begriff Social TV fasst eine neue technologische Entwicklung zusammen, die örtlich getrennten Nutzern die Möglichkeit gibt, sich während der Ausstrahlung von Fernsehprogrammen, über Text- und Sprachchats1, kommunikativ zu verbinden (vgl. Buschow, Schneider, 2015).

„Social TV ist die TV‐bezogene Nutzung von Social Media‐Plattformen wie Facebook und Twitter, Websites oder Apps, die über eine soziale Austauschfunktion verfügen und/oder eine Interaktion mit dem TV‐Programm ermöglichen. Die Nutzung erfolgt über internetfähige Endgeräte (wie z. B. Smartphones, Tablet‐PCs, Notebooks, Smart TVs), synchron oder asynchron zum Fernsehkonsum.“ (Goldhammer, 2015, S.4).

Erst mit der rasanten Verbreitung von sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook und die zunehmende Nutzung von mobilen Zweitgeräten (Second-Screens) wie Smartphones, Tablets oder Laptops führte dazu, dass sich die Online-Kommunikation immer häufiger parallel während des Fernsehens abspielt (vgl. Buschow, Schneider, 2015).

Diese Parallelnutzung von sozialen Netzwerken gilt als die bekannteste Art von Social TV. Nutzer kommunizieren hier zeitgleich oder auch zeitversetzt über die TV-Inhalte einer Sendung. Durch eine Erweiterung ihres Unterhaltungsangebots fordern Sender diese Interaktion. Ein Angebot kann z.B. eine eigene Seite auf Facebook des Senders sein, auf denen Zusatz- und Hintergrundinformationen publiziert werden, die von den Usern2 gelesen und kommentiert werden können.

Eine weitere Art der Social TV- Nutzung sind Anwendungen und Apps, die sich auf TV Inhalte beziehen. Hierbei handelt es sich um Modelle, die ihr Angebot auf einen bestimmten Sender oder eine Sendung beziehen, wodurch diese übergreifend gestaltet werden können. Modelle wie diese zielen stark auf die Nutzung des Second Screens ab und ermöglichen dem Zuschauer eine Interaktion parallel zum TV-Programm. Grundsätzlich wird mit und über den TV-Inhalt interagiert, dies kann in Form von einfacher Kommunikation mit anderen Usern, als auch durch komplexere Tätigkeiten geschehen. Beispiele dafür sind die Teilnahme an Votings3 oder das „Mitraten“ bei einem Quiz.

Betrachtet man den Sender und dessen Verbraucher, so vereint Social TV mehrere Aspekte. Die Interaktion mit und über das Fernsehen ist der hierbei der Ausgangspunkt. Dadurch ergibt sich ein sozialer Kontext zum TV, durch den sich das Fernsehen personalisieren lässt. Dies hat zur Folge, dass die Sender ein genaueres Bild seiner Kunden erhält und somit eine neue Art der Kundenbindung entsteht (vgl. Gugel, 2013).

3.2 Geschäftsmodelle

Der Markt des Social TVs besteht aus einer Vielzahl von Akteuren unterschiedlicher Branchen. Hierzu gehören renommierte Unternehmen aus der Technologie- und Softwarebranche. Neben den Kabelnetzbetreibern, Mobilfunkanbietern, Herstellern von Fernseh- und mobilen Endgeräten, sowie Applikationen und Betriebssystemen wächst der Markt durch neu gegründete „Start-ups“4 (vgl. Goldhammer, 2015).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gechäftsmodelle im Bereich Social TV

(Quelle: AdvertasingAge 2013)

Dementsprechend gibt es zahlreiche Services, die versuchen dem Nutzer einen Mehrwert zu geben und je nach Herausgeber meist auch den „Second Screen“ interessanter zu machen als das Fernsehformat selbst. 2015 veröffentlichte die Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit Goldhammer Klaus, Kerkau Florian, Schlüter Jan, Matejka Moritz eine Übersicht der Anbietertypen in der Social TV Branche. Diese sind nach ihren Funktionen in unterschiedliche Bereiche aufgegliedert.

3.2.1 Webbasiertes Social TV

TV-Sender nutzen Social Media-Plattformen als Marketingkanäle. Die klassischen Netzwerke wie Facebook und Twitter stehen an oberster Stelle. Auf Plattformen wie diesen ist eine Vielzahl von Beiträgen mit Bezug auf TV finden. Über diese lassen sich die Zuschauer auf das Programm bzw. die Sendereigene Homepage umleiten. Dabei entsteht für die Sender eine neue Möglichkeit Zuschauer an sich zu binden. Die Zuschauer wiederum werden hier zu Multiplikatoren, indem sie ihre Meinung zu TV-Inhalten mit ihren Freunden teilen und sie so zum Anschauen der Sendung bewegen. Facebook bietet mit seinen derzeit über eine Billion weltweiten Nutzern das größte Potential für TV-Sender und Sendungen (vgl. allfacebook.de, 2016). Außerdem wirken sich die gesteigerten Abrufzahlen der Homepage positiv auf die zu erzielenden Werbeeinnahmen aus (vgl. Goldhammer, 2015).

3.2.2 Applikationen

Ende 2014 wurden auf dem deutschen Social TV-Markt 32 Angebote wie Websites und Apps erfasst. (vgl. Goldhammer, 2015) Am häufigsten werden in Apps wie diesen die Funktion zur Diskussion über Fernsehinhalte integriert. Oft beinhalten diese auch Zusatzinformationen, Spiele oder EPG’s. In der Startup-Applikation „TVSmiles“ kann der User durch Ansehen von Werbung im Fernseher „Smiles5 “ verdienen – Punkte mit denen verschiedene Prämien in Form von Gutscheinen oder Wertgegenständen erworben werden können. TVSmiles nutzt den Trend zum Second Screen, also die Tatsache, dass der Zuschauer das Smartphone oder Tablet parallel zum Fernsehen nutzt. Voraussetzung ist die auf dem Smartphone geöffnete App, die dann anhand der Tonspur Werbespots automatisch erkennt. Anschließend werden Quizfragen, Umfragen oder Spiele auf dem Display6 eingeblendet. Selbstverständlich rund um die beworbenen Produkte, damit TVSmiles für die Hersteller interessant ist (vgl. Hüsing, 2015).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3:Fernsehen mit "Second Screen"

(Quelle: www.computerbild.de)

3.2.3 Set-Top-Box

Bei einer Social TV unterstützenden „Set-Top-Box7 “ handelt es sich um ein Beistellgerät, welches das Fernsehgerät mit dem Internet verbindet. Set-Top-Boxen verfolgen den Zweck Anwendern einen Zugang für neue Nutzungsmöglichkeiten und erweiterte Funktionen zu bieten. Dem Nutzer werden unter anderem Videos, die von Freunden auf sozialen Netzwerken geteilt wurden, zur Verfügung gestellt (vgl. Smart TV, 2016).

Die Set-Top-Box von Sky wird als „Schaltzentrale“ bezeichnet. Von ihr aus werden alle Programme und Inhalte gesteuert, wobei der Empfang geräteübergreifend funktioniert, und nicht nur das TV-Gerät, sondern auch Smartphones oder Tablets als Second Screen einschließt (vgl. Sky News, 2016).

Bei den Smart TVs von Samsung sind diese Funktionen im Fernsehgerät integriert. Der Fernseher schlägt aufgrund der persönlichen Sehgewohnheiten des Nutzers Sendungen vor, die dem Nutzer gefallen könnten. Zusätzlich kann man über die Second Screens deren Inhalte auf den TV browsen8. Aber auch das Installieren von Applikationen auf dem TV-Gerät selbst, ist bei Smart TVs möglich. Sie besitzen nämlich genauso wie Set-Top-Boxen einen eigenen vollwertigen Webbrowser9 (vgl. Tappert, 2015). Über die entsprechende App auf dem Smartphone oder dem Tablet, lässt sich der Fernseher auch ohne Fernbedienung steuern.

[...]


1 dt. (sinngemäße) Übersetzung: eine im Internet gebotene Funktion, die es ermöglicht, dass verschiedene Teilnehmer online miteinander einen Dialog führen.

2 dt. (sinngemäße) Übersetzung: Nutzer

3 dt. (sinngemäße Übersetzung): Abstimmungsverfahren

4 dt. (sinngemäße) Übersetzung: eine Firma, die gerade erst neu gegründet wurde.

5 dt. (sinngemäße) Übersetzung: Punkte

6 dt. (sinngemäße) Übersetzung: digitales Anzeigefeld für bestimmte Daten

7 dt. (sinngemäße) Übersetzung: Draufstellkasten

8 dt. (sinngemäße) Übersetzung: umsehen, stöbern mittels Media-Strukturen

9 dt. (sinngemäße) Übersetzung: ein Programm, mit dem man das Internet durchsuchen und Dokumente aus dem Internet herunterladen kann

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Social TV. Angebote, Modelle und Nutzung
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V502358
ISBN (eBook)
9783346040886
ISBN (Buch)
9783346040893
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Social TV, Medien, Kommunikation, Medien- und Kommunikationsmanagement, Media
Arbeit zitieren
Hanna Treyer (Autor:in), 2017, Social TV. Angebote, Modelle und Nutzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502358

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